Gerach ist eine Gemeinde im oberfränkischen Landkreis Bamberg, Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Baunach und zählt zur Metropolregion Nürnberg. Sie liegt im Naturpark Haßberge etwa 20 km nördlich von Bamberg und etwa zehn Kilometer südlich von Ebern.
Geografie Nachbargemeinden Nachbargemeinden sind von Norden beginnend im Uhrzeigersinn Rentweinsdorf (Landkreis Haßberge), Reckendorf und Baunach (beide Landkreis Bamberg).
Gemeindegliederung Gerach besteht aus drei Gemeindeteilen (in Klammern sind der Siedlungstyp und die Einwohnerzahlen Stand 1. Januar 2022 angegeben):Einwohnerzahlen der Gemeinde Gerach mit Ortsteilen Gerach (Kirchdorf, 946 Einwohner) Laimbachsmühle (Einöde, 4) Mauschendorf (Dorf, 67)
Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Gerach und Lußberger Forst (Gemarkungsteil 2). Die Gemarkung Gerach hat eine Fläche von 6,148 km². Sie ist in 1238 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 4966,07 m² haben. In ihr liegen sämtliche Gemeindeteile der Gemeinde.
Geschichte Bis zur Gemeindegründung Gerach wurde am 10. März 1396 erstmals urkundlich erwähnt. Die Siedlung selbst ist vermutlich erheblich älter. In zahlreichen Verkäufen und Schenkungen kam Gerach in den folgenden Jahrhunderten in viele Hände und gehörte zeitweise den Herren von Schaumburg und von Rotenhan. 1750 ging der Ort in den Besitz des Fürstbistums Bamberg über. Als Teil des Hochstiftes Bamberg fiel Gerach bei der Säkularisation 1803 an Bayern. Bei Grenzbereinigungen wurde es 1810 dem Großherzogtum Würzburg überlassen, mit dem es 1814 endgültig an Bayern zurückfiel.
Einwohnerentwicklung Im Zeitraum von 1988 bis 2018 wuchs die Gemeinde von 941 auf 966 um 25 Einwohner bzw. um 2,7 %. Jahr Einwohner 1961 796 1971 905 1987 927 1989 962 1991 957 1993 965 1994 954 1995 967 1996 1000 1997 1007 Jahr Einwohner 1998 998 1999 1019 2000 1018 2001 1014 2002 1000 2003 1010 2004 996 2005 996 2006 1012 2007 1005 Jahr Einwohner 2008 983 2009 979 2010 968 2011 966 2012 958 2013 946 2014 911 2015 925 2016 933 2017 965 Jahr Einwohner 2018 966 2019 960 2023 1036
Religion Laut Zensus am 9. Mai 2011 waren 81,6 % der Einwohner römisch-katholisch und 9,0 % evangelisch-lutherisch. 9,4 % hatten eine andere Religion oder waren konfessionslos.
Politik und Öffentliche Verwaltung Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Baunach. Sitz des Gemeinderats ist der Ort Gerach.
Bürgermeister Erster Bürgermeister ist seit 1. Mai 2020 Sascha Günther (CSU), der sich gegen den zwölf Jahre amtierenden Gerhard Ellner (SPD) in einer Stichwahl mit 63,05 % der Stimmen durchsetzte. Ellner wiederum setzte sich 2008 in der Stichwahl mit 69,9 % der Stimmen gegen seinen Herausforderer Gerhard Wölflein (CSU) durch und wurde 2014 bei einem Gegenkandidaten mit 67,22 % der Stimmen im Amt bestätigt. Ellners Vorgänger war Gunther Stegner (CSU).
Gemeinderat Die Kommunalwahlen seit 1996 führten zu folgenden Sitzverteilungen im Gemeinderat: Partei/Liste 1996 2002 2008 2014 2020 CSU 3 5 4 53 UWG 2 4 5 43 SPD 2 3 3 32 CW 1 – – –– Gesamt 8 12 12 128
Wappen
Sehenswürdigkeiten Die spätromanische Kirche Sankt Vitus gilt als eine der ältesten Kirchen in Franken und stammt teilweise aus dem 12. Jahrhundert. Ein Relief auf der Kirchentür stellt den Märtyrer Vitus betend in einem Kessel heißen Öls dar. Am Vorplatz der Kirche befindet sich ein Kriegerehrenmal.
Im Dorf gibt es historische Fachwerkhäuser, steinerne Feldkreuze und Felsenkeller im Sandsteinhügel. Im Gemeindeteil Mauschendorf steht die denkmalgeschützte ehemalige Gaststätte Zur Jägersruh, eine der ältesten Gaststätten im Landkreis.
Der Hauptort Gerach nahm mehrmals erfolgreich am Wettbewerb Unser Dorf soll schöner werden teil.
Infrastruktur Eine Freiwillige Feuerwehr befindet sich im Gemeindeteil Gerach. Sie verfügt über ein Mittleres Löschfahrzeug (MLF) sowie ein Mannschaftstransportfahrzeug (MTF). Im Jahr 2020 bezog die Feuerwehr Gerach ein neues Feuerwehrhaus mit der Adresse Am Reckendorfer Weg.
Seit März 2025 wird das bisherige Mannschaftstransportfahrzeug (MTF) als Mehrzweckfahrzeug (MZF) mit der Funkkennung „11/1“ geführt. Darüber hinaus verfügt die Feuerwehr Gerach seit 2023 über eine Führungsunterstützungseinheit (FUE), die bei größeren Einsatzlagen eingesetzt wird.
Literatur
Adelheid Waschka: Chronik der Gemeinde Gerach im Laimbachtal. Gemeinde Gerach (Hrsg.), Gerach 2018, ISBN 978-3-935302-05-0
Weblinks
Gemeinde Gerach (PDF; 1,24 MB)
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Bamberg Kategorie:Ersterwähnung 1396 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)
Kategorie:Gemarkung im Landkreis Bamberg