Das Pleasure Beach Resort, bis 2006 Blackpool Pleasure Beach, bis Februar 2024 Pleasure Beach Blackpool, oder einfach Pleasure Beach, ist ein traditionsreicher Freizeitpark in Blackpool (Lancashire, England).

Der Park wurde 1896 von Alderman William George Bean mit dem Ziel gegründet, „einen Freizeitpark im amerikanischen Stil, dessen fundamentales Prinzip ist, dass Erwachsene sich wieder wie Kinder fühlen“ zu schaffen. Im Jahre 2010 gehörte er mit rund 13 Millionen Besuchern pro Jahr zu den zwanzig meistbesuchten Freizeitparks der Welt. 2014 wurde er im Rahmen der Travelers’ Choice Awards von TripAdvisor zum besten Freizeitpark des Vereinigten Königreichs und zum neuntbesten Park Europas gewählt.

2025 hatte Pleasure Beach zehn Achterbahnen, darunter vier Holzachterbahnen. Statt des in den meisten Freizeitparks üblichen Eintrittssystems bezahlte man in Blackpool lange keinen Eintritt, sondern für jede Attraktion einzeln (Tivoliprinzip). Daneben wurde ein Wristband (Armband) angeboten, mit dem man alle Attraktionen unbeschränkt nutzen konnte. Seit 2009 wird ein Eintrittsgeld erhoben.

Neben klassischen Freizeitparkattraktionen werden in Pleasure Beach auch verschiedene Shows geboten. Besondere Tradition hat die Eiskunstlaufshow Hot Ice.

Im Jahr 1999 wurde ein virtueller Nachbau des Parks im Computerspiel RollerCoaster Tycoon verwendet.

Geschichte

Frühe Jahre (1896–1930)

Pleasure Beach wurde 1896 von Alderman William George Bean gegründet, nachdem sein Versuch, an der New Yorker Madison Avenue Werbefachmann zu werden, gescheitert war. 1897 kehrte er ins Vereinigte Königreich zurück und eröffnete zwei Freizeitparks: Einen in Great Yarmouth, den anderen in Blackpool. Der Park in Great Yarmouth fand nur geringes Interesse beim Publikum, und so zog Bean schließlich dauerhaft nach Blackpool.

1903 erwarb Bean zusammen mit dem Geschäftsmann John Outhwaite 30 Acres Land (etwa 12 Hektar), mit dem der Park in Blackpool erweitert werden sollte. Der ursprüngliche Pleasure Beach Park lag in den Sanddünen entlang der Promenade von Blackpool und bestand aus einigen Karussells, einer Draisinenstrecke und verschiedenen Verkaufsbuden. Bean und Outhwaite bezogen die meisten ihrer Ideen aus Coney Island in den Vereinigten Staaten und von einem kleinen Jahrmarkt in London.

Die erste größere Attraktion war die 1904 eröffnete Sir Hiram Maxim’s Captive Flying Machine, eine dem Kettenkarussell ähnliche Fahrattraktion des britischen Erfinders Hiram Maxim. 1905 folgte eine Baumstammrutsche unter dem Namen The River Caves of the World, 1907 eröffnete die Holzachterbahn The Scenic Railway. auf coastergrotto.com, abgerufen am 6. August 2016. Ungefähr in dieser Zeit benannte sich der Park auch in Blackpool Pleasure Beach um. 1909 kaufte Bean einen zweiten Freizeitpark in Morecambe mit dem Namen West End Amusement Park, der später als Frontierland Western Theme Park bekannt wurde und 1999 geschlossen wurde. Da auch dieser Park erfolgreich lief, wurde vier Jahre später in Southport das Pleasureland Southport eröffnet.

Unterdessen wurden in Pleasure Beach regelmäßig größere Investitionen getätigt. Es eröffneten The Velvet Coaster, das House of Nonsense, The Joy Wheel und The Whip. Outhwaite starb 1911, wodurch ein Großteil der Geschäfte von Bean übernommen wurden, obwohl die Outhwaite-Familie immer noch Anteile am Park hielt und sich auch mitunter in dessen weiteres Wachstum einbrachte. Nach dem Ersten Weltkrieg endeten die Investitionen vorübergehend, da es Schwierigkeiten mit dem Import von Attraktionen aus den USA gab. Erst 1922 eröffneten mit The Virginia Reel und Noah’s Ark wieder neue Fahrgeschäfte.

Außerdem wurde in den 20er Jahren das Casino Building gebaut, ein dreistöckiges Art-déco-Gebäude, entworfen vom Architekten und Bürgermeister von Blackpool Alderman R.B. Mather. Hier gab es eine Billardhalle, ein Kino, ein Restaurant und einen Laden.Historic Amusement Parks and Fairground Rides (pdf), abgerufen am 5. August 2016. Heute beherbergt das Casinogebäude die Kartenschalter für Besucher.

1923 kam es zu einer Rückforderung des Landes, auf dem der Park stand. So zog Pleasure Beach auf sein heutiges, 17 Hektar großes Gelände entlang der Strandpromenade um. Im selben Jahr noch eröffnete Big Dipper, eine Holzachterbahn mit Out-&-Back-Streckenführung, und es wurde ein Teich angelegt, auf dem man Boot fahren konnte. Dies war die letzte Investition unter Alderman William George Bean. Er starb 1929 an Lungenentzündung. Seine einzige Tochter Lillian-Doris übernahm zusammen mit Ehemann Leonard Thompson die Parkgeschäfte.

Lillian-Doris Bean heiratete 1928 den Geschäftsmann Leonard Thompson. Sie lebten zunächst in London, wo Leonard Thompson für eine schwedische Streichholzfabrik arbeitete. Nach dem Tod von George Bean zogen sie jedoch nach Blackpool. Leonard hatte bis dahin mit den Geschäften des Parks keine Berührung gehabt, im gegenseitigen Einvernehmen mit seiner Frau übernahm er dann aber die Leitung von Pleasure Beach. Seine erste Amtshandlung bestand in der Ernennung von Oscar Haworth als Geschäftsführer und George Palmer als Vorstandsvorsitzenden der Firma. In den nächsten zwei Jahren arbeitete Thompson mit der Outhwaite-Familie zusammen, um den Park zu erweitern. 1930 eröffnete Ghost Train.

Spätere Jahre (1931 bis heute)

1931 verkaufte die Outhwaite-Familie ihre verbliebenen Anteile am Park an die Thompsons, die dadurch Alleineigentümer wurden. Im Jahr darauf wurde die Watson Road gebaut, die den Park unterirdisch querte. Als Konsequenz musste The Velvet Coaster schließen. Die nächsten größeren Attraktionen, die eröffnet wurden, waren 1934 das Fun House und 1935 The Grand National, eine Möbius-Holzachterbahn, entworfen von Charles Paige. Paige war auch der Entwickler zahlreicher anderer Attraktionen in Pleasure Beach, darunter Rollercoaster, eine weitere Holzachterbahn, die 1933 auf dem Gelände von The Velvet Coaster gebaut wurde.

Der Erfolg von Paiges Holzachterbahnen führte 1936 zu einem großen Ausbau der Big Dipper-Achterbahn, die jetzt bis zur Südwestseite des Parkgeländes geführt wurde. Thompson stellte außerdem den Architekten Joseph Emberton ein, der den Stil der Attraktionen und Gebäude von Pleasure Beach überarbeiten sollte. Unter Emberton wurde Ice Drome gebaut, eine Eislaufbahn mit 2000 Sitzplätzen. Er arbeitete bis zu seinem Tod 1956 am Design des Parks mit. Seine Arbeit wurde danach von Jack Ratcliffe fortgeführt, der auch an der Ausstellung Festival of Britain beteiligt war.

Während des Zweiten Weltkriegs nahmen die Investitionen wieder ab, der Park blieb aber weiterhin geöffnet, um der Bevölkerung Ablenkung und Trost zu spenden. Nach Kriegsende eröffneten wieder neue Attraktionen, so zwischen 1958 und 1961 The Wild Mouse, Derby Racer und Alice Ride. Die längste Wildwasserbahn der Welt, Log Flume, kam 1967 hinzu, der Dark Ride The Goldmine vier Jahre später. Die Walt Disney Company holte sich bei einem Besuch in Pleasure Beach Anregungen, die sie – zusammen mit anderen Parks – für das erste Disneyland in Anaheim nutzte. Walt Disney selbst war mit Leonard Thompson befreundet, die beiden inspirierten sich regelmäßig gegenseitig bei der Weiterentwicklung ihrer jeweiligen Parks. Nach 47 Jahren als Geschäftsführer von Pleasure Beach starb Thompson im Jahre 1976. Seine Rolle wurde daraufhin von Geoffrey Thompson, seinem einzigen Sohn, übernommen.

William „Geoffrey“ Thompson, geboren 1936 in Manchester, verbrachte einen Großteil seines frühen Arbeitslebens als Verwalter einer Londoner Wäscherei. Später wurde er gastronomischer Leiter im Casino Building von Pleasure Beach. Geoffrey Thompson heiratete 1962 Barbara Foxcroft, mit der er später drei Kinder hatte. Er stellte Keith Ingham ein, der umfassende Umbauten am Casino Building vornahm, welches dann vorübergehend als Wonderful World Building firmierte. Unter Thompsons Leitung eröffneten Attraktionen wie die Pferdeachterbahn Steeplechase, die Bobachterbahn Avalanche, Revolution und der Freifallturm Ice Blast: The Ride. The Big One (entworfen von John Roberts) war bei ihrer Eröffnung 1994 die höchste, steilste und schnellste Achterbahn der Welt und Valhalla, ein 2000 erbauter Dark Ride, ist mit 15 Millionen Pfund (2015: über 23 Millionen Pfund) bis heute die teuerste Attraktion, die je in Pleasure Beach gebaut wurde.

Geoffrey Thompson war auch aktiv an der Förderung des Tourismus in Nordwest-England beteiligt. Hierfür wurde er zusammen mit seiner Mutter Doris mit dem Order of the British Empire ausgezeichnet. 1986 nahm der Park als eines der ersten britischen Unternehmen am Programm Government Profit Related Pay Unit teil: Er verpflichtete sich dadurch, bei Gewinnen von über 1 Million Pfund 10 % davon an die Mitarbeiter auszuzahlen, gestaffelt nach Dauer des jeweiligen Arbeitsverhältnisses.

Trotz seines großen Ansehens als Geschäftsmann in der Welt der Freizeitparks geriet Thompson oft in Konflikt mit dem Rat der Stadt Blackpool. Grund war, dass private Händler auf dem Land gegenüber dem Park ihre Geschäfte machen durften. Auch mit dem Stadtrat von Morecambe gab es Streit, da dieser sich regelmäßig gegen Thompsons Pläne stellte, den dortigen Freizeitpark weiter auszubauen. Als Konsequenz wurde der Frontierland Western Theme Park 1999 auf unbestimmte Zeit geschlossen. Viele der Attraktionen dort wurden verschrottet, verkauft oder in den anderen Parks der Familie wiederaufgebaut. 2002 eröffnete in Blackpool das Big Blue Hotel, 2003 folgte Bling, eine Art Frisbee von Zierer. Am 12. Juni 2004 starb Geoffrey Thompson im Park an einem Herzinfarkt, als er an der Hochzeitsfeier seiner Tochter teilnahm. Seine Mutter, Doris Thompson, starb am 23. Juni desselben Jahres, dem Tag seiner Beerdigung.

Amanda Thompson, die älteste Tochter von Geoffrey und Barbara Thompson und bereits seit über 15 Jahren Leiterin des Parks, übernahm daraufhin sämtliche geschäftliche Angelegenheiten von Pleasure Beach. Auch ihre zwei Geschwister erhielten leitende Positionen. Amanda Thompson ist außerdem die Gründerin von Stageworks Worldwide Productions, die unter anderem für Shows in Pleasure Beach verantwortlich waren., abgerufen am 5. August 2016 Wie schon ihr Vater und ihre Großmutter wurde auch sie für ihren Beitrag zur Tourismusentwicklung zum OBE ernannt. Unter der Führung von Amanda Thompson fanden im Park erhebliche Umgestaltungen statt. Viele Attraktionen wurden abgebaut, darunter The Whip, Space Invader, Turtle Chase, Spin Doctor, Trauma Towers, Noah’s Ark, Black Hole, Bling und Super Bowl. 2005 entschied sich die Familie zur Schließung des Pleasureland Southport, da es trotz großer Investitionen über mehrere Jahre keinen Profit abwarf. Die dortige Achterbahn Traumatizer von 1999 wurde in Pleasure Beach unter dem Namen Infusion wiederaufgebaut. Nach 13 Jahren wurde damit in Blackpool wieder eine Achterbahn eröffnet.

2011 wurde ein Vertrag mit Viacom, den Eigentümern des Fernsehsenders Nickelodeon, unterzeichnet. Er sah die Eröffnung des 5 Hektar großen Themenbereichs Nickelodeon Land im Park vor. Dafür wurde der 2010 geschlossene Kinderbereich Beaver Creek für 10 Millionen Pfund umgebaut. Unter anderem erfuhr die dortige Achterbahn Rollercoaster eine komplette Umgestaltung, sie öffnete unter dem neuen Namen Nickelodeon Streak. Das Gebäude der ehemaligen Indoorachterbahn Space Invader 2 wurde zu einer Pizzeria umfunktioniert. Auch viele andere Attraktionen wurden entweder ersetzt oder umgestaltet, um die Marke Nickelodeon zu repräsentieren. Im Jahr 2013 arbeitete Pleasure Beach mit Aardman Animations zusammen, welche die Marken Wallace & Gromit und Shaun das Schaf besitzt. Das Ergebnis war der Dark Ride Wallace & Gromit’s Thrill-O-Matic, der The Goldmine ersetzte. 2015 entstand in Kooperation mit der Royal Air Force die Attraktion Red Arrow’s Skyforce, benannt nach der gleichnamigen Kunstflugstaffel.

Zeittafel der Geschäftsführer