Mad Max: Fury Road ist ein US-amerikanischer Endzeitfilm von George Miller. Es ist der vierte Teil der Mad-Max-Filmreihe, die 1979 mit Mad Max begann und 1981 mit Mad Max II – Der Vollstrecker und 1985 mit Mad Max – Jenseits der Donnerkuppel fortgesetzt worden war. Tom Hardy spielte erstmals den Protagonisten Max Rockatansky, den zuvor stets Mel Gibson verkörpert hatte. Der Film lief bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 2015 im Wettbewerb außer Konkurrenz und wurde 2016 mit sechs Oscars ausgezeichnet.
Handlung In einem postapokalyptischen Ödland wird der Einzelgänger Max nach Jahren des Umherirrens in seinem hochgerüsteten Ford Falcon XB von einer Kampfeinheit der Warboys verfolgt und nach einem Überschlag gefangen genommen. Die Warboys sind eine Armee des von seinen Anhängern kultisch verehrten Tyrannen Immortan Joe, der in der Zitadelle herrscht, einer künstlichen Oase in einer aus Felsformationen bestehenden Festung.
Nach einer medizinischen Behandlung dient Max nun als unfreiwilliger Blutspender für den fanatischen Warboy Nux. Zu Immortan Joes Gefolge gehört auch Imperator Furiosa, die einen War Rig steuert, einen hochgerüsteten Lastwagen. Bei einer Versorgungsfahrt verhilft sie den Bräuten, fünf Frauen aus Joes Harem, zur Flucht: Toast, Splendid, Capable, Dag und Cheedo. Gemeinsam versuchen sie, Furiosas ursprüngliche Heimat zu erreichen, das sogenannte Grüne Land.
Als Immortan Joe den Verrat bemerkt, schickt er seine Truppen los. Dabei nimmt Nux Max als seinen mobilen Blutbeutel mit. Auf der Verfolgungsjagd entkommt Max und schließt sich den Frauen an. Mit den Armeen seiner beiden verbündeten Clans verfolgt Joe den War Rig. Als sich die hochschwangere Splendid schützend vor Max stellt, stürzt sie vom Lastwagen und wird von Joes Fahrzeug überrollt. Trotz großer Trauer fährt die Gruppe weiter. Joe und sein Gefolge bergen den halbtoten Körper und führen einen Kaiserschnitt durch, wobei allerdings jede Hilfe für das männliche Ungeborene zu spät kommt. Getrieben von Wut wollen Joe und dessen erwachsener Sohn Rictus Erectus noch verbissener Rache üben.
Als die Gruppe das Grüne Land erreicht, müssen sie feststellen, dass es inzwischen versumpft und das Wasser dort sauer geworden ist. Zusammen mit den verbliebenen Einwohnerinnen des ehemaligen Grünen Landes wollen die Frauen zunächst jenseits einer Salzwüste nach einer neuen Bleibe suchen. Max kann die Gruppe jedoch davon überzeugen, zur Zitadelle umzukehren und diese von Joe zu befreien. Gemeinsam gelingt es ihnen, ihre Verfolger zu töten und Joes Schreckensherrschaft ein Ende zu setzen. Nachdem auch die Wasserversorgung für die Bevölkerung freigegeben worden ist, verabschiedet sich Max mit einem stillen Gruß von Furiosa (deren Verletzung er mit einer Blutspende geheilt hat) und verschwindet in der jubelnden Menschenmenge.
Produktion Entwicklung Die Idee zu einem vierten Film der Mad-Max-Reihe kam George Miller bereits 1999, doch die Umsetzung gestaltete sich schwierig, sodass das Projekt viele Jahre in der Entwicklungshölle verbrachte. Miller gab 2003 bekannt, dass ein Drehbuch vorliege und sich die Vorproduktion im frühen Stadium befinde.Source: Metro, Toronto, Kanada. 11. Dezember 2002. Obwohl der Film damals grünes Licht mit einem Budget von 100 Millionen US-Dollar erhielt, mussten die Arbeiten bis auf Weiteres ausgesetzt werden. Der Grund hierfür waren die geplanten Dreharbeiten in Namibia, die, nachdem die USA und einige andere Länder die Einreise- und Schifffahrtsbestimmungen nach Namibia verschärft hatten, aus Sicherheitsgründen nicht stattfinden konnten. Mit Ausbruch des Irakkrieges wurde die Produktion gänzlich auf Eis gelegt, da die Thematik des Films als problematisch eingeschätzt wurde. Darüber hinaus gab Mel Gibson nach Abbruch der Produktion seinen Ausstieg bekannt. mini|hochkant|George Miller mit Charlize Theron und Tom Hardy beim Filmfestival in Cannes Im November 2006 wurde Miller zitiert, dass er weiterhin beabsichtige, Mad Max: Fury Road umzusetzen, auch ohne Gibson. Das Drehbuch zum Film wurde unterstützend vom britischen Comicautor Brendan McCarthy entwickelt, der auch viele der neuen Charaktere und Fahrzeuge entwarf. Im Oktober 2009 gab Miller bekannt, dass die Dreharbeiten zum Film im Frühjahr 2011 in Broken Hill, Australien beginnen würden. Im selben Monat befand sich Tom Hardy in Gesprächen für die Hauptrolle. Außerdem wurde Charlize Theron als Besetzung bekanntgegeben. Im Juni 2010 bestätigte Hardy in der Fernsehshow Friday Night with Jonathan Ross, dass er die Rolle übernehmen werde.
Dreharbeiten Miller beabsichtigte, alle Stunts real zu filmen, da Computereffekte „selbst wenn sie richtig gut sind, […] immer ein bisschen gefälscht“ wirken würden. Er habe „versucht, dass alles echt ist: die Stunts, die Autos, die Wüste“.
Im November 2011 wurden die Dreharbeiten vom australischen Broken Hill doch noch nach Namibia verlegt, nachdem heftige Regengüsse in Broken Hill eine üppige Blumenlandschaft hatten entstehen lassen, was sich als ungünstig für den Look des Films darstellte. Die Dreharbeiten in Namibia dauerten von Juli bis Dezember 2012. Im Februar 2013 wurde den Produzenten vorgeworfen, Teile der Namib durch die Dreharbeiten geschädigt und einige Tiere und Pflanzen gefährdet zu haben, jedoch hatte die Namibia Film Commission bei der Besichtigung der Drehorte nichts Bedenkliches festgestellt. Im September 2013 wurde bekanntgegeben, dass Nachdrehs im November durchgeführt werden würden.
Fahrzeuge Der Tanklastzug basiert auf einem Tatra 815, dessen Kabine nach hinten versetzt wurde und mit dem Heck eines Chevrolet Fleetmaster vergrößert wurde. Insgesamt wurden drei optisch identische Exemplare der War Rig hergestellt. Zwei wurden von jeweils zwei V8-Motoren angetrieben, die dritte von einer Tatra Racing Engine, da sich die erste Variante als untermotorisiert erwies. Eine wurde für den Film zerstört, die anderen beiden befinden sich noch immer im Besitz der Filmgesellschaft.BluRay-Bonusmaterial.
Das Fahrzeug von Immortan Joe basiert auf zwei Cadillac DeVilles, das von zwei V8-Motoren angetrieben wird. Beim Bau des Fahrzeuges wurde sehr auf Prunk geachtet. So besitzt es vereinzelte Holzelemente in einer Welt, in der Holz Mangelware ist.
Besetzung und Synchronisation Rolle Schauspieler Synchronsprecher „Mad“ Max Rockatansky Tom Hardy Torben Liebrecht Imperator Furiosa Charlize Theron Bianca Krahl Nux Nicholas Hoult Julius Jellinek Immortan Joe Hugh Keays-Byrne Bert Franzke The Splendid Angharad Rosie Huntington-Whiteley Magdalena Turba Capable Riley Keough Yvonne Greitzke Toast the Knowing Zoë Kravitz Tanya Kahana The Dag Abbey Lee Victoria Frenz Cheedo the Fragile Courtney Eaton Maria Hönig Slit Josh Helman Leonhard Mahlich Rictus Erectus Nathan Jones Matti Klemm The People Eater John Howard Klaus Sonnenschein The Bullet Farmer Richard Carter Jan Spitzer The Organic Mechanic Angus Sampson Olaf Reichmann Keeper of the Seeds Melissa Jaffer Luise Lunow Corpus Colossus Quentin Kenihan Gerald Schaale
Veröffentlichung Offizieller Kinostart in den Vereinigten Staaten war am 7. Mai 2015. Der Kinostart im deutschsprachigen Raum war am 14. Mai 2015, auch in 3D und im IMAX-Format.
Rezeption Von der Kritik wird Mad Max: Fury Road fast durchweg gelobt. Basierend auf der Auswertung von 439 Kritiken weist die Rezensionssammlung Rotten Tomatoes eine Positivquote von 97 Prozent aus. Damit stand der Film 2018 auf Platz 1 ihrer Liste der „Top 100 Action & Adventure Movies“. Bei Metacritic erhält der Film eine Bewertung von 90/100, basierend auf 51 Kritiken. In der IMDb stieg er am 16. Mai 2015 in die Top 250 ein und befindet sich dort derzeit (Stand: März 2026) auf Platz 186.
Markus Keuschnigg lobt in Die Presse, der Film sei „ein herrlich anachronistischer Fiebertraum in Rostrot und Stahlblau geworden, eine verschwitzte, verdreckte Ode an das Kino als Erlebnisraum, ein Rücksturz in eine Ära der vielleicht visionären, vielleicht verrückten Fantasten“.
Pascal Blum schreibt im Tages-Anzeiger: Mad Max: Fury Road „ist ein Actionfilm, und als solcher ist er sagenhaft. Man nannte ihn einen ‚Western auf Rädern‘, und man könnte es wagen und sagen: Hier ist John Fords ‚Stagecoach‘ für unsere Ära“.
Alles im Film sei auf Beschleunigung ausgerichtet, schreibt Andreas Busche im deutschen Rolling Stone, und der Parcours, den die Geschichte einschlage, sei „so konsequent minimalistisch wie genial verdichtet“.
Tobias Kniebe kommt in der Süddeutschen Zeitung zu dem Fazit: Mad Max: Fury Road sei „hemmungslose Materialschlacht, gnadenloses Überbietungs- und Überwältigungskino – aber doch nicht so kühl, nicht so lustlos durchkalkuliert wie seine aktuellen Konkurrenten“.Tobias Kniebe: Das absolute Geröhr. In: Süddeutsche Zeitung, 13./14. Mai 2015, S. 12. Online-Version, abgerufen am 27. Mai 2015.
Negativ bewertet wird der Film von Frank Schnelle von epd Film. Zwar lobt er die „spektakulären Stunts und die Zelebrierung der grellen Endzeitoberflächen“ sowie das Schauspiel von Charlize Theron, stellt aber die fehlende Beschäftigung mit „der Psychologie des Protagonisten oder der Dramaturgie seiner Heldenreise“ in den Vordergrund. Miller habe „keine Zeit für seine Figuren, […] sei viel zu beschäftigt mit Stunts und Maschinen“.
Auch bei Simon Rothöhler von der taz stellt sich keine rechte Begeisterung ein: Zwar gewinne die „Entfesselung so ziemlich jeder Form kinetischer Energie […] in den besten Momenten programmatische Qualität“, doch würden „die Dauergefechte der Schrottautoarmeen schnell repetitiv“.
Oliver Kaever schreibt auf Zeit Online, der Film erzähle im Grunde einen klassischen Western, „ohne sich jedoch die Zeit zu nehmen, die Figuren zu entwickeln“. Mad Max wirke „wie eine Mischung aus überlangem Rammstein-Video (inklusive feuerspeiender E-Gitarre) und einem Gemälde von Hieronymus Bosch“.
2016 belegte Mad Max: Fury Road bei einer Umfrage der BBC zu den 100 bedeutendsten Filmen des 21. Jahrhunderts den 19. Platz.
Trivia Einer der Drehbuchautoren von Mad Max: Fury Road ist Nico Lathouris, der im ersten Teil den Besitzer der Autowerkstatt spielt, in der Max seinen Reifen flicken lassen will.
Auszeichnungen (Auswahl) mini|Charlize Therons Kostüm mit Armprothese aus dem Film, ausgestellt im Rahmen der 24. Annual Art of Motion Picture Costume Design in Los Angeles
Oscarverleihung 2016 Auszeichnung in der Kategorie Bestes Kostümdesign für Jenny Beavan Auszeichnung in der Kategorie Bester Schnitt für Margaret Sixel Auszeichnung in der Kategorie Bestes Make-up und Beste Frisuren für Lesley Vanderwalt, Elka Wardega und Damian Martin Auszeichnung in der Kategorie Bestes Szenenbild für Colin Gibson und Lisa Thompson Auszeichnung in der Kategorie Bester Tonschnitt für Mark Mangini und David White Auszeichnung in der Kategorie Bester Ton für Chris Jenkins, Gregg Rudloff und Ben Osmo Nominierung in der Kategorie Bester Film für Doug Mitchell und George Miller Nominierung in der Kategorie Beste Regie für George Miller Nominierung in der Kategorie Beste Kamera für John Seale Nominierung in der Kategorie Beste visuelle Effekte für Andrew Jackson, Tom Wood, Dan Oliver und Andy Williams
Golden Globe Awards 2016 Nominierung in der Kategorie Bester Film – Drama Nominierung in der Kategorie Beste Regie für George Miller
British Academy Film Awards 2016 Auszeichnung in der Kategorie Bestes Szenenbild für Colin Gibson und Lisa Thompson Auszeichnung in der Kategorie Bester Schnitt für Margaret Sixel Auszeichnung in der Kategorie Beste Maske für Lesley Vanderwalt und Damian Martin Auszeichnung in der Kategorie Beste Kostüme für Jenny Beavan Nominierung in der Kategorie Beste Kamera für John Seale Nominierung in der Kategorie Bester Ton für Scott Hecker, Chris Jenkins, Mark A. Mangini, Ben Osmo, Gregg Rudloff und David White Nominierung in der Kategorie Beste visuelle Effekte für Andrew Jackson, Dan Oliver, Tom Wood, Andy Williams
Saturn-Award-Verleihung 2016