mini|Stammwappen der Rosenberger Das Adelsgeschlecht der Herren von Rosenberg (, Plural Rožmberkové) entstammte dem Geschlecht der Witigonen, das sich in vier Stammlinien verzweigte, die von Rosenberg, die von Krumau, die von Neuhaus und die von Landstein.

Im 15. Jahrhundert waren die Rosenberger das einflussreichste Adelsgeschlecht im Königreich Böhmen. Die Weitergabe der Güter richtete sich bei den Rosenbergern nach der patrilinearen Erbfolge. Mit Peter Wok von Rosenberg erloschen die Rosenberger 1611 im Mannesstamm.

Geschichte mini|Die namensgebende Burg Rosenberg in Böhmen Als Stammvater der Rosenberger wird Witiko von Prčice und Blankenberg angenommen, der ein Sohn des Witiko von Prčice war. Der Geschlechtername leitet sich von der Burg Rosenberg ab, die Wok von Rosenberg nach 1225 errichtet haben soll. Er führte als erster das Prädikat „von Rosenberg“.

Nach dem Aussterben des witigonischen Familienzweigs der Herren von Krumau 1302 fielen deren Besitzungen an die Rosenberger.Die häufig anzutreffende Vermengung der Rosenberger Linie mit den Herren von Krumau entspricht nicht den Tatsachen. Sie kam dadurch zustande, dass der Rosenberger Archivar Václav Březan irrtümlicherweise zwischen diesen beiden Familienzweigen nicht unterschieden hat. siehe Stammtafel der Herren von Krumau und Rosenberg In: S. 301–302 Nachfolgend verlegte Heinrich I. von Rosenberg, der bis dahin auf der Burg Rosenberg residierte, seinen Sitz auf die Burg Krumau. Sie diente drei Jahrhunderte als Residenz der Rosenberger, deren Familienmitglieder bedeutende königliche Landesämter bekleideten. 1484 schlossen sie mit den Schwanbergern für den Fall des Aussterbens einen gegenseitigen Erbvertrag.

Besitzungen der Rosenberger

Im 15. und 16. Jahrhundert beherrschten die Rosenberger das größte Territorium in Böhmen. Zu ihren Ländereien gehörten u. a. Purschitz, Hohenfurth, Sobieslau, Lainsitz, Blankenberg, Zvíkov, Gratzen, Wittingau, Rosenberg, Strakonitz, Seltschan, Raudnitz, Bechin, Winterberg und Libeň. Weitere Ländereien hielten sie in Westböhmen, in Mähren und in Oberösterreich sowie in Schlesien Silberberg und Reichenstein. Sie engagierten sich im Landesausbau, gründeten Klöster und Ortschaften und leisteten einen großen Beitrag zum wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung Böhmens. Zum wirtschaftlichen Niedergang kam es, als um 1600 Peter Wok von Rosenberg knapp zwei Drittel des Besitzes zur Begleichung von Schulden verkaufen musste. Mit ihm starben die Rosenberger 1611 aus. Zum Erben seiner Herrschaft Rosenberg hatte er den Sohn seiner Schwester, Johann Zrinski von Seryn, bestimmt; da dieser aber schon 1612 starb, gelangte Rosenberg zusammen mit den anderen Besitzungen Peter Woks entsprechend einem Erbvertrag aus dem Jahre 1484 an die Herren von Schwanberg.

Wappen Blasonierung des Stammwappens der Rosenberger: „In Silber eine goldbespitzte und -bebutze rote Rose. Auf dem silbern-rot bewulstetem Helm (auf gelehntem Schild) mit rot-silbernen Decken die goldgestielte Rose.“

Lediglich der Umstand, dass das Stammwappen der Rosenberger wie der Edelherren zur Lippe so einfach gestaltet ist, bedingt eine Wappenverwandtschaft – die aber auf keine tatsächliche Verwandtschaft schließen darf.

Erst in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts während der Regentschaft Wilhelms von Rosenbergs kamen Bestandteile des Wappens der römischen Orsini hinzu: In der unteren Hälfte drei schräge Streifen mit Bären hinter einem Schildträger. Die Abstammung der Rosenberger von dem Geschlecht der Orsini ist nicht belegt und gehört in den Bereich der Legende. Sie kam dadurch zustande, dass Ulrich II. von Rosenberg zur Hebung des Prestiges der Rosenberger eine fiktive genealogische Abkunft von den Fürsten Orsini konstruierte, die 1469–1481 von drei Mitgliedern dieser Familie bestätigt wurde. An diese Legende knüpften die – mit den böhmischen Rosenbergern nicht verwandten – steirischen Ritter von Rosenberg (mit gleichnamigem Stammsitz bei Graz), die nachgewiesenerweise den Herren von Graben entstammen, 1684 – also Jahrzehnte nach dem Erlöschen der böhmischen Familie – an, indem sie anlässlich ihrer Erhebung in den Grafenstand den Namen Orsini-Rosenberg annahmen; dieses, später in den Fürstenstand erhobene Geschlecht besteht bis heute.

Wappenvereinigung wurden vereinbart: am 24. Februar 1614 mit dem Haus Schwanberg, auf Böhmisch-Budweis für Johann Freiherrn von Schwanberg als Erben seines Oheims Peter Wok von Rosenberg, mit dem die Rosenberger im Mannesstamm erloschen,BSB Band XXII, Seite 149–156 sowie am 28. November 1665 mit den Freiherrn von Paar für Karl Freiherrn von Paar und dessen Ehefrau Franziska Polyxena, geborene Freiin von Schwanberg.BSB Band 74, Seite 721

Fälschungen und Legenden Ulrich II. von Rosenberg legte um die Mitte des 14. Jahrhunderts mehrere gefälschte Urkunden vor, mit denen das Prestige der Rosenberger erhöht oder die Ansprüche auf bestimmte Besitzungen nachgewiesen werden sollten. U. a. kamen auf diese Weise die unrichtigen Angaben zustande, Peter I. von Rosenberg habe im Französisch-englischen Krieg eine Heldentat begangen, als er das Banner des Feindes erbeutete. Eine andere Fälschung aus der rosenbergischen Kanzlei stammt aus dem Ende des 15. Jahrhunderts; ihr Autor war vermutlich der rosenbergische Kanzler Václav von Rovné. In ihr wird über einen angeblichen Streit Peters von Rosenberg mit dem (damals nicht existenten) Herzog Bolko von Troppau berichtet, bei dem es darum gegangen sein soll, welche der beiden Familien vornehmer sei.

Laut einem Eintrag in der böhmischen Landtafel aus dem Jahr 1493 sollte das rosenbergische Dominium ungeteilt vererbt werden. Erst in der Neuzeit stellte sich die angebliche Unteilbarkeit als ein Falsifikat aus der Kanzlei Ulrichs II. heraus. Der Landtafel-Eintrag aus dem Jahre 1493 basierte nämlich auf einer nicht existenten Bestätigung des Königs Karl IV., die dieser angeblich 1360 ausgestellt haben soll.

Auch das 1497–1501 von Peter IV. von Rosenberg im Böhmischen Landtag durchgesetzte Landesgesetz, mit dem die privilegierte Stellung der Rosenberger vor allen übrigen böhmischen Adeligen und vor den Mitgliedern der Landesregierung anerkannt wurde, kam durch eine Fälschung zustande. Das Landesgesetz bezog sich auf ein Dokument von 1341, in dem König Johann von Luxemburg die höchste Stellung der Rosenberger unter den böhmischen Adeligen bestätigt haben soll. Es stellte sich jedoch später als eine Fälschung der rosenbergischen Kanzlei heraus.

Mit einer ebenfalls gefälschten Urkunde, die auf den 14. November 1264 datiert worden war, soll Ottokar II. Přemysl das Kloster Goldenkron in den Schutz Woks von Rosenberg und seiner Nachkommen gestellt und ihm für die Ländereien des Klosters das Jagdrecht erteilt haben. Dieser Sachverhalt soll vom böhmischen König Johann von Luxemburg mit einer Urkunde vom 17. September 1333 bestätigt worden sein. Auch diese Urkunde wurde später von den Historikern relativ einfach als ein Falsifikat erkannt. Den Fälschern ist offensichtlich entgangen, dass Wok zum Zeitpunkt der ersten Urkunde von 1264 bereits seit zwei Jahren tot war. Ulrich II. von Rosenberg nutzte jedoch dieses Falsifikat, um sich während der Hussitenkriege die Goldenkroner Klostergüter anzueignen.

Die Fälschungen und Legenden wurde nach 1594 von dem Rosenberger Hofchronisten und Archivar Václav Březan in seinen „Monumenta Rosenbergica“ nochmals aufgegriffen und dadurch verbreitet. Da Březan die Rosenberg-Chronik und weitere Veröffentlichungen anhand der ihm vorliegenden Archivalien verfasste und ihm die Fälschungen nicht bekannt waren, gingen diese Irrtümer auch in die deutsche Übersetzung der Chronik ein, die der Wittingauer Abt Norbert Heermann in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts ins Deutsche übertrug. Sie wurde 1897 durch Matthäus Klimesch mittels Fußnoten bearbeitet und 1897 unter dem Titel „Norbert Heermann's Rosenberg’sche Chronik“ im Verlag der königlich böhmischen Gesellschaft der Wissenschaften in Prag gedruckt.

Auch der von Václav Březan 1609 verfasste „Summarische Auszug“ aus der Rosenberg-Chronik wiederholt die zahlreichen Fehler und Irrtümer, da ihm auch zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt war, dass ein Teil der von ihm verwendeten Urkunden Falsifikate waren. Eine kommentierte Bearbeitung des summarischen Auszugs, in der die historischen Zusammenhänge erläutert und zahlreiche Irrtümer des Autors korrigiert werden, erschien 2005 unter dem Titel „Rožmberské kroniky. Krátky a summovní výtah od Václava Březana“.

Stammlisten der Rosenberger Witiko von Prčice (1120–1194), Stammvater der Witigonen. Er diente Adalbert Stifter als Vorbild für seinen historischen Roman Witiko (1867). Dessen Sohn Witiko von Prčice und Blankenberg, belegt für die Jahre 1205 bis 1256; gilt als Stammvater der Rosenberger.

Wok von Rosenberg mini|Wok von Rosenberg (1210–1262), Fresko des 17. Jh. am Kloster Hohenfurth Wok von Rosenberg, auch Wok I. von Rosenberg (1210–1262), Erbauer der Rosenburg; bezeichnete sich als erster als „von Rosenburg“ (z Rožmberka). Heinrich I. von Rosenberg († 1310) Peter I. von Rosenberg (1291–1347) Heinrich II. von Rosenberg († 1346) Peter II. von Rosenberg († 1384) Jost I. von Rosenberg († 1369) Ulrich I. von Rosenberg, († 1390) Heinrich III. von Rosenberg (1361–1412) Peter III. von Rosenberg (1381–1406) Ulrich II. von Rosenberg (1403–1462) Heinrich IV. von Rosenberg (1427–1457) Jost II. von Rosenberg (1430–1467) Johann II. von Rosenberg (1434–1472) Heinrich V. von Rosenberg (1456–1489) Katharina/Kateřina († 1521), verheiratet mit Peter Holicky von Sternberg (Petr Holický ze Šternberka) Wok II. von Rosenberg (1459–1505) Johann III. von Rosenberg (1484–1532) Heinrich VI. von Rosenberg († 1494) Jost III. von Rosenberg (1488–1539) Wilhelm von Rosenberg (1535–1592) Peter Wok von Rosenberg (1539–1611, damit sterben die Rosenberger in männlicher Linie aus) Eva, verheiratet mit Nikola Šubić Zrinski – ihr Sohn Johann Zrinski von Seryn erbt nach dem Tode Peter Woks die Herrschaft Rosenberg Sidonie Peter V. von Rosenberg (1489–1545) Heinrich VII. von Rosenberg (1496–1526) Peter IV. von Rosenberg (1462–1523) Barbara (* 8. Juni 1460), verheiratet mit Johann von Biberstein (Jan z Bibršteina) Margarete/Markéta (* 8. Juni 1460), Äbtissin in Krumau Hedwig/Hedvika († 1520), verheiratet in erster Ehe mit Wolf von Grafeneck (Volf z Grafeneku), in zweiter Ehe mit Tobias von Boskowitz und Černahora und in dritter Ehe mit Gregor von Starhemberg (Řehoř ze Štaremberka) Elisabeth/Alžběta (* 14. Februar 1466), verheiratet mit Heinrich Prüschenk von Stettenberg, Graf von Hardegg (Jindřich Prüschenk z Stettenberka a z Hardeka) Johanna/Johanka († 1482) Ulrich III. von Rosenberg (1471–1513) Agnes von Rosenberg († 1488) Ludmila († nach 1452), war mit Boshuslav von Schwanberg (Bohuslav ze Švamberka) verheiratet Perchta von Rosenberg († 1476), war seit 1449 mit Johann von Liechtenstein verheiratet Katharina († nach 1454), verheiratet mit Reimprecht d. J. (Reinprecht IV./III.) von Wallsee († 1450) Tochter N. N., verheiratet mit Tobias Bechin von Kamenitz (Tobiáš Bechyně z Kamenice) Mecela († 3. Oktober 1380), heiratete 1353/1354 Johann von Leuchtenberg, Grafen von Hals. Mit ihm hatte sie gemäß Testament vom 1357 ein Kind. Anna († 21. Dezember 1388), heiratete vor 1357 Heinrich V. von Leipa (Jindřich V. z Lipé; † 1363), mit dem sie eine Tochter Elisabeth hatte, die später Rudolf von Walsee ehelichte. In zweiter Ehe war sie mit Ulrich IV. von Neuhaus verheiratet. Agnes († nach 1408), heiratete Rudolf von Walsee Johann I. von Rosenberg († 1389) Unbekannte Tochter, verheiratet mit Hermann von Pottenstein (Heřman z Potštejna) unbekannte Tochter, verheiratet mit Tobias Bechin von Kamenitz (Tobiáš Bechyně z Kamenice). (Diese könnte jedoch identisch mit seiner Tochter Elisabeth sein, die er in seinem Testament von 1324 aufführt.)