mini|Sitz des Westfalen-Blatts in Bielefeld an der Sudbrackstraße
Das Westfalen-Blatt ist eine deutsche regionale Tageszeitung mit Hauptsitz in Bielefeld. Der volle Name der Unternehmensgruppe lautet Westfalen-Blatt Vereinigte Zeitungsverlage GmbH & Co. KG. Sie ist eine Tochtergesellschaft der Westfälische Medien Holding AG. Die Zeitung erscheint im Rheinischen Format. Magazine und Sonderausgaben erscheinen im sogenannten Halbrheinischen Format.
Geschichte Noch unter dem Namen Westfalen-Zeitung erschien die Tageszeitung erstmals als erste unabhängige Bielefelds nach dem Zweiten Weltkrieg am 15. März 1946, elf Monate nach der Befreiung Bielefelds.
Seit der Lizenzierung im Jahr 1946 befand sich das Blatt im Besitz der Familie Busse, die die Zeitung in neuerer Zeit unter dem Namen Busse-Holding führt. Die Anteile in Höhe von 46,1 Prozent halten die Gesellschafter Erika, Harald und Sabine Busse zusammen mit Michael Best. Der Axel-Springer-Verlag erwarb 2004 einen Minderheitsanteil von 14,5 Prozent.BDZV: Axel Springer AG beteiligt sich an „Westfalen-Blatt“, Pressemitteilung vom 16. April 2004 Damit hatte die Familie Busse mit ihrer Busse-Holding noch einen Anteil von 85,5 %. Im November 2009 verkaufte die Axel Springer AG wieder ihren Anteil an den Verleger Dirk Ippen. Weitere 24,9 % kaufte im Juli 2011 die Unternehmensgruppe Aschendorff aus Münster, die unter anderem die Westfälischen Nachrichten herausgibt. Das Kartellamt genehmigte im Januar 2012 die Übernahme.[Mindener Tageblatt: https://www.mt-online.de/lokales/minden/5725640_Wechselt_Westfalen-Blatt_endgueltig_den_Besitzer.html Wechselt "Westfalen-Blatt" endgültig den Besitzer? Kartellamt genehmigt Übernahme durch Münsteraner Mediengruppe / Angrenzende Verbreitungsgebiete.] Ausgabe vom 5. Januar 2012, abgerufen am 5. Januar 2012.
Zum 1. Januar 2019 brachte das Westfalen-Blatt sein gesamtes Geschäft im Rahmen einer Fusion in eine gemeinsame Westfälische Medien Holding AG ein. Die Unternehmensgruppe Aschendorff bringt ihr Mediengeschäft in den Bereichen Tageszeitungen, Anzeigenblätter, Druckerei und Radio in diese neue Holding ein. Unter dem Dach der Westfälischen Medien Holding AG bleiben die Strukturen beider Unternehmen im Münsterland und Ostwestfalen im Rahmen dieser Fusion unverändert bestehen. Die Druckerei in Bielefeld-Sennestadt wurde zum 31. Juli 2023 geschlossen. Seit August 2023 wird das Westfalen-Blatt im Aschendorff Druckzentrum an der Hansalinie in Münster-Mecklenbeck gedruckt.https://www.radiobielefeld.de/nachrichten/lokalnachrichten/detailansicht/westfalen-blatt-druckhaus-in-bielefeld-sennestadt-vor-dem-aus.html Seit dem 1. Januar 2025 wird die Vermarktung aller digitalen und analogen Produkte des Westfalen-Blatts unter dem Dach der OWL Media Solutions GmbH mit der Anzeigenvermarktung der Tageszeitung Neue Westfälische gebündelt.
Das Westfalen-Blatt gilt als eher bürgerlich-konservativ geprägt. Der Spiegel charakterisierte sie 1971 als „Deutschlands nördlichste CSU-Zeitung“.https://www.spiegel.de/politik/richtige-richtung-a-1263df32-0002-0001-0000-000044914760
Kai Diekmann, ehemals Chefredakteur der Bild-Zeitung, begann seine Karriere beim Westfalen-Blatt.
Am 7. Juli 2024 kam es zu einem Großbrand, bei welchem das Verlagsgebäude teilweise zerstört wurde. Das Dach stürzte auf der gesamten Länge des Gebäudekomplexes ein.
Im März 2026 deutete sich an, dass die Rheinische Post Mediengruppe GmbH ihr Zeitungsgeschäft durch die Übernahme der Westfälische Medien Holding vergrößern will.Rheinische Post will westfälische Zeitungen übernehmen. In: Handelsblatt. 9. März 2026, abgerufen am 9. März 2026.Übernahme: Westfälische Zeitungen sollen an Rheinische Post gehen. In: WDR. 9. März 2026, abgerufen am 9. März 2026. Das Bundeskartellamt stimmte einer entsprechenden Übernahme im April 2026 zu.Bundeskartellamt: Rheinische Post darf Westfälische Nachrichten und Westfalen-Blatt übernehmen, veröffentlicht am 16. April 2026, abgerufen am 21. April 2026Jana Ballweber: "Rheinische Post" darf "Westfälische Nachrichten" und "Westfalen-Blatt" übernehmen. In: Meedia. 16. April 2026, abgerufen am 21. April 2026.
Auflage Das Westfalen-Blatt hat wie die meisten deutschen Tageszeitungen in den vergangenen Jahren an Auflage eingebüßt. Sie beträgt gegenwärtig Der Anteil der Abonnements an der verkauften Auflage liegt bei Prozent.
Verbreitungsgebiet Der Vertrieb erfolgt im Raum Ostwestfalen mit 13 verschiedenen Lokalausgaben,https://www.ezeitung3.info/index.php die jeweils unter verschiedenen Titeln erscheinen. Zu dem Bielefelder Unternehmen gehören Redaktionen und Mediaberatungen in Bad Oeynhausen, Bielefeld, Brakel, Bünde, Büren, Delbrück, Enger, Espelkamp, Halle (Westf.), Herford, Höxter, Lübbecke, Paderborn, Rahden, Schloß Holte-Stukenbrock, Steinhagen, Vlotho und Warburg.
Im Herforder Raum erscheint das Westfalen-Blatt auch unter dem Titel Herforder Kreisblatt. Im Kreis Paderborn ist es das Westfälische Volksblatt. Im Raum Paderborn, Höxter, Warburg, ebenso in Herford, Schloß Holte-Stukenbrock, Steinhagen und Werther sind die jeweiligen Zeitungen gemessen an der Auflage marktführend.
Das Westfälische Volksblatt war bis 1933 eine Zeitung der Zentrumspartei.https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/titleinfo/6898109 1958 verkaufte die Eigentümerfamilie des Westfälischen Volksblattes den Zeitungsverlag an Carl-Wilhelm Busse, den Inhaber des Westfalen-Blattes.https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/titleinfo/6898109 Das katholische Milieu in Paderborn verlor dadurch eine eigene unabhängige ortsansässige Zeitung.Dietmar Klenke: Schwarz - Münster - Paderborn. Münster 2008. S. 36.
Pro Jahr werden rund 60.000 Zeitungsseiten gedruckt, davon rund ein Drittel Anzeigenseiten.
Wichtigster Mitbewerber des Westfalen-Blatts ist die ebenfalls in Bielefeld ansässige Neue Westfälische, im Altkreis Wiedenbrück im Kreis Gütersloh außerdem die katholisch geprägte Glocke aus Oelde.
Unternehmensgruppe Zur Unternehmensgruppe Westfalen-Blatt gehörte auch die Panorama Verlags- und Werbegesellschaft mbH. Diese war Herausgeber von zahlreichen Anzeigenblättern im Verbreitungsgebiet des Westfalen-Blattes. Hierzu gehörten besonders die Ausgaben von OWL am Sonntag bzw. Paderborn am Sonntag sowie Desenberg-Bote, Kalletaler Blick und Wir in Löhne. Diese erschienen alle letztmalig am 29. April 2023.https://www.westfalenspiegel.de/aus-fuer-gratisblaetter/ Die Zeitungen OWL am Mittwoch bzw. OWL am Donnerstag wurden vorher schon eingestellt. Der Treffpunkt Nieheim erscheint nur noch sporadisch zu besonderen Anlässen. Andere Titel wie beispielsweise der Sintfeld Bote Bad Wünnenberg, Die 15 – Lichtenau, Borchen aktuell und die Delbrücker Stadtpost werden durch andere Verlage weitergeführt.
Manche Ausgaben des Westfalen-Blatts enthalten thematische Magazine mit Titeln wie Mein Garten, Fit oder Schöner Reisen.
Ebenfalls zur Unternehmensgruppe gehört die ZVG Zeitungsvertriebs- und Servicegesellschaft.
Weblinks
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Einzelnachweise
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