mini|H. E. Erwin Walther H. E. Erwin Walther (* 1. April 1920 in Amberg; † 1. Januar 1995 ebenda; mit vollem Namen: Heinrich Ernst Erwin Walther) war ein deutscher Komponist.

Leben H. E. Erwin Walther legte 1938 das Abitur an der damaligen Oberrealschule Amberg ab. Anschließend studierte er Komposition, Klavier und Dirigieren am Bayerischen Staatskonservatorium für Musik Würzburg bei Hermann Zilcher, dazu Nebenfach Bratsche. 1940 wurde er zur Wehrmacht eingezogen, 1941 erlitt er eine schwere Verletzung, wegen der er 1943 entlassen wurde. 1944 heiratete er Maud Schunk. 1945–47 war er im Internierungslager Moosburg. Ab 1949 trat er als Pianist bei den Konzerten im Studio Nürnberg des Bayerischen Rundfunks mit Schwerpunkt Improvisation auf. Für die neu gegründete Studiobühne Amberg (Gerd Winkler) schrieb er ab 1952 Musik, später auch für Winklers Fernsehproduktionen. Von 1967 an war er zusätzlich zu seinen Aktivitäten als Komponist nebenamtlicher Musiklehrer im Angestelltenverhältnis am Gregor-Mendel-Gymnasium Amberg, ab 1971 dann hauptamtlich. 1985 trat er in den Ruhestand. Sein künstlerischer Nachlass befindet sich als Schenkung im Stadtarchiv Amberg. Im Januar 2025 wurde die H.-E.-Erwin-Walther-Stiftung gegründet zur Förderung des Andenkens und der Erweiterung der Bekanntheit des Komponisten.

Werk (Auswahl) H. E. Erwin Walthers Kompositionen nehmen Einflüsse des Jazz ebenso auf wie der Zwölftonmusik. Als wichtiges Arbeitsfeld sah er die so genannte „optische Musik“, seine "Audiogramme".

Vokalmusik Hiob. Eine irdische Passion. Oratorium (1946–1949) für Soli, gemischten Chor und Cembalo Jahreskreis. Oratorium für Soli, Sprecher und gemischten Chor. Text: Eugen Oker (1988)

Bühnenwerke Der schüchterne Drache (1965) Die Farce "Keine Oper" (1969)

Instrumentalmusik 13 Orchesterwerke (1954–1989) 16 Konzerte (1941–1984) 47 Kammermusikwerke (1938–1991) 15 Klavierwerke (1935–1978)

Musik für Film, Fernsehen und Hörfunk ttt – titel, thesen, temperamente. Titelmusik (HR 1967) Formen der Farbe, Musik zu einem Fernsehfilm von Gerd Winkler (HR 1967), der 1970 beim Adolf-Grimme-Preis eine ehrende Anerkennung der Jury Allgemeine Programme bekam Mike Blaubart, Musik zu einem Fernsehfilm von Gerd Winkler (HR 1967) Dr. Katzenbergers Badereise, Musik zu einem Fernsehfilm nach Jean Paul, Regie: Gerd Winkler (ZDF 1978)

Optische Musik 300 Audiogramme (1966–1990) mini|Audiogramm 18-2 aus dem Jahr 1970

Die Audiogramme stehen in der Tradition der Musikgrafik, wie sie unter anderen auch John Cage, György Ligeti und Krzysztof Penderecki pflegten.

Hier zum ausführlichen Werkverzeichnis:

Auszeichnungen 1960: Nordgau-Kulturpreis der Stadt Amberg 1961: Kulturpreis Ostbayern 1989: Kulturpreis der Stadt Amberg

Literatur Helmut Bieler u. a.: H. E. Erwin Walther (= Landesverband Bayerischer Tonkünstler: Komponisten in Bayern. Band 36). Schneider, Tutzing 1998, ISBN 3-7952-0934-X.

Weblinks www.erwin-walther.de www.erwin-walther-stiftung.de

IKURO Edition – Musikverlag Roland Heuer – Autoren – H. E. Erwin Walther 100. Geburtstag von H. E. Erwin Walther auf der Homepage der Stadt Amberg Michaela Grammer: „Ein bunter Vogel“ – Der Amberger Komponist H. E. Erwin Walther (1920–1995) (PDF; 66 kB)

Einzelnachweise

Kategorie:Komponist klassischer Musik (20. Jahrhundert) Kategorie:Filmkomponist Kategorie:Komponist (Deutschland) Kategorie:Person (Amberg) Kategorie:Träger des Nordgaupreises Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1920 Kategorie:Gestorben 1995 Kategorie:Mann