Der Landkreis Rottweil ist eine Gebietskörperschaft mit Einwohnern () in Baden-Württemberg. Er gehört zum Regionalverband Schwarzwald-Baar-Heuberg im Regierungsbezirk Freiburg.
Geographie Lage Der Landkreis Rottweil hat Anteil an den geographischen Landschaftseinheiten Mittlerer Schwarzwald, der Ostabdachung des Mittleren Schwarzwaldes (zuweilen auch: Randplatten des Mittleren Schwarzwaldes) und den Oberen Neckar-Gäuen. An seinem Ostsaum hat der Landkreis zudem noch geringen Anteil am Albvorland und ganz im Südosten an der sogenannten Baar-Hochmulde. Der tiefste Punkt liegt mit an der Kinzig beim Austritt aus dem Kreisgebiet auf der Gemarkung Schiltach, der höchste Punkt mit befindet sich auf der Brunnholzer Höhe, Gemarkung Schramberg.
Orte Die Liste der Orte im Landkreis Rottweil enthält die ungefähr 514 Orte (Städte, Dörfer, Weiler, Höfe und Wohnplätze) des Landkreises Rottweil im geographischen Sinne.
Nachbarkreise Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die Landkreise Freudenstadt, Zollernalbkreis, Tuttlingen, Schwarzwald-Baar-Kreis und Ortenaukreis.
Flächenaufteilung
Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2015.Flächenerhebung nach Art der tatsächlichen Nutzung 2015
Natur
Der Landkreis Rottweil besitzt folgende 10 Naturschutzgebiete. Nach der Schutzgebietsstatistik der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW)Schutzgebietsstatistik der LUBW, Stand: 19. Dezember 2024 stehen 436,96 Hektar der Kreisfläche unter Naturschutz, das sind 0,57 Prozent.
Albeck: 11,7 ha; Stadt Sulz am Neckar, Gemarkung Sulz Brandhalde: 9,9 ha; Stadt Oberndorf am Neckar, Gemarkung Aistaig Dießener Tal und Seitentäler: 509 ha, davon im Landkreis Rottweil: 17,8 ha; Stadt Sulz am Neckar, Gemarkung Dürrenmettstetten Hungerbühl-Weiherwiesen: 38,1 ha; Stadt Sulz am Neckar, Gemarkung Mühlheim am Bach Kälberhalde: 4,1 ha; Stadt Oberndorf am Neckar, Gemarkung Altoberndorf Linsenbergweiher: 29,4 ha; Stadt Rottweil, Gemarkungen Rottweil und Göllsdorf Mittlere Bollerhalde: 3,1 ha; Stadt Oberndorf am Neckar, Gemarkung Altoberndorf Neckarburg: 66,2 ha; Stadt Rottweil, Gemarkung Rottweil Schlichemtal: 216,6 ha; Gemeinde Epfendorf, Gemarkungen Harthausen und Epfendorf, Gemeinde Dietingen, Gemarkungen Böhringen und Irslingen Schwarzenbach: 82 ha, davon im Landkreis Rottweil: 40,6 ha; Stadt Rottweil, Gemarkungen Neukirch und Zepfenhan
Geologie Der Landkreis Rottweil liegt in dem vom Land Baden-Württemberg ermittelten Radonvorsorgegebiet. Diese sind laut Strahlenschutzgesetz verpflichtend zu ermitteln sowie festzulegen und betreffen folgende Gemeinden (Stand 15. Dezember 2020):, Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg vom 15. Dezember 2020, abgerufen am 4. Januar 2021 Lauterbach (Gemeinde-Kennziffer 8325036) Schiltach (Gemeinde-Kennziffer 8325051)
Geschichte Der Landkreis Rottweil geht im Kern auf das im Königreich Württemberg eingerichtete Oberamt Rottweil zurück. Dieses Oberamt wurde nach den napoleonischen Kriegen – nach der Mediatisierung der ehemals freien Reichsstadt Rottweil 1803 – mit dem Organisationsedikt von 1806 bereits durch Herzog Friedrich II. von Württemberg, dem späteren König von Württemberg, neu verfasst. Wesentlich für seine Konstituierung in verwaltungsrechtlicher Hinsicht ist jedoch erst das 1818 erlassene Mauclersche Organisationsedikt mit der Trennung von Justiz und Verwaltung sowie Amt und Amtsstadt.
1807 wurde das Oberamt Sulz aus den Oberämter Dornhan, Teilen des Oberamts Rosenfeld, im Jahr 1810 das Oberamt Oberndorf errichtet. Aus diesen 1934 in Landkreise umbenannten Oberämtern wurde nach deren Auflösung 1938 der Landkreis Rottweil geschaffen. Der Landkreis Rottweil wurde dabei um den Großteil des Landkreises Oberndorf (fünf Gemeinden kamen zum Landkreis Freudenstadt), um einige Orte des Landkreises Sulz – der größere Teil wurde dem Landkreis Horb zugeschlagen – sowie um einzelne Gemeinden der Landkreise Tuttlingen und Spaichingen vergrößert. Er gab jedoch auch einige Orte an den Landkreis Balingen ab.
Nach dem Zweiten Weltkrieg fiel der Landkreis Rottweil 1945 in die Französische Besatzungszone und kam in der Folge zunächst zum neu gegründeten Land Württemberg-Hohenzollern. Seit der Länderneugliederung am 25. April 1952 gehört der Landkreis zum Land Baden-Württemberg und bis zum 31. Dezember 1972 zum Regierungsbezirk Südwürttemberg-Hohenzollern.
Der Landkreis Rottweil trat am 1. Januar 1972 die Stadt Schwenningen am Neckar an den bisherigen Landkreis Villingen ab, der mit der am selben Tag vereinigten Kreisstadt Villingen-Schwenningen nun Landkreis Villingen-Schwenningen hieß.
Bei der Kreisreform kam der Landkreis Rottweil am 1. Januar 1973 zum neugebildeten Regierungsbezirk Freiburg. Damals wurden acht Gemeinden vom Landkreis Horb, vier vom Landkreis Wolfach, die Gemeinde Glatt vom Landkreis Hechingen und die Gemeinde Tennenbronn vom Landkreis Villingen-Schwenningen zugeordnet. Im Gegenzug gab der Landkreis Rottweil die Gemeinden Peterzell und Römlinsdorf an den Landkreis Freudenstadt sowie Deißlingen und Weigheim an den Schwarzwald-Baar-Kreis ab.
Die Gemeinde Schörzingen wurde bereits am 1. Februar 1973 an den Zollernalbkreis abgetreten. Am 1. Januar 1974 kehrte Deißlingen zurück. Busenweiler kam am 1. April 1974 aus dem Landkreis Freudenstadt hinzu.
Am 1. Juli 1978 gab es einen Gebietsaustausch zwischen den Städten Schiltach und Wolfach (Ortenaukreis).
Am 1. Mai 2006 wurde die Gemeinde Tennenbronn in die Stadt Schramberg eingegliedert. Damit umfasst der Landkreis Rottweil nunmehr 21 Gemeinden, darunter 6 Städte und hiervon wiederum 2 „Große Kreisstädte“ (Rottweil und Schramberg). Größte Stadt ist Rottweil, kleinste Gemeinde ist Schenkenzell.
Im Landkreis Rottweil wurde in einer Versammlung von 25 Frauen in der Alten Kirche in Fluorn-Winzeln im Vorfeld des ersten regulären Grünen-Parteitags 1980 eine Erklärung zur Gleichberechtigung von Mann und Frau formuliert. Sie führt zum Beschluss der Partei über die paritätische Besetzung des Landesvorstands und aller Ämter und Mandate mit Männern und Frauen nach dem Reißverschlussprinzip.
Einwohnerentwicklung 300x300px|mini|Bevölkerungspyramide für den Kreis Rottweil (Datenquelle: Zensus 2011 Datenbank Zensus 2011, Kreis Rottweil, Alter und Geschlecht.)
Die Einwohnerzahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamts Baden-Württemberg (nur Hauptwohnsitze).
Datum Einwohner 31. Dezember 1973 131.555 31. Dezember 1975 129.074 31. Dezember 1980 127.567 31. Dezember 1985 125.797 25. Mai 1987 ¹ 126.796 31. Dezember 1990 133.059 Datum Einwohner 31. Dezember 1995 138.944 31. Dezember 2000 140.873 31. Dezember 2005 142.148 31. Dezember 2010 139.316 31. Dezember 2015 137.500 31. Dezember 2020 140.166
Politik
Kreistag Der Kreistag wird von den Wahlberechtigten im Landkreis auf fünf Jahre gewählt. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu dem im rechten Diagramm dargestellten Ergebnis.
Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu folgender Sitzverteilung im Kreistag:
Anmerkung: Grüne und ödp bilden eine gemeinsame Fraktion.
Ergebnisse vorangegangener Kreistagswahlen Parteien und Wählergemeinschaften %2014 Sitze2014 %2009 Stimmenverteilung der Kreistagswahlen 1989–2009. Sitze2009 Sitzverteilung der Kreistagswahlen 1989–2009. %2004 Sitze2004 %1999 Sitze1999 %1994 Sitze1994 %1989 Sitze1989CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 35,6 15 33,3 17 35,7 17 39,8 22 37,1 20 42,7 22FW Freie Wählervereinigung 28,6 12 26,8 13 – – – – – – – –WG Wählervereinigungen – – – – 26,3 14 26,0 13 22,9 12 27,4 13SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 14,9 6 13,9 7 15,5 7 16,5 7 19,7 9 21,3 10FDP Freie Demokratische Partei 8,1 4 14,0 7 11,4 5 9,0 4 5,9 3 4,0 1ÖDP Ökologisch-Demokratische Partei 6,5 3 7,6 3 – – – – – – – –Grüne Bündnis 90/Die Grünen 6,3 3 4,9 2 5,4 2 4,4 2 5,3 2 4,7 2REP Die Republikaner – – – – – – 0,5 – 2,5 1 – –Sonst. Sonstige – – – – 5,7 3 3,9 2 6,7 3 – – Gesamt 100,0 43 100,0 49 100,0 48 100,0 50 100,0 50 100,0 48 Wahlbeteiligung 49,6 % 50,7 % 52,3 % 55,8 % 66,7 % 62,0 % WG: Wählervereinigungen, da sich die Ergebnisse von 1989 bis 2004 nicht auf einzelne Wählergruppen aufschlüsseln lassen.
Landrat mini|Landratsamt Rottweil Der Landrat wird vom Kreistag auf acht Jahre gewählt. Er ist gesetzlicher Vertreter und Repräsentant des Landkreises sowie Vorsitzender des Kreistags und seiner Ausschüsse. Er leitet das Landratsamt und ist Beamter des Kreises. Zu seinem Aufgabengebiet zählen die Vorbereitung der Kreistagssitzungen sowie seiner Ausschüsse. Er beruft Sitzungen ein, leitet diese und vollzieht die dort gefassten Beschlüsse. In den Gremien hat er kein Stimmrecht. Sein Stellvertreter ist der Erste Landesbeamte.
Die Landräte des Landkreises Rottweil seit 1928
Amtszeit Name 1928–1940 Gustav Regelmann 1940–1945 Hermann Rieger 1945–1952 Johann Ableitner 1953–1973 Nikolaus Freiherr von Enzberg 1973–2002 Manfred Autenrieth 2002–2026Wolf-Rüdiger Michel seit 2026Christoph Keckeisen
Die Oberamtmänner des ehemaligen Oberamts sind im Artikel Oberamt Rottweil zu finden.
Hoheitszeichen mini|250x250px|Bannerflagge
Als Hoheitszeichen führt der Landkreis Rottweil ein Siegel, ein Wappen und eine Flagge.
Die Flaggenfarben des Landkreises Rottweil sind Schwarz-Gelb.
Wirtschaft und Infrastruktur Im sogenannten „Zukunftsatlas“ belegte der Landkreis Rottweil im Jahr 2016 Platz 153 von 402 Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Regionen mit „ausgeglichenem Chancen-Risiko-Mix“. In der Ausgabe von 2019 lag er auf Platz 77 von 401.
Verkehr Bahnverkehr
Von Rottweil wurde 1928 durch die Deutsche Reichsbahn eine Nebenbahn über Schömberg nach Balingen in Betrieb genommen.
Im Nordwesten des Kreises entstand in Schiltach ein Bahnknoten, wo die Bahnstrecke Eutingen im Gäu–Schiltach, die Bahnstrecke Hausach–Schiltach und die Bahnstrecke Schiltach–Schramberg aufeinandertrafen.
Von dem Gesamtnetz von 90 Kilometern Länge wurden inzwischen 21 Kilometer für den Personen- und Güterverkehr stillgelegt: 23. November 1959 Schiltach–Schramberg (neun Kilometer) 25. September 1971 Rottweil–Schömberg (zwölf Kilometer)
Auf den Strecken von Rottweil nach Villingen und Tuttlingen verkehren seit 1. September 2003 neben DB-Zügen auch Triebwagen der Hohenzollerischen Landesbahn AG im Rahmen des Ringzug-Konzepts Schwarzwald-Baar-Heuberg.
Fernstraßen Durch das östliche Kreisgebiet führt die Bundesautobahn 81 Stuttgart–Singen (Hohentwiel). Ferner erschließen mehrere Bundes-, Landes- und Kreisstraßen den Landkreis. Wichtigste Bundesstraßen sind die B 14 Stuttgart–Stockach, die das Kreisgebiet von Nord nach Süd entlang des Neckars durchzieht, die B 462 Freudenstadt–Rottweil, die von Nordwesten kommt und Richtung Osten das Kreisgebiet durchquert, sowie die B 27 die, von Tübingen kommend, nach Villingen-Schwenningen und Schaffhausen in die Schweiz führt.
Seit 2017 werden in Gemeinden des Landkreises sogenannte Mitfahrbänkle nach dem Motto „Daumen raus“ eingerichtet.
Radverkehr Durch den Landkreis Rottweil verlaufen die folgenden Alltagsrouten aus dem Radnetz Baden-WürttembergDas RadNETZ Baden-Württemberg auf www.radroutenplaner-bw.de: Von Horb kommend über Sulz, Oberndorf und Rottweil Richtung Spaichingen und Tuttlingen Von Balingen kommend über Rottweil Richtung Villingen-Schwenningen Von Freudenstadt kommend über Schiltach Richtung Wolfach. Von Schiltach über Schramberg nach Rottweil.
Durch den Landkreis verlaufen die folgenden Landes-Radfernwege: Der Neckartal-Radweg führt von Villingen-Schwenningen über Rottweil nach Mannheim Der Heidelberg-Schwarzwald-Bodensee-Radweg führt von Heidelberg nach Radolfzell. Er führt von Horb kommend östlich des Neckartals nach Rottweil und weiter nach Villingen-Schwenningen.