Rejiaun Administrativa Espesiál de Oe-Cusse Ambeno (tetum) Região Administrativa Especial de Oé-Cusse Ambeno (portugiesisch) 320px|Symbole der ARAEO und der ZEESM 300px|Bergzug in Oe-Cusse Ambeno Daten Hauptstadt Pante Macassar Fläche 813,62 km²Direcção-Geral de Estatística: Ergebnisse der Volkszählung von 2015, abgerufen am 23. November 2016. Einwohnerzahl (2022) 80.685Institutu Nasionál Estatístika Timor-Leste: Final Main Report Census 2022, abgerufen am 18. Mai 2023. Zahl der Haushalte (2022) 17.730 ISO 3166-2: TL-OE Verwaltungsämter Einwohner (2022) Fläche Nitibe 13.496 299,50 km² Oesilo 12.637 97,39 km² Pante Macassar 45.415 356,56 km² Passabe 9.137 60,18 km² Karten320px|Übersichtskarte Manufahi320px|Verwaltungsgliederung von Manufahi
Die Sonderverwaltungsregion Oe-Cusse Ambeno ( RAEOA, auch Oecusse RAEO) ist eine Exklave Osttimors an der Nordküste des ansonsten indonesischen Westtimors. Kulturell, wirtschaftlich und auch familiär bestehen enge Verbindungen zwischen Oe-Cusse Ambeno und dem restlichen Westtimor. An der Küste Oe-Cusse Ambenos landeten 1515 die Portugiesen als erste Europäer auf der Insel Timor. Hier gründeten sie mit Lifau ihre erste Hauptstadt der Kolonie. Die Topasse, eine europäisch-malaiische Mischbevölkerung aus Flores und Solor, bauten in den namensgebenden Reichen Oecusse und Ambeno ihre Machtbasis aus. Sie kontrollierten lange Zeit den profitablen Sandelholz- und Bienenwachshandel und vertrieben 1769 sogar die Portugiesen nach Dili. Später kehrte das Gebiet der beiden Reiche wieder unter die portugiesische Oberhoheit zurück und blieb es auch, nachdem die Niederländer das umgebende Land ihrer Kolonie Niederländisch-Indien einverleibt hatten. Das später daraus entstandene Indonesien besetzte 1975 die Exklave als erstes Gebiet Portugiesisch-Timors, bevor einige Monate später die große Invasion in das restliche Osttimor begann. Das vom Guerillakrieg der osttimoresischen Unabhängigkeitsbewegung weitgehend verschonte Gebiet zerstörten indonesische Armee und pro-indonesische Milizen infolge des Unabhängigkeitsreferendums Osttimors 1999. Nach drei Jahren UN-Verwaltung wurde Osttimor unabhängig und Oe-Cusse Ambeno seine westlichste Provinz.
Oe-Cusse Ambeno wird in der Verfassung von Osttimor ein administrativer und wirtschaftlicher Sonderstatus zugestanden. 2014 wurde zur Umsetzung des Sonderstatus die Behörde der Sonderverwaltungsregion Oe-Cusse Ambeno (, ARAEO) geschaffen. Außerdem wurde eine Sonderzone für soziale Marktwirtschaft (, ZEESM) eingerichtet, der auch die Insel Atauro angehört.Arsenio Bano: Oecusse: Special Economic Zones of […]. ZEESM TL, 2014.
Name mini|links|Karte von 1902. Hier wird die Exklave „(O′Kusi) Ambenu“ genannt. mini|Der Kussi, der mythische Ursprung Oe-Cusses
Wie in Osttimor nicht ungewöhnlich, gibt es zahlreiche unterschiedliche Schreibweisen für den Namen der Region: Oe-Kusi, Oecusse, Ocussi, Oecússi, Oecussi, Oekussi, Oekusi, Okusi, Oé-Cusse. Die Schreibweisen mit „k“ leiten sich meist von Tetum oder anderen austronesischen Sprachen ab. Mit „c“ sind Schreibweisen, die sich am Portugiesischen orientieren. Inzwischen wird wieder im offiziellen Gebrauch der Doppelname Oecusse-Ambeno (auch Oecussi-Ambeno, Ocussi-Ambeno, Oecússi-Ambeno, Oe-Kusi Ambenu) verwendet, statt Oecusse allein. Selten wird die Exklave, wie in der indonesischen Besatzungszeit, nur Ambeno (Ambenu) genannt.Tony Wheeler, Xanana Gusmao, Kristy Sword-Gusmao: East Timor, Lonely Planet, London 2004, ISBN 1-74059-644-7, S. 102.
Das historische timoresische Reich, das den Großteil des Territoriums der heutigen Sonderverwaltungsregion einnahm, hieß Ambeno und hatte seine Zentren in Tulaica und Nunuhenu.Laura S. M. Yoder: Custom, Codification, Collaboration: […]. 2005, S. 58.Laura S. M. Yoder: Custom, Codification, Collaboration: […]. 2005, S. 124. Oecusse ist der traditionelle Name der heutigen Hauptstadt Pante Macassar und ihrer Umgebung. Hier lag das zweite traditionelle Reich der Exklave mit Sitz in Oesono.Geoffrey Hull: Universidade Nacional de Timor Lorosa'e, 2002; abgerufen am 17. Juni 2014.
„Oecusse“ und „Ambeno“ wurden schon in der portugiesischen Kolonialzeit als Synonyme für die Exklave verwendet.Karte der Grenzziehung von Oecusse vom 16. Februar 1899. Später kam der Doppelname Oecusse-Ambeno auf. In der offiziellen Auflistung aller Verwaltungseinheiten Osttimors von 2009 wird der damalige Distrikt aber nur mit seinem Kurznamen „Oecusse“ bezeichnet. Jornal da Républica, Série I, Nr. 33, 16. September 2009; abgerufen am 17. Juni 2014. Eine reale politische Teilung der Sonderverwaltungsregion entlang der Grenzen der alten Reiche gibt es nicht. „Oe-Cusse Ambeno“ ist wieder offiziell im Ministerialen Diplom 16/2017 angegeben.Jornal da República: Diploma Ministerial n.° 16/2017, mit Korrekturen vom 9. Mai 2017 (PDF; 1,2 MB) abgerufen am 12. März 2019.
Der Name „Oe-Kussi“ stammt aus dem lokalen Baikeno-Dialekt. „Oe“ bedeutet „Wasser“. Für „Kussi“ gibt es unterschiedliche Deutungen. Häufig wird es mit dem Namen einer bestimmten Art von traditionellen Tonkrügen gleichgesetzt, womit „Oe-Kussi“ in etwa „Wasserkrug“ bedeuten würde.Geoffrey Hull: abgerufen am 28. September 2014. Zu dieser Namensgebung gibt es eine Legende, um einen steinernen „Kussi“ im Suco Banafi.José Fernando Real, Lifau: 500 Sonhos em Timor: Cussi: A Lenda do Arco-íris: Ai-knanoik Oekusi nian, aufgenommene Erzählung von Moses Seco Fallo (Sani), Lian Nain von Kussi, Suco Banafi abgerufen am 11. Juli 2021. Andere Quellen geben an, dass Kussi ein einheimischer Herrscher von Ambeno war. Auch „Ambenu“ besteht aus zwei Wörtern. „Ama“ oder „am“ bedeutet „Vater“, beziehungsweise „König“. „Benu“ ist der Name zweier legendärer Herrscher der Region.
Geographie Übersicht mini|links|Orte und Flüsse in Oe-Cusse Ambeno (Grenzen von vor 2015) mini|Kasuarinen am Rand der Schlammvulkane in Oesilo mini|Der Tono in den Hügeln von Pante Macassar
Oe-Cusse Ambeno hat eine Fläche von 813,62 km². Die Sonderverwaltungsregion ist außer im Norden, wo sie an die Sawusee grenzt, vollständig von indonesischem Staatsgebiet umgeben. Das restliche Territorium von Osttimor liegt 58 Kilometer Luftlinie weiter östlich; auf der Straße beträgt die Distanz über 70 Kilometer.Caitlin Sanchez, Venancio Lopes Carvalho, Andrew Kathriner, Mark O’Shea und Hinrich Kaiser: (PDF; 1,3 MB) In: Herpetology Notes. Vol 5, 2012, S. 137–149. Die Küstenlinie Oecusses ist etwa 50 km lang, die Landgrenze etwa 300 km.District Profile Oecussi Enclave. Ministry of State Administration, Government of Timor-Leste, 2002, S. 3. Im Osten und Süden liegt der indonesische Regierungsbezirk Nordzentraltimor. Im äußersten Westen reicht Oe-Cusse Ambeno bis an den Regierungsbezirk Kupang.Arsenio Bano: Oecusse: Special Economic Zones of […]. ZEESM TL, 2014, S. 13. Bis 2019 stritten sich Osttimor und Indonesien um die Área Cruz (Verwaltungsamt Passabe), bis man sich auf die Zugehörigkeit zu Osttimor einigte. Weiterhin umstritten sind das 1069 Hektar große Citrana-Dreieck mit dem Ort Naktuka (Verwaltungsamt Nitibe) und die Insel Fatu Sinai, 12 km vor der Küste des westlichsten Punkts der Sonderverwaltungsregion.GMN TV: , abgerufen am 23. Januar 2022. Von Oe-Cusse Ambeno aus führen Grenzübergänge bei Bobometo (Verwaltungsamt Oesilo), Sacato (Verwaltungsamt Pante Macassar) und Passabe (Verwaltungsamt Passabe) nach Westtimor. Allerdings sind nur Bobometo und Sacato legale Übergänge.Sobar Sutisna and Sri Handoyo: Delineation and Demarcation surveys of the land border in Timor: Indonesian perspective, Center for Boundary Mapping, The National Agency for Surveys and Mapping of Indonesia, abgerufen am 18. November 2018
mini|links|Die Grenzen der Verwaltungsämter (Stand 2019)
Oe-Cusse Ambeno ist in vier Verwaltungsämter (Posto Administrativo) mit insgesamt 20 Sucos und 63 Aldeias unterteilt. Die Verwaltungsämter sind Nitibe, Oesilo, Pante Macassar und Passabe. Die Hauptstadt Pante Macassar (Pante Makasar, Oecussi) befindet sich in dem als urban klassifizierten Suco Costa und liegt 281 km westlich von Dili.
Der wichtigste Fluss ist der Tono. Er entspringt im Verwaltungsamt Oesilo und mündet bei Lifau in die Sawusee. Außerhalb der Regenzeit fällt der Fluss aber trocken. Abseits des Tonos besteht die Sonderverwaltungsregion aus einer Landschaft mit wasserarmen Hügeln von 800 bis Höhe. Der Nordosten Oe-Cusse Ambenos bildet die jüngste und wildeste Oberflächenstruktur der gesamten Insel und ist vulkanischen Ursprungs.Universität Coimbra – The geomorfology of Timor-Leste, abgerufen am 18. Juni 2014 Hier liegt im Verwaltungsamt Pante Macassar mit einer der höchsten Punkte Oe-Cusse Ambenos, der Sapu (Fatu Nipane).Nuaf Sapu: Timor-Leste. Geographic.org, abgerufen am 17. Juni 2014. In Passabe steigt das Land kontinuierlich an und erreicht an der Südwestspitze des Verwaltungsamts mit dem Bisae Súnan bei den höchsten Punkt der Sonderverwaltungsregion., abgerufen am 24. Juni 2014. Weitere Berge sind der Manoleu () im Nordwesten von Nitibe und der Puas () in Passabe. In Oesilo befinden sich südlich des Ortes Saben (Suco Bobometo) die Schlammvulkane von Poto.
Geologie mini|Mineralische Vorkommen in Oe-Cusse Ambeno.United Nations, Economic and Social Commission for Asia and the Pacific: S. 72, abgerufen am 12. Juni 2014. mini|Straßennetz und Topographie in Oe-Cusse Ambeno
Regionalgeologisch befindet sich die Insel Timor im Bereich des Äußeren Bandabogens. Der Bandabogen (Banda arc) entstand bei der Kollision der Australischen mit der Eurasischen Platte. Dabei wurden seit dem späten Miozän distale (landferne) Sedimente des australischen Kontinentalrandes südwärts auf proximale (landnahe) Gesteinskomplexe überschoben.Tim R. Charlton: In: Proc. Indonesian Petrol. Assoc., 28. ann. 2001, S. 301–318. Einzelne Gesteinsblöcke aus dem Untergrund werden im Zuge der Subduktionsvorgänge an bestehende Inselbogengesteine angegliedert (aggregiert). Der komplexe Falten- und Überschiebungsgürtel entwickelt sich bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt stetig weiter, da sich die Australische Platte durchschnittlich mit 70 Millimetern pro Jahr nordwärts unter die Eurasische Platte schiebt.S. J. Thompson: Geology and Soils in Timor-Leste. (PDF) Seeds of Life, Ministry of Agriculture & Fisheries (MAF), Timor-Leste 2011, S. 3, abgerufen am 17. Juni 2014. Ausdruck dieser plattentektonischen Prozesse sind zahlreiche Erdbeben in dieser Region. Tektonostratigrafisch lassen sich in Oe-Cusse Ambeno drei Einheiten untergliedern.
Die älteste Einheit, die genetisch dem australischen Kontinentalrand (Australian continental margin unit) zugeordnet werden kann, wird in Oe-Cusse Ambeno im Süden des Sucos Naimeco, Ministry of Agriculture, Forestry and Fisheries, abgerufen am 17. Juni 2014. durch die triassische Aitutu-Formation gebildet.Seung-Ik Park, Hee Jae Koh, Sung Won Kim, You Hong Kihm: The Occurrence and Origin of a Syn-collisional Mélange in Timor. (PDF; 10 MB) In: Econ. Environ. Geol. 47(1), 2014, S. 1–15. Die hell- bis dunkelgraue, karbonatisch – tonige Wechselfolge ist durch fein- bis grobgeschichtete Gesteine charakterisiert, in die zahlreiche Karbonat- und Chert-Knollen sowie zahlreiche Fossilien eingelagert sind. Das harte radiolaritische Calcilutit, das 80 % der Formation ausmacht, bildet schroffe Klippen, auf denen nur eine spärliche Vegetation wächst. 15 % des Gesteins der Aitutu-Formation besteht aus Fossilschalen und 5 % werden durch Calcarenite, Schillkalksteine, Quarzarenite, Radiolarite und stark bitumenhaltige Gesteine gebildet.