Wusterwitz ist eine Gemeinde im brandenburgischen Landkreis Potsdam-Mittelmark. Sie ist Sitz des gleichnamigen Amtes, dem auch die Gemeinden Rosenau und Bensdorf angehören.
Geografie Am Rande des Havellandes liegt die Gemeinde am Westufer des Wusterwitzer Sees, westlich der Stadt Brandenburg an der Havel und am Nordhang der eiszeitlich gebildeten Karower Platte.
Gemeindegliederung Zur Gemeinde gehören die Wohnplätze Müggenbusch, Rosenthal und Siedlung Wusterwitz.Dienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg. Gemeinde Wusterwitz
Geschichte Wusterwitz wurde 1159 durch Erzbischof Wichmann von Magdeburg gegründet und ist eine der ältesten Stadtgründungen östlich der Elbe. Das Regest der Urkunde lautet: „Erzbischof Wichmann von Magdeburg schließt mit dem Lokator (Unternehmer) Heinrich und anderen Flamen unter Übergabe des Dorfes Großwusterwitz an der Havel einen Ansiedlungsvertrag, bestätigt ihnen das Recht von Schartau, ordnet täglichen Markthandel nach Magdeburger Recht und die Abhaltung eines Jahrmarktes an.“ Die Entwicklung entsprach jedoch nicht den Erwartungen; der Ort blieb eine regelmäßige Einstraßenanlage dörflichen Charakters. Nur die Größe der romanischen Feldsteinkirche erinnert in ihrem großzügigen Grundriss an die erhoffte Entwicklung. Ein Rittergut wurde schon 1781 aufgelöst. Zwischen 1833 und 1860 entstanden drei Ziegeleien.
Am 30. September 1928 wurde der Hauptteil des Gutsbezirks Rosenthal mit der Landgemeinde Großwusterwitz vereinigt, der Rosenthaler Forst kam zu Großdemsin.
Am 20. Juli 1950 wurde die Gemeinde Großwusterwitz in Wusterwitz umbenannt. Im Rahmen der DDR-Verwaltungsreform kam Wusterwitz am 25. Juli 1952 zum Kreis Brandenburg-Land im Bezirk Potsdam. Zuvor hatte die Gemeinde zum Landkreis Jerichow II (ab dem 15. Juni 1950 Landkreis Genthin) in der Provinz Sachsen (seit 1947 Land Sachsen-Anhalt) gehört. Seit der deutschen Wiedervereinigung 1990 liegt Wusterwitz im Land Brandenburg.
Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1875 1 000 1890 1 300 1910 1 800 1925 2 674 1933 3 101 1939 3 725 Jahr Einwohner 1946 4 706 1950 4 613 1964 3 694 1971 3 435 1981 3 123 1985 2 991 Jahr Einwohner 1990 2 790 1995 2 809 2000 3 095 2005 3 155 2010 3 151 2015 3 029 Jahr Einwohner 2020 3 016 2021 3 047 2022 2 950 2023 2 904 2024 2 860 2025 2 850
Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991)Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Potsdam-Mittelmark. S. 30–33Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2017 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022Bevölkerungsfortschreibung auf Basis Zensus 2022
Politik Gemeindevertretung Die Gemeindevertretung von Wusterwitz besteht aus 16 Gemeindevertretern und der ehrenamtlichen Bürgermeisterin. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 71,2 % zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024
Partei / Wählergruppe Stimmenanteil2019Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 Sitze2019 Stimmenanteil2024 Sitze2024 Bürgerinitiative für Wusterwitz, Bensdorf und Rosenau – – 34,9 % 6 Team Wusterwitz – – 34,6 % 5 CDU 37,0 % 6 30,5 % 5 Freie Bürger und Bauern 27,2 % 4 – – Die Linke 20,9 % 3 – – SPD 11,0 % 2 – – Freie Wähler für Rosenau, Wusterwitz und Bensdorf 3,9 % 1 – – Insgesamt 100 % 16 100 % 16
Bürgermeister 1998–2008: Klaus Steffen (SPD) 2008–2019: Ronald Melchert (CDU)Kommunalwahlen im Land Brandenburg am 28.09.2008. Bürgermeisterwahlen, S. 11 2019–2020: Frank Geue (Freie Wähler für Rosenau, Wusterwitz und Bensdorf) 2021–2024: Isett Hoffmann (parteilos)Ergebnis der Bürgermeisterstichwahl am 28. März 2021 seit 2024: Ramona Mayer (Bürgerinitiative für Wusterwitz, Bensdorf und Rosenau)
Frank Geue wurde in der Bürgermeisterstichwahl am 16. Juni 2019 mit 62,9 % der gültigen Stimmen gewählt.Ergebnis der Bürgermeisterstichwahl am 16. Juni 2019 Nach nur einem Jahr verlor er sein Amt durch einen Bürgerentscheid am 23. August 2020.
Isett Hoffmann wurde in der Bürgermeisterstichwahl am 28. März 2021 mit 57,9 % der gültigen Stimmen zu seiner Nachfolgerin gewählt.Ergebnis der Bürgermeisterstichwahl am 28. März 2021
Ramona Mayer wurde in der Bürgermeisterstichwahl am 30. Juni 2024 mit 50,2 % der gültigen Stimmen zur neuen Bürgermeisterin gewählt.Ergebnis der Bürgermeisterstichwahl am 30. Juni 2024 Ihre Amtszeit beträgt fünf Jahre.Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 73 (1)
Wappen
Gemeindepartnerschaft Erlensee in Hessen ist Partnergemeinde von Wusterwitz.
Sehenswürdigkeiten mini|Kirche in Wusterwitz In der Liste der Baudenkmale in Wusterwitz und in der Liste der Bodendenkmale in Wusterwitz stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Kulturdenkmale.
Die Dorfkirche Wusterwitz ist eine Saalkirche mit Westturm, Längsschiff, Querschiff, Chor und Apsis. Sie wurde im romanischen Stil aus Feldsteinen errichtet. Hervorzuheben ist die Deckenmalerei im Inneren.
Schutzgebiete In den 1990er Jahren wurden die Niederungen des Fiener Bruchs und angrenzende Hochflächen beispielsweise der Karower Platte im Rahmen des Natura 2000-Netzes als EU-Vogelschutzgebiet Fiener Bruch ausgewiesen. Im äußersten Süden hat Wusterwitz einen kleinen Anteil am Vogelschutzgebiet. Weitere Schutzgebiete, die gänzlich oder teilweise in Wusterwitz liegen, sind das Landschaftsschutzgebiet Brandenburger Wald- und Seengebiet, das FFH-Gebiet Mittlere Havel Ergänzung, die Flächennaturdenkmale Werdereck und Spring Wusterwitz, mehrere geschützte Biotope und Alleen und eine Gemeine Waldkiefer und eine Stieleiche als Naturdenkmale.
Wirtschaft und Infrastruktur mini|alt=Wilhelm-Götze-Schule (Grundschule) in Wusterwitz|Wilhelm-Götze-Schule Verkehr Die Landesstraße L 96 von der Bundesstraße 1 in Bensdorf nach Ziesar verläuft durch das Gemeindegebiet.
Der Bahnhof Wusterwitz liegt an der Bahnstrecke von Berlin nach Magdeburg. Er wird von der Regionalexpresslinie RE 1 Magdeburg–Berlin–Frankfurt (Oder) bedient. Das Bahnhofsgebäude steht unter Denkmalschutz. Die Bahnstrecke nach Ziesar und Görzke wurde 1971 stillgelegt.
Die zum Elbe-Havel-Kanal gehörende Schleuse Wusterwitz befindet sich am nördlichen Ende des Ortes.
Bildung In Wusterwitz befinden sich eine Grundschule, die Wilhelm-Götze-Schule, und eine Kindertagesstätte.
Persönlichkeiten Engelbert Wusterwitz (1385–1433), Chronist der märkischen Geschichte, seine Familie stammte aus Großwusterwitz Christof von Britzke (1535–1610), Amtshauptmann zu Halberstadt, Grablege in der Dorfkirche Wusterwitz Richard Stimming (1866–1936), Arzt und Urgeschichtsforscher, gestorben in Großwusterwitz Wilhelm Götze (1871–1954), Puppenspieler, geboren in Großwusterwitz Paul Z’dun (1904–1981), „komischer Radfahrer“, lebte in Wusterwitz Werner Nothe (* 1938), Politiker (SED), 1989 bis 1990 Oberbürgermeister von Magdeburg, geboren in Großwusterwitz Nancy Grimm (* 1979), Amerikanistin, Sachbuchautorin, wuchs in Wusterwitz auf
Literatur
Weblinks
Gemeinde Wusterwitz beim Amt Wusterwitz
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Potsdam-Mittelmark Kategorie:Gegründet 1159