Der Schwarzwald-Baar-Kreis ist eine Gebietskörperschaft mit Einwohnern () in Baden-Württemberg. Der Landkreis gehört zum Regionalverband Schwarzwald-Baar-Heuberg im Regierungsbezirk Freiburg und erstreckt sich auf das Gebiet zwischen Schwarzwald und Schwäbischer Alb. Hier entspringen sowohl die Donau und ihre Quellflüsse Brigach und Breg als auch der Neckar, weshalb der Kreis auch als Quellenland bezeichnet wird.

Geografie Lage Der Schwarzwald-Baar-Kreis umfasst den Südosten des Mittleren Schwarzwalds, den nördlichen Teil des Randen sowie die Landschaft Baar, eine Gäu- bzw. Albvorlandschaft zwischen dem Schwarzwald und der Schwäbischen Alb.

Die höchste Erhebung des Kreises mit 1.164 m liegt etwas verborgen innerhalb des langgestreckten, in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Farnberg-Plateaus südlich des bekannteren Gipfels des Rohrhardsberges in der Nähe des Griesbacher Ecks. Der tiefste Punkt des Landkreises befindet sich an der Gutach zwischen Triberg und Hornberg im Bereich der sogenannten Himmelreichkurve der Bundesstraße 33 mit 472 m. Die durchschnittliche Höhe des Landkreises beträgt ca. 800 m, keine der Städte und Gemeinden befindet sich unter 600 m Höhe (Bahnhof Triberg: 616 m).

Donau und Neckar Im Landkreis entspringen die Donau und der Neckar. Zwei Städte, Donaueschingen und Furtwangen, beanspruchen jeweils die Donauquelle. Beide Städte, ebenso die beiden Quellflüsse Brigach und Breg, gehören zum Landkreis. Der Neckarursprung befindet sich im Stadtbezirk Schwenningen der Stadt Villingen-Schwenningen. Das Wasser beider Flüsse nimmt unterschiedliche Wege; während die Donau in das Schwarze Meer mündet, fließt der Neckar über den Rhein in die Nordsee. Somit durchquert die Europäische Hauptwasserscheide das gesamte Kreisgebiet, in einer großen, nach Osten offenen Schleife um die Donauquellen herum.

Auf oder dicht an der Wasserscheide liegen einzelne Häuser (z. B. die Escheck bei Furtwangen, die Kalte Herberge bei Vöhrenbach-Urach oder die Sommerau bei St. Georgen im Schwarzwald) oder sogar ganze Ortschaften, wie die Blumberger Stadtteile Kommingen, Randen und Zollhaus sowie Bräunlingen-Döggingen und Mönchweiler. Weitere Flüsse wie die Elz, die Wilde Gutach, die Gutach, die Schiltach und ein Nebenbach der Biber beginnen im Kreis ebenfalls ihren Lauf, die Wutach tangiert ihn. Damit entwässert das Kreisgebiet nach Süden zum Hochrhein/Bodensee, nach Westen und Nordwesten zum Oberrhein, nach Nordosten in den Neckar und nach Osten in die Donau. Aufgrund dieses Alleinstellungsmerkmals bezeichnet sich der Kreis gerne als Quellenlandkreis Schwarzwald-Baar.

Orte Die Liste der Orte im Schwarzwald-Baar-Kreis enthält ungefähr 846 Orte (Städte, Dörfer, Weiler, Zinken, Höfe und Wohnplätze) im geographischen Sinne.

Nachbarkreise Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Nordwesten beginnend an die Landkreise Ortenaukreis, Rottweil, Tuttlingen und Konstanz (alle in Baden-Württemberg), an den zur Schweiz gehörenden Kanton Schaffhausen sowie an die Landkreise Waldshut, Breisgau-Hochschwarzwald und Emmendingen (alle wiederum in Baden-Württemberg).

Naturschutzgebiete

Der Schwarzwald-Baar-Kreis besitzt folgende 26 Naturschutzgebiete. Nach der Schutzgebietsstatistik der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW)Schutzgebietsstatistik der LUBW, Stand: 19. Dezember 2024 stehen 2.083,73 Hektar der Kreisfläche unter Naturschutz, das sind 2,03 Prozent.

Albtrauf Baar: 365,6 ha (davon 103,3 ha im Schwarzwald-Baar-Kreis); Stadt Bad Dürrheim Betzenbühl: 2,0 ha; Stadt Donaueschingen Billibuck: 11,0 ha; Stadt Blumberg Birken-Mittelmeß: 170,9 ha; Städte Bad Dürrheim und Donaueschingen Blindensee: 16,5 ha; Gemeinde Schönwald im Schwarzwald Briglirain: 26,0 ha; Stadt Furtwangen und Gemeinde Schönwald im Schwarzwald Deggenreuschen - Rauschachen: 124,9 ha; Gemeinde Hüfingen Elzhof: 137,3 ha; Gemeinde Schönwald im Schwarzwald Gifitzenmoos: 7,2 ha; Gemeinde Mönchweiler Grüninger Ried: 10,8 ha; Stadt Donaueschingen und Gemeinde Brigachtal Günterfelsen und Umgebung: 1,7 ha; Stadt Furtwangen Hondinger Zisiberg: 1,9 ha; Stadt Blumberg Laubeck-Rensberg: 232,9 ha; Gemeinde Schonach Mönchsee-Weiherwiesen: 34,7 ha; Stadt Villingen-Schwenningen und Gemeinde Mönchweiler Mühlhauser Halde: 51,8 ha; Stadt Villingen-Schwenningen Palmenbuck: 0,3 ha; Gemeinde Bräunlingen Plattenmoos: 55,7 ha; Stadt Villingen-Schwenningen und Gemeinde Brigachtal Rohrhardsberg-Obere Elz: 558,1 ha (davon 520,3 ha im Schwarzwald-Baar-Kreis); Stadt Furtwangen und Gemeinden Schonach im Schwarzwald und Schönwald im Schwarzwald Schlossberg-Hauberg: 107,0 ha (davon 89,8 ha im Schwarzwald-Baar-Kreis); Stadt Triberg im Schwarzwald Schwenninger Moos: 97,4 ha; Städte Bad Dürrheim und Villingen-Schwenningen Tannhörnle: 23,2 ha; Stadt Villingen-Schwenningen Unterhölzer Wald: 633,9 ha (davon 137,6 ha im Schwarzwald-Baar-Kreis); Städte Bad Dürrheim und Donaueschingen Weiherbachtal: 39,0 ha; Stadt Donaueschingen Wutachflühen: 374,2 ha (davon 145,9 ha im Schwarzwald-Baar-Kreis); Stadt Blumberg Wutachschlucht: 968,8 ha (davon 63,8 ha im Schwarzwald-Baar-Kreis); Gemeinde Hüfingen Zollhausried: 76,4 ha; Stadt Blumberg

Geologie Der Schwarzwald-Baar-Kreis liegt in dem vom Land Baden-Württemberg ermittelten Radonvorsorgegebiet. Diese sind laut Strahlenschutzgesetz verpflichtend zu ermitteln sowie festzulegen und betreffen folgende Gemeinden (Stand 15. Dezember 2020):, Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg vom 15. Dezember 2020, abgerufen am 4. Januar 2021 Schonach (Gemeinde-Kennziffer 8326035)

Geschichte Bildung der Landkreise Der Schwarzwald-Baar-Kreis wurde durch die Kreisreform am 1. Januar 1973 durch Vereinigung der Landkreise Donaueschingen und Villingen sowie der Gemeinden Deißlingen und Weigheim des Landkreises Rottweil und der Gemeinde Tuningen des Landkreises Tuttlingen gebildet. Deißlingen kehrte bereits am 1. Januar 1974 zum Landkreis Rottweil zurück.

Die beiden Altkreise Donaueschingen und Villingen gingen 1936/1939 aus den alten gleichnamigen Amtsbezirken hervor, die zu Anfang des 19. Jahrhunderts nach der Auflösung Vorderösterreichs und dem Übergang an das Großherzogtum Baden errichtet worden waren. Im Laufe der Geschichte wurden diese mehrmals verändert (1924 Aufhebung des Bezirksamtes Triberg). Die ehemals badische Stadt Villingen und die ehemals württembergische Stadt Schwenningen wurden am 1. Januar 1972 zur Stadt Villingen-Schwenningen vereinigt, die nach Errichtung des Schwarzwald-Baar-Kreises Kreisstadt des neuen Landkreises wurde.

Nach Abschluss der Gemeindereform umfasst der Schwarzwald-Baar-Kreis 20 Gemeinden, darunter zehn Städte und hiervon wiederum zwei Große Kreisstädte (Donaueschingen und Villingen-Schwenningen). Größte Stadt ist Villingen-Schwenningen, kleinste Gemeinde ist Gütenbach.

Vorgeschichte Das 1870 entdeckte alamannische Gräberfeld von Donaueschingen liegt im Gewann Gewann (süddeutsch) bezeichnet eine schmale, streifenförmige Flurform, die infolge der Dreifelderwirtschaft und des Erbrechts entstand. „Am Tafelkreuz“, im Nordwesten von Donaueschingen. Frühmittelalterlichen Nekropolen wurden in Hüfingen und Neudingen ausgegraben. Das heutige Kreisgebiet hat eine bewegte territoriale Zugehörigkeit. In der Karolingerzeit waren die Oberläufe von Donau und Neckar Herrschaftsgebiet der Alaholfinger oder Bertholde. Von den damals entstandenen Siedlungen gingen allerdings, wie ein Aachener Schenkungsvertrag von 817 belegt, 42 Dörfer an St. Gallen, darunter Villingen, Schwenningen, Tannheim, Pfohren und Hondingen.

Nach dem Zerfall des Frankenreichs 843 gehörte das Baargebiet zum Ostfrankenreich und ab etwa 920 zum Herzogtum Schwaben. Nach dessen Ende kam es 1273 unter Rudolf II. großteils zum habsburgischen Vorderösterreich bzw. als Landgrafschaft Baar zum Fürstentum Fürstenberg des Schwäbischen Reichskreises.

Nach den napoleonischen Kriegen wurde das Gebiet 1806 der nun vergrößerten Markgrafschaft Baden bzw. dem Königreich Württemberg zugeschlagen. Doch existierten im Grenzverlauf zwischen Baden, Württemberg und dem preußischen Hohenzollern-Land mehrere kleine Enklaven und ExklavenSiehe: territoriale Besonderheiten in Südwestdeutschland nach 1810, die erst spät durch Gebietstausch bereinigt wurden. Im Großen bildeten die drei Länder seit 1952 das Bundesland Baden-Württemberg.

Ende April 1945 geriet die Region des heutigen Landkreises in ausgedehnte Kampfhandlungen und wurde danach Teil der Französischen Besatzungszone.

Einwohnerstatistik mini|Bevölkerungspyramide für den Schwarzwald-Baar-Kreis (Datenquelle: Zensus 2011Datenbank Zensus 2011, Schwarzwald-Baar-Kreis, Alter + Geschlecht)

Die Einwohnerzahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamts Baden-Württemberg (nur Hauptwohnsitze). Datum Einwohner 31. Dezember 1973 202.138 31. Dezember 1975 199.550 31. Dezember 1980 199.570 31. Dezember 1985 194.211 25. Mai 1987 ¹ 192.620 31. Dezember 1990 202.025 Datum Einwohner 31. Dezember 1995 208.828 31. Dezember 2000 210.347 31. Dezember 2005 211.320 31. Dezember 2010 206.535 31. Dezember 2015 209.648 31. Dezember 2020 212.872

Konfessionsstatistik Der Anteil der evangelische und katholische Kirchenmitglieder im Kreis sinkt jährlich um 1 %. Gemäß dem Zensus 2022 waren 38,1 % der Einwohner katholisch, 20,7 % evangelisch, und 41,2 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.Bevölkerung kompakt (Gebietsstand 15.05.2022, Religion), abgerufen am 15. August 2024

Politik Kreistag

Der Kreistag wird von den Wahlberechtigten im Landkreis auf fünf Jahre gewählt. Parteien und Wählergemeinschaften%2024Sitze2024 %2019 Sitze2019 %2014 Sitze2014 %2009 Sitze2009 %2004 Sitze2004 %1999 Sitze1999 %1994 Sitze1994 %1989 Sitze1989CDUChristlich Demokratische Union Deutschlands34,22235,02238,62634,72638,62642,12935,62636,025FWFreie Wähler15,2916,91020,91222,313————————AfDAlternative für Deutschland14,985,533,81——————————GrüneBündnis 90/Die Grünen13,7818,21011,3710,268,656,6410,069,15SPDSozialdemokratische Partei Deutschlands13,1813,9817,31020,01122,21324,11525,71724,314FDPFreie Demokratische Partei8,559,456,049,479,378,167,268,77GUBGemeinschaft unabhängiger Bürger e. V.0,61——————————————DLVHDeutsche Liga für Volk und Heimat——1,202,013,21————————WGWählervereinigungen————————17,5916,3918,81014,78REPDie Republikaner——————————————2,70Sonst.Sonstige————————3,812,912,814,61Gesamt1006110058100611006410061100641006610060Wahlbeteiligung56,2 %53,0 %46,2 %47,5 %49,0 %51,9 %63,1 %58,8 % WG: Wählervereinigungen, da sich die Ergebnisse von 1989 bis 2004 nicht auf einzelne Wählergruppen aufschlüsseln lassen.

Landrat mini|hochkant=1.5|rechts|Das Landratsamt in Villingen Der Landrat wird vom Kreistag für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt. Er ist gesetzlicher Vertreter und Repräsentant des Landkreises sowie Vorsitzender des Kreistags und seiner Ausschüsse. Er leitet das Landratsamt und ist Beamter des Kreises. Zu seinem Aufgabengebiet gehört die Vorbereitung der Kreistagssitzungen und seiner Ausschüsse. Er beruft Sitzungen ein, leitet diese und vollzieht die dort gefassten Beschlüsse. In den Gremien hat er kein Stimmrecht. Sein Stellvertreter ist der Erste Landesbeamte.

Die Landräte des Landkreises Donaueschingen 1945–1972 1945: Erwin Trippel (Amtsverweser) 1945: Max Egon Prinz zu Fürstenberg 1945: Fritz Mauthe 1945–1972: Robert Lienhart

Die Landräte des Landkreises Villingen 1945–1972 1945–1947: Karl Paul Bienzeisler 1947–1948: Othmar Diele (kommissarisch) 1948–1972: Josef Astfäller

Die Landräte des Schwarzwald-Baar-Kreises seit 1973 1973–1996: Rainer Gutknecht 1996–2012: Karl Heim (parteilos) seit 1. Juni 2012: Sven Hinterseh (CDU)

mini|Begrüßungsschild Schwarzwald-Baar-Kreis

Hoheitszeichen

Der Schwarzwald-Baar-Kreis führt ein Dienstsiegel, ein Wappen sowie eine Hiss- und eine Bannerflagge.