mini|Joseph Lanner, Lithographie von Josef Kriehuber, um 1825 mini|Joseph Lanner, Lithographie von Josef Kriehuber, 1839 mini|Joseph Lanner, Bildnis von Philipp Steidler, um 1840 mini|Joseph Lanner, Grabstätte auf dem Wiener Zentralfriedhof mini|280px|Denkmal von Johann Strauss Vater (links) und Joseph Lanner im Wiener Rathauspark

Joseph Lanner (* 12. April 1801 in Sankt Ulrich bei Wien; † 14. April 1843 Döbling bei Wien) war ein österreichischer Komponist, Violinist und Musikdirektor.Thomas Aigner, Gunhild Oberzaucher-Schüller: Lanner, Familie. In: Oesterreichisches Musiklexikon online; abgerufen am 11. April 2021. Er gilt neben Johann Strauss (Vater) als derjenige, der die Popularität des Wiener Walzers entscheidend voranbrachte.

Leben Joseph Lanner wurde im Haus an der Mechitaristengasse 5 am Neubau (7. Wiener Bezirk) geboren.Joseph Lanner (1801–1843) – „Vater des Wiener Walzers“. planet-vienna.com; abgerufen am 11. April 2021 Seine Eltern waren der Handschuhmachergeselle Martin Lanner (1771–1839) und die Wirtschafterin Maria Anna Lanner geb. Scherhauf (1772–1823).Michael Lorenz, "Joseph Lanner in Grove Music Online" (Wien 2015). Eine zunächst begonnene Graveurlehre an der Akademie der bildenden Künste schloss er nicht ab.

Über seine Anfänge als Musiker ist sehr wenig bekannt. Bereits als Kind begann er Tanzstücke zu komponieren. Seine musikalische Laufbahn begann er im Alter von 12 Jahren, als er dem Orchester seines Lehrmeisters Michael Pamer als Violinist beitrat. Hier lernte er später auch Johann Strauss sen. kennen, dessen langjähriger Freund, aber auch musikalischer Konkurrent, er werden sollte. Später leitete er ein Orchester, das aus einem von ihm gegründeten Terzett hervorgegangen war.

Im Jahre 1829 wurde er zum Musikdirektor der Redoute berufen; kurze Zeit später nahm er zusätzlich die Leitung der Wiener Regimentskapelle wahr. Es folgten mehrere Anstellungen als Musikdirektor in verschiedenen Hotels.

Am 28. November 1828 heiratete Joseph Lanner Franziska Jahns. Ihre Kinder waren die Tänzerin Katharina Lanner, der Komponist August Lanner und die ebenfalls hochbegabte, früh verstorbene Franziska Karoline Lanner (1836–1853). Lanner, dessen Ehe am 21. September 1842 gerichtlich „von Tisch und Bett getrennt“ wurde, lebte ab ca. 1838 mit Marie Kraus zusammen. Am 6. Oktober 1843 kam in Oberdöbling sein posthumer Sohn Joseph Carl Maria Kraus zur Welt.Michael Lorenz: Familie Trampusch – geliebt und totgeschwiegen. Vortrag am 9. März 2004 beim Symposium „Tanz-Signale“ des Wiener Instituts für Strauss-Forschung. In: Jahrbuch des Vereins für Geschichte der Stadt Wien, Band 62/63, (2006/2007), Verein für Geschichte der Stadt Wien, Wien 2011, S. 135–149 (michaelorenz.at).

Nachdem er an Typhus erkrankt war, verstarb Joseph Lanner im Alter von 42 Jahren nach einer akuten Lungenlähmung im Haus seiner Lebensgefährtin Marie Kraus in Oberdöbling.Lorenz 2011 Seine sterblichen Überreste wurden zuerst auf dem alten Döblinger Friedhof in Oberdöbling beigesetzt, der später aufgelassen wurde (heute „Strauß-Lanner-Park“). Nach deren Exhumierung wurden sie und diejenigen von Strauß-Vater am 13. Juni 1904 nebeneinander auf den Wiener Zentralfriedhof (Gruppe 32 A, Nummer 16;Ehrengrab von Josef Lanner auf dem Wiener Zentralfriedhof (abgerufen am 11. April 2021). Strauß: Nummer 15) in Ehrengräber umgebettet. Lanners Grabmal wurde vom k.u.k. Hof-Steinmetzmeister Sommer & Weniger gestaltet. Die alten Grabsteine von Lanner und Strauß-Vater wurden bei der Gestaltung des 1928 an Stelle des Friedhofs eröffneten Strauß-Lanner-Parks mit einbezogen.

Ehrungen In Dresden wurde die Lannerstraße nach ihm benannt. Im Jahr 2001 wurde in Hannover im Stadtteil Misburg-Nord der Lannerweg angelegt.Helmut Zimmerman: Hannovers Straßennamen – Veränderungen seit 2001. In: Hannoversche Geschichtsblätter, Neue Folge, Band 57/58, 2003/2004, S. 277–286, hier: S. 281. In München wurde 1948 die Lannerstraße im Stadtteil Nymphenburg nach ihm benannt. Im Jahr 1894 wurde in Wien-Döbling (19. Bezirk) die Lannerstraße nach ihm benannt.

Werke (Auswahl) Joseph Lanner wurde als ein sehr produktiver Komponist angesehen. Die Anzahl seiner Kompositionen geht in die Hunderte. Sein musikalisches Erbe umfasst vor allem Walzer, Ländler, Galoppe, Potpourris, Tänze und Märsche. In seinen Kompositionen ist erstmals auch die typische Struktur zu finden, die für den Wiener Walzer charakteristisch werden sollte. Seine bekanntesten Walzer sind der Pesther Walzer, Die Werber, Die Hofballtänze und Die Schönbrunner. Neben Johann Strauss (Vater) zählte Lanner zu den herausragenden Tanzkapellmeistern Wiens seiner Zeit.

Walzer Aeskulap-Walzer, für das Piano-Forte zu vier Händen op. 113 (1837) Die Schönbrunner op. 200 Die Werber op. 103 Die Mozartisten op. 196 Trennungswalzer op. 19 Krönungswalzer Die Kosenden Abend-Sterne op. 180 Dampf-Walzer und Galopp op. 94 Vermählungs-Walzer Blumen der Lust Die Neapolitaner Hofball-Tänze op. 161 Pesther Walzer op. 93 Mille Fleurs Die Schwimmer Prometheus-Funken Grätzer Walzer

Ländler Dornbacher Ländler op. 9 Kirchweih Blumenfest

Galoppe Hollabrunner Carrière

Potpourris Capriciosa Musikalische Revue Die entfesselte Phantasie Musikalische Reisebilder

Werke mit Melodien von Joseph Lanner Alt-Wien, eine Operette in drei Akten nach Musik von Joseph Lanner, zusammengestellt und bearbeitet von Emil Stern, uraufgeführt am Wiener Carltheater am 23. Dezember 1911.

Literatur

Wolfgang Dörner: Joseph Lanner. Chronologisch-thematisches Werkverzeichnis. Böhlau, Wien 2012, ISBN 978-3-205-78793-8. Otto Brusatti: Joseph Lanner, Compositeur, Entertainer & Musikgenie. Böhlau, Wien 2001, ISBN 3-205-99081-1.

Weblinks

Werkeverzeichnis von Joseph Lanner. Klassika.info Eintrag zu Joseph Lanner. josephlanner.org Strauß-Lanner-Park Ausführliche Lanner-Biografie planet-vienna.com

Einzelnachweise

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