miniatur|Geländeprofil des Rothaarsteigs miniatur|Startort des Rothaarsteigs: Brilon mini|hochkant|Anfang des Rothaarsteigs: Marktplatz am Briloner Rathaus miniatur|Kyrill-Tor am Rothaarsteig im Briloner Bürgerwald bei Gudenhagen-Petersborn miniatur|hochkant|Friedenskapelle (Marienkapelle) auf dem Borberg nahe Brilon miniatur|Bruchhauser Steine bei Bruchhausen miniatur|Der Langenberg ist mit Höhe der höchste Berg in Nordrhein-Westfalen miniatur|Rothaarsteig beim Naturschutzgebiet Neuer Hagen (Niedersfelder Hochheide) am Clemensberg, nordöstlich von Niedersfeld; Blickrichtung Süden miniatur|St.-Georg-Schanze am Rothaarsteig miniatur|Fernblick vom Kahlen Asten miniatur|hochkant|Hängebrücke am Quellbereich des Hochgelmker Siepens mini|Sombornquelle bei Jagdhaus miniatur|hochkant|Rhein-Weser-Turm beim Westerberg mini|Brücke des Rothaarsteigs über die Röspe im NSG Schwarzbachtal miniatur|Ginsburg zwischen Grund und Lützel miniatur|hochkant|Gillerturm auf dem Giller zwischen Grund und Lützel miniatur|Die Siegquelle am Nordwesthang des Jägerhains (2013) miniatur|Die Lahnquelle (Lahntopf) in Lahnhof nahe dem Lahnkopf (2012) miniatur|Aussichtsplattform Nase im Wind nahe dem Gipfel der Tiefenrother Höhe miniatur|Westerwaldvariante: Fuchskaute (von Westen) mit Häusern von Bretthausen (vorne), Willingen (dahinter) miniatur|Endort des Rothaarsteigs: Dillenburg

Der Rothaarsteig (Wegzeichen R) ist ein 156,8 km langer und 2001 eröffneter Fernwanderweg, der insbesondere auf dem Hauptgebirgskamm des Rothaargebirges verläuft, einem Mittelgebirge in Nordrhein-Westfalen (NW) und Hessen (HE), und im Rahmen der Westerwaldvariante einen Abstecher im Westerwald, einem Mittelgebirge in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Rheinland-Pfalz, hat.

Das Deutsche Wanderinstitut in Marburg zeichnete den Rothaarsteig mit dem Deutschen Wandersiegel Premiumweg aus, das drei Jahre lang bis Dezember 2014 galt. Seit 2. Dezember 2016 ist der Steig als Qualitätsweg Wanderbares Deutschland beim Deutschen Wanderverband zertifiziert.

Überblick Der Rothaarsteig wurde am 6. Mai 2001 auf der Ginsburg eröffnet. Sein Hauptweg führt von Brilon (NW) durch das Rothaargebirge überwiegend südsüdwestwärts unter anderem über den Langenberg (höchster Berg Nordrhein-Westfalens) nach Dillenburg (HE).

Der größte Teil des Rothaarsteigs liegt im Naturpark Sauerland-Rothaargebirge. Er verläuft zumeist entlang der Rhein-Weser-Wasserscheide über meist bewaldete Berge, durch von Wald gesäumte Täler, vorbei an Fließgewässerquellen, passiert Natur- und Kulturdenkmäler und führt unter anderem durch Naturschutzgebiete. Der Steig benutzt das vorhandene Netz von befestigten und unbefestigten Waldwegen und verbindet in dünn besiedeltem Gebiet Berge und Sehenswürdigkeiten wie die Bruchhauser Steine, den Langenberg, den Kahlen Asten, den Rhein-Weser-Turm, die Ginsburg sowie die Ruhr-, Eder-, Sieg- und Lahnquelle. Mehrmals kreuzt er den abschnittsweise sich mit ihm die Strecke teilenden Europäischen Fernwanderweg E1 und zwischen Schmallenberg und Bad Berleburg trifft er auf den WaldSkulpturenWeg.

Trotz seines Verlaufs innerhalb eines Mittelgebirges ist der Rothaarsteig größtenteils bequem zu gehen. Er berührt die Gebiete mehrerer Mittelstädte, dazu zählt Winterberg, durch das er direkt verläuft. Ergänzt wird der Steig vom insbesondere durch Täler verlaufenden Talweg (Hochsauerlandvariante; 13,7 km lang) und von der durch den Westerwald führenden Westerwaldvariante (52,5 km).

Wegzeichen Das Wegzeichen (Wanderzeichen) des Rothaarsteigs ist ein auf dem Rücken liegendes, weißes R auf rotem Grund. Die aus den Tälern zum Steig führenden Anbindungswege zeigen das gleiche Zeichen, allerdings in schwarz auf gelbem Grund.

Verlauf Hauptweg Der 156,8 km lange Rothaarsteig-Hauptweg, zu dem der Bergweg zählt und der den parallel verlaufenden Talweg (Hochsauerlandvariante) als Steigvariante hat, führt überwiegend durch das Rothaargebirge. Folgend ist der Hauptweg etwa in Nord-Süd-Richtung (Brilon→Dillenburg) betrachtet beschrieben – Höhen der Hauptwegpunkte im Regelfall in Meter (m) über Normalhöhennull (NHN; wenn nicht anders angegeben laut /) oder in Ausnahmefällen in Meter über Normalnull (NN; explizit genannt laut) und teils auch mit Strecken-Kilometrierung (km; wenn nicht anders angegeben laut ):

Der auf der Briloner Hochfläche in Brilon auf dem Marktplatz (ca. 450 m) beginnende Steig führt anfangs nach Süden im Tal der Möhne aufwärts zur Möhnequelle (556 m), dann vorbei am Briloner Bürgerwald mit dem Holzkunstwerk Kyrill-Tor (536 m) bei Gudenhagen-Petersborn (415 bis 580 m) und etwas später nach Westen abwärts durch das Tal des Aa-Zuflusses Hillbringse (Einsel). Danach verläuft er westlich des kleinen Hillbringse-Zuflusses Deitmecke aufwärts zur Westschulter des Borbergs (670,2 m); dort befinden sich der Borbergskirchhof (max. 602 m; km 8,5), Fundamentreste einer Klosterkirche und die Briloner Friedenskapelle (Marienkapelle).

Danach führt der Steig südostwärts zum Habberg (653,3 m), nach Süden zum Ginsterkopf (663,3 m) und über den Kamm zwischen der Schmala im Osten und dem Gierskoppbach-Zufluss Limmecke im Westen. Die auf dem Kamm zwischen Brilon-Wald und Elleringhausen angelegte Landesstraße L 743 (2) kreuzend verläuft er westwärts zum Informationszentrum an den Bruchhauser Steinen (bis 756 m; km 17,6), um diese östlich oberhalb von Bruchhausen gelegenen Felsen in langgestrecktem Linksbogen nach Süden zu umrunden.

Der Steig verläuft nun, sich von Westen wieder dem Tal der Schmala nähernd, zum südlich ihrer Quelle direkt auf der Grenze von Nordrhein-Westfalen und Hessen gelegenen RichtplatzRichtplatz auf willingen.de, abgerufen am 21. September 2023. (762,6 m), einer einstigen Gerichtsstätte des alten Kurkölner Gogerichts; etwa 800 m nordöstlich davon liegt der Hoppernkopfgipfel (805 m). Am Richtplatz knickt der Steig nach Südwesten ab und führt zum und über den Langenberg (843,2 m; km 24,7), dem höchsten Berg Nordrhein-Westfalens.

Danach verläuft der Steig über die Wegekreuzung Oberer Burbecker Platz (ca. 795 m) südwärts zur Rothaarsteighütte (knapp 800 m). Dort knickt er nach Osten ab und führt direkt südlich des Naturschutzgebiets Neuer Hagen und nördlich eines Diabasbruchs, der in der Westschulter des Clemensbergs (ca. 837 m; mit Clemenskreuz) liegt, zur am Ostrand des Schutzgebiets auf der Grenze von Nordrhein-Westfalen und Hessen befindlichen Hoppeckequelle (ca. 780 m; km 29,3).

Entlang dieser Grenze führt der Steig anschließend südwärts. Dabei passiert er die Itterquelle (ca. 770 m) wenige Meter westlich und dann, wieder gänzlich in Nordrhein-Westfalen verlaufend, den Hopperkopf () etwa 300 m südwestlich, und verläuft in gleicher Richtung zum Hillekopf (804,9 m), den er nordöstlich umrundet. Danach führt der Steig hinab in den Medebacher Stadtteil Küstelberg (666,1 m) mit der südlich davon gelegenen Orkequelle (646 m). Im Dorf knickt er in Richtung Westen ab und führt etwas später die Landesstraße 872 kreuzend zum Steinbruch Wagenschmier (ca. 645 m). Hiernach kreuzt der Steig die Landesstraße 740 und passiert die gefasste Ruhrquelle (666,5 m; km 39,4), die mit Picknickplatz rund 330 m nordöstlich des Ruhrkopfgipfels (695,7 m) liegt.

Nach gipfelnahem Queren der Ruhrkopf-Ostflanke verläuft der Steig südlich vorbei am Dumel (720,1 m) südwestwärts in die Kernstadt von Winterberg (667,9 m), um nach Durchqueren von deren Innenstadt etwa 600 m nordöstlich des Herrlohtunnels den gemeinsamen Straßenabschnitt der Bundesstraßen 236 und 480 auf einer Brücke zu überqueren. Danach führt er zur auf dem Herrloh (732,9 m) stehenden St.-Georg-Schanze. Dann verläuft der Steig über die südöstlichen und südlichen Flanken von Poppenberg (745,8 m) und Bremberg (ca. 810 m), wonach er die Landesstraßen 640 und 540 kreuzt und durch die Hochheide Kahler Asten auf den Kahlen Asten (841,9 m; km 49,3) führt, auf dem sich der Astenturm (Aussichtsturm) und knapp 400 Wegmeter westlich davon die Lennequelle (825 m) befinden.

Dann führt der Steig von der Lennequelle südsüdostwärts vom Kahlen Asten hinab und kreuzt die Landwehr im Astengebiet (ca. 780 m), die einst als Befestigungsanlage besonders zum Schutz der Stadt Winterberg diente. Von dort wendet er sich auf dem Bergkamm zwischen der Lenne im Nordwesten und der auch am Kahlen Asten entspringenden Odeborn im Südosten südwestwärts vorbei am Gerkenstein (792,7 m), auf dem ein Sendeturm und Wasserbehälter stehen, und führt durch die Dörfer Lenneplätze (ca. 735 bis 778 m), Neuastenberg (ca. 680 bis 780 m), Langewiese (ca. 680 bis 723 m) und Hoheleye (657,4 bis 712,5 m; km 56,1) oder teils etwas an diesen vorbei.

Hiernach erreicht der Steig den Wandererparkplatz Albrechtsplatz (729,0 m), von dem er südwestwärts über den Albrechtsberg (770,8 m) führt. Die Friedensquelle (740 m), die den kleinen Emmegraben als Dödesbach-Zufluss im Einzugsgebiet der Odeborn speist, passierend verläuft er zum südwestlich des Bergs gelegenen Heidenstock (752,2 m), einer einstigen Grenzmarkierung. Etwa 500 m südwestlich davon teilt sich der Steig an einem Abzweig (752,0 m; km 60,0) in eine Berg- und Talvariante:

Der 9,6 km lange Bergweg kreuzt, nach Passieren des Heidenstocks, als Teil des Rothaarsteig-Hauptwegs einen Abschnitt des WaldSkulpturenWegs, der teilweise auf ihm verläuft. Anfangs führt er, nach Passieren der Skulptur Kein leichtes Spiel, in Richtung Südwesten vorbei am nördlichen Bad Berleburger Weiler Kühhude (697,2 m) und passiert den Saukopfgipfel (716,3 m) knapp 50 m östlich. Dann verläuft er nach Westen zur Hängebrücke am Quellbereich des Hochgelmker Siepens (680,5 m), der zum Einzugsgebiet der Latrop gehört, mit angegliedertem Lehrpfad Ökosystem Wald, und dann weiter südwestwärts zum und über den Großen Kopf (740,3 m). Anschließend führt der Bergweg in Richtung Westnordwesten vorbei an Großer (614,5 m) und Kleiner Bamicke (661,4 m), deren Gipfel beide einiges nördlich des Steigs liegen, zur Waldwegkreuzung (632,4 m; km 69,6) an der Schutzhütte Millionenbank, wo er auf den Talweg stößt.

Der 13,7 km lange Talweg, auch Hochsauerlandvariante genannt, ist der wichtigste Nebenweg des Rothaarsteigs. Er verläuft, nach dem Heidenstock beginnend, anfangs westwärts vorbei an einem Soldatengrab (711,7 m) zum Dorf Schanze (680 bis 733 m), einem ostsüdöstlichen Stadtteil von Schmallenberg. Nahe dem östlichen Dorfrand liegt, etwas abseits vom Steig, ein Kyrill-Lehrpfad, der an der Skulptur Krummstab des WaldSkulpturenWegs beginnt. Am Nordostrand des Dorfs passiert der Steig das Kulturdenkmal Wegesperre (mit Parkplatz bei 715,9 m) als einstige Landwehr. Hiernach führt er bergab und leicht südostwärts zum Schladebach (Grubensiepen) und dann entlang dieses Latrop-Zuflusses überwiegend nach Westen zum Kulturdenkmal Altarstein, der sich als einstige heidnische Opferstätte wenige Meter östlich einer Waldwegkreuzung (536,2 m) befindet. Anschließend verläuft er im Grubental, in dem der Grubensiepen einmündet, südwestwärts vorbei am Naturdenkmal Dicke Eiche (482,7 m) und dann nach Westen zum im Tal der Latrop gelegenen Dorf Latrop (420 bis 470 m; südöstlicher Stadtteil von Schmallenberg). Danach führt der Talweg in südwestlicher Richtung aufwärts im Tal des Lüttmeckesiepens und dann, wie auch der Bergweg, südlich um die Große Bamicke (614,5 m) und Kleine Bamicke (661,4 m) herum zur Waldwegkreuzung (632,4 m; km 69,6) an der Schutzhütte Millionenbank, wo er auf den Bergweg stößt.