Der Landkreis Konstanz ist ein Landkreis mit Einwohnern () im baden-württembergischen Regierungsbezirk Freiburg. Der Landkreis liegt im Süden des Landes mit einer Grenze zur Schweiz. Der Landkreis Konstanz gehört zum Regionalverband Hochrhein-Bodensee. mini|Gnadensee mit Halbinsel Höri von Nordosten mini|Gnadensee mit Radolfzell und den Hegaubergen mini|Mindelsee von Norden Geographie Lage Der Landkreis Konstanz hat Anteil am Hegau, einer Landschaft, die man bereits zum Voralpengebiet zählt. Die Kreisstadt Konstanz liegt am südöstlichen Rand des Landkreises am Bodensee, der hier in den Untersee übergeht. Die Landschaft zwischen Untersee und Überlinger See nennt man Bodanrück. Zum Kreisgebiet gehören auch die Inseln Reichenau (eigene Gemeinde) und Mainau (Teil der Stadt Konstanz). Die höchste Erhebung ist mit der Neuhewen, der tiefste Punkt liegt mit in Büsingen am Hochrhein.

Orte Die Liste der Orte im Landkreis Konstanz enthält die ungefähr 456 Orte (Städte, Dörfer, Weiler, Zinken, Höfe und Wohnplätze) des Landkreises Konstanz im geographischen Sinne.

Flächenaufteilung

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2015.Flächenerhebung nach Art der tatsächlichen Nutzung 2015

Schutzgebiete Im Landkreis Konstanz sind neun FFH-Gebiete, 69 Natur- und 16 LandschaftsschutzgebieteSchutzgebietsverzeichnis der LUBW; abgerufen am 10. März 2024 sowie 100 Wasserschutzgebiete ausgewiesen.

Nachbarkreise Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Westen beginnend an die Landkreise Schwarzwald-Baar-Kreis, Tuttlingen, Sigmaringen und Bodenseekreis. Weiterhin grenzt er an den Bodensee selbst und an die Schweizer Kantone Thurgau und Schaffhausen. Die zum Kreis gehörende Exklave Büsingen am Hochrhein grenzt auch auf einer mehrere hundert Meter langen Strecke an den Schweizer Kanton Zürich.

Geschichte Der Landkreis Konstanz geht zurück auf das alte Bezirksamt Konstanz, das nach dem Übergang an Württemberg 1805/06 (bzw. ab 1810 Baden) errichtet wurde. Die badische Verwaltungsstruktur im Konstanzer Gebiet wurde in den Jahren 1809 (Seekreis), 1832 (Seekreis) und 1864 (Kreis Konstanz) mehrmals verändert. Im Jahr 1872 wurde das Bezirksamt Radolfzell dem Kreis Konstanz zugeordnet und in das Bezirksamt Konstanz eingegliedert. Im Jahr 1936 wurde das Bezirksamt Engen in das Bezirksamt Konstanz überführt. Im Jahr 1939 wurde der Landkreis nochmals verändert und Konstanz selbst eine kreisfreie Stadt, die jedoch 1953 wieder in den Landkreis integriert wurde. Der Landkreis Konstanz fiel 1945 der Französischen Besatzungszone zu und gehörte somit bis 1952 zum neu umgrenzten südlichen Land Baden. Nach Bildung des Landes Baden-Württemberg 1952 befand sich der Landkreis beim Regierungsbezirk Südbaden. 1969 kamen die Festung Hohentwiel und 1967 das Wohngebiet Bruderhof in Singen vom Landkreis Tuttlingen zum Kreisgebiet.

Bei der Kreisreform im Land Baden-Württemberg wurde der Landkreis Konstanz am 1. Januar 1973 um die meisten Orte des aufgelösten Landkreises Stockach, drei Gemeinden des Landkreises Sigmaringen und um den Ort Stetten des Landkreises Donaueschingen auf seinen heutigen Umfang vergrößert. Zum heterogen zusammengesetzten Landkreis gehören das Westufer des Bodensees, Höri und Hegau. Die Wahl zum Kreistag mit 65 Kreisverordneten fand am 8. April 1973 statt, die Wahl des Landrats am 26. Juli 1973.Wolfgang Kramer: Die Zeit der Eroberungen. In: Südkurier vom 2. April 2013, S. 23

Seit Abschluss der Gemeindereform umfasst der Landkreis Konstanz 25 Gemeinden, darunter sieben Städte, wovon Konstanz, Radolfzell am Bodensee und Singen (Hohentwiel) den Titel Große Kreisstadt tragen. Größte Stadt ist Konstanz, kleinste Gemeinde ist Büsingen am Hochrhein. Diese liegt als deutsche Exklave zwischen den Schweizer Kantonen Schaffhausen, Thurgau und Zürich, ist Schweizer Zollanschlussgebiet und hat als Besonderheit ein eigenes Kfz-Unterscheidungszeichen.

Einwohnerstatistik 400x400px|mini|Bevölkerungspyramide für den Kreis Konstanz (Datenquelle: Zensus 2011 Datenbank Zensus 2011, Kreis Konstanz, Alter und Geschlecht.)

Die Einwohnerzahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamts Baden-Württemberg (nur Hauptwohnsitze).

Datum Einwohner 31. Dezember 1973 232.680 31. Dezember 1975 229.505 31. Dezember 1980 230.054 31. Dezember 1985 232.611 25. Mai 1987 ¹ 231.898 31. Dezember 1990 246.059 Datum Einwohner 31. Dezember 1995 258.668 31. Dezember 2000 266.183 31. Dezember 2005 274.692 31. Dezember 2010 278.983 31. Dezember 2015 280.288 31. Dezember 2020 286.876

Konfessionsstatistik Der Anteil der evangelische und katholische Kirchenmitglieder im Kreis sinkt jährlich um einen Prozentpunkt. Gemäß dem Zensus 2022 waren 37,4 % der Einwohner katholisch, 16,0 % evangelisch, und 46,6 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.Bevölkerung kompakt (Gebietsstand 15. Mai 2022, Religion), abgerufen am 15. August 2024

Politik Der Landkreis wird vom Kreistag und vom Landrat verwaltet.

Kreistag Der Kreistag wird von den Wahlberechtigten im Landkreis auf fünf Jahre gewählt. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 ergab folgende Sitzverteilung:

Parteien und Wählergemeinschaften %2024https://wahlergebnisse.komm.one/lb/produktion/wahltermin-20240609/08335000/praesentation/ergebnis.html?wahl_id=1801&stimmentyp=0&id=ebene_-7287_id_12041 Sitze2024 %2019https://wvis.komm.one/AGS335000/335000k-2019.htm Sitze2019 %2014https://www.lrakn.de/lrakn/wahlen/wahldat/335000k-2014.htm Sitze2014 %2009 Stimmenverteilung der Kreistagswahlen 1989–2009 Sitze2009 Sitzverteilung der Kreistagswahlen 1989–2009 %2004 Sitze2004 %1999 Sitze1999 %1994 Sitze1994 %1989 Sitze1989CDUChristlich Demokratische Union27,62326,62034,02330,32235,32637,92932,52833,425GrüneBündnis 90/Die Grünen20,71229,41818,61117,81017,6913,0716,71112,27FWFreie Wählervereinigung15,41216,61417,91418,815––––––––WGWählervereinigungen––––––––19,71421,11519,21720,315SPDSozialdemokratische Partei Deutschlands12,71012,61016,41116,51118,31319,41322,61823,316FDPFreie Demokratische Partei6,557,466,5510,177,057,557,057,85 LinkeDie Linke3,725,334,122,81––––––––AfDAlternative für Deutschland8,382,22––––––––––––NLNeue Linie e. V.––––2,5723,772––––––––REPDie Republikaner––––––––––0,7–1,4–2,41JFKJunges Forum Konstanz4,32––––––––––––––Sonst.Sonstige0,8–––––––2,1–0,4–0,7–0,5–Gesamt 100 74 100 73 100 68 100 68 100 67 100 69 100 79 100 69Wahlbeteiligung 59,7 % 57,8 % 47,1 % 46,9 % 47,5 % 48,8 % 61,7 % 53,0 % WG: Wählervereinigungen, da sich die Ergebnisse von 1989 bis 2004 nicht auf einzelne Wählergruppen aufschlüsseln lassen.

Landräte Der Landrat ist gesetzlicher Vertreter und Repräsentant des Landkreises sowie Vorsitzender des Kreistags und seiner Ausschüsse. Er leitet das Landratsamt und ist Beamter des Kreises. Zu seinem Aufgabengebiet zählen die Vorbereitung der Kreistagssitzungen sowie seiner Ausschüsse. Er beruft Sitzungen ein, leitet diese und vollzieht die dort gefassten Beschlüsse. In den Gremien hat er kein Stimmrecht. Sein Stellvertreter ist der Erste Landesbeamte.

Die Oberamtmänner bzw. Landräte des Bezirksamts bzw. Landkreises Konstanz von 1807 bis heute:

Hoheitssymbole

Das Wappen des Landkreises Konstanz zeigt in geviertem Schild in den Feldern 1 und 4 in Blau einen schräg aufwärts gelegenen silbernen Fisch (Felchen), im Feld 2 in Silber ein durchgehendes rotes Kreuz und im Feld 3 in Gold drei blaue Hirschstangen. Das Wappen wurde dem Landkreis Konstanz am 25. April 1974 vom Innenministerium Baden-Württemberg verliehen.

Die Wappenbilder symbolisieren die früheren Herrschaftsstrukturen im Kreisgebiet: das Hochstift Konstanz und die Reichsabtei Reichenau (Kreuz) sowie die Hegau-Grafen bzw. Landgrafschaft Nellenburg (Hirschstangen). Die Fische sollen den Fischreichtum im Bodensee symbolisieren.

Vor der Kreisreform hatte der Landkreis Konstanz ein anderes Wappen, das mit dem heutigen jedoch fast identisch war. Es zeigte lediglich im Feld 3 anstelle der Hirschstangen ebenfalls das Kreuz, wie in Feld 2. Dieses Wappen war dem Landkreis Konstanz am 26. Juli 1957 verliehen worden.

Die Flaggenfarben des Landkreises Konstanz sind Blau-Gelb und wurden am 16. Juni 1988 vom Regierungspräsidium Freiburg verliehen, es werden aber auch Flaggen mit der Farbfolge Gelb-Blau genutzt.

Partnerschaft mini|Landkreis Konstanz mit dem Wappen Der Landkreis Konstanz und die Region Istrien, eine Gespanschaft von 41 Kommunen und knapp 210.000 Einwohnern in Kroatien, führen seit April 2015 eine Partnerschaft. auf www.lrakn.de, abgerufen am 6. August 2017

Parteiaktivitäten

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft Im Landkreis befinden sich Produktionsstätten der Firmen Amcor, Constellium, Maggi/Nestlé, Takeda Pharmaceutical, Schiesser sowie das Institut für Demoskopie Allensbach. Weiter sind strukturgebend kleine und mittlere Unternehmen des produzierenden Gewerbe, aus Handel, Gastgewerbe, Verkehr, Dienstleistungen und Landwirtschaft.Frank Hämmerle: Ein attraktiver Landkreis in der Vierländerregion Bodensee. In: Südkurier vom 5. April 2015, Sonderbeilage Wirtschaft, S. 4.

Im Zukunftsatlas 2016 belegte der Landkreis Konstanz Platz 53 von 402 Landkreisen und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Orten mit „hohen Zukunftschancen“. In der Ausgabe von 2019 lag er auf Platz 81 von 401.

Kreiseinrichtungen mini|Landratsamt am Benediktinerplatz in Konstanz Der Landkreis Konstanz ist Träger folgender beruflicher Schulen: Zeppelin-Gewerbeschule Konstanz, Wessenberg-Schule (Kaufmännische Schulen) Konstanz, Berufsschulzentrum (gewerbliche, kaufmännische, haus- und landwirtschaftliche Schulen) Radolfzell am Bodensee, Mettnau-Schule (hauswirtschaftliche Schulen) Radolfzell am Bodensee, Hohentwiel-Gewerbeschule Singen (Hohentwiel), Robert-Gerwig-Schule (kaufmännische Schulen) Singen (Hohentwiel), Berufsschulzentrum (gewerbliche, kaufmännische und hauswirtschaftliche Schulen) Stockach und Fachschule für Landwirtschaft Stockach ferner folgender Sonderpädagogischer Bildungs- und Beratungszentren: Regenbogen-Schule Konstanz (Förderschwerpunkt geistige Entwicklung und körperlich-motorische Entwicklung), Haldenwang-Schule Hohentwiel (Förderschwerpunkt geistige Entwicklung und körperlich-motorische Entwicklung), Sonnenland-Schule Stockach (Förderschwerpunkt Sprache) und das Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentrum für Schüler in längerer Krankenhausbehandlung Konstanz.

Der Landkreis Konstanz ist Gesellschafter des Gesundheitsverbund Landkreis Konstanz (GLKN) gGmbH, die unter anderem das Klinikum Konstanz und das Hegau-Bodensee-Klinikum Singen betreibt. Weitere Standorte des Verbunds im Landkreis Konstanz sind das Gesundheitszentrum Engen, das Ambulantes OP-Zentrum Konstanz und die Orthopädische Fachklinik Vincentius in Konstanz. Die Gesellschaft betreibt ferner in Engen ein Senioren- und Pflegeheim sowie in Gailingen am Hochrhein das Friedrichsheim, eine Pflege- und Seniorenwohnanlage und das Hegau-Jugendwerk, ein neurologisches Krankenhaus und Rehabilitationszentrum für Kinder und Jugendliche.

Verkehr Öffentlicher Personennahverkehr Der landkreisweite Verkehrsverbund Hegau-Bodensee (VHB) wurde im Jahr 1995 gegründet. Er ist ein Mischverbund aus den im Landkreis tätigen Verkehrsunternehmen und dem Landkreis. Insgesamt fuhren 2007 15,1 Millionen Fahrgäste innerhalb des Verbundtarifes.

Schiene mini|428x428px|Zugläufe im Landkreis Konstanz mini|209x209px|Regio-Shuttle der Hohenzollerischen Landesbahn im Bahnhof Radolfzell zur Fahrt auf dem Seehäsle|alternativtext=

Das Kreisgebiet wird durch vier aktive Eisenbahnstrecken erschlossen. Im Einzelnen sind dies die Schwarzwaldbahn von Offenburg nach Singen im Abschnitt Engen–Singen die Bahnstrecke Stahringen–Friedrichshafen im Abschnitt Stahringen–Ludwigshafen (Bodensee) die Bahnstrecke Radolfzell–Mengen im Abschnitt Radolfzell–Schwackenreute (ab Stockach nur saisonal im Freizeitverkehr)