Horn-Bad Meinberg (plattdeutsch: Häoern-Möomag) ist eine Stadt mit Einwohnern im Kreis Lippe im Nordosten von Nordrhein-Westfalen am Rande des Teutoburger Waldes, die insbesondere durch die Natursehenswürdigkeit Externsteine bekannt ist. Der Stadtteil Bad Meinberg ist lippisches Staatsbad.
Geografie Geografische Lage Das von Süden nach Norden verlaufende Eggegebirge stößt bei Horn mit seinem nördlichen Ende auf das östliche Ende des von Westen nach Osten verlaufenden Teutoburger Waldes. Im Gemeindegebiet befinden sich die beiden höchsten Berge des Eggegebirges, die (auch der) Lippische Velmerstot mit und die (auch der) Preußische Velmerstot mit etwa Höhe über dem Meeresspiegel und die höchste Erhebung des Teutoburger Waldes, der Barnacken mit Höhe. Die beiden Mittelgebirgszüge werden durch das Felsental des Silberbachs getrennt. Der tiefste Punkt des Stadtgebiets liegt auf Höhe.
Hier treffen der den Teutoburger Wald längs durchquerende, 156 km lange Hermannsweg und der Eggeweg, ein 70 km langes Teilstück des Europäischen Fernwanderwegs 1, aufeinander.
Zwischen den Ortsteilen Horn und Holzhausen-Externsteine befindet sich das wohl bekannteste Naturdenkmal des Teutoburger Waldes, die Externsteine, in deren Nähe die Wiembecke entspringt.
Im Ortsteil Wehren entspringt die Werre, die das Gebiet des Kreises Lippe in nordwestlicher Richtung durchquert.
Das gesamte Gemeindegebiet befindet sich im Naturpark Teutoburger Wald / Eggegebirge.
Geologie mini|Geothermische Karte von Horn-Bad Meinberg Im Gemeindegebiet besteht das Lipper Bergland vorherrschend aus Tonmergel-, Kalk- und Sandsteinen des Erdmittelalters. Diese Sedimentgesteine sind zwischen einem und zwei Kilometern stark. Sie wurden im Lauf der Erdgeschichte herausgehoben und im Rahmen gebirgsbildender Vorgänge in eine Vielzahl von Sätteln, Mulden, Horsten und Gräben zerlegt. Die ursprünglich übereinanderfolgenden Gesteinsschichten sind daher häufig nebeneinander oder im Bereich überschobener Schollen als sich wiederholende Gesteinsfolgen angeordnet. Unter diesen Schichten befinden sich die Gesteine des Erdaltertums, insbesondere aus Devon, Karbon und Perm. Lockergesteine aus dem Eiszeitalter (Kies, Sand und Löss) finden sich insbesondere im nordöstlichen Vorland des Mittelgebirges, in Hangbereichen und in den Tälern.
Die Grundwasservorkommen haben entsprechend dem komplizierten geologischen Bau hohe Qualitätsunterschiede. Wichtige Grundwasserleiter sind die weitgehend verkarsteten Kalksteine der Oberkreide und Muschelkalks, klüftige Tonmergelsteine in Abschnitten des Keupers sowie die Sandsteine der Unterkreide. Vereinzelt sind Grundwässer durch Lösung von Steinsalz und Gips im tieferen Untergrund versalzt und mineralisiert. In Bad Meinberg findet sich etwa 260 m unter der Oberfläche ein Kohlensäuregasvorkommen in Schichten des mittleren Buntsandsteins.
Horn-Bad Meinberg eignet sich in einzelnen Tallagen (darunter auch das Siedlungsgebiet von Horn) mäßig, sonst gut bis sehr gut zur Nutzung von geothermischen Wärmequellen mittels Erdwärmesonde und Wärmegewinnung durch Wärmepumpenheizungen (vgl. dazu die nebenstehende Karte). (PDF; 369 kB)
Ausdehnung und Nutzung des Stadtgebiets Die als „Kleine Mittelstadt“ klassifizierte Stadt erstreckt sich über eine Fläche von 90,16 km². Das Gemeindegebiet hat eine maximale Ausdehnung in Ost-West-Richtung von ca. 14,9 km und in Nord-Süd-Richtung von etwa 15,5 km.
Flächenach Nutzungsart Landwirtschaftsfläche Waldfläche Gebäude-, Frei- und Betriebsfläche Verkehrsfläche Wasserfläche Sport- und Grünfläche sonstige Nutzung Fläche in km² 43,26 33,20 7,07 4,40 0,72 1,15 0,36 Anteil an Gesamtfläche 47,98 % 36,82 % 7,84 % 4,88 % 0,80 % 1,28 % 0,40 %
Nachbargemeinden Beginnend im Westen grenzt die Gemeinde an Schlangen, Detmold, Blomberg und Schieder-Schwalenberg im Kreis Lippe. Es folgt im Süden der Kreis Höxter mit der Gemeinde Steinheim. Südwestlich trifft noch der Kreis Paderborn mit den Gemeinden Altenbeken und Bad Lippspringe auf die Grenze zur Gemeinde Horn-Bad Meinberg.
Stadtgliederung Die Stadt wird nach ihrer Hauptsatzung nicht explizit in Stadt- oder Ortsteile untergliedert, denen beispielsweise ein Ortsvorsteher vorstünde. Gleichwohl werden in der Hauptsatzung explizit die Gemeinden und Gemeindeteile genannt, aus denen die Stadt Horn-Bad Meinberg im Zuge der Kommunalreform 1970 gebildet wurde. In § 1 der Hauptsatzung heißt es: „Die Stadt ist durch das Gesetz zur Neugliederung des Kreises Detmold vom 2. Dezember 1969 (GV NW S. 799) mit Wirkung vom 1. Januar 1970 durch Zusammenschluss der Stadt Horn und der Gemeinden Bad Meinberg, Belle, Bellenberg, Billerbeck, Fromhausen, Heesten, Holzhausen-Externsteine, Leopoldstal, Schmedissen, Vahlhausen bei Horn, Veldrom und Wehren sowie Kempenfeldrom und Eingliederung von Teilen der Gemeinden Oberschönhagen (Fissenknick) und Schönemark (Wilberg) neu gebildet[…]“449.100.1 Hauptsatzung der Stadt Horn-Bad Meinberg. Auf den Webseiten der Stadt wird daher auch mehrmals explizit eine Untergliederung in 16 Stadtteile angegeben.Website der Stadt Horn-Bad-Meinberg: 16 Stadtteile Es liegt nahe, dass die 14 vollständig eingegliederten Altgemeinden zuzüglich der Orte Fisseknick und Wilberg im Einzelnen gemeint sind. Unklarheiten bestehen aber weiterhin mangels offizieller Definition bezüglich der Altgemeinden Kempenfeldrom und Veldrom, die auf den Webseiten der Stadt als gemeinsamer Ortsteil Feldrom / Veldrom / Kempen genannt werdenFeldrom / Veldrom / Kempen, was zwar der Anzahl 16 widerspricht andererseits widerspiegelt, dass Feldrom (ehemals Ortsteil von Kempenfeldrom) und Veldrom städtebaulich (und etymologisch) einen Ort bilden. Die begriffliche Trennung von Feldrom und Veldrom ist vor allem historisch durch die Grenzziehung zwischen Preußen/Paderborn und Lippe bedingt, die auf den Lippspringischen Originalvergleich zurückgeht. Städtebaulich läge es näher, Kempen einerseits und Feldrom/Veldrom andererseits als zwei getrennte Ortsteile auszuweisen. Ungeachtet dieser Differenzen spielt die Einteilung der Stadt in Orts- oder Stadtteile ohnehin kaum eine politische oder verwaltungstechnische Rolle. Nimmt man die 16 in der Hauptsatzung genannten Gebiete als Maßstab, so lässt sich Horn-Bad Meinberg folgendermaßen gliedern:
+ Bevölkerungszahlen der Ortsteile(Stand 30. Juni 2021) Ortsteil Einwohner mini|hochkant=1.1|Siedlungsschwerpunkte der Ortsteile mini|hochkant=1.1|Ortsteilgrenzen der Stadt Horn-Bad Meinberg Bad Meinberg 4606 Belle 973 Bellenberg 255 Billerbeck 411 Fissenknick 483 Fromhausen 164 Heesten 124 Holzhausen-Externsteine 964 Horn * 6458 Kempenfeldrom (Kempen + Feldrom) 376 Leopoldstal 1595 Schmedissen 67 Vahlhausen 130 Veldrom 241 Wehren 233 Wilberg 146(* = Sitz der Stadtverwaltung)
Klima mini|Niederschlagsdiagramm Feldrom
Horn-Bad Meinberg gehört der gemäßigten Klimazone Mitteleuropas an und liegt im Bereich des subatlantischen Seeklimas. Die Winter sind unter atlantischem Einfluss meist mild und die Sommer mäßig warm. Die Jahresmitteltemperatur liegt bei ca. 8–9 °C.
Durch die Lage im subatlantischen Seeklima herrscht ganzjährig ein humides Klima mit relativ gleich verteilten Niederschlägen vor. Insgesamt fallen an der hoch gelegenen Messstation Feldrom im langjährigen Mittel 1258,8 mm Niederschlag jährlich und damit deutlich mehr als im deutschen Mittel.
Zum Klima in der Region Ostwestfalen-Lippe, zu der die Stadt gehört, siehe auch den Artikel Klima in Ostwestfalen-Lippe.
Geschichte Die Stadt Horn-Bad Meinberg existiert seit der Gebietsreform, die am 1. Januar 1970 in Kraft trat. Die zuvor eigenständige Stadt Horn wurde mit den Gemeinden Bad Meinberg, Belle, Bellenberg, Billerbeck, Fromhausen, Heesten, Holzhausen-Externsteine, Leopoldstal, Schmedissen, Vahlhausen, Veldrom, Wehren, Kempenfeldrom, Teilen der Gemeinde Oberschönhagen – als Ortsteil Fissenknick – und Teilen der Gemeinde Schönemark – als Ortsteil Wilberg – zusammengefasst. Die neu entstehende Stadt trug laut Gesetz zur Neugliederung des Kreises Detmold vom 2. Dezember 1969 den Namen Bad Meinberg-Horn. Dagegen rührte sich massiver Widerstand bei den Einwohnern der ehemaligen Stadt Horn, der dann am 10. September 1970 zur Umbenennung der Stadt in Horn-Bad Meinberg führte.
Eingemeindungen mini|Gemeinden und Gemeindeanteile (Wilberg und Fisseknick), die zur Bildung der Stadt Horn-Bad Meinberg herangezogen wurden. Am 2. Dezember 1969 wurde das Detmold-Gesetz beschlossen, welches zum 1. Januar 1970 die Stadt Horn mit den Gemeinden Bad Meinberg, Belle, Bellenberg, Billerbeck, Fromhausen, Heesten, Holzhausen-Externsteine, Leopoldstal, Schmedissen (alle aus dem Amt Detmold-Land), sowie Vahlhausen bei Horn, Veldrom, Wehren und Kempenfeldrom (Amt Steinheim im Kreis Höxter) zur neuen amtsfreien Stadt Bad Meinberg-Horn im Kreis Detmold zusammenschloss.Ministerium für Inneres und Kommunales des Landes Nordrhein-Westfalen, Bürgerservice: Gesetz zur Neugliederung des Kreises Detmold Diese wurde bereits am 10. September 1970 in Horn-Bad Meinberg umbenannt. Am 1. Januar 1973 wurde der Kreis Detmold aufgelöst und ging durch die Vereinigung mit dem Kreis Lemgo im heutigen Kreis Lippe auf.Ministerium für Inneres und Kommunales des Landes Nordrhein-Westfalen, Bürgerservice: Bielefeld-Gesetz
Einwohnerentwicklung Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen der Stadt Horn-Bad Meinberg. Bei der Zahl für 1987 handelt es sich um ein Volkszählungsergebnis. Die Zahlen für 1975, 1980 und 1985 sind geschätzte Werte (amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes) und die Zahlen ab 1990 Fortschreibungen auf Basis der Ergebnisse der Volkszählung von 1987, ab 2012 Fortschreibungen auf Basis des Zensus 2011.https://www.landesdatenbank.nrw.de/ldbnrw/online?operation=ergebnistabelleInfo&levelindex=3&levelid=1641932928255#abreadcrumb
Jahr Einwohner 1975 16.920 1980 16.843 1985 16.499 1987 16.234 Jahr Einwohner 1990 17.409 1995 18.664 2000 18.754 2005 18.507 Jahr Einwohner 2007 18.184 2011 17.689 2012 17.182 2022 17.290 Quelle
Konfessionsstatistik Gemäß dem Zensus 2022 waren mit Stand Mai 2025: 39,3 % der Einwohner evangelische Kirchenmitglieder, 13,2 % römisch-katholische; 47,5 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.Zensus 2022 Religion
Politik Stadtrat Der Rat der Stadt Horn-Bad Meinberg besteht gegenwärtig aus 32 Stadtverordneten. Hinzu kommt der Bürgermeister als Ratsvorsitzender.
+ Kommunalwahlergebnisse seit 1975Landesdatenbank NRW; Wahlergebnisse zum Gemeindecode 05766032Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik: Kommunalwahlen20252020 2014 2009 Partei / Liste Sitze % Sitze % Sitze % Sitze % SPD 10 27,35 11 33,72 14 42,7 13 39,63 CDU 14 36,56 10 31,90 10 32,5 11 35,39 GRÜNE 4 9,30 5 13,72 3 8,7 2 6,95 BürgerBündnis 2 5,20 2 7,45 2 7,6 3 9,20 FDP 1 2,65 1 3,89 1 3,0 2 5,20 LINKE 2 4,76 1 3,36 2 5,5 1 3,61 AfD 5 14,10 2 5,96 – – – – Gesamt 32 100 32 100 32 100 32 100 Wahlbeteiligung 60,93 % 55,18 % 52,9 % 57,36 % Landesdatenbank NRW; Wahlergebnisse zum Gemeindecode 05766032Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik: Kommunalwahlen 2004 1999 1994 1989 1984 1979 1975 Partei / Liste Sitze % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze % SPD 12 36,17 14 39,22 13 35,76 18 44,99 20 50,21 17 42,40 17 43,63 CDU 13 42,26 15 42,08 13 35,82 15 37,89 17 42,33 19 46,16 18 46,33 GRÜNE 2 6,26 2 5,26 3 7,75 2 7,12 – – – – – – BürgerBündnis 3 10,09 2 6,37 – – – – – – – – – – FDP – – – – – 3,85 4 9,99 2 7,45 3 7,92 4 10,03UWG 2 5,22 3 7,07 6 16,83 – – – – – – – – GAZ – – – – – – – – – – – 3,52 – – Gesamt 32 100 36 100 35 100 39 100 39 100 39 100 39 100 Wahlbeteiligung 60,89 % 61,34 % 83,66 % 73,51 % 75,30 % 78,5 %6 89,04 %
Bürgermeister Seit 2025 amtiert Michael Ruttner (CDU) als Bürgermeister der Stadt Horn-Bad Meinberg. Er setzte sich bei der Kommunalwahl 2025 in der Stichwahl mit 54,10 % gegen Celil Celik (SPD) durch, der 45,90 % der Stimmen bekam. Seine Vorgänger im Bürgermeisteramt waren: