mini|Ralph Fiennes (2024) Ralph Nathaniel Twisleton-Wykeham-Fiennes ([]It’s Pronounced Rafe Fines, auf ew.comIt’s Raiph actually. In: The Guardian. Abgerufen am 20. Januar 2015; * 22. Dezember 1962 in Ipswich, Suffolk, England) ist ein britischer Schauspieler und Filmregisseur.

Zu seinen bekanntesten Rollen zählen die Darstellung von Amon Göth in Schindlers Liste, von Graf László Almásy in Der englische Patient, von Lord Voldemort in der Harry-Potter-Filmreihe, von M. Gustave H. in Grand Budapest Hotel und seit 2012 die Verkörperung von M, dem Direktor des MI6 in den James-Bond-Filmen.

Leben Familie Ralph Fiennes stammt aus der weitverzweigten Adelsfamilie Twisleton-Wykeham-Fiennes. Er ist der älteste Sohn des Fotografen und Illustrators Mark Fiennes (1933–2004) und der Schriftstellerin Jennifer Lash (1938–1993). Aus dieser Ehe stammten ferner Magnus (Komponist und Musikproduzent), die Zwillinge Joseph Fiennes (ebenfalls Schauspieler – Shakespeare in Love, Luther) und Jacob Mark (Förster), außerdem die Töchter Martha Maria (Regisseurin) und Sophia Victoria (Dokumentarfilmregisseurin). Er ist der Enkel des Industriellen Maurice Fiennes. Als Pflegebruder wuchs Michael Emery (Archäologe) (* 1952) mit ihnen auf. Der Familie Twisleton-Wykeham-Fiennes gehört auch der Forscher und Abenteurer Sir Ranulph Fiennes an. Fiennes ist Neffe des Theologieprofessors Nicholas Lash und Großneffe des Benediktinerpaters Dom Sebastian Moore. Fiennes und seine Geschwister lebten – durch die Berufswechsel des Vaters bedingt – an verschiedenen Orten in England und Irland und wohnten unter anderem in West Cork.

Von 1993 bis 1997 war Ralph Fiennes mit der Schauspielerin Alex Kingston verheiratet – sie hatten zusammen die Schauspielschule besucht. Zwischen 1995 und 2006 war Fiennes mit der britischen Schauspielerin Francesca Annis liiert, die er bei einer Hamlet-Produktion kennenlernte, in der sie Hamlets Mutter spielte.

Ausbildung und Karriere mini|Ralph Fiennes bei der Präsentation seines Films Coriolanus auf der Berlinale 2011 Schon in jungen Jahren fiel seine künstlerische Begabung seiner Mutter auf, die ihn und seine Geschwister intensiv förderte. Ralph Fiennes übernahm in zwei Filmen seiner Schwester (Onegin und Chromophobia) die Hauptrolle.

Ralph Fiennes begann nach der Schule zunächst ein Studium in bildender Kunst an der Chelsea School of Art, wechselte aber nach einem Jahr ins Schauspielfach. Nach erfolgreichem Abschluss an der Royal Academy of Dramatic Art wurde er 1988 von der Royal Shakespeare Company engagiert. Seit 1987 ist er Mitglied des Royal National Theatre. Fiennes ist der Bühne bis heute eng verbunden. So war er auch nach seinem internationalen Durchbruch mehrfach auf der Bühne zu sehen, beispielsweise als Shakespeares Hamlet oder in Ibsens Brand. Oft wird er deshalb mit Laurence Olivier verglichen. Im Frühjahr 2006 wirkte er als Frank Hardy in Brian Friels Faith Healer auf der Bühne des Gate Theatre, Dublin, mit. Die erfolgreiche Produktion wechselte im Sommer an den Broadway in New York. 2011 spielte er den Prospero in Shakespeares Der Sturm am Theatre Royal Haymarket. 2016 spielte er in London die Titelrolle in Shakespeares Richard III. am Almeida Theatre, wo er bereits früher den Hamlet (1995), Richard II. (2000) und Coriolanus (2010) gespielt hatte.

1991 startete er mit A Dangerous Man: Lawrence After Arabia seine Filmkarriere. Die Darstellung des KZ-Kommandanten Amon Göth in Schindlers Liste brachte ihm eine Oscar-Nominierung ein, ebenso die Rolle des Laszlo Almasy in Der englische Patient. Seine Rollenauswahl reicht von historischen Figuren wie T. E. Lawrence, Marcel Proust über Romanverfilmungen, z. B. Michael Ondaatjes Der englische Patient, Peter Careys Oscar und Lucinda, Graham Greenes Das Ende einer Affäre, Alexander Puschkins Eugen Onegin, moralisch fragwürdigen Menschen (oder Bösewichten) (Quiz Show, Roter Drache) bis zu romantischen Helden wie in Maid in Manhattan.

1998 wirkte er in der Neuverfilmung von Mit Schirm, Charme und Melone an der Seite von Sean Connery und Uma Thurman mit. Der Film floppte jedoch an den Kinokassen. Ab dem vierten Teil der Verfilmung der Harry-Potter-Reihe (Harry Potter und der Feuerkelch) übernahm Ralph Fiennes die Rolle des Lord Voldemort, Harry Potters Erzfeind.

Darüber hinaus war Fiennes auch Sprecher in zahlreichen Hörbuchproduktionen bzw. Synchronsprecher in Zeichentrickfilmen wie Der Prinz von Ägypten, Der Mann der 1000 Wunder oder für den Stop-Motion-Trickfilm Wallace & Gromit – Auf der Jagd nach dem Riesenkaninchen.

Sozial engagiert er sich für UNICEF (Unite for Children, Unite against AIDS), Wildaid und The Constant Gardener Trust.

2011 erhielt Fiennes für Coriolanus, sein Spielfilmdebüt als Regisseur, eine Einladung in den Wettbewerb der Internationalen Filmfestspiele von Berlin. Dabei handelt es sich um eine moderne Interpretation des gleichnamigen Shakespeare-Stücks. 2013 inszenierte er mit The Invisible Woman seinen zweiten Film.

Im Jahr 2012 spielte Fiennes im James-Bond-Film Skyfall den ehemaligen Geheimagenten Gareth Mallory, der im Verlauf des Films zum neuen „M“ wird. Diese von Fiennes dargestellte Rolle übernimmt somit die Position von Judi Denchs Figur, die diese in insgesamt sieben Bond-Filmen innehatte. 2015 übernahm er die Rolle erneut in Spectre sowie 2021 in Keine Zeit zu sterben.

In dem Film Grand Budapest Hotel (2014), der bei den Berliner Filmfestspielen 2014 den Silbernen Bären erhielt, spielte Fiennes die Hauptrolle. 2014 spielte er unter der Regie von Vera Glagoleva die Rolle des Rakitin in einer russischen Verfilmung des Theaterstücks Ein Monat auf dem Lande von Iwan Turgenjew.

2018 wurde seine dritte Regiearbeit, Nurejew – The White Crow, veröffentlicht, die auf einer Biographie über den Tänzer Rudolf Nurejew basiert. Fiennes selbst übernahm hierin die Rolle des Ballettmeisters Alexander Puschkin. Während der Dreharbeiten in Belgrad erhielt er im September 2017 die serbische Staatsbürgerschaft und den dazugehörigen Pass.

2024 war Fiennes in der Hauptrolle des Kardinal Lawrence in Edward Bergers Film Konklave nach einem Roman von Robert Harris zu sehen.

Theater Fiennes, der seit seiner Schulzeit Theater spielt, begann seine berufliche Karriere 1985 am Open Air Theatre im Londoner Regent’s Park mit einer Nebenrolle in Shakespeares Komödie Was ihr wollt. Als Shakespeare-Schauspieler berühmt wurde er seit seinen Engagements am Royal National Theatre und als Mitglied der Royal Shakespeare Company. Bis zu seinem ersten Spielfilm 1991 hat er ausschließlich Theater gespielt. Fiennes hat während seiner gesamten Karriere immer wieder auf der Bühne gestanden, 2021 in TS Eliot’s Four Quartets, inszeniert von ihm selbst, auf Tournee an mehreren Stationen in England, zuletzt im Londoner West End und schließlich 2023 in der Titelrolle von Shakespeares Macbeth, inszeniert von Simon Godwin.