Die Österreichische Eishockeyliga 2003/2004 wurde mit sieben Vereinen ausgetragen, da der EHC Lustenau aus finanziellen Gründen abstiegen war, aber kein Verein aufsteigen wollte. Meister wurde zum 28. Mal in seiner Vereinsgeschichte der EC KAC, der sich im Finale gegen den Lokalrivalen EC VSV knapp durchsetzte.
Allgemeines Im April 2003 wurde bekannt gegeben, dass die Erste Bank als Namenssponsor der Liga auftreten würde, wobei zunächst ein Vertrag über drei Jahre geschlossen worden war. Die Liga erhielt damit den Namen Erste Bank Eishockey Liga.Erste Bank neuer Hauptsponsor der Liga, Bericht auf news.at vom 9. April 2003
Modus
Die sieben Vereine spielten im Grunddurchgang jeweils 8 Mal gegeneinander, wobei nach der ersten Saisonhälfte die bis dahin erzielten Punkte halbiert wurden. Ein Sieg brachte zwei Punkte. Im Falle eines Unentschiedens wurde eine 5-minütige Verlängerung (Sudden Victory Overtime) mit je vier Feldspielern gespielt. Endete diese torlos, entschied ein Penaltyschießen. Der so ermittelte Gewinner erhielt zwei Punkte, der Verlierer einen.
Anschließend wurde unter den vier bestplatzierten Teams ein Play-off gespielt, wobei alle Begegnungen im Best-of-Five-Modus ausgetragen wurden. Im Halbfinale traf der 1. des Grunddurchganges auf den 4. bzw. der 2. auf den 3. – das Finale bestritten die beiden Gewinner der Begegnungen.
Teilnehmer Die Saison 2003/04 war bis 2012 die letzte Spielzeit, in der ein Vorarlberger Club an der Liga teilnahm. Mit dem freiwilligen Abstieg der VEU Feldkirch nach der Saison setzte sich ein Trend fort, der die Liga in den folgenden Jahren immer ostlastiger werden ließ, während insbesondere die Vereine aus Vorarlberg die Nationalliga und ihre Nachfolger beherrschten.
Gereiht nach Vorjahresplatzierung Team Vorsaison Trainer EHC Linz Meister Veli-Pekka Ketola (bis 16. Dezember 2003)Meister Linz entlässt Trainer Ketola, Bericht auf hockeyfans.at vom 16. Dezember 2003 Stanislav Barda (ab 18. Dezember 2003)Stanislav Barda ist wieder Trainer in Linz, Bericht auf hockeyfans.at vom 18. Dezember 2003 EC VSV Vizemeister Greg Holst HC Innsbruck Halbfinal-Out Lars-Erik Lundström (bis 7. Dezember 2003)Innsbruck hat keinen Trainer mehr, Bericht auf hockeyfans.at vom 7. Dezember 2003 Douglas Bradley (ab 9. Dezember 2003)Doug Bradley neuer Innsbruck-Coach, Bericht auf news.at vom 9. Dezember 2003 EC KAC Halbfinal-Out Jorma Siitarinen Supergau Feldkirch Viertelfinal-Out Tom Coolen (bis 25. November 2003)Feldkirch feuert Trainer Coolen, Bericht auf hockeyfans.at vom 25. November 2003 Tom Pokel (ab Dezember 2003)Chronik auf der Homepage der VEU Feldkirch Vienna Capitals Viertelfinal-Out Jim Boni Graz 99ers Viertelfinal-Out Mike Zettel
Grunddurchgang Der Grunddurchgang begann am 25. September 2003 mit dem Spiel der Vienna Capitals gegen den EC KAC, das die Gäste mit 2:1 nach Penaltyschießen für sich entscheiden konnten. In der Folgezeit dominierten die Klagenfurter das Geschehen in der Liga und punkteten vor allem durch die ausgeglichene Linienzusammenstellung. Während mit dem EHC Linz und dem VSV die Verfolger einen recht großen Abstand zum KAC geschehen lassen mussten, zeichnete sich im Mittelfeld ein harter Kampf um die übrigen Playoff-Plätze ab. Mit dem HC Innsbruck und der VEU Feldkirch kristallisierten sich nach und nach auch die Schlusslichter der Tabelle heraus. Gegen Ende des Grunddurchgangs duellierten sich nur noch die Graz 99ers und die Capitals um Rang vier, das Rennen machten schließlich die Grazer. Playoff-Vorschau auf www.hockeyfans.at
Bereits im Lauf des Grunddurchgangs zeichnete sich ab, dass mit Feldkirch ein weiterer Teilnehmer der EBEL abhandenkommen würde, was sich schließlich auch bewahrheitete. Vor allem finanzielle Schwierigkeiten führten letzten Endes zum Abstieg der Vorarlberger in die Nationalliga. Zwar gab es seitens der Fans koordinierte Versuche, dem Verein durch aufwändige Aktionen den Verbleib in der Bundesliga zu ermöglichen, diese zeigten jedoch am Ende leider nicht den nötigen Erfolg. Offener Brief der Feldkircher Fanplattform an den EC Feldkirch
Tabelle nach dem Grunddurchgang Platz Team SP S N SNV NNV T GT TVH PKT 1 EC KAC 48 23 12 8 5 162 119 +43 53 2 EHC Linz 48 24 18 3 3 147 119 +28 43 3 EC VSV 48 23 19 3 3 148 134 +14 40 4 Graz 99ers 48 21 20 4 3 141 147 −6 38 5 Vienna Capitals 48 19 22 3 4 113 128 −15 37 6 Supergau Feldkirch 48 16 24 3 5 116 133 −17 33 7 HC Innsbruck 48 14 25 4 5 108 155 −47 32
Statistiken Topscorer Rk Spieler Team GP G A PTS +/- PIM PPG PPA SHG SHA GWG 1 Anthony Iob KAC 47 29 35 64 +21 74 9 12 2 1 6 2 Sean Selmser VSV 48 14 41 55 +8 76 4 13 0 1 2 3 Warren Norris Graz 48 22 32 54 +18 103 4 11 1 2 4 4 Thomas Koch KAC 47 22 29 51 +20 34 11 10 1 1 5 5 Kent Salfi Linz 48 21 27 48 +10 34 6 3 2 2 5 6 Ivo Jan Graz 37 32 15 47 +22 26 8 4 4 1 8 7 Matti Kaipainen KAC 46 22 25 47 +12 30 5 15 0 3 6 8 Herbert Hohenberger VSV 52 13 34 47 +16 102 4 8 2 1 4 9 Mike Craig Capitals 46 24 22 46 +5 76 8 10 2 1 4 10 Günther Lanzinger VSV 45 18 28 46 +13 94 3 7 0 1 3 Legende:GP = Spiele, G = Tore, A = Assists, PTS = Scorerpunkte, +/- = Plusminuswert, PIM = Strafminuten, PPG = Powerplaytore, PPA = Powerplayassists, SHG = Unterzahltore, SHA = Unterzahlassists, GWG = Siegestore
Torhüter Rk Spieler Team GP MIP GA GAA SOG SVS SVS% SO W L OTL 1 Walter Bartholomäus Capitals 17 939 33 2.11 478 445 93.10 3 11 4 1 2 Gert Prohaska VSV 42 2455 108 2.64 1495 1386 92.71 4 24 17 1 3 Andrew Verner KAC 46 2771 109 2.36 1464 1355 92.55 4 29 12 5 4 Mark McArthur VEU 37 2102 96 2.74 1197 1101 91.98 4 11 20 5 5 Pavel Nešťák Linz 45 2642 101 2.29 1251 1150 91.93 4 27 15 3 6 Jürgen Penker VEU 16 789 33 2.51 389 356 91.52 0 8 4 0 7 Marko Leinonen Capitals 34 1952 93 2.86 1078 985 91.37 1 11 18 3 8 Claus Dalpiaz Innsbruck 48 2837 148 3.13 1553 1405 90.47 3 18 24 5 9 Patrick Machreich Graz 33 1980 94 2.85 963 869 90.24 1 19 12 2 10 Rastislav Rovnianek Graz 15 913 49 3.22 479 430 89.77 0 6 8 1 Legende:GP = Spiele, MIP = Spielminuten, GA = Gegentore, GAA = Gegentorschnitt je 60 Minuten, SOG = Torschüsse, SVS = gehaltene Schüsse, SVS% = Fangquote, SO = Shutouts, W = Siege, L = Niederlagen, OTL = Niederlagen nach Verlängerung oder Penaltyschießen
Playoffs Playoff-Baum
Halbfinale EC KAC – Graz 99ers Die Serie zwischen dem EC KAC und den Graz 99ers verlief sehr einseitig zugunsten des EC KAC, der sich schließlich mit 3:0 Siegen gegen die Steirer durchsetzen konnte. Die Grazer starteten hochmotiviert in das erste Spiel und konnten bis zum Ende des zweiten Drittels ein Unentschieden halten. Zu Beginn des Schlussdrittels entschied der EC KAC die Partie jedoch mit einem Doppelschlag durch Harald Ofner und Anthony Iob für sich. Im zweiten Spiel ging der KAC in der vierten Minute in Führung, musste aber nur eine Minute später den Ausgleich hinnehmen. Zu einem entscheidenden Moment kam es in der 18. Minute, als Dave Chyzowski dem Klagenfurter Verteidiger Igor Iwanow mit dem Stock unter das Visier fuhr und dafür eine Spieldauer-Disziplinarstrafe erhielt. Zwar gingen die Grazer zu Beginn des Mitteldrittels in Führung, aber der KAC drehte das Spiel mit einem Doppelschlag durch Philippe-Michael Horsky und Iob, wobei letzterer mit einem zweiten Treffer im Schlussdrittel den zweiten Sieg besiegelte. Im letzten Spiel zeigte Torhüter Andrew Verner seine Klasse und konnte alle 29 Schüsse der Grazer entschärfen, sodass dem KAC zwei Treffer zum Einzug ins Finale genügten.
Halbfinale: EC KAC – Graz 99ers 23. März 2004Stadthalle Klagenfurt3.500 Zuschauer EC KACA. Iob (16:56, Powerplay, T. Koch)M. Kaipainen (27:36, G. Hager, G. Ressmann)H. Ofner (42:19, D. Schuller)A. Iob (43:19, D. Welser) 4:2 (1:0, 1:2, 2:0)Strafminuten: 16:49Torhüter: A. Verner (KAC, 60 Min., 26 Schüsse, 2 Tore)P. Machreich (Graz, 60 Min., 61 Schüsse, 4 Tore) Graz 99ersI. Jan (28:21, Powerplay, R. Schurian, J. Rebek)I. Jan (36:05, W. Norris, R. Schurian) 26. März 2004Eishalle Liebenau4.000 Zuschauer Graz 99ersD. Chyzowski (05:12, Powerplay, I. Jan, J. Rebek)G. Göttfried (24:23, Powerplay, J. Mattie, W. Kerth) 2:4 (1:1, 1:2, 0:1)Strafminuten: 89:30Torhüter: P. Machreich (Graz, 58 Min., 23 Schüsse, 4 Tore)A. Verner (KAC, 60 Min., 31 Schüsse, 2 Tore) EC KACD. Welser (03:07, Powerplay, T. Koch, J. Reichel)P. Horsky (35:53)A. Iob (36:29, J. Reichel, G. Hager)A. Iob (46:24) 28. März 2004Stadthalle Klagenfurt4.400 Zuschauer EC KACI. Iwanow (00:37, G. Ressmann, G. Hager)A. Iob (26:20, D. Welser, T. Koch) 2:0 (1:0, 1:0, 0:0)Strafminuten: 18:20Torhüter: A. Verner (KAC, 60 Min., 29 Schüsse, 0 Tore)P. Machreich (KAC, 60 Min., 36 Schüsse, 2 Tore) Graz 99ersKeine Tore Der EC KAC gewinnt die Serie mit 3:0 Siegen.
EHC Linz – EC VSV Ähnlich souverän zog der EC VSV ins Finale ein und egalisierte dabei auch den Heimvorteil des Gegners und Titelverteidigers EHC Linz. Schon im ersten Spiel dominierten die Villacher für vierzig Minuten das Geschehen auf dem Eis und zogen auf 4:1 davon. Linz fand nach teilweise sehr mäßigen Defensivleistungen erst gegen Ende des Spiels zu seiner Form und konnte noch drei Tore aufholen, aber auch der VSV traf noch zwei Mal und siegte damit klar mit 6:4. Drei der sechs Tore waren dabei Wolfgang Kromp gelungen. Das zweite Spiel in Villach verlief dann aber wesentlich knapper. Zwar ging der VSV nach nur zwei Minuten und 34 Sekunden durch Sean Selmser in Führung, aber Pavel Nešťák im Tor der Linzer vereitelte alle weiteren Versuche. Stattdessen glichen die Gäste zur Halbzeit aus. Das 1:1 blieb bis zum Ende bestehen. Erst nach knapp drei gespielten Minuten in der Overtime schoss Mike Stewart von der blauen Linie aus den VSV zum zweiten Sieg. Die Entscheidung brachte Spiel Nummer drei in Linz. Hier präsentierten sich die Hausherren lange Zeit optisch überlegen, während der VSV nur über Konter gefährlich wurde, dabei aber fast jede Chance verwerten konnte. Nach sechzig Minuten stand es 3:3. Da auch die Overtime keine Entscheidung brachte, ging es ins Penaltyschießen, wo Stephané Roy den Finaleinzug für Villach fixierte.
Halbfinale: EHC Linz – EC VSV 23. März 2004Eishalle Linz3.800 Zuschauer EHC LinzT. Eichberger (10:27, R. Lukas)R. Lukas (41:17, Powerplay, P. Lukas)T. Eichberger (52:14, K. Salfi, J. Ihantola)C. Perthaler (58:41, R. Lukas) 4:6 (1:2, 0:2, 3:2)Strafminuten: 8:10Torhüter: P. Nešťák (Linz, 58 Min., 32 Schüsse, 5 Tore)G. Prohaska (VSV, 60 Min., 44 Schüsse, 4 Tore) EC VSVW. Kromp (03:08, Marco Pewal, H. Hohenberger)S. Selmser (15:38, Powerplay, S. Roy, T. Searle)Marco Pewal (26:26, G. Lanzinger)W. Kromp (31:28, S. Roy)W. Kromp (54:38, Marco Pewal)T. Searle (59:58, Shorthanded, Empty net) 26. März 2004Stadthalle Villach4.200 Zuschauer EC VSVS. Selmser (02:34, Powerplay, S. Herzog, S. Roy)M. Stewart (62:55, W. Kromp, R. Kaspitz) 2:1 n. V. (1:0, 0:1, 0:0, 1:0)Strafminuten: 8:8Torhüter: G. Prohaska (VSV, 60 Min., 32 Schüsse, 1 Tor)P. Nešťák (Linz, 60 Min., 20 Schüsse, 2 Tore) EHC LinzA. Judex (27:29, Powerplay, C. Perthaler) 28. März 2004Eishalle Linz3.800 Zuschauer EHC LinzM. Szücs (04:21, T. Eichberger, J. Miner)J. Miner (15:54, K. Salfi, M. Szücs)R. Divis (56:26, Powerplay, J. Miner) 3:4 n. P. (2:1, 0:2, 1:0, 0:0, 0:1)Strafminuten: 8:12Torhüter: P. Nešťák (Linz, 65 Min., 31 Schüsse, 4 Tore)G. Prohaska (VSV, 65 Min., 42 Schüsse, 3 Tore) EC VSVS. Selmser (06:50, S. Herzog, S. Roy)G. Lanzinger (36:13, R. Steinwender, S. Herzog)S. Selmser (37:33, S. Roy, S. Herzog)S. Roy (65:00, entsch. Penalty) Der EC VSV gewinnt die Serie mit 3:0 Siegen.
Finale