Der Bied ist ein etwa sechs Kilometer langer Bach in einem Hochtal des Juragebirges in Le Locle im Kanton Neuenburg in der Schweiz. Er speist den Wildbach Rançonnière unterhalb des Felsmassivs von Col des Roches, der in den See Lac des Brenets und damit in den Doubs mündet. Während Jahrhunderten diente seine Wasserkraft dem Antrieb der unterirdischen Mühlen von Col des Roches.

Geographie Verlauf Der Bied entspringt in einem Tal bei Le Locle auf unweit der Europäischen Hauptwasserscheide. Seine Quelle liegt in der Gemeinde La Sagne. Dem Quellbach Bied du Verger folgt ein Stück weit die Gemeindegrenze zwischen La Chaux-de-Fonds und Le Locle. In der Schlucht Combe des Enfers (auf Deutsch übersetzt «Höllental») wendet er sich nach Südwesten und erreicht beim Seitental Combe Robert die Stadtsiedlung von Le Locle und das Quartier Le Verger. Eine Überbauung am Stadtrand heisst Sur le Bied.

Im dicht überbauten Stadtzentrum im Talboden wurde der Bach seit dem späten 19. Jahrhundert eingedolt. In der Richtung des Talwegs verläuft parallel zum Bach die Durchgangsstrasse (Hauptstrasse 20), deren Teilabschnitte Route du Verger, Rue Girardet, Rue du Marais, Rue du Temple und Rue de France heissen. Unter der Route de la Combe Girard nimmt der Bied den Seitenbach auf, der von Süden aus dem Tal Combe Girard kommt und auf dem letzten Abschnitt ebenfalls eingedolt ist. Beim Technikum von Le Locle Haute École Arc ingénierie fliesst ihm der Nebenbach La Jaluse ebenfalls unterirdisch zu.

Im Südwesten von Le Locle verlässt der Bied bei der Niederlassung der Uhrenmanufaktur Tudor die Verdolung und fliesst gegen Südwesten kanalisiert durch die Ebene des ehemaligen, jetzt trockengelegten Sumpfgebiets le Marais. In dieses ehemalige Feuchtgebiet fliessen von Süden die Nebenbäche La Grecque und Les Calame. Südlich des Bahnhofs Le Locle-Col des Roches endet der offene Bachlauf in einer Wasserfassung. Ursprünglich versickerte der Bied an dieser Stelle im Sumpfboden, durchquerte den Felsriegel des Col des Roches im verkarsteten Untergrund und trat nördlich davon in einem tieferen Tal wieder ans Tageslicht. Dort wird das Gewässer Rançonnière genannt; dieser Bach mündet nach 2,5 Kilometern in den See Lac des Brenets, der einen Abschnitts im Flusslauf des Doubs bildet. Die Rançonnière kann auch als separater Unterlauf des Bied betrachtet werden.

Zuflüsse Les Herses (rechts) Combe Girard (links) La Jaluse (links) La Grecque (links) Les Calame (links)

Geschichte Der unterirdische Ablauf des Bied wurde vom 16. bis zum 19. Jahrhundert bei Col des Roches als Antrieb für die Höhlenmühlen von Le Locle genutzt.Caroline Calame, Orlando Orlandini: Die unterirdischen Mühlen des Col-des-Roches – eine Reise ins Innere der Erde. Col-des-Roches 2001. Da der Versickerungstrichter grössere Wassermengen während der Schneeschmelze und langer Regenperioden nicht aufnehmen konnte, wurde bis ins 19. Jahrhundert bei solchen Ereignissen oft der ganze Talboden überschwemmt. Im Jahr 1805 wurde mit dem Errichten eines künstlichen Tunnels unter dem Col des Roches die Überschwemmungsgefahr weitgehend gebannt. Dieser Kanal leitete einen Teil des Wassers über einen etwa 90 m hohen Wasserfall ins Tal von La Rançonnière hinab.

1890 errichtete die Stadt Le Locle das Wasserkraftwerk Usine hydroélectrique de la Rançonnière, die das Gefälle zwischen der Marais-Ebene und dem Tal La Rançonnière ausnutzte und elektrischen Strom für die Beleuchtung von Le Locle produzierte.

Zwischen 1968 und 1973 wurde am Bied ein Hochwasserrückhaltebecken errichtet. Erst 1980 wurden mittels Färbeversuchen die Verbindungen zwischen Dolinen auf den Hochflächen des Juragwebirges und dem Ausgang der Karsthöhle nachgewiesen.

Weblinks

Verlauf des Bied (und der Rançonnière) auf dem Geoportal des Kantons Neuenburg

Einzelnachweise

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