Der Artikel beinhaltet eine ausführliche Darstellung der saudi-arabischen Fußballnationalmannschaft bei Weltmeisterschaften. Saudi-Arabien nahm 2026 zum siebten Mal an der Fußballweltmeisterschaftsendrunde teil. Bestes Abschneiden ist das Erreichen des Achtelfinales bei der ersten Teilnahme 1994. Danach schied die Mannschaft immer in der Vorrunde aus. In der ewigen Tabelle der WM-Endrundenteilnehmer belegt Saudi-Arabien nach der WM 2026 den 46. Platz.
Überblick
Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Letzte(r) Gegner ErgebnisDie Platzierungen ab Platz 5 wurden von der FIFA festgelegt, ohne dass es dafür Platzierungsspiele gab. Siehe: (PDF; 200 kB) Trainer Bemerkungen und Besonderheiten 1930 Uruguay nicht teilgenommen Staatsgründung erst 1932 1934 Italien nicht teilgenommen Kein FIFA-Mitglied 1938 Frankreich nicht teilgenommen Kein FIFA-Mitglied 1950 Brasilien nicht teilgenommen Kein FIFA-Mitglied 1954 Schweiz nicht teilgenommen Kein FIFA-Mitglied 1958 Schweden nicht teilgenommen 1. Länderspiel erst 1957 nach der Auslosung der Qualifikationen 1962 Chile nicht teilgenommen 1966 England nicht teilgenommen 1970 Mexiko nicht teilgenommen 1974 Deutschland nicht teilgenommen 1978 Argentinien nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 1. Runde am Iran gescheitert. 1982 Spanien nicht qualifiziert In der Qualifikation im Finalturnier an Neuseeland und Kuwait gescheitert. 1986 Mexiko nicht qualifiziert In der Qualifikation in der Westasien-Gruppenphase an den VAE gescheitert, das sich ebenfalls nicht qualifizieren konnte. 1990 Italien nicht qualifiziert In der Qualifikation in der Endrunde an Südkorea und den VAE gescheitert. 1994 USA Achtelfinale Schweden 12. Die Gruppenphase wurde punkt- und torgleich hinter den Niederlanden als Gruppenzweiter überstanden, die schlechtere Platzierung resultierte aus dem direkten Vergleich, der verloren wurde. Im Achtelfinale kam dann gegen den späteren Dritten das Aus. 1998 Frankreich Vorrunde Dänemark, Frankreich, Südafrika 28. Nach Niederlagen gegen Dänemark und den Gastgeber und späteren Weltmeister Frankreich und einem Remis gegen Südafrika als Gruppenletzter ausgeschieden. 2002 Südkorea/Japan Vorrunde Deutschland, Kamerun, Irland 32. Nach drei Niederlagen und ohne Torerfolg als Gruppenletzter ausgeschieden. Das 0:8 gegen Deutschland ist die höchste WM-Niederlage für Saudi-Arabien und der höchste WM-Sieg für Deutschland. 2006 Deutschland Vorrunde Tunesien, Ukraine, Spanien 28. Nach einem Remis gegen Tunesien und Niederlagen gegen die Ukraine und Spanien als Gruppenletzter ausgeschieden. 2010 Südafrika nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 5. Runde an Bahrain gescheitert, das sich ebenfalls nicht qualifizieren konnte. 2014 Brasilien nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 3. Runde an Australien und dem Oman gescheitert. 2018 Russland Vorrunde Russland, Uruguay, Ägypten 26. Nach Niederlagen in den ersten beiden Spielen schon vor dem letzten Spiel ohne Chance das Achtelfinale zu erreichen 2022 Katar Vorrunde Argentinien, Polen, Mexiko 25. Durch den 2:0-Sieg der Japaner gegen Australien vor den beiden letzten Spielen qualifiziert. Nach einem Sieg gegen Argentinien und Niederlagen gegen Polen und Mexiko als Gruppenletzter ausgeschieden.2026 Kanada/Mexiko/USA Vorrunde Uruguay, Spanien, Kap-Verde 38. In der vierten Runde der Qualifikation gegen den Irak und Indonesien durchgesetzt. Saudi-Arabien erzielte gegen Uruguay und Kap Verde zwei Unentschieden und verlor gegen Spanien, und schied als Gruppenletzter in der Vorrunde aus. mini|Platzierung der saudi-arabischen Mannschaft in der ewigen WM-Tabelle Statistik (Angaben inkl. 2026: 23 Weltmeisterschaften)
Keine Teilnahme: 10× (43 %; 1930, 1934, 1938, 1950, 1954, 1958, 1962, 1966, 1970 und 1974) Nicht qualifiziert: 6× (26 %; 1978, 1982, 1986, 1990, 2010 und 2014) Sportliche Qualifikation: 6× (26 % bzw. bei 50 % der Versuche) Achtelfinale: 1× (4 %; 1994) Vorrunde: 6× (26 %; 1998, 2002, 2006, 2018, 2022 und 2026)
WM-Turniere Turniere mit maximal 16 Teilnehmern Weltmeisterschaften 1930 bis 1974 Die Saudi Arabian Football Federation wurde erst 1956 gegründet und im gleichen Jahr in die FIFA aufgenommen, daher konnte Saudi-Arabien an den ersten fünf WM-Turnieren nicht teilnehmen, aber auch danach verzichtete der Verband fünfmal auf die Teilnahme an der Qualifikation.
Weltmeisterschaft 1978 Für die WM in Argentinien wollte sich Saudi-Arabien erstmals qualifizieren. Am 12. November 1976 wurde in Dschidda das erste WM-Qualifikationsspiel bestritten und gegen Syrien mit 2:0 gewonnen. Das Rückspiel 14 Tage später in Damaskus wurde dagegen mit 1:2 verloren. Da beide die Spiele gegen den anderen Gruppengegner Iran verloren, schieden beide aus und der Iran konnte sich im weiteren Verlauf der Qualifikation erstmals für die WM-Endrunde qualifizieren.
Turniere mit 24 Teilnehmern Weltmeisterschaft 1982 In der ersten Qualifikationsrunde für die WM in Spanien setzte sich Saudi-Arabien mit vier Siegen gegen den Irak, Katar, Bahrain und Syrien durch. Beim Finalturnier gelang aber nur ein Remis gegen Neuseeland. Die Spiele gegen Kuwait, das sich ebenso wie Neuseeland erstmals qualifizierte, und China wurden verloren, so dass Saudi-Arabien nur den letzten Platz in der Gruppe belegte.
Weltmeisterschaft 1986 In der Qualifikation für die zweite WM in Mexiko scheiterte Saudi-Arabien, das die Fußball-Asienmeisterschaft 1984 gewonnen hatte, bereits in der ersten Runde an den Vereinigten Arabischen Emiraten. Der andere Gruppengegner Oman hatte nach der Auslosung zurückgezogen, so dass bereits nach zwei Spielen (0:0 und 0:1) die Qualifikation für die Saudis beendet war. Die Vereinigten Arabischen Emirate scheiterten dann am Irak, der sich dadurch zum bisher einzigen Mal qualifizieren konnte.
Weltmeisterschaft 1990 In der Qualifikation für die zweite WM in Italien konnte sich Saudi-Arabien, das 1988 seinen Titel als Asienmeister verteidigt hatte, in der 1. Gruppenphase gegen Syrien und den Nordjemen durchsetzen und gab dabei nur einen Punkt ab. Der dritte Gruppengegner Bahrain hatte nach der Auslosung zurückgezogen. Bei der Endrunde, die in Singapur und Malaysia ausgetragen wurde, belegten die Saudis aber hinter Südkorea, den Vereinigten Arabischen Emiraten – die sich damit zum bisher einzigen Mal qualifizierten – sowie Katar und China nur den fünften Platz und konnte lediglich Nordkorea hinter sich lassen, gegen das der einzige Sieg gelang.
Weltmeisterschaft 1994 Vier Jahre später gelang dann erstmals die Qualifikation. In der ersten Qualifikationsrunde für die WM in den USA konnte sich Saudi-Arabien zunächst als Gruppensieger bei Turnieren in Malaysia und Saudi-Arabien gegen Kuwait, Malaysia und Macau durchsetzen – Nepal hatte nach der Auslosung auf die Teilnahme verzichtet. Dabei gelang am 14. Mai 1993 mit dem 8:0 gegen Macau der höchste Länderspielsieg und keins der Spiele wurde verloren. In der finalen Gruppe mit Südkorea, Japan, dem Irak, dem Iran und Nordkorea belegte Saudi-Arabien den ersten Platz und konnte sich damit zusammen mit Südkorea für die WM-Endrunde qualifizieren.
In den USA wurden die Saudis in eine Gruppe mit den Niederlanden, Belgien und Marokko gelost und galten als Außenseiter. In ihrem ersten WM-Spiel verloren die Saudis dann auch mit 1:2 gegen die Niederlande, wobei Fuad Amin die Saudis bereits nach 18 Minuten mit dem ersten WM-Tor für die Saudis in Führung gebracht hatte, die bis zur 50. Minute hielt. Erst kurz vor Ende konnte der eingewechselte Gaston Taument den Sieg für den Favoriten sichern. Im zweiten Spiel gegen Marokko gelang dann den Saudis ihr erster WM-Sieg (2:1) und auch gegen die höher eingeschätzten Belgier, die gegen die Niederländer gewonnen hatten, konnten die Saudis gewinnen (1:0). Damit erreichten sie gleich bei ihrer ersten Teilnahme als Gruppenzweiter (punkt- und torgleich mit den Niederländern) die K.-o.-Runde. Im Achtelfinale trafen sie dann auf den späteren Dritten Schweden und verloren mit 1:3. In der ewigen Rangliste stiegen sie auf Platz 37 ein, ihre bis dato beste Platzierung.
Turniere mit 32 Teilnehmern Weltmeisterschaft 1998 In der Qualifikation für die zweite WM in Frankreich setzte sich Asienmeister Saudi-Arabien in der ersten Runde bei Turnieren in Malaysia und Saudi-Arabien gegen Malaysia, Taiwan und Bangladesch durch, gab dabei nur einen Punkt ab und kassierte nur ein Gegentor. In der zweiten Runde wurden zwar zwei Spiele verloren, dennoch reichte es zum ersten Platz und der direkten Qualifikation. Gruppengegner waren der Iran, der sich über die Playoffs qualifizierte, China, Katar und Kuwait. Gesichert wurde die Qualifikation aber erst am letzten Spieltag durch ein 1:0 in Katar.
In Frankreich trafen die Saudis, die vom Brasilianer Carlos Alberto Parreira trainiert wurden, der vier Jahre zuvor sein Heimatland zum vierten Titel geführt hatte, im ersten Spiel auf Dänemark und verloren mit 0:1. Gegen Gastgeber Frankreich wurde sogar mit 0:4 verloren, so dass schon vor dem letzten Gruppenspiel gegen WM-Neuling Südafrika das Aus feststand. Immerhin wurde gegen die Afrikaner noch ein 2:2 erreicht. In der ewigen Rangliste fielen sie um zwei Plätze, da Marokko und Norwegen an ihnen vorbeizogen.
Weltmeisterschaft 2002 Für die erste WM in Asien konnten sich neben den beiden Co-Gastgebern Südkorea und Japan noch zwei weitere asiatische Mannschaften direkt qualifizieren. Eine weitere hatte die Chance sich über die interkontinentalen Playoffs zu qualifizieren. In der ersten Runden setzte sich Saudi-Arabien mit sechs Siegen ohne Gegentor gegen Vietnam, Bangladesch und die Mongolei durch. In der zweiten Runde wurde zwar im Iran verloren, aber dennoch wurde wieder der erste Platz vor dem Iran, Bahrain, dem Irak und Thailand belegt, wodurch sich Saudi-Arabien direkt qualifizieren konnte. Der Iran scheiterte in den interkontinentalen Playoffs an Irland.
In Asien traf Saudi-Arabien im ersten Gruppenspiel auf den späteren Vizeweltmeister Deutschland und geriet mit 0:8 unter die Räder, wobei dem späteren WM-Rekordtorschützen Miroslav Klose seine ersten drei WM-Tore gelangen. Im zweiten Spiel gegen Kamerun fiel die Niederlage mit 0:1 glimpflicher aus, gegen Irland wurde dann zum Schluss mit 0:3 verloren. Damit schieden die Saudis erstmals ohne eigenes Tor aus und fielen in der ewigen Rangliste auf Platz 44.
Weltmeisterschaft 2006 In der Qualifikation für die zweite WM in Deutschland musste Saudi-Arabien erst in der zweiten Runde antreten und setzte sich in einer Gruppe mit Turkmenistan, Indonesien und Sri Lanka mit sechs Siegen als Gruppensieger durch. In der dritten Runde wurden Südkorea, das sich ebenfalls qualifizierte, Usbekistan und Kuwait hinter sich gelassen.
In Deutschland trennten sich Tunesien und Saudi-Arabien im ersten Spiel 2:2. Für beide blieb es der einzige Punkt, da beide ihre Spiele gegen die beiden anderen Gruppengegner, die Ukraine und Spanien verloren. Gegen WM-Neuling Ukraine verloren die Saudis mit 0:4 und gegen Spanien mit 0:1. Damit verabschiedete sich Saudi-Arabien für mindestens 12 Jahre von der WM-Bühne.
Weltmeisterschaft 2010 In der Qualifikation für die erste WM in Afrika musste Saudi-Arabien erst in der dritten Runde eingreifen. In einer Gruppe mit Usbekistan, Singapur und Libanon setzen sich die Saudis zusammen mit den Usbeken durch und erreichten die vierte Runde. In dieser waren dann Süd- und Nordkorea besser. Lediglich der Iran und die Vereinigten Arabischen Emirate konnten die Saudis hinter sich lassen. Der dritte Platz reichte aber, um die Playoffs der Gruppendritten zu erreichen. Hier trafen die Saudis auf Bahrain. Nach einem 0:0 im Auswärtsspiel ging das Heimspiel 2:2 aus, wodurch Bahrain aufgrund der Auswärtstorregel die Interkontinentalen Playoffs gegen Neuseeland erreichte und dort scheiterte. Nachdem die letzte WM keine Veränderung gebracht hatte, fielen sie nun in der ewigen Rangliste auf Pltz 48.
Weltmeisterschaft 2014