Saint-Étienne-en-Bresse [] ist eine französische Gemeinde in der Region Bourgogne-Franche-Comté im Département Saône-et-Loire. Sie gehört zum Arrondissement Louhans, zum Kanton Louhans und zum Gemeindeverband Bresse Louhannaise Intercom’. Die Gemeinde hat Einwohner (Stand ).
Geografie mini|links|Lage der Gemeinde im Arrondissement Louhans
Saint-Étienne-en-Bresse liegt in der Landschaft Bresse, im äußersten Südwesten des Arrondissements Louhans und grenzt an das Arrondissement Chalon-sur-Saône. In Ost-West-Richtung durchzieht die Departementsstraße D978 (Montret–Saint-Germain-du-Plain) die Gemeinde und kreuzt im Ort die Departementsstraße D162 (Villegaudin–Simandre).
Das Flüsschen La TenarreLa Tenarre, Länge 26,0 km, Zufluss zur Saône, Quelle bei in Saint-Martin-en-Bresse auf ca. 209 m, Mündung bei in Ormes auf ca. 174 m, La Tenarre auf sandre.eaufrance.fr bildet einen Teil der östlichen Gemeindegrenze, fließt durch die Gemeinde nahe am Bourg vorbei, bildet einen Teil der westlichen Gemeindegrenze und verlässt das Gebiet Richtung Westen. Entlang der nordöstlichen Gemeindegrenze fließt der Ruisseau du Moulin d’AmyRuisseau du Moulin d’Amy, Länge 5,5 km, Zufluss zu La Tenarre, Quelle bei in Vérissey auf ca. 207 m, Mündung bei in Saint-Étienne-en-Bresse auf ca. 184 m, Ruisseau du Moulin d’Amy auf sandre.eaufrance.fr. Die Gemeinde weist recht wenig bewaldete Flächen auf, verfügt dafür über rund zehn Étangs, die durch Biefs, künstlich angelegten Wasserläufen, zur Tenarre entwässert werden.
Zur Gemeinde gehören die folgenden Weiler und Fluren: le Bardard, la Barre, les Bouchats, Bout-de-Lai, les Buissons-Beaujard, Carcabeaux, les Chaillots, la Charpine, le Château-Gaillard, Chiraud, la Citadelle, les Clergets, le Congay, Corberan, les Durandards, Faugière, la Gagère, les Gaudets, Grand-Crussole, la Grille, la Gruyère, Meix-Bellicaut, Meix-Py, la Misère, les Moissons, Moulin-Neuf, le Murot, Narbonne, la Nuzillière, le Parc, Petit-Crussole, la Planchette, le Pontot, les Reppes, les Roussots, le Saugy, la Serrée (Gewässer), le Talloy, Vauchirey, la Verne, le Villey, la Volière, le Vorty.
Klima Das Klima in Saint-Étienne-en-Bresse ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die Klassifikation des Klimas nach Köppen und Geiger ist Cfb ((Gemäßigtes) Ozeanklima). Die Temperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei 12,0 °C. Der wärmste Monat ist der Juli mit einer Durchschnittstemperatur von 21,2 °C, der kälteste der Januar mit 3,3 °C. Über ein Jahr verteilt summieren sich die Niederschläge auf 1055 mm, dabei ist der November mit 113 mm der niederschlagsreichste, während März als trockenster Monat 73 mm aufweist. Über das ganze Jahr werden etwa 2700 Sonnenstunden gezählt.
Toponymie Eine erste Erwähnung geht zurück auf das Jahr 1308, in dem der Name Saint-Estienne en Bresse erwähnt wird. 1362 wird ausdrücklich auf das Bestehen einer Kirche hingewiesen mit Ecclesia Sancti-Stephani (Étienne ist die französische Form von Stephan). Die Kirche sei dem Abt von Sankt-Peter in Chalon-sur-Saône geweiht gewesen und führte weiter zur heutigen Ortsbezeichnung.
Als Folge der Revolution und der damit verbundenen Säkularisierung wurde die Gemeinde für einige Zeit umbenannt in Niveau.
Geschichte Beim Weiler Roussots befand sich eine Römerstraße Richtung Fontaine-Bouland. Dort wurde eine Motte gefunden, ebenfalls in Corberan und in Chaillots steht ein Bauernhaus mit Taubenschlag anstelle einer Burg mit Wassergraben. Rund drei Viertel der Gemeinde gehörten 1640 René de Montconis, ging dann über an Théophile de la Menue, an die Damas de Sassangy und an die de Châtenay, Grafen von Saint-Vincent, die anfangs 18. Jahrhundert das Schloss im Ort bauen ließen (heute ein Bauernhaus). Später ging die Herrschaft über an die Chamillard, die Gagne de Perrigny und schließlich an die Goux de Saint-Seine.
1380 erhielten die Einwohner von Saint-Étienne-en-Bresse einen Freibrief, darin waren die Rechte und Pflichten zwischen Herren und Einwohnern geregelt. Die Einwohner hatten jährlich eine Entschädigung zu bezahlen von einem Goldflorin (entsprechend 13 Sous), drei Hühnern und der Leistung von drei Tagen Frondienst.
Die neo-romanische Kirche wurde 1832 erbaut, die erste Schule 1833 und ein Mehrklassenschulhaus 1873. 1988 bestanden noch 31 Landwirtschaftsbetriebe. In früheren Zeiten hatte der Ort Anrecht auf zwei Jahrmärkte und es bestanden zwei Mühlen.
Die Herren von Saint-Étienne-en-Bresse Die Gemeinde war die nördlichste der Kastellanei Cuisery und deshalb eng mit deren Geschichte verbunden. Erst spät begannen sich Einzellehen herauszubilden.Das Lehen war 1644 zu drei Vierteln im Besitz von René de Montcony. Er verkaufte seinen Anteil an Théophile de la Menue, Écuyer, der es an die Damas de Sassangy weitergab. Schließlich gelangte das Lehen an die de Chatenay, Grafen von Saint-Vincent, die es 1759 an Madame de Chamillard verkauften.
Bevölkerung mini|Kirche Saint-Étienne in Saint-Étienne-en-Bresse
+ Bevölkerungs- und Wohnstruktur Bevölkerungsstruktur Anzahl Einwohner männlich weiblich davon Ausländer Anteil %806403403192,4
Die Bevölkerungsstruktur zwischen Männern und Frauen ist ausgeglichen. Dabei sind 55 % der Bevölkerung jünger als 45 Jahre. Die Gruppe der unter 15-Jährigen macht 20 % der Bevölkerung aus. Demgegenüber sind 27 % der Einwohner älter als 60 Jahre und damit im Rentenalter. Diese Struktur dürfte auf die Tatsache zurückzuführen sein, dass seit 1999 dank einer regen Bautätigkeit die Wohneinheiten um 25 % zugenommen haben. Dadurch dürfte ein verstärkter Zuzug von jungen Familien mit Kindern erfolgt sein. Wohnstruktur Anzahl Wohneinheiten davon Häuser Wohnungen Sonstige Zu-/Abnahme seit 1999436374602+24,6 % = 86 WE davon Hauptwohnsitz 353Zweit- oder Ferienwohnsitz29vakant55
Wirtschaft und Infrastruktur Unternehmen, Betriebe, Ladengeschäfte und Einrichtungen
In der Gemeinde gibt es nebst Kirche und Mairie (Gemeindehaus) folgende Unternehmen nach Branchen: +Wirtschaftlich aktive Betriebe in der Gemeinde nach Branchen (31.12.2023) Branche Anzahl BetriebeIndustrie und verarbeitendes Gewerbe2Baugewerbe12Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie3Information und Kommunikation1Finanz- und Versicherungsdienstleistungen2Grundstücks- und Wohnungswesen1Freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen6Öffentliche Verwaltung, Unterricht, Gesundheits- und Sozialwesen6Sonstige Dienstleistungen2Land- und Forstwirtschaftsbetriebe10 In der Gemeinde befinden sich eine Bäckerei und eine Metzgerei, Blumenladen, ein Coiffeursalon, ferner ein Generalunternehmen der Baubranche, ein Bauhandwerksbetrieb, eine Schreinerei/Zimmerei, zwei Maler/Gipser und ein Installateurbetrieb. Der Ort verfügt über eine psychologische Praxis, ein Restaurant und eine Post. Mit den Gütern des täglichen Bedarfs versorgen sich die Einwohner hauptsächlich in Saint-Germain-du-Plain und in Ouroux-sur-Saône.
Geschützte Produkte in der Gemeinde Als AOC-Produkte sind in Saint-Étienne-en-Bresse Volaille de Bresse und Dinde de Bresse, ferner Crème et beurre de Bresse zugelassen.
Bildungseinrichtungen In der Gemeinde besteht eine École primaire (École maternelle und École élémentaire) Bernard Gaspard, die der Académie de Dijon untersteht und von 80 Schulpflichtigen in vier Klassen besucht wird (Schuljahr 2024–2025). Für die Schule gilt der Ferienplan der Zone A.
Öffentlicher Verkehr In Saint-Étienne-en-Bresse befindet sich eine Haltestelle Le Bourg der Linie LR 703 (lignes régulières) der Linie Louhans-Châteaurenaud ↔ Chalon-sur-Saône.
Während der Schulzeiten verkehren die Busse zwei- bis dreimal täglich, während der Ferienzeiten teilweise auf Verlangen, an Sonn- und allgemeinen Feiertagen ist der Verkehr eingestellt.
Persönlichkeiten Marie-Humbert-Bernard Gaspard, Arzt, Friedensrichter und Historiker, geboren 1788, lebte in Saint-Étienne-en-Bresse.
Literatur
Weblinks
Siehe auch Liste der Monuments historiques in Saint-Étienne-en-Bresse
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in Bourgogne-Franche-Comté