Der Landkreis Göppingen ist eine Gebietskörperschaft mit Einwohnern () in Baden-Württemberg. Der Landkreis gehört zum Verband Region Stuttgart im Regierungsbezirk Stuttgart. Sitz der Verwaltung des Landratsamtes ist die Große Kreisstadt Göppingen. Das Kreisgebiet erstreckt sich von Nord nach Süd von Adelberg bis Hohenstadt, in West-Ost-Richtung von Ebersbach an der Fils bis Böhmenkirch.
Geographie Lage Der Landkreis Göppingen liegt am Rande der Schwäbischen Alb. Durch das Kreisgebiet fließt die Fils, ein rechter Nebenfluss des Neckars, der bei Plochingen mündet. Der Fluss kommt über Geislingen an der Steige von Wiesensteig (Filsursprung) und durchfließt das Kreisgebiet in ost-westlicher Richtung bis Ebersbach an der Fils, wo er den Landkreis verlässt, um dann bei Plochingen (Landkreis Esslingen) in den Neckar zu münden. Das Kreisgebiet erstreckt sich über eine Höhenlage von in Ebersbach an der Fils bis in Hohenstadt auf der Albhochfläche. Der Mittelpunkt des Landkreises Göppingen befindet sich im Schlater Wald in der Nähe des Parkplatzes an der Eiche.filstalexpress.de
Orte Die Liste der Orte im Landkreis Göppingen enthält ungefähr 255 Orte (Städte, Dörfer, Weiler, Höfe und Wohnplätze) des Landkreises Göppingen im geographischen Sinne.
Nachbarkreise Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die Landkreise Rems-Murr-Kreis, Ostalbkreis, Heidenheim, Alb-Donau-Kreis, Reutlingen (weniger als 500 m) und Esslingen.
Flächenaufteilung
Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2015.Flächenerhebung nach Art der tatsächlichen Nutzung 2015
Naturschutz
Der Landkreis Göppingen besitzt die nachfolgenden Naturschutzgebiete. Nach der Schutzgebietsstatistik der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW)Schutzgebietsstatistik der LUBW, Stand: 19. Dezember 2024 stehen 2881,68 Hektar der Kreisfläche unter Naturschutz, das sind 4,49 Prozent.
Autal: 45,0 ha; Gemarkung Bad Überkingen Bärentobel: 9,8 ha; Gemarkungen Uhingen und Holzhausen Dalisberg: 30,5 ha; Gemarkung Unterböhringen Eybtal mit Teilen des Längen- und Rohrachtales: 1331,0 ha; Gemarkungen Schnittlingen, Steinenkirch und Treffelhausen, Donzdorf, Geislingen an der Steige, Eybach, Stötten, Waldhausen und Weiler Galgenberg: 88,0 ha; Gemarkungen Auendorf und Deggingen Haarberg-Wasserberg: 109,6 ha; Gemarkung Reichenbach im Täle Hausener Wand: 77,5 ha; Gemarkungen Bad Überkingen und Hausen an der Fils Heide am Hillenwang: 12,5 ha; Gemarkung Gruibingen Heldenberg: 213,5 ha; Gemarkungen Donzdorf, Winzingen und Nenningen Kaltes Feld mit Hornberg, Galgenberg und Eierberg: 634,4 ha (davon 137,6 ha im Kreis Göppingen): Gemarkungen Nenningen und Weißenstein, Degenfeld, Waldstetten und Wißgoldingen (Ostalbkreis) Kornberg: 189,8 ha; Gemarkung Gruibingen Kutschenberg-Heuschlaufenberg-Stürzelberg: 76,3 ha; Gemarkung Böhmenkirch Nordalbhänge: Ottenwang-Ungerhalde-Sommerberg: 95 ha; Gemarkung Deggingen Oberer Berg: 18,1 ha; Gemarkungen Bad Ditzenbach und Deggingen Rohrachtal: 12,8 ha; Gemarkung Geislingen an der Steige Rufsteinhänge und Umgebung: 247,3 ha; Gemeinden Gruibingen und Mühlhausen im Täle Spielburg: 31,2 ha; Gemarkung Hohenstaufen Sterneck: 5,4 ha; Gemarkungen Mühlhausen im Täle und Wiesensteig Teufelsloch-Kaltenwang: 121,7 ha; Gemarkungen Bad Boll und Gruibingen Vögelestal und Oberes Lontal: 89,5 ha; Stadt Geislingen, Gemarkung Türkheim
Geschichte Der Landkreis Göppingen wird auch als Stauferkreis bezeichnet. Von der Burg Hohenstaufen nahm das Fürstengeschlecht um 1070 seinen Anfang und stieg bis zum Kaiserthron auf. Nach dem Aussterben der Staufer fiel der Göppinger Raum weitgehend an die Grafen von Württemberg. Hier wurde Göppingen bald Sitz eines Oberamtes. Nach 1810 wurde auch das ehemals zur freien Reichsstadt Ulm gehörige Gebiet um Geislingen württembergisch und es entstand das Oberamt Geislingen. Beide Oberämter gehörten ab 1810 zur Landvogtei an Fils und Rems und ab 1818 zum Donaukreis, der 1924 aufgelöst wurde. 1934 wurden sie in Kreise umbenannt und 1938 wurden beide zum Landkreis Göppingen vereinigt. Einige Orte des Kreises Geislingen kamen auch zum Landkreis Ulm. Der Landkreis Göppingen erhielt ferner einige Orte der aufgelösten Kreise Kirchheim, Schorndorf, Schwäbisch Gmünd und Welzheim.
Der Landkreis kam 1945 zum neu gegründeten Land Württemberg-Baden in der Amerikanischen Besatzungszone. Nach der Bildung des Landes Baden-Württemberg 1952 gehörte der Landkreis zum Regierungsbezirk Nordwürttemberg. Bei der Kreisreform blieb der Landkreis Göppingen am 1. Januar 1973 im Wesentlichen unverändert.
Es gab nur folgende Änderungen:
Der Ort Lenglingen wurde in die Stadt Göppingen umgemeindet. Er gehörte bis 1972 zur Gemeinde Großdeinbach, Landkreis Schwäbisch Gmünd, wurde dann in die Stadt Schwäbisch Gmünd eingegliedert und kam 1973 dann zu Göppingen. Bereits vor der Kreisreform 1973 war der Landkreis Göppingen um drei Orte vergrößert worden: Am 1. April 1972 war die Gemeinde Maitis (Landkreis Schwäbisch Gmünd) infolge der Eingliederung in die Stadt Göppingen dem Landkreis Göppingen zugeteilt worden. Ferner waren Türkheim und Waldhausen, beide bis 1970/1972 zum Landkreis Ulm gehörig, am 1. Januar 1971 bzw. 1. März 1972 in die Stadt Geislingen an der Steige eingegliedert worden und somit zum Landkreis Göppingen gekommen. (Quelle: Kreisreform Baden-Württemberg 1973#Landkreis Göppingen)
Bereits am 1. Januar 1971 hatte er die Gemeinde Türkheim des Landkreises Ulm hinzugewonnen. Aus demselben Landkreis folgte Waldhausen am 1. März 1972. Sowohl Türkheim als auch Waldhausen wurden in die Stadt Geislingen an der Steige eingegliedert. Am 1. April 1972 wurde der Landkreis um die Gemeinde Maitis, die in die Stadt Göppingen eingemeindet wurde, vergrößert.
Nach Abschluss der Gemeindereform umfasst der Landkreis Göppingen noch 38 Gemeinden, darunter neun Städte und hiervon wiederum drei „Große Kreisstädte“ (Eislingen/Fils, Geislingen an der Steige und Göppingen). Größte Stadt des Kreises ist Göppingen, kleinste Gemeinde ist Drackenstein.
Seit dem Jahr 2021 überlegen die Gemeinden Wiesensteig, Mühlhausen, Hohenstadt, Drackenstein, Bad Überkingen, Geislingen an der Steige und Böhmenkirch im Süden des Landkreises zum Alb-Donau-Kreis zu wechseln. Auslöser war die Entscheidung des Kreistags im Mai 2021, die Helfenstein-Klinik in Geislingen zu schließen. Bei Debatten in den Gemeinden des oberen Filstals wurde beklagt, dass sich die Bevölkerung der Gemeinden abgehängt fühle. Die Schließung der Helfenstein-Klinik habe das Fass zum Überlaufen gebracht. In Geislingen wurde daher zeitgleich zur Bundestagswahl 2021 ein Bürgerentscheid abgehalten, ob die Stadt prüfen solle, den Landkreis Göppingen zu verlassen und zum Alb-Donau-Kreis überzutreten. Auch in Böhmenkirch gab es eine Abstimmung, ob die Gemeinde einen Wechsel zum Landkreis Heidenheim, zum Ostalbkreis oder zum Alb-Donau-Kreis prüfen solle. In Geislingen stimmten 81,46 % der Stimmberechtigten (Beteiligung: 56,5 %) für eine Prüfung des Kreiswechsels, in Böhmenkirch 71,53 % (Beteiligung: 74,2 %). Die Entscheidungsgewalt über einen Kreiswechsel liegt beim Landtag.
Bevölkerung Einwohnerentwicklung mini|Bevölkerungspyramide für den Kreis Göppingen (Datenquelle: Zensus 2011 Datenbank Zensus 2011, Kreis Göppingen, Alter und Geschlecht)
Die Einwohnerzahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamts Baden-Württemberg (nur Hauptwohnsitze).
Datum Einwohner 31. Dezember 1973 232.933 31. Dezember 1975 229.117 31. Dezember 1980 230.953 31. Dezember 1985 229.399 25. Mai 1987 ¹ 231.284 31. Dezember 1990 243.092 Datum Einwohner 31. Dezember 1995 255.203 31. Dezember 2000 256.792 31. Dezember 2005 257.783 31. Dezember 2010 252.548 31. Dezember 2015 252.749 31. Dezember 2020 258.781
Konfessionsstatistik Laut der Volkszählung 2011 waren 35,1 % (86.804) der Einwohner evangelisch, 34,3 % (84.814) römisch-katholisch und 30,6 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Religionsgemeinschaft an oder machten keine Angabe., Zensus 2011 Laut kirchlicher Statistik waren Ende 2021 74.180 Personen Mitglied der katholischen Kirche (28,5 % bei 260.00 Einwohnern) und 74.661 Mitglied der evangelischen Kirche (28,7 %).Übersicht Stand 2021 Seite 1, abgerufen am 14. August 2023 Gemäß dem Zensus 2022 waren am 25. Mai 2022 27,8 % der Einwohner evangelisch, 28,1 % katholisch, und 44,1 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.Bevölkerung kompakt (Gebietsstand 15.05.2022, Religion), abgerufen am 15. August 2024
Der Anteil der evangelischen und katholischen Kirchenmitglieder im Kreis ist somit in den letzten Jahren regelmäßig gesunken.
Ende 2024 waren zuletzt 67.385 Personen Mitglied der katholischen Kirche (26,0 % bei 259.000 Einwohnern) und 68.729 Mitglied der evangelischen Kirche (26,5 %).ha-iv.drs.de, abgerufen am 26. Juni 2025Gemeindegliederzahlen der Kirchenbezirke der Ev. Landeskirche Württemberg (Stand per 31. Dezember)
Politik
Kreistag Der Kreistag wird von den Wahlberechtigten im Landkreis auf fünf Jahre gewählt. Das rechts dargestellte Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu folgender Sitzverteilung (66 Sitze, vorher 67 Sitze):
Kreistags-Wahleergebnisse seit 1989 Parteien und Wählergemeinschaften %2019Kreistagswahlen 2019, auf statistik-bw.de Sitze2019 %2014Sitzverteilung Kreistagswahl 2014, auf landkreis-goeppingen.de Sitze2014 %2009Sitzverteilung Kreistagswahl 2009, auf landkreis-goeppingen.de Sitze2009 %2004Endgültiges Ergebnis der Kreistagswahl nach Parteien am 7. Juni 2009 LRA Göppingen mit Vergleich Ergebnis der Kreistagswahl 2004, auf landkreis-goeppingen.de Sitze2004 %1999 1989–2009, auf statistik.baden-wuerttemberg.de Sitze1999 1989–2009, auf statistik.baden-wuerttemberg.de %1994 Sitze1994 %1989 Sitze1989 CDU Christlich Demokratische Union 25,6 17 36,5 23 31,3 22 38,1 25 39,1 28 32,6 27 34,3 26 FW Freie Wähler im Landkreis Göppingen 20,5 14 21,9 14 21,5 15 18,7 14 – – – – – – Grüne Bündnis 90/Die Grünen 18,9 13 13,5 9 13,1 8 9,7 6 6,8 4 10,3 7 7,3 5 SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 15,8 11 18,3 12 20,1 12 21,6 13 25,2 17 27,5 21 27,6 19 AfD Alternative für Deutschland 9,9 6 – – – – – – – – – – – – FDP Freie Demokratische Partei 7,8 5 7,1 4 14,0 8 12,0 7 9,3 6 9,5 6 12,5 8 Linke Die Linke 2,2 1 2,3 1 – – – – – – – – – – REP Die Republikaner – – – – – – – – 4,6 2 4,3 2 5,3 3 WG* Wählervereinigungen – – – – – – – – 15,0 12 15,4 13 13,1 12 Sonst. Sonstige – – 0,8 – – – – – – – 0,4 0 – – Gesamt 100 % 66 100 % 63 100 % 65 100 % 65 100 % 69 100 % 76 100 % 73 Wahlbeteiligung 56,93 % 46,88 % 49,56 % 50,39 % 52,5 % 65,1 % 56,8 % * WG: Wählervereinigungen, da sich die Ergebnisse von 1989 bis 1999 nicht auf einzelne Wählergruppen aufschlüsseln lassen.
Landrat Der Landkreis wird vom Landrat verwaltet. Der Kreistag wählt den Landrat für eine Amtszeit von acht Jahren. Der Landrat ist gesetzlicher Vertreter und Repräsentant des Landkreises sowie Vorsitzender des Kreistags und seiner Ausschüsse, hat aber in den Gremien kein Stimmrecht. Er leitet das Landratsamt und ist Beamter des Kreises.
Zu seinem Aufgabengebiet zählen die Vorbereitung der Kreistagssitzungen sowie seiner Ausschüsse. Er beruft Sitzungen ein, leitet diese und vollzieht die dort gefassten Beschlüsse. Sein Stellvertreter ist der Erste Landesbeamte.
Die Oberamtmänner des ehemaligen Oberamts Göppingen sind im Artikel Oberamt Göppingen dargestellt.
Die Landräte des Landkreises Göppingen ab 1936: 1934–1936: Walter Bertsch 1936–1942: Alfred Nagel 1943–1945: Hermann Reihling (Amtsverweser) 1945: Erich Krauss (kommissarisch) 1945–1946: Paul Metz (kommissarisch) 1946–1948: Gotthold Brendle 1948–1966: Gustav Seebich 1966–1985: Paul Goes 1985–2009: Franz Weber 2009–2025: Edgar Wolff seit 2025: Markus Möller
Wappen