Der Landkreis Esslingen ist eine Gebietskörperschaft in Baden-Württemberg. Mit  Einwohnern () ist er nach dem Rhein-Neckar-Kreis und vor dem Landkreis Ludwigsburg der zweitgrößte Landkreis dieses Landes und der sechstgrößte Deutschlands. Der Landkreis gehört zum Verband Region Stuttgart im Regierungsbezirk Stuttgart.

Wie bei der Kreisstadt Esslingen änderte sich die Schreibweise des Namens am 15. Oktober 1964, zuvor schrieb er sich amtlich Landkreis Eßlingen.

Geographie Geographische Lage Der Landkreis Esslingen wird vom Neckar, der von Südwesten kommend in das Kreisgebiet eintritt, in zwei Teile geteilt. Der westliche Teil umfasst überwiegend die Filder-Hochebene, der östliche Teil hat Anteil an den Ausläufern der Schwäbischen Alb und am Schurwald (Teil des schwäbisch-fränkischen Berglandes). Im Kreisgebiet mündet die Fils bei Plochingen in den Neckar, der bei Esslingen-Mettingen das Kreisgebiet in Richtung Stuttgart wieder verlässt. Der Wasserspiegel des Neckars bei Mettingen stellt mit den tiefsten Punkt des Kreisgebietes dar, der mit höchste Punkt befindet sich im Brucker Hölzle bei Bissingen-Ochsenwang.

Orte Die Liste der Orte im Landkreis Esslingen enthält die ungefähr 185 Orte (Städte, Dörfer, Weiler, Höfe, Wohnplätze) des Landkreises Esslingen, soweit sie geografisch getrennt sind.

Nachbarkreise Der Landkreis Esslingen grenzt im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die Landkreise Rems-Murr-Kreis, Göppingen, Reutlingen und Böblingen sowie an den Stadtkreis Stuttgart.

Flächenaufteilung

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2015.Flächenerhebung nach Art der tatsächlichen Nutzung 2015

Naturschutzgebiete

Der Landkreis Esslingen besitzt die nachfolgenden Naturschutzgebiete. Nach der Schutzgebietsstatistik der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW)Schutzgebietsstatistik der LUBW, Stand: 23. Dezember 2024 stehen 2347,34 Hektar der Kreisfläche unter Naturschutz, das sind 3,66 Prozent.

Alter Neckar: 21,3 ha; Gemarkungen Esslingen am Neckar und Altbach Am Rank (Röhmsee): 13 ha; Gemarkung Unterensingen Denkendorfer Erlachsee: 4,4 ha; Gemarkung Denkendorf Eichhalde: 85 ha; Gemarkung Bissingen an der Teck Erkenbergwasen: 15,7 ha; Gemarkung Neidlingen Grienwiesen (Schülesee): 11,5 ha; Gemarkung Unterensingen Häslachwald: 53,6 ha (davon 8,6 ha im Kreis Esslingen); Stadt Ostfildern – Gemarkung Kemnat Jusi/Auf dem Berg: 48,9 ha; Gemarkungen Kohlberg und Kappishäusern Krähenhäule: 5,3 ha; Gemarkung Esslingen am Neckar Kurzer Wasen-Roter Wasen: 29,1 ha; Gemarkung Weilheim an der Teck Limburg: 161,5 ha; Gemarkung Weilheim an der Teck Musberger Eichberg: 14,4 ha; Gemarkung Leinfelden-Echterdingen Nägelestal: 20,0 ha; Gemarkung Kirchheim unter Teck Neckarwasen: 13,3 ha; Gemarkungen Köngen und Wendlingen am Neckar Neuffener Heide: 16,9 ha; Gemarkung Neuffen Neuffener Hörnle-Jusenberg: 48,0 ha; Gemarkung Neuffen Oberes Lenninger Tal mit Seitentälern: 593 ha; Gemeinde Lenningen – Gemarkungen Gutenberg und Oberlenningen Randecker Maar mit Zipfelbachschlucht: 110,0 ha; Gemarkungen Ochsenwang und Hepsisau Schaichtal: 467,8 ha; Gemarkungen Aich, Grötzingen und Neuenhaus, Altenriet und Schlaitdorf, Waldenbuch (Landkreis Böblingen), Walddorf und Häslach (Landkreis Reutlingen) und Dettenhausen (Landkreis Tübingen) Schönrain: 7,1 ha; Gemarkung Neckartenzlingen Schopflocher Moor (Torfgrube): 50,4 ha; Gemeinde Lenningen – Gemarkungen Schopfloch und Ochsenwang Siebenmühlental: 98,5 ha; 52,6 ha auf den Gemarkungen Filderstadt und Leinfelden-Echterdingen im Landkreis Esslingen und 45,8 ha auf den Gemarkungen Steinenbronn und Waldenbuch im Landkreis Böblingen Stettener Bach: 49,6 ha; Gemarkung Esslingen am Neckar und Schanbach Teck: 386,0 ha; Gemarkungen Bissingen an der Teck, Dettingen unter Teck, Unterlenningen und Owen Tobeltal mit Mittagsfels und Wielandstein: 151,4 ha; Gemeinde Lenningen, Gemarkung Oberlenningen Unter dem Burz: 26,9 ha; Gemarkung Neidlingen Wernauer Baggerseen: 32,1 ha; Gemarkungen Köngen, Wendlingen am Neckar und Wernau (Neckar) Wernauer Lehmgrube: 5,5 ha; Gemarkung Wernau (Neckar) Wiestal mit Rauber: 136,5 ha; Gemarkungen Jesingen, Holzmaden und Ohmden

Geschichte Der Landkreis Esslingen geht zurück auf das alte württembergische Oberamt Eßlingen, das 1803 nach Übergang der ehemals freien Reichsstadt Eßlingen an Württemberg errichtet wurde. Im Laufe der Geschichte wurde es mehrmals verändert. Ab 1810 gehörte es zur Landvogtei Rothenberg und ab 1818 zum Neckarkreis, der 1924 aufgelöst wurde. 1934 wurde das Oberamt in Kreis Eßlingen umbenannt, und nach dem Gesetz über die Landeseinteilung vom 24. April 1938 wurde der nunmehrige Landkreis Eßlingen zum 1. Oktober 1938 um einige Gemeinden des aufgelösten Amtsoberamts Stuttgart sowie der Kreise Schorndorf, Kirchheim unter Teck und Göppingen vergrößert.

Der Landkreis kam 1945 zum neu gegründeten Land Württemberg-Baden in der Amerikanischen Besatzungszone. Nach der Bildung des Landes Baden-Württemberg 1952 gehörte der Landkreis zum Regierungsbezirk Nordwürttemberg. Am 16. Oktober 1964 genehmigte die Landesregierung die Änderung der bisherigen Schreibung in die heutige Schreibweise Landkreis Esslingen.

Bei der Kreisreform wurde der Landkreis Esslingen am 1. Januar 1973 um den Landkreis Nürtingen (ohne Grafenberg) vergrößert.

Am 1. Januar 1975 kamen noch die Stadt Leinfelden und die Gemeinde Musberg vom Landkreis Böblingen hinzu. Damit erreichte er seine heutige Ausdehnung.

Nach Abschluss der Gemeindereform umfasst der Landkreis Esslingen noch 44 Gemeinden, darunter 13 Städte und hiervon wiederum sechs Große Kreisstädte (Esslingen am Neckar, Filderstadt, Kirchheim unter Teck, Leinfelden-Echterdingen, Nürtingen und Ostfildern). Die größte Stadt des Kreises ist Esslingen am Neckar, die kleinste Gemeinde ist Altdorf bei Nürtingen. 1980 verübten deutsche Rechtsradikale der Deutsche Aktionsgruppen einen Bombenschlag auf das Landratsamt Esslingen sowie auf das Wohnhaus des Landrats. Bayerische Zeitschrift für Politik und Geschichte

Einwohnerentwicklung mini|Bevölkerungspyramide für den Landkreis Esslingen (Datenquelle: Zensus 2011 Datenbank Zensus 2011, Kreis Esslingen, Alter und Geschlecht)

Die Einwohnerzahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamts Baden-Württemberg (nur Hauptwohnsitze). Die Bevölkerungsentwicklung vor 1973 beinhaltet die Summe der Einwohner auch der Gemeinden, die heute zum Kreis Esslingen gehören, früher aber anderen Verwaltungseinheiten (Oberämtern, Landkreisen) zugeordnet waren. Datum Einwohner 1. Dez. 1871 ¹ 102.977 1. Dez. 1900 ¹ 123.690 17. Mai 1939 ¹ 177.405 31. Aug. 1950 ¹ 255.596 27. Mai 1970 ¹ 424.611 31. Dez. 1973 450.515 31. Dez. 1975 450.232 Datum Einwohner 31. Dez. 1980 460.156 31. Dez. 1985 456.362 25. Mai 1987 ¹ 460.429 31. Dez. 1990 480.436 31. Dez. 1995 490.169 31. Dez. 2000 500.666 31. Dez. 2005 514.245 Datum Einwohner 31. Dez. 2010 514.830 31. Dez. 2015 524.127 31. Dez. 2020 533.617

Mit Einwohnern () steht der Landkreis Esslingen bezogen auf die Bevölkerung an siebter Stelle in Deutschland, hinter dem Rhein-Neckar-Kreis () und dem Landkreis Ludwigsburg ( Einwohner).

Konfessionsstatistik Laut der Volkszählung 2011 waren 40,1 % der Einwohner evangelisch, 23,0 % römisch-katholisch und 37,0 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Religionsgemeinschaft an oder machten keine Angabe.Ergebnisse des Zensus 2011 Religion, Zensus 2011 Der Anteil der Protestanten und Katholiken an der Gesamtbevölkerung ist seitdem jährlich um einen Prozentpunkt gesunken. Gemäß dem Zensus 2022 waren 31,5 % der Einwohner evangelisch, 19,1 % katholisch, und 49,4 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.Bevölkerung kompakt (Gebietsstand 15.05.2022, Religion), abgerufen am 30. Juli 2024Landkreis Esslingen Der Gemeinde gehen die Gemeindeglieder aus

Laut kirchliche Statistik hat die Anzahl der Katholiken im Kreis im Jahr 2023 sich mit 3283 Personen (oder 0,6 % der Gesamtbevölkerung) verringert.Kirchliche Statistik 2022Kirchliche Statistik der Bistümer in Deutschland Jahreserhebung 2023 Bistum Rottenburg-Stuttgart, abgerufen am 11. Januar 2025

Politik Der Landkreis wird vom Kreistag und vom Landrat verwaltet.

Kreistag

Der Kreistag wird von den Wahlberechtigten im Landkreis auf fünf Jahre gewählt. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu dem in den Diagrammen dargestellten Endergebnis.

Ergebnisübersicht der Kreistagswahlen seit 1989 Parteien und Wählergemeinschaften %2024 Sitze2024 %2019Stimmenverteilung der Kreistagswahlen 1989–2009 Sitze2019 %2014 Sitze2014 %2009 Sitze2009 %2004 Sitze2004 %1999 Sitze1999 %1994 Sitze1994 %1989 Sitze1989 FW Freie Wähler im Landkreis Esslingen 26,3 27 29,4 28 31,5 30 27,3 29 – – – – – – – – CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 22,8 22 19,5 19 24,0 23 23,8 25 30,4 31 31,1 31 25,1 26 25,1 34 Grüne Bündnis 90/Die Grünen 16,3 14 19,1 19 14,5 14 14,5 14 12,7 12 9,4 9 12,8 12 10,7 14 SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 14,0 13 15,5 15 19,4 19 21,5 20 22,3 21 23,9 21 25,5 24 25,5 32 AfD Alternative für Deutschland 10,8 10 5,9 5 – – – – – – – – – – – – FDP Freie Demokratische Partei 5,7 5 6,2 5 4,7 5 7,1 7 4,9 5 3,1 3 3,9 4 4,9 5 Linke Die Linke 3,9 3 3,9 4 3,3 3 2,1 1 – – – – – – – – L.E.Bürger Liste engagierter Bürger 0,3 0 – – 0,4 0 – – – – – – – – – – REP Die Republikaner – – 0,6 1 2,0 2 2,8 3 4,7 4 4,4 4 5,4 5 5,8 6 UFB Unabhängige Freie Bürger – – – – – – 0,8 1 – – – – – – – – WG Wählervereinigungen – – – – – – – – 25,1 27 28,1 30 27,3 30 27,8 38 Sonst. Sonstige – – – – – – – – – – – – 0,1 0 0,3 0 Gesamt 100 % 94 100 % 98 100 % 96 100 % 100 100 % 100 100 % 98 100 % 101 100 % 129 Wahlbeteiligung 62,3 % 58,5 % 49,7 % 52,8 % 53,8 % 54,3 % 68,2 % 60,5 % WG: Wählervereinigungen, da sich die Ergebnisse von 1989 bis 2004 nicht auf einzelne Wählergruppen aufschlüsseln lassen.

Landrat Der Kreistag wählt den Landrat für eine Amtszeit von 8 Jahren. Dieser ist gesetzlicher Vertreter und Repräsentant des Landkreises sowie Vorsitzender des Kreistags und seiner Ausschüsse, hat aber kein Stimmrecht in den Gremien. Er leitet das Landratsamt und ist Beamter des Kreises.

Zu seinem Aufgabengebiet zählen die Vorbereitung der Kreistagssitzungen sowie seiner Ausschüsse. Er beruft Sitzungen ein, leitet diese und vollzieht die dort gefassten Beschlüsse. Sein Stellvertreter ist der Erste Landesbeamte.

Amtszeit Name 1933–1938 Ernst Mäulen 1938–1945 Hans Häcker 1945–1946 Fritz Landenberger 1946–1966 Georg Geist 1966–1973 Richard Schall 1973–2000 Hans Peter Braun 2000–2024 Heinz Eininger seit 2024 Marcel Musolf

Die Oberamtmänner des früheren Oberamts Eßlingen von 1803 bis 1938 sind im Artikel Oberamt Eßlingen dargestellt. Die Oberamtmänner des früheren Oberamts Nürtingen von 1805 bis 1938 sind im Artikel Oberamt Nürtingen dargestellt. Die Oberamtmänner des früheren Oberamts Kirchheim von 1791 bis 1938 sind im Artikel Oberamt Kirchheim dargestellt. Die Landräte des früheren Landkreises Nürtingen von 1938 bis 1973 sind im Artikel Landkreis Nürtingen dargestellt.

Wappen Das Wappen des Landkreises Esslingen zeigt in Gold über einem von Schwarz und Gold mit Teilungen schräggerauteten (geweckten) Schildfuß einen rot bewehrten und rot bezungten schwarzen Adler, belegt mit einem goldenen Hifthorn an goldener Fessel. Das Wappen wurde dem Landkreis Esslingen am 13. August 1975 durch das Innenministerium Baden-Württemberg verliehen.

Das Wappen wurde aus den Wappensymbolen der früheren Landkreise bzw. Herrschaften entnommen. Der Adler symbolisiert die ehemals freie Reichsstadt Esslingen, Rauten und Hifthorn sind dem alten Kreiswappen von Nürtingen entnommen, wobei die Rauten die Herrschaft Teck (u. a. Stadt Kirchheim unter Teck) und das Hifthorn die Stadt Nürtingen versinnbildlichen.