Tux ist eine Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Bezirk Schwaz und im Gerichtsbezirk Zell am Ziller im österreichischen Bundesland Tirol. Die Gemeinde liegt im Tuxer Tal, einem Seitental des Zillertals. Haupterwerbsquelle ist der Tourismus, die ehemals dominante Land- und Forstwirtschaft hat nur noch eine geringe Bedeutung. Im Sommer sind Wandern und Bergsteigen der wesentliche Bergsport, im Winter ist vor allem das Skigebiet am Tuxer Ferner bedeutend.

Geografie Die Gemeinde Tux liegt im hinteren und größten Teil des Tuxertals, welches die Tuxer Alpen (orographisch links) von den Zillertaler Alpen (rechts) trennt und eines der vier Seitentäler des Zillertals ist, das bei Mayrhofen südwestwärts abzweigt. Das Tuxertal ist dichter besiedelt als die anderen Seitentäler des Zillertales, da auch die klimatischen Bedingungen etwas günstiger sind. Das Gemeindegebiet von Tux reicht dabei bis zum hohen vergletscherten Olperer und bis zum hohen Tuxer Joch, einem schon in der Frühzeit viel begangenen Übergang zwischen dem Zillertal und dem Schmirntal und weiter ins Wipptal. Weitere markante Erhebungen im Gemeindegebiet sind die hohe Gefrorene-Wand-Spitze und der hohe Hoher Riffler. Die höchstgelegenen Bauernhöfe liegen auf .

Das Gemeindegebiet erstreckt sich über 11.111 ha, wovon der größte Teil (5.592 ha) auf Almen und Alpen und 2.550 ha auf Wald entfällt. Rund 90 % der Waldfläche von Tux sind als Schutzwald ausgewiesen.

2006 erfolgte die Ausdehnung des 1991 geschaffenen Hochgebirgs-Naturpark Zillertaler Alpen auf das Gebiet der Gemeinde Tux, welche damit zur Naturparkgemeinde wurde.

Ortsteile Die Gemeinde Tux besteht aus den fünf Ortsteilen Tux-Vorderlanersbach (mit den Weilern Berg, Schöneben, Außerrettenbach und Gemais), Tux-Lanersbach, Juns, Madseit und Hintertux. Die Änderung der Ortschaftsnamen von Lanersbach und Vorderlanersbach in Tux-Lanersbach und Tux-Vorderlanersbach wurde am 25. Jänner 2005 durch die Landesregierung bekannt gemacht. Zuvor gab es schon einige Zeit die Gemeinde Tux, jedoch keinen Ort mit diesem Namen.

Tux-Vorderlanersbach mini|links|Kirche in Vorderlanersbach () ist der erste Ortsteil an der Straße von Finkenberg. Am Berghang oberhalb des Ortes liegen die Weiler Schöneben und Gemais. Die Bauernschaft Gemais auf wurde aufgrund ihrer stilistischen Geschlossenheit, die bis ins 17. Jahrhundert zurückreicht, unter Denkmalschutz gestellt. Sie entwickelte sich aus einem ehemaligen Schwaighof. Das hoch gelegene Geiseljoch auf dem Weg ins Inntal war früher ein vielbegangener Weg für den Warenaustausch zu den Märkten in Hall in Tirol und Innsbruck. Von Vorderlanersbach erschließt eine Einseil-Umlaufgondel das Skigebiet Rastkogel, das mit den benachbarten Skigebieten Penken und Eggalm verbunden ist.

Tux-Lanersbach

Das Zentrum () liegt etwa zwei Kilometer hinter Vorderlanersbach und bildet den kulturellen und gesellschaftlichen Mittelpunkt der Gemeinde Tux. Beide Ortsteile gehen inzwischen nahtlos ineinander über. Lanersbach ist sowohl Sitz der Gemeinde Tux als auch der seit 1891 bestehenden Pfarre. Die Pfarrkirche St. Thomas in Lanersbach wurde 1686 anstelle einer früheren gotischen Kirche errichtet und 1750 barockisiert. Der Sitz des Tourismusverbandes, das Veranstaltungszentrum TuxCenter, die Volks- und Mittelschule und das Kinderbetreuungszentrum befinden sich ebenfalls in Lanersbach. In der südlich des Ortes auf der hoch liegenden Loschbodenalm befindlichen Höllensteinhütte (Zillertaler Alpen) ist ein kleines Bauernmuseum eingerichtet. Eine Einseilumlaufbahn führt in das Ski- und Wandergebiet der Eggalm auf der anderen Talseite (Tuxer Alpen).

Juns mini|Teil von Juns (2017) () ist ein langgezogenes Dorf etwa 2 km taleinwärts hinter Lanersbach. Es besteht aus einigen kleineren Hotelbauten und Wohnhäusern. Sehenswert ist eine Schaumühle, in der noch vor wenigen Jahrzehnten die hier angebaute Gerste gemahlen wurde. In Juns enden zwei ca. 5 km lange Rodelbahnen, die von der Höhlensteinhütte und der Grieralm herabführen. Die Bahnen sind beleuchtet, so dass ein Abendrodeln möglich ist.

Madseit mini|Madseit im Sommer (2017) mini|Madseit um 1930 mit dem Hintertuxer Gletscher im Hintergrund () liegt hinter dem Ortsteil Juns und ist eine kleine Siedlung mit einigen Hotelbauten, Pensionen und Wohnhäusern. Hinter der kleinen Siedlung, an der Mündung des Madseitbachs in den Tuxerbach, verengt sich das Tal.

Hintertux alternativtext=|mini|Hintertux im Frühsommer (2020) alternativtext=|mini|Hintertux im Winter (2021) () liegt im hintersten Teil des Tals, am Fuße des Hintertuxer Gletschers (dem einzigen Ganzjahresskigebiet Österreichs), und ist umrahmt von Bergen und Gletschern. Er besteht aus Hotels, Gasthöfen und vereinzelten Bauernhäusern. Die Kirche Maria Himmelfahrt wurde 1952 anstelle eines 1941 gesprengten Vorgängerbaus fertiggestellt.

In Hintertux befindet sich die höchstgelegene Thermalquelle und das höchste Thermalbad Europas. In unmittelbarer Nähe des Spannagelhauses liegt die Spannagelhöhle, die mit über 10 km Länge die größte Naturhöhle der Zentralalpen ist. Die unter Denkmalschutz stehende Höhle ist unter fachkundiger Leitung zu besichtigen.

Am Tuxer Ferner liegt das einzige Ganzjahresskigebiet Österreichs mit einem breiten Angebot an Liften. Die Ortschaft ist Ausgangspunkt zahlreicher Wanderungen und hoch-alpiner Touren. In den Herbstmonaten startet die Skisaison am Hintertuxer Gletscher. Das Skigebiet Hintertuxer Gletscher gehört zum Skigebiet Zillertal 3000.

Hintertux hat 178 Einwohner (Stand: 2006). Es gehörte bis 1926 zur Gemeinde Schmirn am Brenner.

Als einziger Ortsteil von Tux hat Hintertux eine eigene Postleitzahl (6294).

Nachbargemeinden

Klima

Geschichte mini|350x350px|Gegenüberstellung Wasserfall am Tuxbach 1820–2020 Das Tuxer Tal war schon in vorgeschichtlicher Zeit begangen, davon zeugen Funde aus der mittleren Steinzeit. Die ersten Bewohner des Tals waren wahrscheinlich Breonen, die zu dem Stamm der Räter zählen und im Wipptal siedelten.

Hirten und Bergbauern besiedelten das Tal vom Schmirntal aus über das Tuxer Joch und kultivierten es durch ihre Rodungstätigkeit. Die ersten Höfe waren Schwaighöfe, die ihren Zins in Naturalien abliefern mussten.

889 kam das Tuxer Tal mit anderen Teilen des Zillertals an das Erzbistum Salzburg. Im Jahr 1280 wurde der Name als Tukches erstmals urkundlich erwähnt. Ursprünglich war der Name nur für den Fluss geläufig. Hintertux wurde früher auch Wildentuks (1294) und das Torbachtal auch Nassentuchs (1449) genannt. Das Wort leitet sich wahrscheinlich von der indogermanischen Sprachwurzel teg ab, was laufen, fließen, dahinschmelzen bedeutet.

Das hinterste Tal zwischen Lanersbach und Hintertux war bis zum Jahr 1438 Lehen des Gerichts Matrei am Brenner und später Steinach am Brenner. Bis 1926 gehörte Hintertux zur Gemeinde Schmirn. 1926 schloss sich Hintertux mit Lanersbach und der Hauptmannschaft Lämperbichl zur Gemeinde Tux zusammen.

Im späten 19. Jahrhundert, als Autos noch nicht weit verbreitet waren und es noch keine Straße in das Tuxer Tal gab, wurden Lebensmittel, Medikamente und andere Waren von sogenannten „Bötinnen“ in das Tal gebracht. Die bekannteste „Bötin“ war Filomena Fankhauser (1875–1943), welche über 40 Jahre lang Waren und Post beförderte.

Bevölkerungsentwicklung

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Katholische Pfarrkirche Tux hl. Thomas Natureispalast Hintertux am Hintertuxer Gletscher. Führungen auch mit den Aspekten Wissenschaft und Abenteuer durch 40 m lange Teile einer Gletscherspalte, 25 m unter der Piste der Gefrorenen Wand.

Wirtschaft und Infrastruktur Landwirtschaft Auf den Wiesen und Almen des Tuxertales wird bis heute Landwirtschaft betrieben, auch wenn die meisten Betriebe diese lediglich als Nebenerwerb weiterführen.

Bankwesen Die heutige Raiffeisenbank Tux wurde ursprünglich am 1897 als "Spar- und Darlehenscassa-Verein nach dem System des F. W. Raiffeisen" gegründet. Bei der Gründungsversammlung der genossenschaftlich organisierten Bank am 28. März beteiligten sich 34 Einwohner mit je 10 Gulden am Verein, welcher sich zur Aufgabe machte, die Spartätigkeit anzuregen und mit dem eingenommenen Geld Darlehen zu vergeben. Heute ist zudem die Erste Bank in Tux mit einer Filiale vertreten.

Tourismus mini|Altes Unterkunftsverzeichnis von Hintertux (1952) alternativtext=|mini|Sicht auf den Hintertuxer Gletscher von der Bichlalm (2021) Der Tourismus mit zahlreichen Gastgewerbe- und Beherbergungsbetrieben ist der wirtschaftlich bedeutendste Erwerbszweig des Tales. Die Zahl der Nächtigungen stieg von 368.467 im Jahr 1970 auf rund 973.000 im Jahr 2019. Für den Skitourismus wurden insgesamt drei Skigebiete erschlossen: im Jahr 1961 zuerst das Gebiet Eggalm, ab 1968 der Hintertuxer Gletscher und ab 1984 der Rastkogel, welcher ab 2001 mit einer Pendelbahn mit dem Skigebiet Penken verbunden wurde. Vor allem in den 2000er-Jahren wurden in allen Skigebieten durch den Ausbau der Liftinfrastruktur die Kapazitäten massiv erhöht. Der Hintertuxer Gletscher wird von Beginn an als Ganzjahresskigebiet betrieben. Ebenso wichtig ist für die Region der Zusammenschluss der Tuxer Schigebiete in Richtung Finkenberg und Mayrhofen (Penken). Nach Mayrhofen hat Tux die zweithöchsten Nächtigungszahlen im Zillertal aufzuweisen.

Durch die COVID-19-Pandemie und die damit zusammenhängenden Lockdowns und Reisebeschränkungen sowie die Wirtschaftskrise wurde die stark vom Tourismus abhängige Gemeinde wirtschaftlich hart getroffen. Rund 973.000 Nächtigungen im Jahr 2019 stehen nur ca. 671.000 Nächtigungen im Jahr 2020 entgegen.Gemeinderatssitzung 1/2021, 8. Jänner 2021, Protokoll abrufbar unter https://www.gemeinde-tux.at/politik/protokolle.html

Verkehr mini|Die alte Rosengartenbrücke (um 1920) Tux ist von Mayrhofen über die Tuxer Straße (L 6) erreichbar. Diese Straße wurde von 1911 bis 1913 erbaut, ging damals jedoch nur bis Lanersbach. Erst 1932 wurde sie bis nach Hintertux weitergebaut. Ein wichtiger Punkt auf der Strecke ist die „Rosengartenbrücke“, die zwischen Finkenberg und Tux liegt und 1981 neu errichtet wurde. Die Vorgängerbrücke bestand seit 1913 und wurde am 24. März 1981 im Zuge der Neuerrichtung gesprengt. mini|hochkant|Ein alter Tuxer Postbus fährt durch einen Lawinenkegel (um 1930) Der nächstliegende Bahnhof der ÖBB ist Jenbach, welches gleichzeitig der Ausgangsbahnhof der Zillertalbahn ist. Vom Bahnhof Mayrhofen der Zillertalbahn besteht ein Busverkehr. Dieser Busverkehr wurde 1927 eröffnet.

1927 entschloss sich die Gemeinde Tux zur Gründung eines Autobusunternehmens, welches mit Busfahrer Heinrich Erler Bewohner und Gäste von Lanersbach nach Mayrhofen und umgekehrt brachte. Später wurde dieser Dienst, welcher ab 1932 auch bis nach Hintertux führte, durch die Österreichische Postbus AG übernommen, bevor die Linie 2005 privatisiert wurde. Seitdem werden die Fahrten auf diesem Abschnitt vom Unternehmen Christophorus durchgeführt. Heute verkehrt zusätzlich innerhalb des Tuxertales tagsüber zwischen Vorderlanersbach und Hintertux der kostenlose Tuxer Sportbus. In den Wintermonaten gibt es zudem einen kostenpflichtigen Nightliner bis zwei Uhr früh.

Ehemaliges Magnesitbergwerk

mini|Magnesitbergbau in Tux um 1950