Wiese () ist ein Wohnplatz der Gemeinde Märkische Heide im Landkreis Dahme-Spreewald (Brandenburg). Wiese war bis 1945 eine eigenständige Gemeinde, als es mit Schuhlen zur Gemeinde Schuhlen-Wiese zusammengeschlossen wurde.

mini|Wiese (und Skuhlen) auf dem Urmesstischblatt 3950 Groß Leuthen von 1846

Geographische Lage Wiese liegt rund 15 km südwestlich von Beeskow, rund 23 km südöstlich von Storkow (Mark) und rund 20 km nordöstlich von Lübben (Spreewald). Die beiden Ortskerne von Wiese und von Schuhlen liegen nur etwas mehr als einen Kilometer auseinander. Der nordwestliche Rand von Schuhlen ist vom südöstlichen Rand von Wiese nur rund 600 Meter Luftlinie entfernt.

Wiese bildet heute zusammen mit Schuhlen eine Gemarkung. Die frühere Gemarkung von Wiese grenzte im Norden an Plattkow (Ortsteil der Gemeinde Märkische Heide), Kossenblatt, Briescht und Trebatsch (alle drei genannten Orte sind Ortsteile der Gemeinde Tauche), im Südosten und Süden an die frühere Gemarkung von Schuhlen, im Südwesten an Groß Leuthen (Ortsteil der Gemeinde Märkische Heide) und im Westen Wittmannsdorf (Gemeindeteil im Ortsteil Wittmannsdorf-Bückchen der Gemeinde Märkische Heide). Wiese liegt nordöstlich der L442 und ist von dieser Straße durch zwei Abzweige zu erreichen. Eine kleinere Straße führt vom Ort noch zum Wohnplatz Buschhäuser. Im äußersten Norden berührt die Niederlausitzer Eisenbahn (Beeskow-Lübben (Spreewald)) gerade noch die ehemalige Gemarkung.

Das einzige größere Gewässer ist das Rocher Mühlenfließ, das östlich am Ortskern vorbei verläuft. Die höchsten Bereiche der ehemaligen Gemarkung liegen nordöstlich des Ortskerns mit etwas über 60 m; und auch im südwestlichen Teil steigt das Gelände auf über 60 m an. Tiefster Punkt ist das Rocher Mühlenfließ mit etwa 42 m. Auf dem Urmesstischblatt von 1846 sind noch drei kleinere Seen eingezeichnet, der Vordersee, der zur Hälfte auch auf der Gemarkung von Skuhlen lag, der Mittlere See, nordöstlich des Ortskerns und der Hintersee nördlich des Ortskerns und südöstlich von Buschhäuser und Schäferei. Sie sind heute bis auf Reste des Hintersees fast völlig verschwunden. Außerdem gab es westlich des Ortskerns noch einen kleinen Teich, der inzwischen ebenfalls verlandet ist. Im unmittelbaren Bereich des Rocher Mühlenfließes haben sich heute zwei sehr kleine Teiche/Wasserflächen neu gebildet. mini|Rocher Mühlenfließ zwischen Trebatsch und Rocher

Geschichte Wiese wird urkundlich 1527 erstmals genannt. Nach der Dorfstruktur handelt es sich um ein Runddorf. Ernst Eichler leitet den Namen vom deutschen Wort Wiese ab, dem auch der niedersorbische Name Łuka entspricht.

1708 waren vier Kossäten und drei Büdner in Wiese ansässig. Das Dorf hatte 1718 500 Taler Schatzung. 1723 wohnten drei Kossäten, drei Halbkossäten, drei Büdner und zwei Häusler in Wiese. 1755 hatte der Ort 71 Einwohner. Die durchschnittliche Ernte (in Dresdner Scheffeln) betrug: 226 Scheffel Korn, 42 Scheffel Gerste, 26 Scheffel Hafer, 16 Scheffel Erbsen, 21 Scheffel Heidekorn (= Buchweizen) und 6 Scheffel Lein. 1795 gab es sieben Freihäusler unter der Bevölkerung. 1809 war die Wohnbevölkerung auf zwei Ganzkossäten, zwei Halbkossäten, drei Gärtner und 16 Häusler oder Büdner angewachsen. 1823 wird erstmals ein Schänker (= Wirt) erwähnt. Die Schenke lag an der Stelle Alte Dorfstraße 1 (etwas außerhalb und südlich des Ortskerns). 1818 wurde es als adeliges Dorf mit 25 Feuerstellen und 159 Einwohner beschrieben. 1840 gab es 24 Wohngebäude, in denen 178 Menschen lebten. 1864 gab es 28 Wohnhäuser und 188 Einwohner. Zum Dorf gehörten die Buschhäusern, eine Schäferei und eine Ziegelei. Um 1900 wurde die Niederlausitzer Eisenbahnstrecke Beeskow-Lübben (Spreewald) gebaut und 1901 eröffnet. Sie berührt gerade noch den nordwestlichen Teil der früheren Gemarkung. Wiese erhielt keinen eigenen Haltepunkt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen fast 100 Flüchtlinge in die beiden Orte Schuhlen und Wiese und mussten untergebracht werden. Das große Gut in Wiese wurde enteignet und 50 Neubauernstellen geschaffen. 1959 gründete sich eine Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft Typ I „Goldener Stern“.

Bevölkerungsentwicklung von 1818 bis 1939 Jahr 1818 1846 1871 1890 1910 1925 1939 Einwohner 159 190 202 203 171 160 135

Besitzgeschichte Obwohl Wiese kaum einen Kilometer von Schuhlen (vor 1938 Skuhlen) entfernt liegt, waren die beiden Dörfer im Mittelalter und frühen Neuzeit nicht in einer Hand. Erst im 18. Jahrhundert und nur für einige Jahrzehnte waren sie unter einer gemeinsamen Herrschaft vereint. Während Wiese über längere Zeiträume mit Plattkow unter einer Herrschaft vereint war, hatte Skuhlen meist mit Mittweide eine gemeinsame Besitzgeschichte. Die Besitzgeschichte ist besonders zu Ende des 18. Jahrhunderts, im 19. Jahrhundert und auch zu Beginn des 20. Jahrhunderts, auch bedingt durch sehr rasche und häufige Besitzwechsel, schlecht dokumentiert.

Am 17. Oktober 1527 erhielten Ebolt und Christoff von Krummensehe die Dörfer Plattkow und Wiese mit allem Zubehör von der böhmischen Krone zu Lehen, wie es auch schon ihre Vorfahren innegehabt hatten. Der Lehnbrief von 1527 ist eine Wiederbelehnung in manu dominante nach dem Tod des böhmisch-ungarischen Königs Ludwig II. in der Schlacht bei Mohács 1526. Die beiden von Krummensee hatte das Lehen also schon einige Jahre vor 1527 inne, und die Formulierung „wie es auch schon ihre Vorfahren innegehabt hatten“ lässt darauf schließen, dass sie das Lehen von ihrem Vater geerbt hatten, und die Familie von Krummensee wahrscheinlich schon in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts in Plattkow in Besitz hatte. Bei der Landesmusterung der Niederlausitz, die 1528 in Guben abgehalten wurde, erschienen die von Krummensee wegen dieses Lehens mit einem gerüsteten Fußknecht. Die von Krummensee waren ein markbrandenburgisches Adelsgeschlecht aus dem Dorf Krummensee im Niederbarnim. Dort saß die Familie bereits 1375. 1538 starb Christoph von Krummensee, und Ebolt erhielt Plattkow und Wiese für sich allein zu Lehen. Zur „Gesamten Hand“ (oder Gesamtbelehnung) wurde sein Vetter Hans von Krummensee zugelassen. Dieser erbte den Besitz nach dem Tod des Ebolt, der ohne Leibeserben geblieben war, und verkaufte die Güter schließlich am 6. November 1543 an Georg von der Zauche. Georg von der Zauche besaß außerdem die sog. „Lamsfeldschen Güter“ (Lamsfeld, Jessern, Jamlitz und Staakow), die Dörfer Groß Leine, Leibchel und Leeskow. Die zwei Dörfer Plattkow und Wiese wurden aber nicht an die anderen Besitzungen des Georg von der Zauche angeschlossen, sondern wurden immer getrennt durch einen Vogt verwaltet. Auf Georg von der Zauche folgte sein Sohn Christoph nach, der 1570 vom Landvogt der Niederlausitz die Erlaubnis zum Bau einer Windmühle in Wiese erhielt. Allerdings mehrten sich auch die Grenzstreitigkeiten mit den nördlichen Nachbarn, die Orte Werder/Spree und Kossenblatt, die bereits zur Herrschaft Beeskow gehörten. Schließlich schaukelten sich die Streitereien über Hutungen, Felder und Reisungen bis zu Tätlichkeiten und „Scharmützeln“ hoch. Am 4. November 1575 verstarb Christoph und am 15. September 1576 wurden seine Söhne Hans und Abraham von der Zauche mit den väterlichen Gütern belehnt. Der Besitz der von der Zauche war stark verschuldet und mit dem Verkauf von Plattkow und Wiese am 11. März 1582 wurden die beiden Brüder von der Zauche einerseits den ständigen Ärger mit den nördlichen Nachbarn los, andererseits konnten sie auch ein wenig die Schuldenlast drücken. Käufer war der kurbrandenburgische Kämmerer Georg von Oppen auf Kossenblatt, der damals auch Besitzer von Werder/Spree war. Mit dem Kauf und der Inkorporierung in das Gut Kossenblatt waren auch die Grenzstreitigkeiten beseitigt worden. Der Kaufpreis für die beiden Orte betrug 9.250 Gulden. Der Verkauf der beiden Dörfer beinhaltete alles Zubehör, Seen und Fischereien, den „Enttenschlag“ und „Finckengertten“, die Mühlen und Windmühlgerechtigkeit, die obersten und niedersten Gerichte „zu Hand, und Halß, Leib und Leben“. Der Käufer war außerdem befreit von Ritterdiensten zur Niederlausitz. Die auf Plattkow und Wiese lastenden Ritterdiensten übernahmen die von der Zauche auf Lamsfeld. Georg d. Ä. von Oppen heiratete 1583 Anna von Klitzing, Tochter des Andreas von Klitzing und seiner Frau Barbara von Flanß aus Groß Machnow. Dem Georg von Oppen gehörte außerdem Nichel (Gemeinde Mühlenfließ) und Fredersdorf (Stadt Bad Belzig) im Fläming. Anna von Klitzing starb 1606, Georg 1609 unter Hinterlassung von fünf Söhnen (Christian, Georg, Caspar, Christoph und David) und sieben Töchtern (sechs werden nur genannt: Catharina, Anna, Elisabeth, Sophia, Maria und Sabina). Beider Grabsteine befinden sich in der Kossenblatter Kirche.

17. Jahrhundert Die fünf Brüder von Oppen teilten den Besitz zunächst nicht, sondern überließen ihn für 1600 Talern ihrem Bruder Caspar. 1644 erwarb Georg d. J. von Oppen von Joachim-Friedrich Schenk von Landsberg auf (Märkisch) Buchholz das Dorf Groß Köris in der Herrschaft Teupitz für 4796 Taler. Erst 1648 trat Caspar seinem Bruder David die Dörfer Plattkow und Wiese für 2.200 Taler ab, behielt sich jedoch die Plattkowische Heide, den Wald Splau genannt mit allen Gerechtigkeiten sowie auch die Jagd auf den beiden Feldmarken vor. Der dritte überlebende Bruder Georg erhielt die Güter Krausnick in der Herrschaft Storkow, Schwenow in der Herrschaft Beeskow und das 1644 erworbene Groß Köris. Caspar war mit Catharina geb. von Oppen verheiratet, mit der er zwei Söhne Friedrich und Caspar hatte. Er starb am 5. November 1649 in Kossenblatt. Georg war vor 1651 bereits verstorben. Er hatte die Söhne Erdmann, Caspar, David, Joachim und Christoph und die Töchter Anna, Sybille und Sabine hinterlassen. David auf Plattkow und Wiese war mit Barbara von Maltitz verheiratet. Von seinen sechs Söhnen erreichte nur Joachim das Erwachsenenalter, außerdem die Tochter Sabina, die mit Otto Heinrich von Pannewitz auf Falkenberg und Babow bei Cottbus) verheiratet war David von Oppen starb 1661 im Alter von 59 Jahren. Sein Sohn und Erbe Joachim war mit Anna Catharina von Berge verheiratet; die Ehe blieb kinderlos. Nach dem Tod des Joachim von Oppen im Jahre 1677 fielen Plattkow und Wiese an die beiden Söhne von Caspar (d. Ä.), Friedrich und Caspar (d. J.). 1687 kamen die Dörfer Plattkow und Wiese an Caspar (d. J.), der in diesem Jahr den Lehenseid für beiden Orte ablegte. Caspar verkaufte 1690 Plattkow ohne das Dorf Wiese auf zehn Jahre und Wiederkauf an Adolf von der Heyde für 1625 Taler. Der Verkauf scheiterte jedoch aus unbekannten Gründen, denn 1692 übernahm Christoph Haubold von Houwald den Ort. 1693 wurde Caspar von Oppen in Smolecko erschossen. Götz von Houwald deutet dieses Smolecko mit Fragezeichen als Smolensk. Erbe wurde nun der erst zehnjährige Sohn des Caspar, der wiederum Caspar hieß. Dieser erhielt zunächst den Rittmeister Wolfram von Kottwitz als Vormund, später den Hauptmann Antonius von Zittwitz.

18. Jahrhundert