Majowka (, deutsch Georgenburg) ist ein Ortsteil der Stadt Tschernjachowsk in der russischen Oblast Kaliningrad.

Geografie Majowka liegt vier Kilometer nordwestlich des Stadtzentrums von Tschernjachowsk (deutsch: Insterburg).

Geschichte Mittelalter und Neuzeit mini|Karte von Georgenburg und Umgebung (um 1770) miniatur|Schloss Georgenburg um 1860, Sammlung Alexander Duncker mini|Schloss Georgenburg zu Beginn des 20. Jahrhunderts Im Hochmittelalter lag die Gegend im Einflussbereich des Deutschen Ordens. Zu der Zeit, als Hartmann von Grumbach Landmeister des Ordens war,Konrad Joseph von Bachem: Versuch einer Chronologie der Hochmeister des teutschen Ordens vom J. 1190. Münster 1802, S. 19 gab es um 1260 einen Versuch, hier eine Burg zu errichten, was dann 1336 fortgesetzt wurde.Max Toeppen: Historisch-comparative Geographie von Preussen, 1858, S. 221. Bereits zur Ordenszeit gab es hier eine Stuterei.

Die Burg Georgenburg befindet sich auf dem Nordufer der Inster nahe ihrer Vereinigung mit der Angrapa (Angerapp) zum Pregel. Nachdem die Burg 1364 und 1376 in den Litauerkriegen zerstört worden war, wurde sie um 1385–1390 als steinernes Bauwerk wiedererrichtet und bald darauf um eine Vorburg westlich des Hauptflügels ergänzt. Gleichwohl wurde sie 1403 erneut von den Litauern und ihrem Fürst Wiltold eingenommen. 1657 wurde sie von den Tataren stark beschädigt und 1679 vom schwedischen General Gustaf Horn besetzt. Im 19. Jahrhundert wurde die Burg mehrfach um- und ausgebaut.

Die durch Kriege und Pestseuche dezimierte Bevölkerung der Region wurde durch Ansiedlung von Litauern, Salzburgern und Schweizern wieder ergänzt.

Gestüt Georgenburg Ab 1709 wurde Georgenburg als Domäne verpachtet. Unter den Amtsräten v. Keudell (Vater und Sohn, 1752–1799) begann hier eine berühmte Pferdezucht. Nach 1807 wurde die Domäne an den wohlhabenden Insterburger Großkaufmann Johann Albert Heyne verkauft, der um die Jahrhundertwende von Gröningen bei Halberstadt nach Ostpreußen gezogen war. Von seinen Erben erwarb sie 1828 William Simpson (d. Ä.), Mitglied eines alten schottischen Geschlechts, das in Coupar Angus in der Grafschaft Perthshire, Schottland, beheimatet war. Simpson baute hier das größte ostpreußische Privatgestüt mit vorwiegend reinrassigen Trakehnern auf. Unter dem Namen "Wiesenburg" wurde das Gestüt Handlungsort des Romans "Die Barrings" von William von Simpson (d. J.) aus den 1930er Jahren. Diese zweibändige Familiensaga schildert die Geschichte einer Familie des ostpreußischen Landadels über mehrere Generationen von den Gründerjahren bis 1914. Im Jahre 1899 kaufte der preußische Staat das Gut zurück und Georgenburg wurde wieder Sitz des alten Landgestüts Insterburg.

Zum Ende der deutschen Zeit standen im Gestüt Georgenburg 310 ostpreußische Warmbluthengste Trakehner Abstammung und 130 rheinische Kaltbluthengste, die über 17.000 Stuten deckten. Letzter Landstallmeister war seit 1937 Martin Heling (1889–1980). Er hielt dieses größte Landgestüt für das züchterisch bedeutendste in Preußen. Organisatorisch war es dem Hauptgestüt Trakehnen zugeordnet. Ein Teil der wertvollen Zuchtpferde konnte vor der sowjetischen Besetzung in den Westen des Reichs gerettet werden, die meisten Trakehner starben im Winter 1944/45 auf unnatürliche Weise.

Bis 1970 bestand auf dem Gelände eine Rindermastanlage. Ab 1961 wurde wieder allmählich Pferdezucht betrieben. 1998 gab es 200 Pferde, davon 16 Hengste. Es werden Trakehner, Holsteiner und Hannoveraner gehalten.

Seit 2002 wird das Gestüt unter seinem alten deutschen Namen Georgenburg durch ein russisches Privatunternehmen wieder aufgebaut und seine Gebäude restauriert. In jedem September findet ein internationales Reitturnier statt.

Amtsbezirk Georgenburg (1874–1945) Am 11. März 1874 wurde Georgenburg Amtsdorf und damit namensgebend für den entsprechenden AmtsbezirkRolf Jehke, Amtsbezirk Georgenburg. Er gehörte zum Kreis Insterburg im Regierungsbezirk Gumbinnen der preußischen Provinz Ostpreußen und bestand ursprünglich aus fünf Landgemeinden (LG) bzw. Gutsbezirken (GB), von denen am 1. Januar 1945 noch drei bestanden: Name Namensänderung (1938–1946) Russischer Name Bemerkungen Georgenburg (GB) Majowka Georgenburgkehlen (LG) Kleingeorgenburg Timirjasewo Leipeningken (LG) Georgental (seit 1928) Dowatorowka Nettienen (GB) Krasnaja Gorka 1928 in die Landgemeinde Leipeningken eingegliedert Zwion (GB) Dowatorowka 1929 in die Landgemeinde Georgental eingegliedert

Kriegsgefangenenlager 1945 bis 1949 Auf dem Gestütsgelände bestand von 1945 bis 1949 das Internierungs- und Kriegsgefangenenlager 445 Georgenburg für deutsche Kriegsgefangene. Es wurde von rund 250.000 Gefangenen durchlaufen, von denen etwa 16.000 hier verstarben.Erich Maschke (Hrsg.): Zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkrieges. Verlag Ernst und Werner Gieseking, Bielefeld 1962 - 1977. Nur ein geringer Teil von ihnen kann Platz auf dem kleinen Gemeindefriedhof gefunden haben, der mit Gedenkkreuzen vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge als Friedhof des KGL ausgewiesen ist.

Majowski selski sowet/okrug 1954–1997 Der Dorfsowjet Majowski selski sowet (ru. Маёвский сельский Совет) wurde im Juni 1954 eingerichtet.Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 16 июня 1954 г. № 744/54 «Об объединении сельских советов Калининградской области» (Erlass des Präsidiums des Obersten Sowjets der RSFSR vom 16. Juni 1954, Nr. 744/54: Über die Vereinigung von Dorfsowjets der Oblast Kaliningrad) Er war hauptsächlich der Nachfolger des gleichzeitig aufgelösten Gremjatschski selski sowet. Dazu kamen noch einige Orte aus dem Kaluschski selski sowet, unter anderem der Verwaltungssitz Majowka. Nach dem Zerfall der Sowjetunion bestand die Verwaltungseinheit als Dorfbezirk Majowski selski okrug (ru. Маёвский сельский округ) fort. Im Jahr 1997 wurden die verbliebenen Orte des Dorfbezirks (u. a. Majowka) an die Stadt Tschernjachowsk sowie die Dorfbezirke Kalinowski selski okrug, Kaluschski selski okrug und Kamenski selski okrug verteilt.Aus dem OKATO-Verzeichnis wurde der Dorfbezirk (als Dorfsowjet) in der Änderung 29/2000 herausgenommen.

Ortsname Name bis 1947/50 Bemerkungen Antropowo (Антропово) Klaukallen, 1938–1945: „Timberquell“ Der Ort wurde 1950 umbenannt und war zunächst in den Dorfsowjet Gremjatschski eingeordnet. Er wurde vermutlich vor 1975 an den Ort Gremjatschje angeschlossen. Brjanskoje (Брянское) Tarputschen, 1938–1945: „Tarpen“ Der Ort wurde 1950 umbenannt und war zunächst in den Dorfsowjet Kaluschski eingeordnet. Er wurde vor 1988 verlassen. Dowatorowka (Доваторовка) Zwion Der Ort wurde 1947 umbenannt und war zunächst in den Dorfsowjet Gremjatschski eingeordnet. Glasunowo (Глазуново) Gräwenswalde Der Ort wurde 1950 umbenannt und war zunächst in den Dorfsowjet Gremjatschski eingeordnet. Er wurde vor 1975 verlassen. Gornostajewo (Горностаево) Padrojen, 1938–1945: „Drojental“ Der Ort wurde 1947 umbenannt und war zunächst in den Dorfsowjet Gremjatschski eingeordnet. Er wurde vor 1975 verlassen. Gremjatschje (Гремячье) Groß Berschkallen, 1938–1945: „Birken“ Der Ort wurde 1947 umbenannt und war zunächst der Verwaltungssitz des Dorfsowjets Gremjatschski. Karpowo (Карпово) Alischken, 1938–1945: „Walddorf“ Der Ort wurde 1947 umbenannt und war zunächst in den Dorfsowjet Gremjatschski eingeordnet. Er wurde vor 1988 verlassen. Kasanzewo (Казанцево) Daupelken, Ksp. Berschkallen, 1938–1945: „Seitenbach“ Der Ort wurde 1950 umbenannt und war zunächst in den Dorfsowjet Gremjatschski eingeordnet. Er wurde vor 1988 verlassen. Katschalowo (Качалово) Grüneberg und Triaken, Ksp. Berschkallen, 1938–1945: „Tricken“ Der Ort wurde 1950 umbenannt und war zunächst in den Dorfsowjet Gremjatschski eingeordnet. Er wurde vor 1988 verlassen. Kosmodemjanowo (Космодемьяново) Burbeln Der Ort wurde 1950 umbenannt und war zunächst in den Dorfsowjet Gremjatschski eingeordnet. Er wurde vor 1988 verlassen. Kowylnoje (Ковыльное) Klein Berschkallen, 1938–1945: „Kleinbirken“ Der Ort wurde 1950 umbenannt und war zunächst in den Dorfsowjet Gremjatschski eingeordnet. Er wurde vermutlich vor 1975 an den Ort Gremjatschje angeschlossen. Krasnaja Gorka (Красная Горка) Nettienen Der Ort wurde 1947 umbenannt und war zunächst in den Dorfsowjet Gremjatschski eingeordnet. Krugloje (Круглое) Roßthal Der Ort wurde 1947 umbenannt und war zunächst in den Dorfsowjet Kaluschski eingeordnet. Krylowo (Крылово) Myrtenhof und Thieslauken, 1938–1945: „Tiesfelde“ Der Ort wurde 1950 umbenannt und war zunächst in den Dorfsowjet Gremjatschski eingeordnet. Er wurde vor 1975 verlassen. Lopatino (Лопатино) Lepalothen und Löblauken Der Ort wurde 1950 umbenannt und war zunächst in den Dorfsowjet Gremjatschski eingeordnet. Er wurde vermutlich vor 1988 an den Ort Gremjatschje angeschlossen. Majowka (Маёвка) Georgenburg Der Ort wurde 1947 umbenannt. Verwaltungssitz Melnitschnoje (Мельничное) Leipeningken, seit 1928: Georgental Der Ort wurde 1950 umbenannt und war zunächst in den Dorfsowjet Gremjatschski eingeordnet. Er wurde vermutlich vor 1975 an den Ort Dowatorowka angeschlossen. Nagornoje (Нагорное) Geswethen, 1938–1945: „Landwehr (Ostpr.)“ Der Ort wurde 1947 umbenannt und war zunächst in den Dorfsowjet Kaluschski eingeordnet. Nismennoje (Низменное) Pleinlauken, 1938–1945: „Rosenthal“ Der Ort wurde 1947 umbenannt und war zunächst in den Dorfsowjet Kaluschski eingeordnet. Ostrogorki (Острогорки) Groß Schunkern Der Ort wurde 1947 umbenannt und war zunächst in den Dorfsowjet Gremjatschski eingeordnet. Perelesnoje (Перелесное) Pagelienen Der Ort wurde 1947 umbenannt und war zunächst in den Dorfsowjet Kaluschski eingeordnet. Petschorskoje (Печорское) Neu Lasdehnen, 1938–1945: „Neuwalde“ Der Ort wurde 1950 umbenannt und war zunächst in den Dorfsowjet Gremjatschski eingeordnet. Er wurde vor 1975 verlassen. Priretschnoje (Приречное) Gillischken, 1938–1945: „Insterblick“ Der Ort wurde 1947 umbenannt und war zunächst in den Dorfsowjet Kaluschski eingeordnet. Prokofjewo (Прокофьево) Trumplauken, 1938–1945: „Trumplau“ Der Ort wurde 1950 umbenannt und war zunächst in den Dorfsowjet Gremjatschski eingeordnet. Er wurde vor 1975 verlassen. Rodnikowo (Родниково) Snappen, 1938–1945: „Schnappen“ Der Ort wurde 1950 umbenannt und war zunächst in den Dorfsowjet Gremjatschski eingeordnet. Er wurde 1997 aus dem Ortsregister gestrichen.Nachdem er schon im Ortsverzeichnis mit Stand von 1988 nicht mehr auftauchte. Schtschedrino (Щедрино) Pusberschkallen, 1938–1945: „Unterbirken“ Der Ort wurde 1950 umbenannt und war zunächst in den Dorfsowjet Gremjatschski eingeordnet. Er wurde vor 1988 verlassen. Semljanitschnoje (Земляничное) Klein Pesseln Der Ort wurde 1950 umbenannt und war zunächst in den Dorfsowjet Gremjatschski eingeordnet. Er wurde vor 1975 verlassen. Sowchosnoje (Совхозное) Sterkeninken, 1938–1945: „Starkenicken“ Der Ort wurde 1947 umbenannt und war zunächst in den Dorfsowjet Gremjatschski eingeordnet. Timirjasewo (Тимирязево) Georgenburgkehlen, 1938–1945: „Kleingeorgenburg“ Der Ort wurde 1947 umbenannt und war zunächst in den Dorfsowjet Gremjatschski eingeordnet. Wolgino (Волгино) Paskirsnen, 1938–1945: „Kirsnen“ Der Ort wurde 1950 umbenannt und war zunächst in den Dorfsowjet Gremjatschski eingeordnet. Er wurde vor 1975 verlassen.

Nach der Auflösung des Dorfbezirks im Jahr 1997 gelangten die Orte

Majowka und Timirjasewo zur Stadt Tschernjachowsk,

Krugloje und Perelesnoje in den Kalinowski selski okrug,

Nagornoje, Nismennoje und Priretschnoje in den Kaluschski selski okrug,

undDowatorowka, Gremjatschje, Krasnaja Gorka, Ostrogorki und Sowchosnoje in den Kamenski selski okrug.

Religion Kirche Evangelisch Siehe den Hauptartikel: → Kirche Georgenburg