mini|Zug der Linie U2 auf der Donaustadtbrücke (Typ V) mini|Zug der Linie 43 in Hernals (Typ ULF B1) mini|Zug (Typ ULF A1) beim Einfahren in die Remise Rudolfsheim, 1150 Wien mini|Mercedes-Benz Citaro II Euro-6-Bus auf der Linie 35A mini|Einsatzfahrzeug der Wiener Linien am Stephansplatz alternativtext=|mini|Kombinierte Haltestellenschilder für Straßenbahn (rot) und Autobus (blau, mit Zusatztafel für H-Symbol)
Die Wiener Linien GmbH & Co KG (kurz WL, zuletzt bis zum 11. Juni 1999 Wiener Stadtwerke – Verkehrsbetriebe) sind der städtische Verkehrsbetrieb der Bundeshauptstadt Wien und Bestandteil der Wiener Stadtwerke GmbH.WIENER LINIEN GmbH & Co KG, FN 181593z in der Elektronischen Verlautbarungs- und Informationsplattform des Bundes (EVI), abgerufen am 6. Februar 2026.
Geschichte
Gründung und 1920er Jahre Gegründet wurden die heutigen Wiener Linien am 1. Juli 1903 durch die Kommunalisierung der im Wiener Stadtgebiet tätigen privaten Straßenbahngesellschaften mit einer Streckenlänge von 170 Kilometern und firmierten von da an unter Gemeinde Wien – städtische Straßenbahnen. Seit 1919 waren die städtischen Unternehmungen – damit auch die Verkehrsbetriebe – in der Geschäftsgruppe VIII der Gemeindeverwaltung (Magistrat der Stadt Wien) zusammengefasst, eine wirtschaftliche Integration fand jedoch nicht statt., abgerufen am 6. Februar 2026.
Im Jahr 1925 übernahm die Gemeinde Wien von den österreichischen Staatsbahnen die Wiener Stadtbahn, damals noch als Dampfbahn geführt, und elektrifizierte die übernommenen Streckenäste zur elektrischen Stadtbahn, womit sich das Netz auf eine Streckenlänge von 314 km erweiterte., abgerufen am 6. Februar 2026.
NS-Zeit und Weltkrieg Nach dem „Anschluss“ Österreichs wurde auf den Straßen des „Landes Österreich“ die Übernahme der Rechtsfahrordnung des nationalsozialistischen Deutschlands angeordnet. Diese Umstellung am 19. September 1938 stellte an die Wiener Straßenbahnen eine logistische Meisterleistung. So mussten innerhalb einer Nacht sämtliche Fahrzeuge, Gleisanlagen und Signale des Linksverkehrs umgestellt werden, sodass die öffentlichen Straßenverkehrsmittel am nächsten Morgen geordnet im Rechtsfahrbetrieb weiterlaufen konnte. 1942 wurde auf Basis der Betriebssatzung von November 1942 auf Wiener Verkehrsbetriebe umfirmiert,Verordnungs- und Amtsblatt für den Reichsgau Wien vom 28. November 1942, Verordnung Nr. 165. 1943 wurden Rekordfahrgastzahlen erreicht.
Im Verlauf der Luftangriffe auf Wien, insbesondere am 12. März 1945, wurde ein Viertel des Anlagevermögens vernichtet. Trotz der schweren Schäden an den Remisen und Fahrzeugen konnte bereits im April 1945 der Betrieb auf notdürftig instandgesetzten Gleisen und mit Straßenbahnen, die aus Resten der zerbombten Fahrzeugen zusammengebaut wurden, wieder aufgenommen werden. Die Autobuslinien konnten erst 1946 wieder in Betrieb genommen werden.
Nachkriegszeit Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde vom Wiener Gemeinderat am 23. Dezember 1948 beschlossen, die Elektrizitäts- und die Gaswerke sowie die Verkehrsbetriebe, unter Beibehaltung ihres Zwecks und Umfangs, mit 1. Jänner 1949 zu einer Unternehmung Wiener Stadtwerke zu vereinigen mit Gesamtleitung in einer Generaldirektion. Die Stadtwerke bildeten bis 1973 die Geschäftsgruppe XII, danach die Geschäftsgruppe IX. Die Verkehrsbetriebe firmierten seither als Wiener Stadtwerke – Verkehrsbetriebe.
Im Zuge der zunehmenden Motorisierung des Individualverkehrs, als in den 1950er und 1960er Jahren die noch großteils aus den Vorkriegszeiten stammenden, nur langsam fahrenden Straßenbahnwagen als Verkehrshindernis für den Autoverkehr betrachtet wurden,Am Beispiel der Straßenbahnlinie 13: stellte man, beginnend mit der Linie 158, zahlreiche Straßenbahnlinien auf Autobusbetrieb um. Ein bis zur heutigen Zeit (zuletzt in den 2010ern Jahren) diskutierter Fall ist die Linie 13, die mit 2. Juli 1961 von Straßenbahn- auf Doppeldeckerbusbetrieb umgestellt wurde. Die Einstellung der Straßenbahnlinie am 1. Juli sei volksfestartig gefeiert worden.
Die Fertigstellung des Grundnetzes der Wiener U-Bahn in der ersten Ausbaustufe von 1969 bis 1982 markierte mit dem Neubau der U1 (Reumannplatz bis Kagran; 10 km), der Umstellung der damaligen U-Strab der Zweierlinie mit teilweisem Neubau zur U2 (Karlsplatz bis Schottenring; 3,5 km) sowie der Umstellung der Stadtbahnlinien Wiental, Donaukanal und der Verbindungskurve Friedensbrücke – Heiligenstadt zur U4 (Hütteldorf bis Heiligenstadt; 16,4 km) für das Verkehrsnetz der Verkehrsbetriebe einen Wendepunkt und leitete ein neues Zeitalter des Wiener öffentlichen Verkehrs ein. Mit der tatsächlichen Betriebsaufnahme im Jahr 1984 des als Unternehmen seit 1974 bestehenden Verkehrsverbund Ost-Region (VOR) wurde auch der Stadtverkehr der Wiener Stadtwerke – Verkehrsbetriebe in den VOR eingebunden.
Ab den 1990er Jahren begannen bei den Verkehrsbetrieben organisatorische Reformen. Im Jahr 1994 wurden die Direktion von der Favoritenstraße 9–11 im 4. Bezirk Wieden sowie die dislozierten Dienststellen wie zum Beispiel die Tarifabteilung in der Rahlgasse 3, im 6. Bezirk Mariahilf, in den Neubau in der Erdbergstraße 202 im 3. Bezirk Landstraße beim Betriebsbahnhof Erdberg, der damaligen gleichnamigen Endstelle der U3, verlegt. 1999 wurden die Verkehrsbetriebe aus dem Magistrat ausgegliedert und in die privatrechtliche Struktur der Wiener Linien, eingegliedert in den Wiener Stadtwerken, übergeführt. Einher ging die Umorganisation mit einem neuen Erscheinungsbild von Fahrzeugen, Haltestellen und Informationsmaterialien. Das einheitliche Design soll den veränderten Anspruch an Kundenorientierung unterstrichen haben.
Struktur und Unternehmenskennzahlen Zwar sind die Wiener Linien nicht mehr, wie fast hundert Jahre lang, Bestandteil der Wiener Stadtverwaltung, ihre strategischen Entscheidungen werden aber nach wie vor von der Wiener Kommunalpolitik getroffen. In der Landesregierung ist seit Juni 2025 Ulli Sima die für die Wiener Linien verantwortliche Stadträtin.
Bis 2022 wurden die Fahrgäste der Wiener Linien in einem Fahrgastbeirat gehört und konnten Vorschläge für Verbesserungen einbringen. Die Mitglieder wurden jeweils für vier Jahre berufen. Nach der Abschaffung dieses Gremiums wurde die Öffi-Denkwerkstatt ins Leben gerufen, welche regelmäßig Workshops, Umfragen und Diskussionsrunden veranstaltet.
Unternehmensgliederung Die Wiener Linien sind in die Organisationsstruktur der Wiener Stadtwerke GmbH,WIENER STADTWERKE GmbH, FN 127783t (Eintragungsdatum 1. Dezember 1994) in der Elektronischen Verlautbarungs- und Informationsplattform des Bundes (EVI), abgerufen am 18. April 2025. bis Ende 2017 als WIENER STADTWERKE Holding AG firmierend,FN 127783t WIENER STADTWERKE Holding AG, […] nun WIENER STADTWERKE GmbH. Eingetragen im Handelsgericht Wien am 20. Dezember 2017. Veröffentlicht am 15. Februar 2018 im Amtsblatt zur Wiener Zeitung, Ausgabe Nr. 032. In: Elektronische Verlautbarungs- und Informationsplattform des Bundes (EVI), abgerufen am 6. Februar 2026. als Muttergesellschaft eingegliedert: WIENER LINIEN GmbH & Co KG, FN 181593z, Beginndatum der Rechtsform: 23. März 1999, Eintragungsdatum: 20. April 1999:WIENER LINIEN GmbH & Co KG, FN 181593z. In: firmenabc.at, abgerufen am 6. Februar 2026. Gesellschafterin: WIENER STADTWERKE GmbH, Anteil: 40.000 Euro Kommanditistin: WIENER STADTWERKE GmbH, Anteil: 400 Millionen Euro Komplementärin: WIENER LINIEN GmbH WIENER LINIEN GmbH, FN 174296v, Beginndatum der Rechtsform: 2. September 1998, Eintragungsdatum: 8. September 1998:WIENER LINIEN GmbH, FN 174296v in der Elektronischen Verlautbarungs- und Informationsplattform des Bundes (EVI), abgerufen am 18. April 2025.WIENER LINIEN GmbH, FN 174296v. In: firmenabc.at, abgerufen am 6. Februar 2026. Komplementärgesellschaft der WIENER LINIEN GmbH & Co KG, Anteil: 100 % WIENER LINIEN Direktionsgebäude GmbH, FN 164492a, Beginndatum der Rechtsform: 20. Oktober 1997, Eintragungsdatum: 7. November 1997:WIENER LINIEN Direktionsgebäude GmbH, FN 164492a in der Elektronischen Verlautbarungs- und Informationsplattform des Bundes (EVI), abgerufen am 18. April 2025.WIENER LINIEN Direktionsgebäude GmbH, FN 164492a. In: firmenabc.at, abgerufen am 6. Februar 2026. Gesellschafterin: WIENER LINIEN GmbH & Co KG, Anteil: 90,00 % Gesellschafterin: WIENER LINIEN Verkehrsprojekte GmbH, Anteil: 10 % WIENER LINIEN Verkehrsprojekte GmbH, FN 241867m, Beginndatum der Rechtsform: 17. November 2003, Eintragungsdatum: 26. November 2003:WIENER LINIEN Verkehrsprojekte GmbH, FN 241867m in der Elektronischen Verlautbarungs- und Informationsplattform des Bundes (EVI), abgerufen am 18. April 2025.WIENER LINIEN Verkehrsprojekte GmbH, FN 241867m. In: firmenabc.at, abgerufen am 6. Februar 2026. Gesellschafterin: WIENER LINIEN GmbH & Co KG, Anteil: 100,00 %
Unternehmenskennzahlen Die Wiener Linien beschäftigten 2015 8.759 Mitarbeiter und beförderten 939,1 Millionen Passagiere im Jahr. Die Zahl steigt seit den 1970er-Jahren an. Rund ein Viertel aller Fahrgäste sind Schülerinnen und Schüler. Der Umsatz betrug 2015 503,1 Millionen Euro.Geschäftsbericht der Wiener Stadtwerke 2015 (PDF; 7,8 MB). Besonders der Verkauf von Jahreskarten erhöhte sich seit der Einführung des 365-Euro-Tickets im Jahre 2012 stark. Während es 2010 noch 356.838 Jahreskartenbesitzer gab, waren es 2015 711.250 Personen und 2024 bereits fast 1,3 Millionen. In Wien wurden 34 % aller Wege mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt.
Die öffentliche Verkehrsinfrastruktur zählt nach einer von Siemens in Auftrag gegebenen Mobilitätsstudie zu den weltweit leistungsstärksten. Obwohl nur auf Platz 179 der größten Metropolregionen der Welt, betreibt Wien das sechstgrößte Straßenbahnnetz weltweit. Mit 510 Millionen Fahrgästen jährlich zählte die U-Bahn im Jahr 2009 als fünftgrößte in der EUWien hat die fünftgrößte U-Bahn der EU auf vienna.at vom 8. August 2010, abgerufen am 1. März 2016. (wobei erst seit 2012 in Wien dazu Fahrgastzählungen durchgeführt werden, mit deutlich geringeren Zahlen).
Fahrgastentwicklung seit 2003 Jahr U-Bahn Straßenbahn Bus Gesamt 2003 409,7 Mio. 203,8 Mio. 108,6 Mio. 722,1 Mio. 2004 420,2 Mio. 204,7 Mio. 110,5 Mio. 735,4 Mio. 2005 427,4 Mio. 207,7 Mio. 111,7 Mio. 746,8 Mio. 2006 450,0 Mio. 204,7 Mio. 117,5 Mio. 772,2 Mio. 2007 476,6 Mio. 200,4 Mio. 116,0 Mio. 793,0 Mio. 2008 498,2 Mio. 190,5 Mio. 115,0 Mio. 803,7 Mio. 2009 510,2 Mio. 186,9 Mio. 114,7 Mio. 811,8 Mio. 2010 534,4 Mio. 189,9 Mio. 114,4 Mio. 838,7 Mio. 2011 567,6 Mio. 193,8 Mio. 113,6 Mio. 875,0 Mio. 2012 444,4 Mio. 295,1 Mio. 167,1 Mio. 906,6 Mio. 2013 428,8 Mio. 293,6 Mio. 177,6 Mio. 900,0 Mio. 2014 439,8 Mio. 304,8 Mio. 186,6 Mio. 931,2 Mio. 2015 440,0 Mio. 298,0 Mio. 201,1 Mio. 939,1 Mio. 2016 440,1 Mio. 305,8 Mio. 208,3 Mio. 954,2 Mio. 2017 453,6 Mio. 305,8 Mio. 202,3 Mio. 961,7 Mio. 2018 463,1 Mio. 305,5 Mio. 197,3 Mio. 965,9 Mio. 2019 459,8 Mio. 304,8 Mio. 196,1 Mio. 960,7 Mio. 2020 265,1 Mio. 186,1 Mio. 122,8 Mio. 574,0 Mio. 2021 271,9 Mio. 200,6 Mio. 123,3 Mio. 595,8 Mio. 2022 348,5 Mio. 246,5 Mio. 152,4 Mio. 747,4 Mio. 2023 352,4 Mio. 273,4 Mio. 166,2 Mio. 792,0 Mio. 2024 404,8 Mio. 291,8 Mio. 176,2 Mio. 872,7 Mio (Quelle: Statistisches Jahrbuch der Stadt Wien – Wien in Zahlen)
Streckennetz Die Linienlänge ist jene Gesamtlänge, die sich ergibt, wenn man die Streckenlänge jeder Verkehrslinie addiert – benutzen also mehrere Straßenbahnlinien denselben Streckenabschnitt, so werden sie dennoch addiert. Die Betriebslänge gibt hingegen die Länge des gesamten fahrplanmäßig genutzten Gleisnetzes an, also ohne Mehrfachzählungen.
Die Passagierzahlen der Wiener Linien steigen seit 1995 stetig an und auch am Netzausbau wird laufend gearbeitet. Im Jahr 2024 gab es: 5 U-Bahn-Linien mit 83,0 Kilometern Linienlänge (83,9 km Betriebslänge, 253,7 km Gesamtgleislänge) und 404,8 Millionen Passagieren