Rurouni Kenshin () ist eine Manga-Serie des japanischen Zeichners Nobuhiro Watsuki, die unter anderem auch als Anime-Fernsehserie umgesetzt wurde. Rurōni ist ein vom Autor erdachtes Kunstwort, welches so viel wie „Wanderer“, „Vagabund“ bzw. „wandernder Rōnin“ bedeuten soll. Kenshin (wörtlich „Schwertherz, Schwertseele“) ist der Name der Hauptfigur. Nach mehreren Realfilmen von 2014 bis 2021 kommt seit 2023 eine Neuverfilmung als Anime-Fernsehserie heraus.

Die Geschichte spielt in der frühen Meiji-Zeit in Japan und erzählt von einem Samurai, der sich mit seiner Vergangenheit als Attentäter während der Bakumatsu-Unruhen auseinandersetzen muss.

Handlung Vorgeschichte Der neunjährige Shinta wird als Diener gehalten, bis Räuber seine Besitzer töten. Er entrinnt dem Tod nur durch die Hilfe von Seijuro Hiko, der sein Meister wird und ihn Kenshin nennt. Er erlernt die Kunst des Schwertkampfes namens Hiten Mitsurugi Ryu und zieht zu Beginn der Meiji-Restauration als 15-jähriger Attentäter für die Shishi in den Kampf, um weitere tragische Schicksale wie das seine zu verhindern. So wird er zum legendären Hitokiri Battōsai. Dabei trifft er die schöne Tomoe, mit der er sich auf dem Land versteckt, als sich das Glück gegen sie wendet. Sie leben eine Zeit lang glücklich als Apotheker und seine Frau. Tomoe will ihren Verlobten rächen, der durch Kenshin zu Tode kam und ihm dabei seine erste Narbe beibrachte, Kenshin hingegen weiß nicht, dass er Tomoes Glück zerstörte. Eines Tages taucht ihr Bruder Enishi auf, der sie an den Plan, Kenshin zu töten, erinnert. Inzwischen hatte Tomoe sich jedoch in Kenshin verliebt, konnte aber nicht verhindern, dass Feinde der Choshu-Patrioten versuchten, Kenshin zu töten. Es kommt zu einem Kampf mit Verrätern der Choshu-Patrioten. Kenshin greift einen der Männer an, doch Tomoe wirft sich dazwischen, da sie niemanden sterben lassen will, und wird von Kenshin getötet. Er bekommt seine zweite Narbe und gewinnt den Kampf. Kenshin hatte durch das Glück, das er mit Tomoe erfahren hatte, verstanden, dass ein Schwert dazu da ist, Leben zu schützen. Er schwört daraufhin, nach dem Ende der Bakumatsu-Ära nie wieder jemanden zu töten, und benutzt seitdem ein Schwert mit umgekehrter Klinge, das Sakabatō.

Tokio-Kapitel Im Tokio des Jahres Meiji 11 (1878) gibt sich ein Mörder als Hitokiri Battōsai („Attentäter“ + „Schwertkämpfer“) aus, der zu den Bakumatsu-Unruhen ein bekannter Attentäter war. Nun erscheint Kenshin Himura. Er wird mit seiner Vergangenheit konfrontiert und muss sich mit dem Hochstapler anlegen, der die junge Kendō-Lehrerin Kaoru Kamiya bedroht. Nachdem er ihr geholfen hat, lässt er sich überreden, in ihrem Dōjō zu bleiben. Sehr bald schließen sich ihnen der Schläger Sanosuke Sagara und der junge Waise Yahiko Myōjin an. Alle haben im Bürgerkrieg mitgekämpft oder mitgelitten und Verwandte oder gute Freunde verloren.

Bald bittet sie die Ärztin Megumi Takani um Hilfe, da sie gezwungen wird, für einen Opiumhändler zu arbeiten. Die Freunde helfen ihr und kämpfen gegen die Oniwa Banshū, eine Ninja-Gruppe, die aus ehemaligen Beschützern des Schlosses von Edo besteht und nun unter Aoshi Shinomori als Söldner für den Opiumhändler arbeitet. Die Oniwa Banshū kämpfen gegen Kenshin, werden aber erst durch einen Verrat des Opiumhändlers getötet. Nur Aoshi überlebt und will sich daraufhin an Kenshin rächen. Später kämpfen Kenshin und seine Freunde auch gegen eine Separatistenbewegung von Schwertkämpfern und den falschen Battōsai, der sich rächen will.

Kyoto-Kapitel Dann will Makoto Shishio die Macht in Japan an sich reißen. Er sammelt Krieger um sich in Kyoto, die sich Juppongatana („Zehn Schwerter“) nennen, darunter auch Aoshi Shinomori. Daher wird Kenshin von der japanischen Regierung nach Kyoto geschickt, um Shishio aufzuhalten. Auf dem Weg trifft er die junge Ninja Misao Makimachi, die auch den Oniwaban angehört. Da sie von der Rivalität Kenshins und Aoshis nichts weiß, hilft sie Kenshin. Später versucht sie, zwischen beiden zu vermitteln. Kenshins Freunde reisen ihm nach, und er erhält Hilfe von Hajime Saitō, einem Polizeioffizier, den er noch aus dem Bürgerkrieg kennt. Es gelingt ihnen, Shishio und seine Verbündeten zu besiegen und einen Putsch zu verhindern.

Jinchū-Kapitel jinchū () ist ein Kunstwort, das im Kontrast zu tenchū (), „Strafe des Himmels, göttliche Strafe“, steht, wobei das Zeichen für Himmel durch das für Mensch ausgetauscht ist. Kurz nach der Rückkehr in Tokio wird Kenshin von Enishi Yukishiro heimgesucht, dem jüngeren Bruder seiner verstorbenen Ehefrau Tomoe. Enishi hat durch den Tod seiner Schwester den Verstand verloren und ist von dem Gedanken besessen, sich an Kenshin zu rächen. Er hat eine kleine Gruppe von Kriminellen um sich geschart, die alle ebenfalls eine Rechnung mit Kenshin offen haben, und erklärt Kenshin und seinen Freunden den Kampf. Enishis wahres Ziel ist es dabei nicht einfach, Kenshin zu töten, sondern ihn psychisch zugrunde zu richten. Dies gelingt ihm beinahe, als er Kaoru entführt und Kenshin in dem Glauben lässt, sie ermordet zu haben. Letztendlich kämpft Kenshin doch mit Enishi. Seine Freunde geben ihm die Stärke Enishi zu besiegen, dieser wollte Kaoru töten, schafft es jedoch nicht, da sie ihn an seine Schwester erinnert. Kenshin und Kaoru sind wieder vereint und Enishi lebt weiter und muss damit für seine Taten büßen, indem er lebt.

Am Ende heiraten Kenshin und Kaoru und bekommen einen Sohn namens Kenji. Yahiko wird Meister von Kaorus Schwertschule und erhält schließlich von Kenshin das Sakabatō.

Charaktere Hauptcharaktere mini|Cosplayer als Kenshin Himura Kenshin HimuraBed.: Kenshin dt. in etwa „Schwertseele“/Schwert des Herzens Kenshin ist die männliche Hauptfigur der Geschichte. Er ist leicht an seiner kreuzförmigen Narbe auf der linken Wange und den langen, roten Haaren zu erkennen. Seine Waffe ist das Sakabatō, ein Schwert mit umgekehrter Klinge, das nicht tötet. Dieses führt er im Hiten-Mitsurugi-Ryū (, „fliegender-himmel-Schwertstil“), dessen Philosophie der Schutz anderer Menschen ist. Während des Bürgerkriegs war er ein gefürchteter Attentäter, doch während des Lebens auf dem Land mit Tomoe lernte er das einfache Leben schätzen. Als er bei Kaoru wohnt, hilft er viel im Haushalt, wäscht, kocht und kümmert sich um die Kinder.

Kenshin verwendet häufig den Ausruf Oro, in komischen oder verwirrenden Situationen, und de gozaru, eine Bestätigung des zuvor gesagten. Das und sein Name sind eine Reverenz an Watsukis liebsten japanischen Komiker, Ken Shimura.Trivia bei animenewsnetwork Die Figur von Kenshin basiert grob auf Gensai Kawakami, der von 1834 bis 1871 lebte und ein Attentäter während der Bakumatsu war, sowie Uesugi Kenshin, einem Daimyō der Sengoku-Zeit. Die Figur wurde als Gegensatz zu Watsukis erstem Hauptcharakter, einem großen schwarzhaarigen Schönling, entworfen. Um ihn nicht zu mädchenhaft erscheinen zu lassen, erhielt Kenshin seine kreuzförmige Narbe.Anmerkungen zur Entstehung der Charaktere: Kenshin Himura in Kenshin, Band 1 Kaoru Kamiya Kaoru ist die weibliche Hauptfigur und lebt in einem Dōjō in Tokyo. Dieses führt sie, seit ihr Vater in der Satsuma-Rebellion umgekommen ist. Sie ist Kendōmeisterin und lehrt den Kamiya Kasshin-Ryu (神谷活心流, Stil des wiederbelebten Herzens). Dieser Stil hat das Ziel des Schutzes anderer und wird mit hölzernen Bokutō ausgeführt. Sie kann schlecht kochen, weswegen das oft Kenshin übernimmt, und ist leicht aufbrausend.

Sie wird von anderen, besonders Sanosuke, oft als Tanuki bezeichnet. Sanosuke Sagara Sanosuke (auch Sano) verlässt in jungen Jahren seine Familie, um sich den Sekihōtai anzuschließen, einer Gruppe von Kämpfern während der Bakumatsu. Die Sekihōtai kämpften für die Imperialisten, wurden jedoch von ihnen hintergangen und vernichtet. Sanosuke überlebte und wurde zu Zanza, einem Söldner mit einem Zanbatō, einem großen Schwert. Als er angeheuert wird Kenshin zu ermorden, wird er von diesem besiegt. Er schließt sich Kenshin an, wohnt im Kamiya Dōjō und beide werden gute Freunde. Er kämpft dann oft mit den Fäusten, da sein Schwert zerbrach.

Auf seinem Rücken trägt Sanosuke das Kanji (Aku), welches schlimm oder böse bedeutet. Es ist ein Relikt aus seiner Zeit als Söldner. Sanosukes Name leitet sich von dem des Anführers der Sekihōtai, Sagara Sōzō, ab. Yahiko MyōjinYahiko ist ein Waisenjunge, dessen Vater im Boshin-Krieg starb, seine Mutter an Syphilis. Er stammt aus einer Samurai-Familie. Nach dem Tod seiner Eltern muss er für die Yakuza stehlen. Kenshin und Kaoru helfen ihm, aus der Yakuza auszusteigen, und er lernt seitdem bei Kaoru Kampfkunst. Er ist sehr hitzköpfig, arrogant, ungehobelt und selbstbewusst. Mit der Zeit wird er ruhiger und am Ende des Mangas und im Film wird er ein Schwertkämpfer. Da er bei Kaoru lernt, wendet er auch den Kamiya Kasshin-Ryū an. Während der Geschichte lernt er auch Yutaro kennen, mit dem er sich anfreundet, der jedoch nach Deutschland abreist. Später treffen die beiden wieder aufeinander.

Der Charakter Yahikos entstand aus Erinnerungen Nobuhiro Watsukis an seine eigene Kindheit. Yahikos Äußeres wurde gestaltet nach einem typischen Jungen mit Strubbelkopf, der schräg unter seinen Haarfransen hervorschaut und nach Watsuki in einen Shounen-Manga gehört.Anmerkungen zur Entstehung der Charaktere: Yahiko Myoujin in Kenshin, Band 1

Nebencharaktere Megumi Takani Megumi wurde während der Bakumatsu geboren, ihr Vater starb im Boshin-Krieg. Sie wurde der Familientradition nach Ärztin und lernte auch die westliche Medizin kennen. Ihre Familie war wohl von höherem Rang, da vor der Meiji-Revolution die meisten Japaner keine Familiennamen tragen durften. Später geriet sie in einen Opium-Ring, aus dem die Zweiundzwanzigjährige aber von Kenshin und seinen Freunden befreit wurde. Häufig hilft sie diesen, wenn sie krank sind oder sonst medizinische Hilfe brauchen. Auch macht sie Kenshin von Zeit zu Zeit Avancen.

In komischen Situationen wird sie mit Fuchsohren dargestellt, was sie in Verbindung mit den Kitsune bringt und ihre verschlagene Art hervorhebt. Sie wird zum Beispiel von Sanosuke manchmal auch Kitsune genannt. Aoshi Shinomori Der Anführer der Oniwabanshū arbeitet nach der Meiji-Restauration mit vier Gefolgsleuten für einen Unternehmer und Opiumvertreiber in Tokio. Andere Teile der Oniwaban leben in Kyoto. Er will gegen Kenshin kämpfen, da dieser früher der Hitokiri Battōsai war und er so den Oniwaban Ehre bringen will. Nach dem Tod seiner Kameraden will er sich auch rächen.

Er ist sehr ruhig, unabhängig und spricht nur selten. Meist wirkt er auch abwesend und emotionslos. Er kämpft mit Kodachi, Kurzschwertern, von denen er später auch zwei gleichzeitig einsetzt. Hajime Saitōbenannt nach der historischen Figur des Saitō Hajime Der ehemalige Anführer der Shinsengumi kämpfte während der Bakumatsu gegen die Ishin Shishi und auch gegen Kenshin. Zur Zeit der Handlung ist er Polizist, der auch Spionageaufträge übernimmt. Er steht der Regierung immer noch skeptisch gegenüber und folgt weiter seinen eigenen Philosophie, jeden zu töten, der dem Frieden im Weg steht. Er trifft in seiner Funktion als Polizist immer wieder auf Kenshin und geht auch nach Kyoto, um gegen Makoto Shishio zu kämpfen.

Er kämpft mit einem japanischen Schwert, obwohl die Polizei westliche tragen sollte, im Stil der Shinsengumi. Misao MakimachiMakimachi nach einer Stadt in der Präfektur Niigata Misao gehört zu dem Teil der Oniwabanshū, der in Kyoto lebt. Sie wurde von Aoshi aufgezogen, bis dieser nach Tokio zog. Als sie ihn acht Jahre später, mit 16, sucht trifft sie Kenshin auf seiner Reise nach Kyoto. Später wird sie dort Anführerin der Oniwabanshū.