Diese Liste schwerer Seeunfälle 1971–1980 verzeichnet Schiffsunfälle der Seeschifffahrt mit Toten oder hohen Sachschäden.
Liste
Datum Name Tote Hergang 11. Januar 1971 Texaco Caribbean8 In der Straße von Dover kollidierten der panamaische Tanker Texaco Caribbean und der peruanische Frachter Paracas. Der Tanker explodierte und brach in zwei Teile. Acht Seeleute fanden bei dem Unglück den Tod. 12. Januar 1971 Brandenburg20 In der Straße von Dover sank der Hamburger Frachter Brandenburg (2.695 BRT) binnen wenigen Minuten, nachdem er mit dem noch nicht gekennzeichneten Wrack des am Vortag explodierten und anschließend gesunkenen Tankers Texaco Caribbean kollidiert war. 20 Besatzungsmitglieder fanden bei dem Untergang den Tod, elf weitere konnten gerettet werden. 24. April 1971 Angoche-Affäre24 Das portugiesische Küstenmotorschiff Angoche kam nicht zur erwarteten Zeit im Zielhafen an und wurde zwei Tage später mit Schlagseite treibend gefunden. Die Besatzung sowie ein Passagier blieben bis heute verschollen. 19. August 1971 HAM 3087 In den Morgenstunden des 19. August 1971 kollidierte der Hopperbagger HAM 308 in der Jademündung bei guter Sicht und ruhigem Wetter aus ungeklärten Gründen mit dem norwegischen Tanker Polycastle, der teilbeladen mit Öl auf dem Weg von Wilhelmshaven nach Hamburg war. HAM 308 sank sofort, sieben von 30 an Bord befindlichen Personen kamen um. Das Schiff wurde geborgen, repariert und wieder in Betrieb genommen. Es wurde am 25. Februar 1993 in Hongkong durch eine angesaugte 500-lbs-Bombe so schwer beschädigt, dass es zum Totalverlust erklärt und anschließend verschrottet wurde. 28. August 1971 Heleanna>25 Die griechische Fähre Heleanna brannte vor Brindisi aus, nachdem es nicht gelungen war, ein gegen 5:00 Uhr in der Küche entstandenes Feuer zu löschen. Das für 620 Personen zugelassene Schiff war zum Unglückszeitpunkt mit über 1.100 Personen besetzt, so dass nicht genügend Rettungsmittel vorhanden waren. Da sich das Unglück nahe der Küste ereignete, konnten die meisten Passagiere und Besatzungsmitglieder gerettet werden. 25 Personen starben, weitere 16 blieben vermisst.Tanz im Dienst. Der Spiegel 37/1971. 9. November 1971 Maori28 Auf der Reise von Tahiti und Nouméa via Panamakanal nach Le Havre sank der mit 9.400 Tonnen beladene französische Frachter Maori im Seegebiet westlich des Golfes von Biskaya unter bis heute ungeklärten Umständen so plötzlich, dass nur ein verstümmelter Notruf abgesetzt werden konnte. Trotz intensiver Suche konnte nur eines der 29 Besatzungsmitglieder gerettet werden. Der Gerettete trug einen Überlebensanzug. Anfang Februar 1972 V. A. Fogg35 Auf der Reise von Freeport (Texas) nach Galveston sank der in Ballast fahrende amerikanische Chemikalientanker V. A. Fogg vermutlich infolge einer Explosion bei der Reinigung der Ladetanks. Alle 35 Besatzungsmitglieder kamen bei dem Untergang ums Leben. 15. Februar 1972 Caesar17 Im Hamburger Hafen kollidierte querab der Überseebrücke die mit über 40 Personen besetzte Barkasse Caesar mit einer HADAG-Fähre und sank auf der Stelle. 17 Menschen kamen bei dem Untergang ums Leben. 11. Mai 1972 Royston Grange82 Etwa 35 Seemeilen vor Montevideo stießen das britische Kühlschiff Royston Grange (7.113 BRT) und der liberianische Tanker Tien Chee zusammen. Auf dem Tanker brach sofort ein Brand aus, der sich in Windeseile über das Kühlschiff ausbreitete, wobei die Flammen von dem aus den aufgerissenen Gefrierbehältern des Schiffes entweichenden Freon-Gas zusätzlich genährt wurden. Alle 74 Menschen an Bord der Royston Grange sowie acht Crewmitglieder des Tankers kamen in dem Inferno um. Ein Untersuchungsausschuss gab später dem Lotsen des Tankers die Schuld an der Katastrophe: Er hatte das Schiff auf einem zu weit südlich liegenden Kurs gesteuert und so den Weg des Kühlschiffes gekreuzt. Die Royston Grange war das erste britische Schiff seit dem Zweiten Weltkrieg, das mit allen Menschen an Bord in Verlust geriet. 5. August 1972 Stade11 Im Ärmelkanal vor Cherbourg wurde das Hamburger Küstenmotorschiff Stade vom kolumbianischen Frachter Ciudad de Manizales (12.000 BRT) überrannt, weil die Brückenbesatzung des ausweichpflichtigen kolumbianischen Frachters nicht reagierte. Von der 13-köpfigen Besatzung der Stade fanden elf Besatzungsmitglieder bei dem Unglück den Tod. 16. Januar 1973 Mont Laurier6 Während eines Orkans zerbrach etwa 200 Seemeilen nordwestlich der Azoreninsel Corvo auf dem französischen Frachter Mont Laurier (4.249 BRT) das Schott zwischen Laderaum und Maschinenraum. Ein großer Teil der aus hochgradig feuergefährlichen Harzen bestehenden Ladung stürzte in den Maschinenraum, entzündete sich explosionsartig und zwang die Mannschaft, das Schiff aufzugeben. In einer 19-stündigen Rettungsaktion wurden 16 Besatzungsmitglieder durch herbeieilende Schiffe gerettet, sechs fanden den Tod. 1. März 1973 Julius Pickenpack5 Auf dem Hamburger Trawler Julius Pickenpack (1.564 BRT) brach aus ungeklärter Ursache während reparaturbedingter Liegezeit in einem Dock der kanadischen Hafenstadt Dartmouth ein Großbrand aus, dem fünf der 52 Besatzungsmitglieder zum Opfer fielen. 22. März 1973 Norse Variant29 Auf der Reise von Newport News (Virginia) nach Glasgow sank der mit Kohle beladene norwegische Frachter Norse Variant (13.194 BRZ) in schwerem Sturm vor der Küste New Jerseys. Ein Notruf wurde zuvor abgesetzt. Nur eines der insgesamt 30 Besatzungsmitglieder konnte nach drei Tagen auf See von dem Frachtschiff Mobile Lube gerettet werden. 22. März 1973 Anita32 Im selben Sturm wie die Norse Variant sank etwa 180 Seemeilen nordöstlich Cape Henry der norwegische Massengutfrachter Anita (12.946 BRZ). Der mit Kohle beladene Frachter, auf dem Weg von Newport News nach Hamburg, geriet mit der gesamten Besatzung von 32 Personen in Verlust und gilt als verschollen. 14. Juni 1973 K-5627 Kollision des sowjetischen U-Boots K-56 der Echo-II-Klasse mit dem sowjetischen Aufklärungsschiff Akademik Berg (russ.: Академика Берга) nahe Kap Verde im Atlantik, dabei starben 27 Mann an Bord durch eine Chlorgasvergiftung. 5./6. November 1973 Theodore A. S.28 Das Schiff befand sich auf einer Reise von Narvik nach Gijón mit 21.139 Tonnen Eisenerz und sank vermutlich am 5. oder 6. November 1973 während eines Schlechtwetters mit der kompletten 28-köpfigen Besatzung in der Nordsee. 17. November 1973 Cap San Antonio6 Auf dem Hamburger Frachter Cap San Antonio (10.000 BRT) brach nachts im Ärmelkanal 12 Seemeilen südlich Hastings bei stürmischer See ein Großbrand aus, durch den sechs Besatzungsmitglieder den Tod fanden. 6. Dezember 1973 Antje Jansen7 Während eines Orkans sank das Hamburger Motorschiff Antje Jansen (424 BRT) in der deutschen Bucht. Die siebenköpfige Besatzung kam beim Untergang ums Leben. 17. Dezember 1973 Cape Sable10 Auf der Reise von Antwerpen nach Algier sank ca. 30 Seemeilen vor A Coruña der zypriotische Frachter Cape Sable so plötzlich, dass nur sechs der 16 Besatzungsmitglieder das über den Bug sinkende Schiff verlassen konnten. Ursache war vermutlich eine verrutschte Stahlladung. 19. Dezember 1973 Oriental Monarch40 Auf der Reise von Portland nach Japan sank etwa 500 Seemeilen nordwestlich von Vancouver der in Liberia registrierte und mit Weizen beladene Frachter Oriental Monarch. Das Schiff hatte einen Notruf abgesetzt, nachdem es in einem Orkan zu einem Wassereinbruch im Maschinenraum gekommen war. Trotz einer sofort eingeleiteten, groß angelegten Rettungsaktion kamen alle 40 Besatzungsmitglieder bei dem Unglück ums Leben. 28. Januar 1974 Hedwig Lünstedt8 Im Englischen Kanal kenterte im Sturm das Lüher Küstenmotorschiff Hedwig Lünstedt (424 BRT) mit einer Ladung von 1.000 t Schiffbaublechen. Unmittelbar vor dem Untergang meldete der Kapitän, er müsse die Ladung kontrollieren. Alle acht Besatzungsmitglieder kamen bei dem Untergang ums Leben, der so plötzlich erfolgte, dass nicht einmal einen Notruf abgesetzt werden konnte. 8./9. Februar 1974 Lance II11 In der Nacht des 8./9. Februar 1974 strandete in einem schweren Orkan der norwegische Trawler Lance II vor der Küste der Finnmark (Norwegen) und brach unmittelbar danach auseinander. Nur zwei Besatzungsmitglieder konnten gerettet werden, die elf übrigen kamen bei dem Unfall ums Leben. 8./9. Februar 1974 Gaul36 In der Nacht des 8./9. Februar 1974 kenterte und sank das in Hull stationierte britische Fischereifabrikschiff Gaul in der Barentssee in einem schweren Sturm. Dabei starb die gesamte 36 Mann starke Crew. Zunächst galt das Schiff als verschollen; erst drei Monate später, im Mai 1974, fand man eine Rettungsinsel, was den Verlust zumindest teilweise bestätigte. Erst 1997 entdeckte eine britisch-norwegische Bergungsfirma das Wrack vor der nordnorwegischen Küste. Die zunächst rätselhaften Umstände des Untergangs gaben zu z. T. wilden Spekulationen Anlass. 14. Juli 1974 Cavtat? Der jugoslawische Frachter Cavtat versank unweit der apulischen Küste bei Otranto mit 909 Fässern mit hochgiftigen Stoffen, insbesondere Bleitetraätyl, in der Adria. Jahrelang wurde die Möglichkeit des Freiwerdens dieser Ladung als gefährliches Umweltrisiko und ihre Bergung als technisch sehr schwieriges Problem in den Medien diskutiert. 1978 konnten die Fässer schließlich durch Taucher geborgen werden. 9. August 1974 Metula In der Magellanstraße geriet der niederländische Tanker Metula auf Grund. Das Schiff verlor 53.000 Tonnen Rohöl, die auf die Ufer Feuerlands zutrieben. Es starben in der Folge nach Schätzungen etwa 40.000 Tiere, hauptsächlich Pinguine und Kormorane. 30. August 1974 Otwaschny24 Kurz nach dem Auslaufen aus dem Hafen Sewastopol brach auf dem sowjetischen Lenkwaffenzerstörer Otwaschny der Kaschin-Klasse ein Brand aus, der zu einer heftigen Explosion führte. Nach einer weiteren Explosion sank der Zerstörer. Bei dem Unglück kamen insgesamt 24 Besatzungsmitglieder ums Leben. 10. November 1975 Edmund Fitzgerald29 In einem schweren Sturm auf dem Oberen See sank das amerikanische Frachtschiff Edmund Fitzgerald unter bis heute ungeklärten Umständen mit allen 29 Menschen an Bord. 22. November 1975 Belknap8 Während eines Manövers vor Sizilien kollidierte in der Nacht und während eines Sturms der amerikanische Lenkwaffenkreuzer Belknap mit dem amerikanischen Flugzeugträger John F. Kennedy. Der Kreuzer geriet mit seinen Deckaufbauten unter das überstehende Flugdeck des Trägers und wurde schwer beschädigt. Durch die Reibungshitze kam es auf dem Kreuzer zudem zu einem Brand, der die kompletten Deckaufbauten zerstörte, da diese aus einer Aluminiumlegierung bestanden, deren Magnesiumanteil das Feuer zusätzlich anfachte. Bei dem Unfall starben insgesamt acht Seeleute, sieben an Bord des Kreuzers und einer an Bord des Trägers. Nach diesem Vorfall entschloss sich die amerikanische Marine dazu, zukünftig alle Deckaufbauten wieder aus brandfesterem Stahl bauen zu lassen. 30. Dezember 1975 Berge Istra30 Der von Brasilien nach Japan laufende und mit Öl und Eisenerz beladene norwegische Schüttgutfrachter Berge Istra (227.550 BRT) sank in der Philippinensee nach einer verheerenden Explosion im Inneren. Von den 32 Personen an Bord fanden dabei 30 den Tod. Eine ab dem 7. Januar 1976 eingeleitete Suchoperation nach dem Schiff blieb zunächst erfolglos. Erst am 20. Januar 1976 – nach einer anderen Quelle am 19. Januar – wurden zwei Überlebende von japanischen Fischern gerettet.Bibliographisches Institut (Hrsg.): Meyers Jahreslexikon 1975/76. Was war wichtig? 1.7.1975 – 30.6.1976. Meyers Lexikonverlag, Mannheim 1976, ISBN 3-411-01365-6, S. 73. Ihre Aussagen halfen später, die Katastrophe zu rekonstruieren. Demnach wurde das riesige Schiff von einer gewaltigen Explosion mittschiffs auseinandergerissen und sank innerhalb weniger Minuten. Vermutlich, so stellte es eine Untersuchung später fest, wurde das Unglück von einer Explosion in einem Öltank verursacht. Interessant ist auch, dass das Schwesterschiff der Berge Istra, der große Mehrzwecktransporter Berge Vanga, im Jahre 1979 im Südatlantik unter ähnlich myste