Diese Liste schwerer Seeunfälle 1951–1960 verzeichnet Schiffsunfälle der Seeschifffahrt mit Toten oder hohen Sachschäden.
Liste Datum Name Opfer Beschreibung 16. März 1951 Montallegro 9 Beim Löschen der Ladung kam es im Hafen von Neapel auf dem italienischen Tanker Montallegro zu einer Gasexplosion und einem anschließenden Großbrand. Der Tanker brach dabei auseinander, das Achterschiff sank sofort. Von den zum Zeitpunkt der Explosion an Bord befindlichen etwa 100 Besatzungsmitgliedern und Schauerleuten wurden neun getötet und 59 zum Teil schwer verletzt. Durch die Druckwelle der Explosion entstanden Gebäudeschäden im Hafengebiet und in den angrenzenden Stadtteilen. 16. April 1951 Affray 75 Das britische U-Boot Affray der Amphion-Klasse sank nordwestlich von Alderney im Ärmelkanal, 75 Besatzungsmitglieder kommen ums Leben. 25. Mai 1951 Ginette Leborgne 12 Etwa 200 km südöstlich von Kap Race (Neufundland) stießen bei dichtem Nebel die französischen Trawler Ginette Leborgne und Jacques Coeur zusammen. Die Ginette Leborgne sank auf der Stelle. Zwölf der 45 Besatzungsmitglieder fanden dabei den Tod. 13. August 1951 Bess 22 Rund 100 Seemeilen nordwestlich Borkums kenterte in schwerem Sturm der norwegische Frachter Bess (1.116 BRT). Nur neun der insgesamt 31 Passagiere und Besatzungsmitglieder konnten nach mehr als 20 Stunden auf einem Floß gerettet werden. 1. September 1951 Pelican 45 Die mit insgesamt 62 Personen völlig überladene Yacht Pelican (15 BRT), zulässig waren 20 Personen, wurde bei einem Angelausflug vor Montauk von zwei sehr hohen Wellen getroffen. Die an Bord ausbrechende Panik ließ das Schiff kentern und in kurzer Zeit sinken. Nur 17 Menschen konnten gerettet werden. 12. Oktober 1951 Ranna 6 Vor der schwedischen Küste wurde der unter der Flagge Costa Ricas fahrende Frachter Ranna (340 BRT) vom griechischen Frachter Tharros (5.000 BRT) gerammt und sank auf der Stelle. Sechs Besatzungsmitglieder der Ranna fanden beim Untergang den Tod. 28. November 1951 Teeswood 2 Auf der Fahrt von Grimsby in England nach Emden strandete der britische Frachter Teeswood (864 BRT) während eines tagelangen schweren Sturmes gegen 18:20 Uhr auf der Hornsbornbalje in der Westerems und brach nach einer Stunde auseinander. In einer dramatischen Rettungsaktion konnten 13 der 15 Besatzungsmitglieder durch das auf Borkum stationierte Rettungsboot unter Vormann Wilhelm Eilers gerettet werden; zwei wurden über Bord gespült und ertranken. 9. Dezember 1951 MRB 33 5 Das in Hvide Sande an der jütländischen Westküste stationierte Motorrettungsboot MRB 33 kenterte während eines Seenoteinsatzes unmittelbar vor der Einfahrt seines Heimathafens. Das Motorrettungsboot war einem manövrierunfähig gewordenen Saugbagger zu Hilfe gekommen und wollte in der Hafeneinfahrt die Ankunft des angeforderten Bergungsschleppers abwarten. Fünf der sieben Besatzungsmitglieder kamen bei dem Unfall ums Leben. 31. Dezember 1951 Irene Oldendorff 22 Auf der Fahrt von Emden nach Ystad kenterte der Frachter Irene Oldendorff (1.494 BRT) während eines Orkans im Hubertgat der Unterems vor Borkum. Die gesamte Besatzung sowie der noch an Bord befindliche Lotse, der aufgrund des schlechten Wetters und der hohen See nicht querab Borkums vom Lotsenversetzboot aufgenommen werden konnte, kamen dabei ums Leben. Unfallursache war die an Deck geschüttete und mit Netzen gesicherte Koksladung, die sich durch überkommende Wellen voll Wasser saugte und das Schiff topplastig werden ließ. 10. Januar 1952 Flying Enterprise 0 Die Flying Enterprise befand sich im Dezember 1951 auf einer Reise von Hamburg nach New York, als sie etwa 400 Seemeilen vor der englischen Küste in den Einfluss eines schweren Orkans geriet. Nach einem Bruch des Ruderschafts verrutschte die Ladung aus Roheisen und das Schiff entwickelte eine starke Schlagseite. Der Versuch, das sinkende Schiff abzuschleppen, schlug fehl, als sechzig Meilen vor dem Zielhafen Falmouth die Schlepptrosse riss. Deren Wiederherstellung am darauffolgenden Tag erschien aufgrund des wieder schlechter gewordenen Wetters aussichtslos. Am selben Tag sank die Flying Enterprise am Eingang des Ärmelkanals. 15. Januar 1952 IJM 31 Alkmaar 13 Vor der norwegischen Küste in der Nähe von Stavanger sank der in IJmuiden registrierte niederländische Trawler IJM 31 Alkmaar während einer Fangreise in einem Orkan. Alle 13 Besatzungsmitglieder kamen bei dem Untergang ums Leben. 8. März 1952 Thor 19 70px|rechts Bei den Orkneys wurde der Bremerhavener Fischdampfer Thor im Orkan von mehreren Riesenwellen getroffen und kenterte. Das Schiff sank so schnell, dass kein Notruf mehr abgesetzt werden konnte. Lediglich der Steuermann konnte gerettet werden, alle übrigen Besatzungsmitglieder fanden den Tod. 21. April 1952 St. Paul 30 Während des Beschusses der koreanischen Küste kam es auf dem US-amerikanischen Schweren Kreuzer St. Paul (17.450 t) zur Kartuschenexplosion im vorderen 20,3-cm-Drillingsturm mit nachfolgendem Brand. 30 Mann der Besatzung kamen ums Leben, das Schiff wurde im Bugbereich erheblich beschädigt und musste das Kriegsgebiet verlassen. 26. April 1952 Hobson 176 Im Nordatlantik kollidierte der Flugzeugträger Wasp (27.100 t) mit dem Zerstörer Hobson (1.630 t). Der Zerstörer sank auf der Stelle und riss 176 Besatzungsmitglieder in die Tiefe; nur 61 konnten gerettet werden. Weshalb der Kommandant des Zerstörers einen falschen Kurs gesteuert hatte, konnte nicht geklärt werden, weil er ebenfalls ertrank. 24. September 1952 Kaiyo Maru 31 Der Unterwasser-Vulkan Myojinsho brach unter dem Forschungsboot Kaiyo Maru aus, worauf dieses komplett zerstört wurde. Alle Personen an Bord kamen ums Leben. 4. Oktober 1952 La Sybille 48 Während eines Probetauchganges im Rahmen eines Flottenmanövers an der französischen Riviera sank das französische U-Boot La Sybille mit insgesamt 48 Besatzungsmitgliedern bei einer Wassertiefe von 700 bis 800 m. Der Untergang wurde erst bemerkt, als das Boot überfällig wurde. Niemand wurde gerettet. 4. Oktober 1952 Norman 20 Auf der Suche nach neuen Fanggründen lief der in Hull registrierte britische Trawler Norman (629 BRT) auf einen Felsen an der grönländischen Südküste und sank in kürzester Zeit. Obwohl sich die Besatzung schwimmend auf einen Felsen retten konnte, kamen bis auf den Schiffsjungen alle Besatzungsmitglieder durch Ertrinken oder Erfrieren ums Leben. 23. Dezember 1952 N. Ebeling 19 Westlich Islands in Höhe des Breiðafjörðurs sank in einem orkanartigen Sturm der in Bremerhaven beheimatete Fischdampfer N. Ebeling (487 BRT), nachdem es infolge Seeschlags zu einem mit Bordmitteln bei schwerem Wetter nicht mehr zu behebenden Wassereinbruch über das Aschfallrohr gekommen war. Obwohl noch Funkkontakt zu in der Nähe befindlichen anderen Schiffen aufgebaut werden konnte und diese zu Hilfe kamen, konnte die gesamte Besatzung das Schiff auf Grund der Vereisung nicht mehr verlassen und wurde von dem sinkenden Trawler in die Tiefe gerissen. 21. Dezember 1952 Melanie Schulte 35 Auf der Reise von Narvik nach Mobile (Alabama) verschwand der mit 9.300 t Eisenerz beladene Emder Erzfrachter Melanie Schulte (6.380 BRT) im Atlantik nördlich der Hebriden nahezu spurlos mit der gesamten Besatzung. Kurz zuvor hatte der Kapitän ein Funkgespräch mit seiner Ehefrau geführt. Die Seeamtsverhandlung in Hamburg kam zu keinem schlüssigen Ergebnis, weil zum Zeitpunkt des Untergangs schlechtes Wetter mit hohem Seegang geherrscht und es zudem schon vorher schwere Stabilitätsprobleme des Schiffes gegeben hatte. 22. Dezember 1952 Champollion 15 In der Nähe von Beirut strandete das französische Passagierschiff Champollion (12.546 BRT), nachdem die Schiffsführung durch ein ihr unbekanntes Leuchtfeuer an der libanesischen Küste irritiert worden war und deshalb einen falschen Kurs angesteuert hatte. Kurz nach der Strandung brach das Passagierschiff auseinander. Beim Versuch, den nur 60 m vom Wrack entfernten Felsenstrand schwimmend zu erreichen, wurden 15 Menschen getötet. Die übrigen 300 an Bord befindlichen Passagiere wurden in einer dramatischen Rettungsaktion gerettet. 31. Januar 1953 Michael Griffiths 13 In den frühen Morgenstunden geriet der britische Trawler Michael Griffths bei den Hebriden in das Sturmfeld des die Hollandsturmflut auslösenden Orkans und sank. Alle an Bord befindlichen 13 Besatzungsmitglieder kamen beim Untergang ums Leben. 31. Januar 1953 Sheldon 14 Auf der Reise von Grimsby in sein Fanggebiet bei den Färöer verschwand der Trawler Sheldon, nachdem er in das Sturmfeld des die Hollandsturmflut auslösenden Orkans geraten war. Alle 14 an Bord befindlichen Besatzungsmitglieder kamen trotz einer großangelegten Such- und Rettungsaktion beim Untergang ums Leben. 31. Januar 1953 Princess Victoria 135 Auf dem Weg von Stranraer in Schottland nach Larne in Nordirland sank das Fährschiff Princess Victoria während der Flutkatastrophe von 1953, nachdem durch schweren Seegang Wasser durch die Hecktore auf das Autodeck eingedrungen war. Nur 44 der insgesamt 179 Passagiere und Besatzungsmitglieder konnten gerettet werden. 31. Januar 1953 Catharine Duyvis 15 Auf der Fahrt von Grimsby nach IJmuiden sank während der Flutkatastrophe von 1953 der niederländische Trawler Catharine Duyvis in schwerer See. Wegen Maschinenproblemen versuchte die Schiffsführung beizudrehen, was zum Kentern des Schiffes führte. Alle 15 Besatzungsmitglieder kamen bei dem Untergang ums Leben. 31. Januar 1953 Yewvalley 11 Vor der Küste der englischen Grafschaft Norfolk verschwand der in Glasgow registrierte britische Frachter Yewvalley während des die Hollandsturmflut auslösenden Orkans östlich der Hafenstadt Cromer spurlos, ohne dass ein Notruf abgesetzt werden konnte. Die gesamte Besatzung kam bei dem Unfall ums Leben. 31. Januar 1953 Westland 10 Auf der Reise von Wismar nach King’s Lynn sank das niederländische Küstenmotorschiff Westland nördlich von Terschelling im Orkan, ohne dass die Schiffsführung einen Notruf absetzen konnte. Die gesamte Besatzung des Schiffes kam beim Untergang ums Leben. Das Wrack wurde erst 51 Jahre später (1994) entdeckt und identifiziert. 31. Januar 1953 Guava 11 Im Seegebiet zwischen Südengland und den Niederlanden verschwand der in Grimsby registrierte Trawler Guava im Orkan spurlos, ohne dass ein Notruf abgesetzt werden konnte. Alle elf Besatzungsmitglieder kamen bei dem Unfall ums Leben. 31. Januar 1953 Aspo 22 Auf der Reise von Kalmar nach Hartlepool sank während des die Hollandsturmflut auslösenden Orkans der schwedische Frachter Aspo westlich Jütlands. Alle 22 Besatzungsmitglieder kamen beim Untergang ums Leben. 1. Februar 1953 Salland 7 Auf der Reise nach Stockholm sank das erst im Jahre 1952 neu in Dienst gestellte Küstenmotorschiff Salland während der Hollandsturmflut ca. 30 km westlich von Egmond aan Zee. Die gesamte Besatzung kam beim Untergang ums Leben. Das Wrack wurde erst 1994 gefunden. 9. Februar 1953 Fraserburgh 6 Das in Fraserburgh stationierte Seenotrettungsboot der Royal National Lifeboat Institution kenterte, als es Fischereifahrzeuge bei der Rückkehr in den Hafen begleitete. Sechs der sieben Besatzungsmitglieder kamen bei dem Unfall ums Leben. 23. März 1953 Leicester City 7 In der Nähe des britischen Flottenstützpunktes Scapa Flow lief der in Grimsby beheimatete Trawler Leicester City auf einen unter Wasser befindlichen Felsen und sank. Sieben Besatzungsmitglieder fanden beim Untergang den Tod, 15 konnten sich selbst an Land retten bzw. wurden von einem Rettungsboot im Wasser treibend geborgen. 30. April 1953 Colombia 67 Zwischen Fuertos Capica und Bahia Solano sank das kolumbianische Motorschiff Colombia (1.764 BRT). Von den an Bord befindlichen 89 Personen, hierunter gehörten Mitglieder einer Polizeieinheit, die eine Garnison in Bahia Solano ablösen sollten, konnten nur 22 gerettet werden. 11. Mai 1953 Henry Steinbrenner 12 Bei schwerem Sturm lief der mit Erz beladene Frachter Henry Steinbrenner (4.345 BRT) auf dem Oberen See auf ein Riff und sank sofort. Zwölf Seeleute fanden beim Unterga