Diese Liste schwerer Seeunfälle 1961–1970 verzeichnet Schiffsunfälle der Seeschifffahrt mit Toten oder hohen Sachschäden.

Liste Datum Name Tote Hergang 2. Januar 1961 Indian Navigator 13 Rund 100 Kilometer westlich der bretonischen Küste sank der zwei Tage zuvor in Brand geratene indische Frachter Indian Navigator (7.660 BRT). Dabei kamen 13 indische Seeleute ums Leben, als sie, nachdem sie das Schiff zusammen mit den übrigen 55 Besatzungsmitgliedern verlassen hatten, erneut das Schiff bestiegen, um der Reederei die Bergungskosten zu ersparen. 11. Januar 1961 Egos 44 Das mit 44 marokkanischen jüdischen Flüchtlingen in Richtung Israel besetzte und völlig überladene Auswandererboot Egoz sank 16 km vor Morro Nuevo in der Bucht von Alhucamas. Alle Flüchtlinge, die illegal das Land in Richtung Israel verlassen wollten, darunter auch viele Kinder, kamen beim Untergang ums Leben. Lediglich der Kapitän und zwei Besatzungsmitglieder konnten sich retten. 28. Januar 1961 Olenevod 9005 20 An der Nordspitze der Insel Yell (Shetland) lief der sowjetische Trawler Olenevod 9005 in einem Orkan auf einen Felsen und sank. Die gesamte Besatzung fand bei dem Untergang den Tod. 2. Mai 1961 Albatross 6 Die Albatross sank etwa 125 Seemeilen westlich der Dry Tortugas, während der Überfahrt von Progreso (Mexico) nach Nassau (Bahamas). Als mögliche Ursache wurde eine Weiße Bö angenommen. Das Unglück, bei dem sechs Mitglieder der US-amerikanischen Besatzung ertranken, führte dazu, dass die Anforderungen für die Konstruktion und Stabilität von Segelschulschiffen durch die US-Küstenwache überarbeitet wurde; die neuen Regeln wurden im „Sailing School Vessels Act“ von 1982 zusammengefasst. 7. Juni 1961 Anng Teza 85 Vor der burmesischen Küste sank das Küstenmotorschiff Anng Teza (999 BRT). Von den 125 Menschen an Bord starben 85, nur 40 konnten gerettet werden. 9. Juli 1961 Save 259 In dem während eines Sturmes vor Quelimane gestrandeten Schiffes kam es zunächst zu einem Brand, dann zu einer Reihe Explosionen – wahrscheinlich ausgelöst von der mitgeführten Munitionsladung -, die das Schiff vollständig zerstörten. Von den 54 Besatzungsmitgliedern und 495 Passagieren starben 16 Besatzungsmitglieder und 243 Passagiere. 18. August 1961 Tammy Norig 5 Auf der Rückreise von einem Urlaubstörn in die Ostsee nach Littlehampton wurde auf der Unterelbe die britische Yacht Tammy Norig vom polnischen Frachter Kilinski, der sich auf der Fahrt von Hamburg nach Antwerpen befand, überrannt und sank auf der Stelle. Drei sich an Bord der Yacht befindende Erwachsene konnten gerettet werden, die unter Deck schlafenden fünf Kinder kamen beim Untergang ums Leben. 1. Oktober 1961 Starcarrier 22 Beim Löschen der Ladung im Hafen von Diégo-Suarez (Madagaskar) brach auf dem u. a. mit sechs Tonnen Dynamit beladenen norwegischen Frachter Starcarrier (5.564 BRT) ein Feuer aus. Beim Versuch, den brennenden Frachter aus dem Hafen zu schleppen, kam es zur Explosion, durch die insgesamt 22 Menschen ihr Leben verloren. 13. November 1961 Teddy 12 Auf der Reise von Swinemünde nach Mariager kenterte das dänische Motorschiff Teddy (789 BRT) südlich des Öresunds in schwerer See. Von den insgesamt 16 Besatzungsmitgliedern gelang es nur vieren, sich zu retten. Die übrige Besatzung kam bei dem Unfall ums Leben. 11. Januar 1962 B-37 132 Im Hafen von Poljarny ereignete sich an Bord des zur sowjetischen Nordflotte gehörenden U-Bootes B-37 ein Brand im Torpedoraum, der vermutlich durch Wasserstoffgas oder einen Kurzschluss verursacht wurde. Durch das Feuer wurden zwölf gelagerte Torpedos im Bug des Bootes zur Explosion gebracht, die das U-Boot völlig zerstörten, das in der Nähe liegende U-Boot S-350 schwer beschädigten und erhebliche Verwüstungen im Hafen anrichteten. Insgesamt kamen 132 Seeleute, Soldaten und Hafenmitarbeiter ums Leben. 21. Oktober 1962 Sanct Svithun 41 Das nordgehende Hurtigruten-Schiff Sanct Svithun steuerte zwischen Trondheim und Rørvik aus bis heute nicht geklärten Gründen einen falschen Kurs, lief auf Grund und sank. Von den 89 Menschen an Bord kamen 41 ums Leben. 11. November 1962 George Elmy 9 Auf der Rückfahrt von einem Rettungseinsatz sank das in Seaham in der nordenglischen Grafschaft Durham stationierte Seenotrettungsboot George Elmy der Royal National Lifeboat Institution während eines Orkans in schwerer See. Alle fünf Besatzungsmitglieder des Rettungsbootes sowie vier bereits vom sinkenden Fischkutter Economy gerettete Fischer kamen bei dem Unglück ums Leben. Nur ein Besatzungsmitglied des Fischkutters konnte gerettet werden. 15. Dezember 1962 Nautilus 23 Vor Texel sank der Bremer Frachter Nautilus (3.218 BRT), der sich mit einer Ladung Kohle auf der Reise von Swansea nach Delfzijl befand. Bei einem schweren Orkan und schwerer See wurde von einer sehr hohen Welle ein Lukendeckel eingeschlagen. Von der 24-köpfigen Besatzung konnte lediglich ein Matrose gerettet werden. 4. Februar 1963 Marine Sulphur Queen 39 Auf der Reise von Beaumont (Texas) nach Norfolk (Virginia) verschwand das US-amerikanische Tankschiff Marine Sulphur Queen (ca. 10.500 BRT) ohne Notruf nahezu spurlos mit der gesamten Besatzung. Erst als das Schiff am 7. Februar 1963 in Norfolk überfällig wurde, begann eine der bis dahin größten Suchaktionen der Seefahrt, bei der lediglich einige wenige Wrackteile gefunden wurden. Hinsichtlich der Umstände des Untergangs wurden in der Folgezeit wilde Spekulationen hinsichtlich dieses und anderer rätselhafter Unglücke im sogenannten Bermudadreieck angestellt. 10. April 1963 Thresher 129 Bei Tieftauchversuchen in Begleitung des U-Boot Rettungsschiffs Skylark rund 350 km östlich von Cape Cod, Massachusetts, kam es vermutlich durch den Riss einer Hochdruckleitung zu Problemen an Bord des U-Bootes der Thresher-Klasse, das mit 129 Mann an Bord sank. 25. Juni 1963 München 27 Kurz nach dem Auslaufen aus dem Hafen Kangerluarsoruseq an der grönländischen Westküste sank plötzlich der Hamburger Trawler München, nachdem durch tiefliegende Speigatten Wasser ins Schiff eindrang. Da die an Bord befindlichen Rettungsinseln beschädigt waren, kamen nach dem Verlassen des sinkenden Schiffs 27 Besatzungsmitglieder durch Ertrinken und Unterkühlung um. 15 Besatzungsmitglieder konnten gerettet werden. 20. Juli 1963 Tritonica 33 Im St.-Lorenz-Strom kollidierten die britischen Frachter Tritonica (12.863 BRT) und Roonagh Head (6.153 BRT). Die Tritonica wurde dabei so unglücklich getroffen, dass sie binnen weniger Minuten sank. Nur 17 der insgesamt 50 Besatzungsmitglieder konnten gerettet werden. 15. Oktober 1963 Marianne Wehr 9 Bei schwerem Sturm verschwand nordwestlich des damaligen Feuerschiffs Elbe 1 das Hamburger Küstenmotorschiff Marianne Wehr (499 BRT), das sich mit einer Ladung Hochofenschlacke auf der Reise von Südengland nach Lübeck befand, nahezu spurlos. Alle neun Besatzungsmitglieder fanden bei dem Untergang den Tod. Vermutlich kenterte das Schiff und sank so schnell und überraschend, dass kein Notruf mehr abgesetzt werden konnte.Frank Binder: Stille Andacht für die Marianne Wehr. In: Täglicher Hafenbericht vom 27. November 2013, S. 15 23. Oktober 1963 Juan Ferrer 11 Bei schwerem Sturm strandete der spanische Frachter Juan Ferrer (682 BRT) an der englischen Südostküste bei Boscawen Point. Von der 15-köpfigen Besatzung konnten nur vier Mann gerettet werden, weil den Rettungskräften zunächst eine falsche Positionsmeldung des Schiffes vorlag. 24. November 1963 Praia da Atalaia 36 Vor Aveiro (Portugal) kenterte der portugiesische Trawler Praia da Atalaia, nachdem er bei außergewöhnlich schwerer See querschlug. Von den insgesamt 37 Besatzungsmitgliedern an Bord konnte nur einer gerettet werden, alle übrigen 36 fanden den Tod. 15. Dezember 1963 Jonetta 10 Bei der norwegischen Hafenstadt Namsos sank das norwegische Küstenmotorschiff Jonetta (449 BRT), nachdem bei stürmischer See die Ladung verrutschte. Nur der Kapitän konnte auf einem Rettungsfloß treibend gerettet werden. Alle übrigen zehn Besatzungsmitglieder starben bei dem Untergang. 22. Dezember 1963 Lakonia 128 Der griechische Luxusdampfer war auf einer Weihnachtskreuzfahrt zu den Kanarischen Inseln. Er befand sich etwa 180 Meilen nordwestlich von Madeira, als spät abends ein Feuer an Bord ausbrach. Im Ballsaal tanzten die Passagiere beim Tropical Tramps Ball, als Rauch in den Saal eindrang und Panik ausbrach. Innerhalb kurzer Zeit brannte das ganze Schiff. Die Evakuierung verlief katastrophal, der Feueralarm funktionierte nicht und die Rettungsboote kenterten oder fielen aus den Davits. 128 Passagiere und Besatzungsmitglieder kamen ums Leben. 13. Januar 1964 Uman 14 Westlich von Gibraltar sank der sowjetische Frachter Uman (5.628 BRT) so schnell, dass es nur 23 der 37 Besatzungsmitgliedern gelang, sich von Bord zu retten; sie wurden vom herbeigeeilten Frachter Byblos (4.449 BRT) der Bremer Atlas Levante-Linie übernommen. 14 Besatzungsmitglieder gingen mit der Uman unter. 10. Februar 1964 Voyager 82 150px|rechts Während eines Manövers vor der Küste von New South Wales kollidierten der australische Flugzeugträger Melbourne und der australische Zerstörer Voyager miteinander. Beide Schiffe stießen kurz vor 21 Uhr in der Dunkelheit zusammen. Der Zerstörer zerbrach nach einer Kesselexplosion in zwei Teile; die Bugsektion sank sofort, während sich das Heck noch etwa 30 Minuten über Wasser hielt, was vielen Besatzungsangehörigen die Rettung ermöglichte. Mit dem Schiff gingen 82 Seeleute unter. 235 Überlebende wurden von dem Flugzeugträger und herbeieilenden Minensuchbooten sowie von landgestützten Hubschraubern gerettet. 15. April 1964 Nordmark 6 150px|rechts Bei Nordostwind Stärke 6 bis 7 Bft und einer Wellenhöhe von geschätzten 2,5 m sank das Hamburger Küstenmotorschiff Nordmark (282 BRT) mit seiner sechsköpfigen Besatzung vor Borkum so plötzlich, dass nur noch ein verstümmelter Notruf aufgefangen werden konnte. Die gesamte Besatzung kam dabei ums Leben. Unglücksursache war vermutlich eine außergewöhnlich hohe Welle, die die Ladeluken einschlug. 23. Juli 1964 Star of Alexandria>100 Der mit Munition beladene ägyptische Frachter Star of Alexandria explodierte im Hafen der algerischen Stadt Bône. Die Katastrophe forderte über 100 Tote und etwa 160 Verletzte. Der Schaden wurde auf 20 Millionen US-Dollar geschätzt. 27. Oktober 1964 Magdeburg 0 Der Stückgutfrachter der Deutschen Seereederei (DSR) kollidierte am 27. Oktober 1964 in der Themsemündung mit dem japanischen Frachter Yamashiro Maru und kenterte daraufhin. 1965 gelang es der Cuxhavener Firma Ulrich Harms, die Magdeburg wieder aufzurichten und in ein Trockendock in Tilbury zu bringen. Das beschädigte Schiff wurde an einen griechischen Reeder verkauft und am 13. Dezember 1965 verließ die provisorisch reparierte Magdeburg London im Schlepp. Am 17. Dezember 1965 schlug das Schiff im Sturm leck und sank etwa 20 Seemeilen von Brest entfernt auf der Position . 27. Oktober 1965 Ute 5 Im Schärengebiet vor Stockholm kenterte im Sturm das Hamburger Küstenmotorschiff Ute (493 BRT), das mit 760 t Natriumsulfat auf der Reise von Wismar nach Schweden war. Nur zwei der sieben Besatzungsmitglieder konnten gerettet werden. Unglücksursache war laut Seeamt vermutlich eine sehr hohe von achtern kommende See, die das Schiff querschlagen ließ. 27. Oktober 1965 Clipper 9 Nördlich Gotland kenterte das mit Anthrazitstaub beladene Hamburger Küstenmotorschiff Clipper (498 BRT) in schwerem Sturm ohne einen Notruf absetzen zu können. Die neunköpfige Besatzung kam dabei ums Leben. Die Ursache des Unglücks blieb ungeklärt. 13. November 1965 Yarmouth Castle 90 Der amerikanische Luxusdampfer befand sich auf dem Weg von Miami nach Nassau auf den Bahamas, als in der Nacht Feuer in einem Lagerraum ausbrach. Das Schiff brannte ab, kenterte nach backbord und sank. Viele der Rettungsboote gingen in Flammen auf und konnten nicht ausgeschwenkt und herabgelassen werden. Der Brand auf der Yarmouth Castle führte zu neuen Regelungen im Rahmen der International Convention for