Die 65. Internationalen Filmfestspiele Berlin (Berlinale) fanden vom 5. bis 15. Februar 2015 statt. Sie zählen gemeinsam mit Cannes und Venedig zu den bedeutendsten Filmfestivals der Welt und standen 2015 zum 14. Mal unter der Leitung von Dieter Kosslick. Der Film Taxi Teheran (Taxi) des iranischen Regisseurs Jafar Panahi erhielt den Goldenen Bären.

Eröffnet wurde die Berlinale 2015 mit der Weltpremiere von Nobody Wants the Night der spanischen Regisseurin Isabel Coixet mit Juliette Binoche, Rinko Kikuchi und Gabriel Byrne.Pressemitteilung vom 9. Januar 2014. (PDF) berlinale.de

mini|hochkant|Wim Wenders, Empfänger des Goldenen Ehrenbären Wim Wenders wurde mit dem Goldenen Ehrenbären für sein genreübergreifendes und vielseitiges Werk als Filmemacher, Fotograf und Autor ausgezeichnet. Berlinale-Direktor Kosslick bezeichnete ihn als einen der renommiertesten zeitgenössischen Autorenfilmer. berlinale.de, 21. August 2014; abgerufen am 6. November 2014. Neben den gewonnenen Hauptpreisen von Venedig (1982 für Der Stand der Dinge) und Cannes (1984 für Paris, Texas) konkurrierte Wenders im Jahr 2000 mit The Million Dollar Hotel einmalig im Berlinale-Wettbewerb (Silberner Bär als Preis der Jury) und ließ bei der Berlinale 2011 seine 3D-Tanzfilm-Dokumentation Pina erstaufführen. Im Rahmen einer Hommage waren zehn Filme aus Wenders’ Spiel- und Dokumentarfilmschaffen zu sehen.

Mit der Berlinale Kamera wurden Marcel Ophüls, Naum Kleiman, Carlo Petrini und Alice Waters geehrt. berlinale.de; abgerufen am 17. Dezember 2014

Die Berlinale 2015 hatte ein Jahresbudget von 22 Millionen Euro zur Verfügung. Ein Anteil von 6,5 Millionen Euro stammte aus Mitteln der institutionellen Förderung der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien.Berlinale in Zahlen. berlinale.de; abgerufen am 10. Februar 2015

Offizielle Sektionen Internationaler Wettbewerb Internationale Jury mini|hochkant|Darren Aronofksy (2013) Jurypräsident der Berlinale 2015 war Darren Aronofsky. Der US-amerikanische Regisseur, Drehbuchautor und Produzent wurde von Berlinale-Direktor Kosslick als einer der „herausragenden Protagonisten des zeitgenössischen Autorenkinos“ gepriesen, der in seiner künstlerischen Herangehensweise immer wieder die filmische Sprache und deren ästhetische Möglichkeiten auslote. berlinale.de, 4. November 2014; abgerufen am 6. November 2014. Aronofsky drehte Filme über Realitätsverlust und das Leben am Rand der Gesellschaft.Darren Aronofsky. In: Internationales Biographisches Archiv, 28/2014, 8. Juli 2014 (abgerufen via Munzinger Online). Großen Erfolg erregte er mit dem Drama The Wrestler (Goldener Löwe von Venedig 2008) und dem im Ballett-Milieu angesiedelten Psychothriller Black Swan (Oscar-Nominierung 2011) in denen er wiederholt der Strapazierfähigkeit und Verletzbarkeit des menschlichen Körpers nachspürte. Laut Fachkritik widmet er sich in seinem Werk der „Abgründe der menschlichen Psyche“ und dem „Elend des wirklichen Lebens“.Georg Seeßlen: Vom Sterben des Schwans. In: Die Zeit, Nr. 4/2011, S. 53. „Bei der Berlinale gibt es immer spannende und faszinierende Filme. Ich freue mich darauf, die jüngsten Werke großartiger Filmemacher in einer der tollsten Städte der Welt zu sehen“, so Aronofksy, der in der Vergangenheit nie eine seiner Regiearbeiten bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin vorgestellt hatte. Er war 2001 Mitglied der Jury des Sundance Film Festival, die Inside a Skinhead zum besten Spielfilm auswählte. 2011 kürte Aronofsky als Jurypräsident der Internationalen Filmfestspiele von Venedig Alexander Sokurows Faust zum Sieger.

Dem Jurypräsidenten standen bei der Vergabe der Preise mehrere Jurymitglieder zur Seite: Daniel Brühl, Bong Joon-ho, Martha De Laurentiis, Claudia Llosa, Audrey Tautou und Matthew Weiner.

Filme

Filmtitel (Verweistitel) Regie Land Darsteller (Auswahl) Aferim! Rumänien, Bulgarien, Tschechische Republik Teodor Corban, Mihai Comănoiu, Cuzin Toma, Alexandru Dabija Als wir träumten Deutschland, Frankreich Merlin Rose, Julius Nitschkoff, Joel Basman, Marcel Heuperman, Frederic Haselon, Ruby O. Fee Body Polen Janusz Gajos, Maja Ostaszewska, Justyna Suwała Chasuke’s Journey Sabu Japan Ken’ichi Matsuyama, Ito Ohno, Ren Ohsugi, Yusuke Iseya, Hiromasa Taguchi, Tina Tamashiro, Susumu Terajima El Club (The Club) Chile Roberto Farias, Antonia Zegers, Alfredo Castro, Alejandro Goic, Alejandro Sieveking, Jaime Vadell, Marcelo Alonso Eisenstein in Guanajuato Niederlande, Mexiko, Belgien, Finnland Elmer Bäck, Luis Alberti, Maya Zapata 45 Years Vereinigtes Königreich Charlotte Rampling, Tom Courtenay, Geraldine James Gone with the Bullets Wen Jiang Volksrepublik China, Vereinigte Staaten, Hongkong Wen Jiang, You Ge, Yun Zhou, Qi Shu, Huang Hung Ixcanul – Träume am Fuße des Vulkans Guatemala, Frankreich María Mercedes Coroy, María Telón, Manuel Antún, Justo Lorenzo, Marvin Coroy Knight of Cups Vereinigte Staaten Christian Bale, Cate Blanchett, Natalie Portman, Brian Dennehy, Antonio Banderas, Freida Pinto, Wes Bentley Königin der Wüste Vereinigte Staaten Nicole Kidman, James Franco, Damian Lewis, Robert Pattinson Nobody Wants the Night Spanien, Frankreich, Bulgarien Juliette Binoche, Rinko Kikuchi, Gabriel Byrne Der Perlmuttknopf Frankreich, Chile, Spanien Dokumentarfilm Sworn Virgin Italien, Schweiz, Deutschland, Albanien, Kosovo Alba Rohrwacher, Lars Eidinger, Flonja Kodheli, Luan Jaha, Emily Ferratello Tagebuch eine Kammerzofe Frankreich, Belgien Léa Seydoux, Vincent Lindon, Clotilde Mollet, Hervé Pierre, Vincent Lacoste Taxi Teheran Iran Jafar Panahi Under Electric Clouds Russland, Ukraine, Polen Louis Franck, Merab Ninidse, Wiktorija Korotkowa, Tschulpan Chamatowa, Anastassija Melnikowa, Piotr Gąsowski Unsere sonnigen Tage Phan Đăng Di Vietnam, Frankreich, Deutschland, Niederlande Đỗ Thị Hải Yến, Lê Công Hoàng, Trương Thế Vinh Victoria Deutschland Laia Costa, Frederick Lau, Franz Rogowski, Burak Yiğit, Max Mauff, André M. Hennicke

Außer Konkurrenz Cinderella – Regie: Kenneth Branagh (mit Cate Blanchett, Lily James, Richard Madden, Stellan Skarsgård, Holliday Grainger, Sophie McShera, Derek Jacobi, Helena Bonham Carter) Elser (13 Minutes) – Regie: Oliver Hirschbiegel (mit Christian Friedel, Katharina Schüttler, Burghart Klaußner, Johann von Bülow, Felix Eitner) Every Thing Will Be Fine – Regie: Wim Wenders (mit James Franco, Charlotte Gainsbourg, Rachel McAdams, Marie-Josée Croze) Mr. Holmes – Regie: Bill Condon (mit Ian McKellen, Laura Linney, Milo Parker, Hiroyuki Sanada, Hattie Morahan)

Berlinale Shorts In der Reihe Berlinale Shorts werden Spiel-, Dokumentar-, Experimental- und Animationsfilme mit einer Maximallänge von 30 Minuten (inkl. Abspann) gezeigt. Internationale Beiträge dürfen vor der Berlinale-Aufführung noch nicht außerhalb ihres Entstehungslandes gezeigt worden sein; deutsche Beiträge müssen Weltpremieren sein. berlinale.de Kuratorin der Berlinale Shorts ist seit 2007 die freie Autorin und Filmregisseurin Maike Mia Höhne. Der Internationalen Kurzfilmjury gehörten 2015 der türkische Künstler Halil Altındere, die indische Filmemacherin Madhusree Dutta und Wahyuni A. Hadi aus Singapur an, die Executive Director des Singapore International Film Festival ist.Internationale Kurzfilmjury 2015. berlinale.de Neben dem Goldenen Bär für den besten Kurzfilm und dem Silbernen Bär vergab die Jury die Nominierung für den Europäischen Kurzfilmpreis und erstmals 2015 den Audi Short Film Award. 17. Dezember 2014, berlinale.de; abgerufen am 2. Januar 2015

Die Beiträge des Kurzfilmwettbewerbs 2015:

Architektura – Regie: Ulu Braun, Deutschland, 15’; (Weltpremiere) Bad at Dancing – Regie: Joanna Arnow, USA, 11’ (Weltpremiere) Blood Below the Skin – Regie: Jennifer Reeder, USA, 32’ (Weltpremiere) Chitrashala (Haus der Bilder) – Regie: Amit Dutta, Indien, 19’ (Weltpremiere) Däwit – Regie: David Jansen, Deutschland, 15’ (Weltpremiere) Dissonance – Regie: Till Nowak, Deutschland, 17’ (Weltpremiere) Hosanna – Regie: Na Young-kil, Südkorea, 25’ (Deutschlandpremiere) La Isla está Encantada con Ustedes (Die Insel ist Verzaubert von Euch) – Regie: Alexander Carver & Daniel Schmidt, USA / Schweiz / Australien, 28’ (Internationale Premiere) El Juego del Escondite (Versteckspiel) – Regie: David Muñoz, Spanien, 23’ (Weltpremiere) Kamakshi – Regie: Satindar Singh Bedi, Indien, 25’ (Weltpremiere) Lama? (Warum?) – Regie: Nadav Lapid, Israel, 5’ (Internationale Premiere) Lembusura – Regie: Wregas Bhanuteja, Indonesien, 10’ (Internationale Premiere) Lo Sum Choe Sum (3 Jahre 3 Monate Rückzug) – Regie: Dechen Roder, Bhutan, 20’ (Weltpremiere) The Mad Half Hour – Regie: Leonardo Brzezicki, Argentinien / Dänemark, 22’ (Weltpremiere) maku (schleier) – Regie: Yoriko Mizushiri, Japan, 6’ (Weltpremiere) Mar de Fogo (Feuermeer) – Regie: Joel Pizzini, Brasilien, 8’ (Weltpremiere) Of Stains, Scrap & Tires – Regie: Sebastian Brameshuber, Österreich / Frankreich, 19’ (Internationale Premiere) Pebbles at Your Door – Regie: Vibeke Bryld, Dänemark, 20’ (Weltpremiere) Planet Ʃ – Regie: Momoko Seto, Frankreich, 12’ (Weltpremiere) San Cristóbal – Regie: Omar Zúñiga Hidalgo, Chile, 29’ (Weltpremiere) Shadowland – Regie: John Skoog, Schweden, 15’ (Internationale Premiere) Snapshot Mon Amour – Regie: Christian Bau, Deutschland, 6’ (Weltpremiere) Superior – Regie: Erin Vassilopoulos, USA, 16’ (Internationale Premiere) Take What You Can Carry – Regie: Matt Porterfield, USA / Deutschland, 30’ (Weltpremiere) The – Regie: Billy Roisz & Dieter Kovačič, Österreich, 13’ (Weltpremiere) Symbolic Threats – Regie: Mischa Leinkauf, Lutz Henke & Matthias Wermke, Deutschland, 16’ (Weltpremiere) YúYú – Regie: Marc Johnson, Frankreich / Spanien / USA, 15’ (Weltpremiere)

Berlinale Special mini|150px|Sam Taylor-Wood (2010) zeigt ihre Filmadaption von „Fifty Shades of Grey“ auf der Berlinale 2015 Im Berlinale Special 2015 feierte Fifty Shades of Grey nach dem gleichnamigen Bestseller von E. L. James seine internationale Premiere. Die Leinwandadaption entstand in Zusammenarbeit mit der Buchautorin unter der Regie von Sam Taylor-Johnson, nach einem Drehbuch von Kelly Marcel. In den Hauptrollen sind Jamie Dornan und Dakota Johnson zu sehen.

2015 wurden im Format Berlinale Special Series auch Uraufführungen von Fernsehserien wie Bloodline, Better Call Saul, 1983 gezeigt.

Panorama Seit 1992 ist der Regisseur und Drehbuchautor Wieland Speck Kurator der Panorama-Sektion, die aktuelle Entwicklungen im Arthouse-Kino präsentiert und sich insbesondere Autorenfilmen verschrieben hat.

Panorama-Spielfilme 54: The Director’s Cut – Regie: Mark Christopher (USA); Darsteller: Ryan Phillippe, Salma Hayek, Mike Myers, Sela Ward, Mark Ruffalo (Weltpremiere)

Chorus – Regie: François Delisle (Kanada); Darsteller: Sébastien Ricard, Fanny Mallette, Pierre Curzi, Geneviève Bujold (Europapremiere)

Der letzte Sommer der Reichen (The Last Summer of the Rich) – Regie: Peter Kern (Österreich); Darsteller: Amira Casar, Nicole Gerdon, Winfried Glatzeder (Weltpremiere)

Dora oder die sexuellen Neurosen unserer Eltern (Dora or The Sexual Neuroses of Our Parents) – Regie: Stina Werenfels (Schweiz/Deutschland); Darsteller: Victoria Schulz, Jenny Schily, Lars Eidinger, Urs Jucker (Internationale Premiere)

Dyke Hard – Regie: Bitte Andersson (Schweden); Darsteller: Alle Eriksson, Peggy Sands, M. Wågensjö, Iki Gonzales Magnusson, Lina Kurttila (Internationale Premiere)

El incendio – Regie: Juan Schnitman (Argentinien); Darsteller: Pilar Gamboa, Juan Barberini

Gukje Shijang (Ode to My Father) – Regie: JK Youn (Republik Korea); Darsteller: Hwang Jung-min, Kim Yunjin (Europapremiere)

I Am Michael – Regie: Justin Kelly (USA); Darsteller: James Franco, Zachary Quinto, Emma Roberts (Internationale Premiere)

Jun Zhong Le Yuan (Paradise in Service) – Regie: Doze Niu Chen-Zer (Taiwan); Darsteller: Ethan Juan, Wan Qian, Chen Jianbin, Chen Yi-Han (Europapremiere)