mini|250px|Namie Amuro zu ihrem Jubiläum des 25-jährigen Bühnenbestehens auf ihrem Konzert in Okinawa (2017) Namie Amuro (; * 20. September 1977 in Naha, Okinawa) ist eine japanische J-Pop-Sängerin, Tänzerin, Model, Schauspielerin und Unternehmerin, die sich seit 2018 musikalisch im Ruhestand befindet. Seit den 1990ern ist sie eine der führenden Figuren der japanischen Unterhaltungsindustrie und ist als zeitgenössischer Teenidol, aufgrund der stetig wechselnden Musikrichtungen und ihrer visuellen Darstellungen in ihren Musikvideos, populär. In den 1990er Jahren galt sie als „J-Pop Queen“ und prägte diesen Begriff erstmals. Nach einigen kommerziellen Depressionen erlangte sie diesen Status Ende der 2000er zurück. Elf ihrer Platten verkauften sich jeweils mehr als eine Million Mal und elf ihrer Singles erreichten die Höchstplatzierung in den Oricon-Charts. Aufgrund ihrer Langlebigkeit und Elastizität in der Musikindustrie, wird sie als japanisches Äquivalent zu populär westlichen Künstlern wie Madonna und Janet Jackson dargestellt. In ihrer Ehe (1997 bis 2002) war sie unter dem Namen Namie Maruyama amtlich, aber nicht künstlerisch, bekannt.
Leben und Karriere Vor der Musikkarriere Namie Amuros Mutter war Emiko Taira (* 30. Juni 1950, † 17. März 1999), die Identität ihres Vaters ist in der Öffentlichkeit unbekannt. Sie hat zwei Geschwister. Ihre Mutter ließ sich scheiden, als Namie vier Jahre alt war, arbeitete in einem Kindergarten und als Hostess in einer Bar, um für die Kinder zu sorgen. Amuro hatte keine Ambitionen, Sängerin zu werden, dies ergab sich per Zufall im Alter von zwölf Jahren, als sie eine Freundin besuchte, bei der sie vom Präsidenten der Okinawa Actors School, Masayuki Makino, entdeckt und schließlich eingestellt wurde. Im Alter von 15 Jahren bildete die Schule schließlich die Popgruppe Super Monkey’s, bei der sie Gruppenmitglied mit ihren damaligen Klassenkameradinnen wurde.
1992 bis 1995: Namie Amuro with Super Monkey’s Ihre ersten Singles als Gruppenmitglied von Super Monkey’s, Koi no Cute Beat / Mister U.S.A. (), Dancing Junk, Aishite Maskot (jap. ) und Paradise Train waren nicht sonderlich erfolgreich. Nach einigen Umbesetzungen nannte sich die Gruppe schließlich Namie Amuro with Supermonkeys, aufgrund Namies steigender Popularität, die sie durch Schauspielerei und kleineren Interviews in Magazinen erlangte. Namie Amuro trat immer weiter in den Vordergrund und die fünfte Single Try Me: Watashi wo Shinjite (jap. Try Me ) – ein Eurobeatsong – schaffte es sofort in die Top Ten der Singlecharts. Dies gelang auch mit den folgenden Singles im Eurobeatstil wie Taiyō no Season (jap. ) und Stop the Music. Bei Taiyō no Season wurde die Gruppe erstmals als Kollektiv mit Amuro Namie beworben und umstritten ist, ob die Veröffentlichungen unter Amuro Namie in die Solo-Diskografie von Namie zählen – wobei Oricon diese Veröffentlichungen zu ihrer Diskografie zählt und die Plattenfirma Avex Trax aufgrund von Vermarktungsrechten diese Veröffentlichungen nicht zugehörig zählen kann, weswegen auf unabhängiger Basis der Plattenfirmen diese Veröffentlichungen zu ihrer Solo-Diskografie zählen würden.
Aufgrund ihrer Popularität und auf Wunsch von Max Maatsura (Vorstandsvorsitzender von Avex Trax) startete sie 1995 ihre Solokarriere und wechselte von Toshiba EMI zu Avex Trax, einem Label, das gegen Ende der 90er Jahre die populärsten J-Pop-Gruppen und -Solomusiker wie Every Little Thing, Do As Infinity, Ayumi Hamasaki, Kumi Kōda und BoA betreute. Die verbleibenden Mitglieder der Supermonkeys wechselten als Gruppe ebenfalls zu Avex Trax, nannten sich jetzt MAX (Music Active eXperience) und wurden in den späten 90er Jahren aus eigener Kraft zu einer erfolgreichen J-Pop-Gruppe.
1995 bis 1998: Solokarriere, J-Pop-Queen und Mutterschaftspause mini|links|Tetsuya Komuro war als Produzent ihr Wegbegleiter in den ersten Jahren und produzierte ihre ersten vier Studioalben, die enorme Erfolge in Japan wurden. Namie Amuros erste Solo-Single bei Avex Trax „Body Feels Exit“ erschien im Oktober 1995 und war ebenfalls ein Erfolg. Es war ihre erste Zusammenarbeit mit Tetsuya Komuro, der in Japan der 90er Jahre als populärster Produzent gefeiert wurde. In den folgenden Jahren arbeitete sie fast durchgehend mit ihm zusammen. Im Dezember desselben Jahres veröffentlichte sie ihre Single „Chase the Chance“, die sich über eine Million Mal verkaufen konnte und zudem ihr erster Nummer-eins-Hit wurde.Oricon Chase the chance In Oricon (japanisch), abgerufen am 28. Februar 2018
Die folgenden Singles im Jahr 1996 „Don’t Wanna Cry“ (März) und „You’re My Sunshine“ (Juni) konnten ebenfalls an die Erfolge von „Chase the Chance“ anknüpfen; hiermit hatte sie drei Nummer-eins-Hits in chronologischer Reihenfolge. Das erste Studioalbum Sweet 19 Blues, veröffentlicht im Juli desselben Jahres, verkaufte sich allein in Japan mehr als 3,7 Millionen Mal und galt damit zur Veröffentlichungszeit als erfolgreichstes Studioalbum überhaupt in Japan. Ungewöhnlich für den japanischen Musikmarkt, veröffentlichte sie nach dem Studioalbum eine Singleauskopplung daraus, welche der gleichnamige Titel „Sweet 19 Blues“ war. Die Single war trotz der Bekanntheit aus dem Studioalbum ein Erfolg mit einer Platzierung von #2 in den wöchentlichen Oricon-Charts und mehr als 450.000 verkauften Einheiten. Im November veröffentlichte sie schließlich ihre nächste Single „A Walk in the Park“, mit der sie mit den Arbeiten an ihrem folgen Studioalbum begann. Die Single wurde ihr vierter Nummer-eins-Hit und konnte sich mehr als eine Million Mal verkaufen.RIAJ In Recording Industry Association of Japan (japanisch), abgerufen am 28. Februar 2018 Im selben Jahr wurde sie dazu als jüngste Musikerin in der Geschichte mit dem Japan Record Awards Committee’s Best Artist Prize ausgezeichnet, weil sie in einem Jahr mehr als zehn Millionen CDs verkauft hatte.
Sie gewann den gleichen Preis auch im folgenden Jahr 1997, ebenso wie den Best Single Award für „Can You Celebrate?“. Ihre erfolgreichste Single „Can You Celebrate?“ (Februar 1997) steht unter anderem auf der Hitliste der meistverkauften Singles der japanischen Musikgeschichte auf Platz 14 und ist die meistverkaufte Single einer weiblichen Künstlerin in Japan mit mehr als zwei Millionen verkauften Einheiten. „How to Be a Girl“, als Single erschienen im Mai 1997, gilt als prototypischer J-Pop-Song aus der Zeit vor der Jahrtausendwende. Folgend im Juli 1997 veröffentlichte sie ihr zweites Studioalbum bei Avex Trax mit dem Titel „Concentration 20“, das abgesehen vom Erreichen der Höchstpositionierung in den wöchentlichen Oricon-Charts, sich fast zwei Millionen Mal verkaufen konnte.Generasia Concentration 20 In generasia (englisch), abgerufen am 22. Januar 2018 Um für das Studioalbum zu werben, ging sie zusätzlich auf eine Tournee mit dem Titel „Namie Amuro Summer Stage '97 Concentration 20“, bei der sie die Dome-Stadien in Japan besuchte und ein kommerzieller Erfolg wurde. Zudem gab sie im Alter von 20 Jahren ihre Beziehung zu Sam (Masaharu Maruyama) – aus der Musikgruppe TRF, die damals ebenso enorm erfolgreich war – bekannt und sagte dazu, dass sie schwanger sei und ihn heiraten werde. In den folgenden Jahren galt das Ehepaar durch die Medien beworben als Rollenmodell für Ehen in Japan, da Namie junge Mädchen beeinflusste und diese sehr wichtig für die japanische Demografie sind, da die Geburtenrate sank und über ihr Idol Namie die Mädchen zu Kinderwünschen überzeugt werden könnten.Philip Brasor, am 4. August 2002 Can you celebrate? Not yet, Amuro- chan In The Japan Times (englisch), abgerufen am 10. März 2018 Sam trat zudem in einer Kampagne der japanischen Regierung auf, das Verantwortungsbewusstsein junger Väter in Japan motiviert zu verstärken. Mit der Verkündung der Ehe, verkündete sie aufgrund der bevorstehenden Mutterschaftspause auch eine Pause von der Musikindustrie an.AMG Staff Namie Amuro Artist Biography by AMG Staff In Allmusic (englisch), abgerufen am 22. Januar 2018 Einen Monat nach Verkündigung, im November, veröffentlichte sie ihre 9. Single „Dreaming I Was Dreaming“, die in ihrer Diskografie erstmals auf keinem Studioalbum, aber später auf einer Kompilation ihren Platz fand. Trotz der Höchstplatzierung verkaufte sich diese Single mehr als 550.000-mal, damit weiterhin enorm erfolgreich, aber nicht anknüpfend an ihre vergangenen Erfolge. Ihre „Namie Amuro Summer Stage '97 Concentration 20“-Tournee wurde schließlich im Dezember desselben Jahres mit dem Titel „Namie Amuro Concentration 20 Live in Tokyo Dome“ im LD- und VHS-Format veröffentlicht. Zum Abschluss des Jahres veröffentlichte sie am 25. Dezember eine CD-Maxi-Single zu ihrer Hitsingle „Can You Celebrate?“, die auch in diesem Format die Höchstplatzierung erreichen konnte. Ihren letzten Auftritt vor der Mutterschaftspause gab sie auf dem 48. Kōhaku Uta Gassen am 31. Dezember 1997, bei dem sie ihren Hit „Can You Celebrate?“ sang und im Anschluss in die Mutterschaftspause verabschiedet wurde.
Das mediale Aufsehen nutzte man wohl aus, um am 28. Januar 1998 ihre erste Kompilation mit dem Titel „181920“ als Solokünstlerin zu veröffentlichen. Mit der Höchstplatzierung verkaufte es sich zudem mehr als 1,5 Millionen Mal und wurde das 11. meistverkaufte Album in Japan für 1998.Generasia 181920 In generasia (englisch), abgerufen am 9. März 2018 Am 19. Mai 1998 brachte Namie Amuro ihren Sohn Haruto zur Welt. Während der Zeit der Schwangerschaft, wuchs der japanische Absatzmarkt für CDs rasanter und immer mehr Künstler debütierten, die in Japan als Idole vermarktet wurden, was dazu führte, dass sie in der Zeit um die Jahrtausendwende von Ayumi Hamasaki mit dem Titel für die Pop-Queen Japans „abgelöst“ wurde.Leo Lewis, am 26. Januar 2005 um 12 Uhr Comeback Queen of J-pop In The Times (englisch), abgerufen am 10. März 2018 Am 23. Dezember 1998 veröffentlichte sie ihre Comeback-Single I Have Never Seen und ihr offizielles Comeback gab sie folgend am 31. Dezember desselben Jahres auf der 49. Kōhaku Uta Gassen, bei dem sie im Vorjahr in die Mutterschaftspause verabschiedet wurde und auch bei dieser Veranstaltung das Lied „Can You Celebrate?“ sang. Sie konnte jedoch kaum singen, da sie wegen des Beifalls in Tränen ausbrach.
1999 bis 2001: Tragisches Unglück, in Richtung R&B, Genius 2000 und Break the Rules