Der Herr der Ringe: Die Gefährten ist ein neuseeländisch-US-amerikanischer Fantasyfilm und der erste Teil einer dreiteiligen Verfilmung des Romans Der Herr der Ringe von J. R. R. Tolkien. Regie führte der Neuseeländer Peter Jackson, nach dem Drehbuch von Fran Walsh, Philippa Boyens und Peter Jackson. Die Weltpremiere fand am 10. Dezember 2001 in London statt. In Deutschland startete der Film am 19. Dezember 2001 und lockte rund 11,8 Millionen Besucher in die deutschen Kinos.Besucherzahlen in der Europäischen Union. Weltweit spielte der Film 870,7 Millionen US-Dollar an den Kinokassen ein und steht damit auf Platz der weltweit umsatzstärksten Kinofilme. Bei der Oscarverleihung 2002 war er in insgesamt dreizehn Kategorien nominiert (darunter auch bester Film und beste Regie), von welchen er in vier gewinnen konnte. 2002 folgte der zweite Teil Der Herr der Ringe: Die zwei Türme und 2003 der dritte Teil Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs.
Der Film spielt auf dem Kontinent Mittelerde der fiktiven Welt Arda. Er handelt von der Geschichte des Hobbits Frodo, der in den Besitz eines mächtigen Ringes gerät. Dieser Ring soll zerstört werden, um zu verhindern, dass Sauron, der Dunkle Herrscher, ihn erhält. Sauron könnte damit Mittelerde unterwerfen.
Handlung Die Gefährten erzählt zunächst in einem Prolog, wie im Zweiten Zeitalter Mittelerdes die Ringe der Macht geschmiedet und jeweils den Elben-, Zwergen- und Menschenherrschern gegeben wurden. Durch einen Betrug gelangte auch der Dunkle Herrscher Sauron an das Wissen der Kunst des Ringeschmiedens und schuf den Einen Ring. Auf diesen ließ er einen Großteil seiner Macht übergehen und will mit dessen Macht alle anderen Ringe beherrschen und ganz Mittelerde erobern. Trotzdem gelang es den freien Völkern Mittelerdes in einer großen Schlacht, Sauron zu bezwingen. Prinz Isildur schnitt den Einen Ring von Saurons Finger und nahm ihn an sich, weigerte sich jedoch, ihn zu zerstören und Sauron damit endgültig zu vernichten. Er wurde schließlich bei einem Überfall durch Orks getötet, und der Ring sank auf den Grund des Flusses Anduin. 2500 Jahre später, als der Ring schon fast in Vergessenheit geraten war, fand ihn Sméagol, ein Halbling, der durch den Ring mit der Zeit zur widerlichen Kreatur Gollum wurde. Der Ring, der einen eigenen Willen besitzt und alle Wesen verdirbt, die ihn für längere Zeit tragen, vergiftete Gollums Geist fünfhundert Jahre lang, bis er sich auf die Suche nach einem neuen Träger machte und unbeabsichtigt dem Hobbit Bilbo Beutlin in die Hände fiel.
Die eigentliche Handlung beginnt nun – 60 Jahre später – im Auenland, dem Wohnort der meisten Hobbits. Bilbo entschließt sich an seinem 111. Geburtstag (solch ein hohes Alter hatte er nur dank der magischen Fähigkeiten des Ringes erreicht) von dort fortzugehen und seinem Neffen Frodo Beutlin den Ring zu vermachen. Durch das Studium alter Aufzeichnungen findet der Zauberer Gandalf heraus, dass es sich bei diesem um den Ring des dunklen Herrschers Sauron handelt. Sauron, dessen Geist im Laufe der Jahrhunderte wieder erstarkt ist, ist in sein altes Reich Mordor zurückgekehrt und lässt seine Diener, die Nazgûl, nach dem Ring suchen, mit dem er seine gesamte, frühere Macht wiedererlangen könnte. Frodo muss daher aus seiner Heimat fliehen, um diese nicht in Gefahr zu bringen. Sein Gärtner und Freund Samweis Gamdschie sowie seine Cousins Meriadoc „Merry“ Brandybock und Peregrin „Pippin“ Tuk schließen sich ihm nacheinander an.
Gandalf reist in der Zwischenzeit nach Isengart, um den Ältestens seines Ordens, Saruman den Weißen, um Hilfe im Kampf gegen Sauron zu bitten. Dieser ist jedoch bereits von der Macht des Ringes verblendet und beansprucht ihn für sich selbst. Nachdem Gandalf sich weigert, ihm zu helfen, wird er von Saruman nach einem kurzen Kampf auf die Zinne seines Turms Orthanc gesperrt.
Die Hobbits flüchten derweil vor ihren Verfolgern, den Nazgûl, nach Bree, wo ein Treffen mit Gandalf verabredet war, der jedoch in Isengart festgehalten wird. Stattdessen treffen die Hobbits in der Taverne auf einen zwielichtig anmutenden Waldläufer namens Streicher, der sich ihnen als Führer zur Elbenstadt Bruchtal anbietet, was die Hobbits nach kurzem Zögern annehmen. In der Nacht kommt es zum Angriff durch die Nazgúl, die die Hobbits nach Bree verfolgt haben. Durch eine List von Streicher, der die Hobbits unbemerkt in einem anderen Zimmer untergebracht hat, können die Hobbits jedoch unverletzt entkommen. Dabei erzählt ihnen Streicher, dass die Nazgúl die nunmehr untoten Geister früherer Menschkönige sind, die von Sauron durch die ihnen übergebenen Ringe korrumpiert wurden und nun Sklaven seines Willens sind.
Auf der Reise nach Bruchtal wird Frodo bei einem Angriff der Nazgûl durch eine vergiftete Morgul-Klinge schwer verletzt. Durch die Hilfe der Elbin Arwen, die ihnen in der Wildnis begegnet, gelangt er noch rechtzeitig nach Bruchtal. Die Ringgeister werden dabei von den Fluten des sich auf Arwens Befehl hin aufbäumenden Flusses Bruinen fortgerissen. In Bruchtal wird Frodo schließlich von Arwens Vater Elrond, dem Herrn von Bruchtal, geheilt.
In Bruchtal entscheidet ein Rat aus Vertretern der freien Völker Mittelerdes, dass eine Gemeinschaft von neun Gefährten den Ring nach Mordor bringen soll, um ihn dort zu vernichten. Hier offenbart Streicher nun seine wahre Identität als Aragorn, dem letzten Nachfahren Isildurs und somit rechtmäßiger Thronerbe von Gondor. Die Gemeinschaft besteht aus dem Zauberer Gandalf, der vom Adler Gwaihir aus Isengart befreit wurde, den Hobbits Frodo, Sam, Pippin und Merry, den Menschen Aragorn und Boromir, Sohn des Truchseß Denethor von Gondor, dem Elb Legolas, Sohn von König Thranduil von Düsterwald, und dem Zwerg Gimli, dessen Vater Glóin einst mit Bilbo und Thorin zum Einsamen Berg wanderte (s. Der Hobbit).
Auf dem Weg nach Mordor müssen die Gefährten das Nebelgebirge überwinden. Der Versuch, dieses am Berg Caradhras zu überqueren, scheitert an einem von Saruman ausgelösten Schneesturm. Deshalb beschließen sie, einen Umweg durch die Minen von Moria, einer einst blühenden Zwergenstadt, zu nehmen. Dort finden sie die Überreste von einigen Zwergen aus Gimlis Stamm vor, die sich vor vielen Jahren unter der Führung Balins nach Moria gewagt hatten mit dem Ziel, die mittlerweile von Orks überrannte Mine zurückzuerobern. Dort kommt es zu einem Kampf mit einigen Orks und einem Höhlentroll, aus dem die Gemeinschaft zunächst als Sieger hervorgeht. Schließlich taucht jedoch ein Balrog auf, ein Dämon aus der Unterwelt, der einst von den Zwergen bei ihrem Schürfen nach Mithril aufgescheucht wurde und der deren Reich in Moria schließlich vernichtete. Auf der Brücke von Khazad-dûm stellt sich Gandalf schließlich dem Balrog, um diesen aufzuhalten und der Gemeinschaft die Flucht zu ermöglichen. Beide stürzen während des Kampfes zusammen in eine Schlucht, und seine Gefährten müssen die Reise ohne ihn fortsetzen.
Sie erreichen das Elbenreich Lórien, das von der Elbenfürstin Galadriel und ihrem Mann Celeborn regiert wird. Dort schaut Frodo in Galadriels Spiegel und erkennt die Gefahren, die noch vor ihm liegen. Er bietet Galadriel den Ring an, die – selbst Ringträgerin – diesem Angebot nach einigem Ringen widerstehen kann. Galadriel überreicht bei der Abreise allen Gefährten Geschenke, die ihnen bei ihrer weiteren Reise noch von großen Nutzen sein werden. Frodo Beutlin bekommt von Galadriel eine Phiole mit dem Licht von Earendils Stern. Mit den Booten, die sie von den Elben Lóriens bekommen haben, fahren die Gefährten auf dem Anduin flussabwärts bis nach Parth Galen.
Die Gemeinschaft wird auf dem Weg dorthin von Uruk-hai, von Saruman gezüchtete große Orks, verfolgt. Boromir erliegt der Kraft des Ringes und will Frodo zunächst überreden, mit ihm nach Minas Tirith zu kommen und den Ring gegen Sauron einzusetzen. Als Frodo jedoch ablehnt, versucht Boromir ihm den Ring gewaltsam abzunehmen. Frodo ergreift die Flucht und beschließt, allein weiterzureisen, denn Boromirs gewalttätiger Übergriff hat ihm gezeigt, dass alle in seiner Nähe in Gefahr laufen würden, ebenfalls vom Ring verführt zu werden. Auf dem Gipfel des Amon Hen begegnet er Aragorn, der diese Gefahr ebenfalls erkennt und Frodo schweren Herzens ziehen lässt. In Parth Galen kommt es zu einem Endkampf mit den Uruk-hai, bei dem die Gemeinschaft auseinandergerissen wird. Boromir, der wieder zu Sinnen gekommen ist, versucht allein, die Hobbits Merry und Pippin vor der angreifenden Übermacht der Uruk-hai zu beschützen. Dabei wird er jedoch von mehreren Pfeilen tödlich getroffen und Merry und Pippin werden von den Uruk-hai verschleppt. Als endlich Aragorn, Legolas und Gimli zum Schlachtfeld kommen, finden sie nur noch den schwer verwundeten Boromir vor, der in Aragorns Armen stirbt. Sam findet Frodo, als dieser allein in eines der Elbenboote steigt. Beide reisen jetzt ohne die anderen Gefährten weiter. Aragorn, Legolas und Gimli hingegen beschließen, die verschleppten Hobbits zu befreien, und nehmen die Verfolgung auf. Der Film endet damit, dass Frodo und Sam auf die Emyn Muil hinabblicken und sich auf den Weg machen.
Entstehungsgeschichte Erster Drehbuchentwurf mini|Regisseur Peter Jackson bei der Weltpremiere des dritten Teils des Herrn der Ringe in Wellington (Neuseeland) Der Regisseur Peter Jackson trug sich schon lange mit dem Gedanken, den Roman Der Herr der Ringe zu verfilmen. Er war sich der Schwierigkeit dieser Aufgabe durchaus bewusst. Auch war ihm schon früh klar, dass man die Geschichte unmöglich in einem einzigen Film unterbringen könne.
In den frühen 1990er Jahren machte sich Peter Jackson gemeinsam mit seiner Ehefrau Fran Walsh daran, ein Drehbuch zu verfassen. Zunächst begannen die beiden damit, den Roman stark zu kürzen. Bereits in diesem frühen Stadium fielen viele Handlungsstränge heraus. Die erste Version des Drehbuches sah lediglich zwei Filme vor. Die Gefährten und Die zwei Türme sollten zu einem Film zusammengefasst und Die Rückkehr des Königs ein eigenständiger Film werden.
Recht früh interessierten sich die großen Firmen aus Hollywood, besonders die Gebrüder Weinstein der Filmproduktionsfirma Miramax, für das Projekt. Jackson und seine Frau begannen nun, das Drehbuch zu visualisieren und Tolkiens Welt in der Realität entstehen zu lassen. Verantwortlich für den gesamten SFX-Bereich war Weta Digital, die Effektschmiede von Richard Taylor, mit der Jackson bereits für die Effekte von Braindead zusammengearbeitet hatte.
Doch während das Projekt bereits Formen annahm, wurden Miramax die Ausmaße des Projektes bewusst – aus Angst vor unkalkulierbaren Kosten wollte man nun, dass die Geschichte in nur einem Film erzählt werden sollte. Dies lehnte Jackson strikt ab. Gerüchten zufolge soll ein weiterer Grund für das Ende der Verhandlungen auch die Zugehörigkeit von Miramax zum Disney-Konzern gewesen sein. Tolkien hatte in seinem Testament ausdrücklich jegliche Verwertung des Romans durch Disney untersagt.
Zweiter Drehbuchentwurf Auf der Suche nach einem neuen Geldgeber kam Jackson mit dem Studio New Line Cinema ins Gespräch. Jackson schlug dessen Leiter Bob Shaye eine Verfilmung des Werks in zwei Teilen vor. Shaye bestand sogar auf drei Teilen, was angesichts der hohen Produktions- und Marketingkosten als enormes Risiko galt.Mike Fleming Jr: ‘The Lord Of The Rings’ Trilogy: A Look Back At A Breathtaking Gamble 20 Years Later. In deadline.com vom 7. Juli 2021.Jeffrey Fleishman: He green-lighted ‘Lord of the Rings.’ But what will Bob Shaye’s legacy be?. In: latimes.com vom 19. September 2019.Frank DiGiacomo: The Studio – The Lost Tycoons. In: vanityfair.com vom März 2009.
Die bestehenden Drehbuchentwürfe mussten gründlich überarbeitet werden. Jackson und seiner Ehefrau kam jetzt Philippa Boyens als Ko-Autorin zur Hilfe. New Line Cinema erwarben in der Zwischenzeit die Rechte von Miramax.