Langschlag ist eine Marktgemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Bezirk Zwettl in Niederösterreich.

Geografie mini|Zentrum von Langschlag Langschlag liegt im Westen des Waldviertels am Oberlauf der Zwettl im Hochland von Groß Gerungs (Niederösterreich). Die Fläche der Marktgemeinde umfasst 61 Quadratkilometer. Etwa 54 Prozent der Fläche sind bewaldet, 41 Prozent werden landwirtschaftlich genutzt.

Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet umfasst folgende 18 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ):

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Bruderndorf, Bruderndorferwaldhäuser, Fraberg, Kainrathschlag, Kasbach, Kehrbach, Kleinpertholz, Koggschlag, Lamberg, Langschlag, Langschlägerwaldhäuser, Mittelberg, Mitterschlag, Münzbach, Schmerbach, Siebenhöf, Stierberg und Streith.

Zum Katastralgemeindegebiet von Langschlag selbst gehören auch noch die Rotten Hammer und Obermühl.

Nachbargemeinden

Geschichte Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1209, hier wird der Ort in einer lateinischen Beurkundung als Langslage erwähnt. In diesem Jahr wurde die dem heiligen Stephan geweihte Kirche zur Pfarrkirche erhoben. Im Jahr 1556 wird der Ort erstmals als Markt bezeichnet (Markht Lanngenschlag), 1923 erfolgte die Wiederverleihung des Marktrechtes.

Im Eintrag der Josephinischen Fassion aus Jahre 1786/87 gab es im heutigen Ort 64 Häuser.Josephinische Fassion – Gemeinde Langschlag samt zugetheilten Dorf Kaßbach (JosFass OM 164)

Im Jahr 1822 wurde der Ort als Dorf mit 64 Häusern genannt, das eine eigene Pfarrkirche und Schule besaß. Die Herrschaft Großpertholz besaß die Ortsobrigkeit und besorgte die Konskription. Die Landgerichtsbarkeit wurde von der Herrschaft Weitra ausgeübt. Die Untertanen und Grundholde des Ortes gehörten der Herrschaft Großpertholz.

Nach der Entstehung der Ortsgemeinden 1849 wurde der Ort eine eigenständige Gemeinde, zu dieser zählten auch noch die Orte Kasbach, Kogschlag, Mittelberg, Schmerbach, Stierberg und StreithLGBL. NÖ. 2. Abt. Nr. 1/1855 2. Beilage 2. Abt., Seite 496.

Am 27. September 1883 kam es zur Abspaltung der Gemeinde Stierberg mit den Katastralgemeinden Kasbach, Koggschlag, Mittelberg, Schmerbach und Streith mit Streithof sowie der RauhofLGBL. NÖ. Nr. 76/1883, Seite 185, vorausgegangen war hier die Bürgermeisterwahl 1876 bei der der Kandidat aus Stierberg gewählt wurde und was dann zur Trennung der beiden Gemeinden führte.

1867 kommt es zur Einrichtung eines Postamts im Ort, dieses besteht bis 2005. 1878 kommt es zum Neubau der Straße nach Liebenau, 1882 sucht eine Brandkatastrophe den Ort heim, 29 Häuser samt Kirche und Pfarrhof werden zerstört. Als Folge des Brandes wird 1884 die Freiwillige Feuerwehr Langschlag gegründet. Die lokale Raiffeisenkassa wird 1890 gegründet, 1903 kommt es zur Eröffnung der Eisenbahnstrecke samt Bahnhof im Ort. 1906 wird ein bis 1972 bestehender Gendarmerieposten im Ort eingerichtet, 1922 der erste Telefonanschluss eingerichtet, im Jahr 1927 beginnt die Elektrifizierung des Ortes von Wurmbrand aus, 1928 folgt Kirchbach.

Laut Adressbuch von Österreich waren im Jahr 1938 in der Ortsgemeinde Langschlag ein Arzt, eine Autogenschweißerei, zwei Bäcker, ein Drechsler, vier Fleischer, ein Friseur, ein Fuhrwerksunternehmen, sechs Wirtshäuser, vier Gemischtwarenhändler, ein Hammerschmied, eine Hebamme, ein Holzhändler, ein Kalkhändler, zwei Landesproduktehändler, zwei Müller, ein Marktfahrer, ein Sattler, zwei Schlosser, zwei Schmiede, acht Schneider, drei Schuhmacher, drei Stechviehhändler, zwei Tischler, ein Wagner und vier Landwirte mit Direktvertrieb ansässig.Adressbuch von Österreich für Industrie, Handel, Gewerbe und Landwirtschaft, Herold Vereinigte Anzeigen-Gesellschaft, 12. Ausgabe, Wien 1938 PDF, Seite 335

1960 wird die heutige Mittelschule als Hauptschule eröffnet, ab 1976 gab es eine gemeindeseitige Müllabfuhr. 1979 wurde der Kindergarten in der Gemeinde feierlich eröffnet. 1988 wurde die Ortskläranlage in Betrieb genommen, bereits ab 1959 wurde eine öffentliche Wasserversorgung aufgebaut.

Im Zuge der Niederösterreichischen Kommunalstrukturverbesserung wurden Anfang 1967 die Gemeinden Bruderndorf, Fraberg, Kainrathschlag, Langschlägerwald, Siebenhöf und Stierberg eingegliedertLGBL. NÖ. Nr. 491/1966, Seite 323. Anfang 1971 folgten die Gemeinde Mitterschlag und ein Teil der Gemeinde Reichenau am Freiwalde (Reichenauerwald)., abgerufen am 3. Mai 2024LGBL. NÖ. Nr. 116/1971, Seite 68

Einwohnerentwicklung 2026 lebten hier nur noch 1711 Einwohner.

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Pfarrkirche Langschlag mini|Frauenwieserteich mini|links|Schloss Langschlag

Katholische Pfarrkirche Langschlag hl. Stephanus Bier- und Kaufmannsmuseum Steinwanderweg Frauenwieserteich: Badeteich und Fischerteich Waldviertler Schmalspurbahnen Gesundheitshotel Klosterberg – Heilfasten Gemeinschaftshaus beim Feuerwehrhaus in Bruderndorf Schloss Langschlag, Landsitz der Familie Lazarini

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaftssektoren Von den 210 landwirtschaftlichen Betrieben des Jahres 2010 wurden 79 im Haupt- und 119 im Nebenerwerb geführt. Die Haupterwerbsbetriebe bewirtschafteten mehr als die Hälfte der Fläche. Der größte Arbeitgeber im Produktionssektor war die Bauwirtschaft. Ein Drittel der Beschäftigten im Dienstleistungssektor arbeiteten im Handel, ein Viertel in Beherbergung und Gastronomie und knapp weniger in sozialen und öffentlichen Diensten. Wirtschaftssektor Anzahl Betriebe Erwerbstätige2011200120112001Land- und Forstwirtschaft 1)210238176148Produktion13125077Dienstleistung6239184148 1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999

Arbeitsmarkt, Pendeln Von den 949 Erwerbstätigen arbeitet ein Drittel in der Gemeinde, zwei Drittel pendeln aus. Aus der Umgebung pendeln 79 Personen von anderen Gemeinden ein (Stand 2011).

Verkehr Durch das Gemeindegebiet verläuft die Böhmerwald Straße B38. Der nächste Bahnhof ist 30 Kilometer entfernt in Gmünd NÖ.

Öffentliche Einrichtungen In der Gemeinde gibt es einen Kindergarten, eine Volksschule und eine Mittelschule.

Politik

Gemeinderat Der Gemeinderat hat 19 Mitglieder. Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 1990 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 17 ÖVP, und 2 SPÖ. Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 1995 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 16 ÖVP, und 3 SPÖ. Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2000 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 16 ÖVP, und 3 SPÖ. Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2005 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 15 ÖVP, und 4 SPÖ. Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2010 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 16 ÖVP, und 3 SPÖ. Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2015 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 15 ÖVP, und 4 SPÖ. Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2020 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 17 ÖVP und 2 SPÖ. Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2025 hat der Gemeinderat folgende Verteilung: 16 ÖVP, 1 SPÖ und 2 FPÖ.

Bürgermeister

1997–2018 Herbert Gottsbachner (ÖVP) seit 2018 Andreas Maringer (ÖVP)

Wappen Der Gemeinde wurde 1952 ein Wappen verliehen.

Persönlichkeiten Ehrenbürger der Gemeinde 2021: Herbert Gottsbachner, Bürgermeister von Langschlag 1997–2018 1998: Isolde Kerndl (1939–2024): Oberschulrätin, Direktorin & Mundartdichterin

Söhne und Töchter der Gemeinde

Ferdinand Staudinger (1933–2018), Bibelwissenschaftler

Weitere Persönlichkeiten Chöje Lama Gelongma Palmo (* 1970), buddhistischer Lama und Leiterin von Palpung Europe

Weblinks

Webpräsenz der Marktgemeinde Langschlag

Literatur Franz Schübl: Langschlag – Chronik von der Urgeschichte bis 2006, Langschlag November 2006.

Einzelnachweise

Kategorie:Ersterwähnung 1209