Inzersdorf-Getzersdorf ist eine Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Bezirk St. Pölten in Niederösterreich. mini|Gemeindeamt und Heimatmuseum
Geografie Inzersdorf-Getzersdorf liegt im Mostviertel in Niederösterreich. Die Fläche der Gemeinde umfasst 13,63 Quadratkilometer, davon sind 68 Prozent landwirtschaftliche Nutzfläche, je 8 Prozent der Fläche sind Weingärten und Wald.
Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet umfasst fünf Ortschaften bzw. gleichnamige Katastralgemeinden (in Klammern Einwohnerzahl Stand , Fläche: Stand 31. Dezember 2023Regionalinformation, bev.gv.at (1099 KB); abgerufen am 10. Jänner 2024.): Anzenberg (; 0,60 km²) Getzersdorf (; 3,71 km²) samt Bahnhofsiedlung Inzersdorf ob der Traisen (; 4,78 km²) Walpersdorf (; 3,61 km²) Wetzmannsthal (; 1,03 km²)
Nachbargemeinden
Geschichte Im Altertum war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und später der gleichnamigen römischen Provinz.
1850 wurden in Inzersdorf und Getzersdorf selbständige Gemeinden gebildet. Die nur bis 1863 selbständige Gemeinde Getzersdorf wurde mit Inzersdorf vereinigt und erst 1919 wieder eine eigene Gemeinde. Im Jahre 1970 beschlossen die Gemeinderäte von Inzersdorf und Getzersdorf die Zusammenlegung der beiden Gemeinden unter dem Namen Inzersdorf-Getzersdorf.
Archäologische Fundorte Getzersdorf Beim Schotterabbau in der „Eisenbahnschottergrube nächst der Station Getzersdorf“ wurden von 1899 bis 1923 einige latènezeitliche Gräber freigelegt. Es waren insgesamt 13 Körperbestattungen, darunter ein Doppelgrab, die von der Früh- bis in die Mittelatèneperiode zu datieren sind. An Grabbeigaben fanden die Archäologen einen Halsreif (Torques) mit petschaftähnlichen Enden und plastischer Verzierung sowie einige reich verzierte Armreife. Die Gräber gehören zu einer Gruppe derartiger Objekte, die sich im Hinterland der Traisen auf einer Flussterrasse erstrecken.Susanne Sievers/Otto Helmut Urban/Peter C. Ramsl: Lexikon zur Keltischen Archäologie. A–K und L–Z; Mitteilungen der prähistorischen Kommission im Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2012, ISBN 978-3-7001-6765-5, S. 635.
Inzersdorf Hier wurde eine Gräbergruppe mit Körperbestattungen, einer Brandbestattung und runden oder quadratischen Einfassungen entdeckt. Keramikwaren, teils feine Töpferscheiben-Ware, teils gröbere handgefertigte Objekte, sowie Fibeln, Gürtelhaken, Lanzenspitzen, Haumesser und Schildbuckel erlaubten die Datierung in die Frühlatènezeit. Manche der Knochenfunde wiesen Zeichen von Kinderlähmung, andere von Schädelbrüchen auf.Sievers/Urban/Ramsl: Lexikon zur Keltischen Archäologie. A–K und L–Z; S. 832 f.
Walpersdorf mini|Schloss Walpersdorf Eine Siedlung aus der späten Hallstatt- bis Latènezeit am linken Traisenufer, ebenfalls auf einer Flussterrasse gelegen, ist der ausgedehnteste Fundort dieses Gebietes. Die Bauten waren teils eingetieft, teils in Ständerbauweise errichtet. Schön bearbeitete und polierte Töpferscheibenkeramik der Späthallstattzeit, ein goldverzierter Tiegel, in Gruben deponierte tierische und menschliche Knochenfunde – davon ein Schädel mit Trepanationsspuren – weisen auf einen agrarisch geprägten Herrenhof hin.
Im Nordwesten der Gebäudegruppe fand man mittels Luftbildarchäologie ein ausgedehntes Gräberfeld. Eine 1987 freigelegte Gräbergruppe ergab elf Körper- und eine Brandbestattung. Zwei Frauen, acht Männer und drei Jugendliche, mit Beigaben von Keramik, Gürtelhaken, Ringe, Fibeln und der Bernsteingriff eines Nagelreinigers wurden entdeckt. Eine weitere Gräbergruppe westlich davon ergab insgesamt 34 Grabstellen (18 Körper-, 16 Brandbestattungen) mit ähnlichen Funden.
Einwohnerentwicklung
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|hochkant|Pfarrkirche Getzersdorf mini|hochkant|Pfarrkirche Inzersdorf ob der Traisen
Katholische Pfarrkirche Getzersdorf hl. Michael Katholische Pfarrkirche Inzersdorf ob der Traisen hl. Petrus Friedhof Inzersdorf ob der Traisen Schloss Walpersdorf
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaftssektoren In den Jahren 1999 bis 2010 nahm die Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe von 74 auf 47 ab. Von diesen 47 waren 25 Haupt- und 21 Nebenerwerbsbauern. Ein Betrieb wurde von einer juristischen Person geführt. Im Produktionssektor arbeiteten 98 Erwerbstätige im Bereich Warenherstellung und 75 in der Bauwirtschaft. Die wichtigsten Arbeitgeber des Dienstleistungssektors waren die Bereiche Handel (35), soziale und öffentliche Dienste (32), Verkehr (23) und freiberufliche Dienstleistungen (20 Mitarbeiter). WirtschaftssektorAnzahl BetriebeErwerbstätige2011200120112001Land- und Forstwirtschaft 1)47743552Produktion1412173123Dienstleistung653312766 1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999
Öffentliche Einrichtungen In der Gemeinde befinden sich zwei Kindergärten und eine Volksschule.
Politik Bürgermeister der Gemeinde ist seit 18. November 2014 Ewald Gorth.
Im Gemeinderat gibt es nach der Gemeinderatswahl 2020 bei 19 Sitzen folgende Mandatsverteilung: ÖVP 14, SPÖ 4, FPÖ 1.
Weblinks
Gemeinde Inzersdorf-Getzersdorf Homepage der Gemeinde Topothek Inzersdorf-Getzersdorf Bildmaterial zur Gemeinde Inzersdorf-Getzersdorf, verortet, beschlagwortet und datiert
Einzelnachweise
Kategorie:Archäologischer Fundplatz in Niederösterreich Kategorie:Archäologischer Fundplatz in Europa Kategorie:Weinbaugemeinde in Niederösterreich