mini|hochkant=1.0|Willendorf (rechts unten) um 1873 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)
Willendorf ist eine Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Bezirk Neunkirchen in Niederösterreich.
Geografie Willendorf liegt im Industrieviertel in Niederösterreich in einer Ausbuchtung des Steinfeldes. Die Gemeinde wird vom Frauenbach entwässert, einem rechten Nebenfluss der Fischa. Der Südosten liegt im Steinfeld, der Südwesten steigt zum Eichberg an. Die Grenze im Norden bilden die bewaldete Höhen von Zweier (633 m), Kienberg (650 m) und Schneiderhöhe (500 m).
Die Fläche der Gemeinde umfasst sieben Quadratkilometer. Davon werden 44 Prozent landwirtschaftlich genutzt, 42 Prozent sind bewaldet und sieben Prozent sind Gärten.
Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet umfasst vier Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ): Dörfles () Rothengrub () Strelzhof () Willendorf ()
Die Gemeinde besteht aus drei Katastralgemeinden Rothengrub, Willendorf und Zweierwald.
Nachbargemeinden
Geschichte Im Norden der Gemeinde liegt der Kienberg (650 m), über dessen Bergrücken die Gemeindegrenze zu Maiersdorf verläuft. Auf der nördlichen Seite des Bergs gibt es mehrere Geländestufen, die als menschlich angelegte Terrassen identifiziert wurden. Bei Grabungen 1990 wurden die Funde vorwiegend als späturnenfelderzeitlich, vereinzelt auch als jungneolithisch und älterhallstädtisch (Kalenderberg-Kutlur) eingestuft. Vielfach wurden Stücke von Platten- und Raffinade(kupfer)schlacke gefunden, die von einer Schmiedewerkstatt stammen dürften. Der gipfelnahe Bereich der Höhensiedlung am Kienberg dürfte im 10./9. Jh. v. Chr. bewohnt gewesen sein. Eine tieferliegende Siedlungsterrasse zur Neuen Welt hin könnte ältereisenzeitlich (8./7. Jh. v. Chr.) sein. Eine bis jetzt kaum fassbare jungneolithische / älterkupferzeitliche (4./3. Jt. v. Chr.) Höhensiedlung wird vermutet.
Im Altertum war das Gebiet Teil der Provinz Noricum.
Die kulturhistorische Geschichte des Ortes hängt eng mit dem Schloss Strelzhof zusammen. Im Jahr 1146 schenkte Adalram von Waldeck das Gebiet mit einem Haus der Benediktinerabtei Seckau. Diese verwaltete von hier aus seine Güter in Niederösterreich. Schon 1150 wurde eine Kapelle errichtet und vom Bischof Hartmann von Brixen dem hl. Markus geweiht. Fünfhundert Jahre lang verwendete Seckau Strelzhof als Verwaltungsgebäude und baute das Gebäude nach und nach zu einem einfachen Schloss aus. 1662 kaufte Abt Robert I. das Anwesen für das neue Zisterzienserkloster in Wiener Neustadt. In den folgenden hundert Jahren wurde das Schloss nach und nach erneuert und es entwickelte sich der heutige Bau, weitgehend gestaltet vom Wiener Baumeister Johann Pauli. 1873 kaufte es der adelige Offizier Heinrich von Lützow und baute es zu einem feudalen Landsitz um und verkaufte es 1920 an eine Aktiengesellschaft, die es noch heute besitzt. Bei einem Brand 1925 entstanden große Schäden. Mit Ausnahme der Burgkapelle wurden die Schäden bald wieder behoben. Am Ende des Zweiten Weltkrieges wurde das Schloss geplündert und die Möbel und Kunstgegenstände gingen verloren. Heute ist das Schloss das Zentrum eines Reitzentrums, Teile des Schlosses werden bewohnt.
Bevölkerungsentwicklung
Religion Nach den Daten der Volkszählung 2001 sind 81,2 % der Einwohner römisch-katholisch und 2,4 % evangelisch, 1,8 % gehören orthodoxen Kirchen an, 12,3 % der Bevölkerung haben kein religiöses Bekenntnis. mini|Schloss Strelzhof
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Schloss Strelzhof
Wirtschaft und Infrastruktur In Willendorf gibt es etwa fünfzig Kleinbetriebe und eine intakte Nahversorgung. Viele Einheimische pendeln zur Arbeit nach Wiener Neustadt und Wien aus.
Wirtschaftssektoren Von den 15 landwirtschaftlichen Betrieben des Jahres 2010 wurden zwei im Haupt-, zwölf im Nebenerwerb und einer von einer juristischen Person geführt. Dieser bewirtschaftete 44 Prozent der Flächen. Im Produktionssektor arbeiteten 38 Erwerbstätige in der Bauwirtschaft und 18 im Bereich Herstellung von Waren. Die wichtigsten Arbeitgeber im Dienstleistungssektor waren die Bereiche soziale und öffentliche Dienste (42), Verkehr (19), Beherbergung und Gastronomie (15), freiberufliche Dienstleistungen (15) und der Handel (11 Mitarbeiter). WirtschaftssektorAnzahl BetriebeErwerbstätige2011200120112001Land- und Forstwirtschaft 1)151968Produktion16155664Dienstleistung592611278 1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999
Arbeitsmarkt, Pendeln Im Jahr 2011 lebten 447 Erwerbstätige in Willendorf. Davon arbeiteten 90 in der Gemeinde, achtzig Prozent pendelten aus.
Verkehr Eisenbahn: Willendorf liegt an der Schneebergbahn von Wiener Neustadt nach Puchberg am Schneeberg mit stündlichen Zügen in beide Richtungen. Straße: Die wichtigste Straßenverbindung ist die Puchberger Straße B26.
Politik Gemeinderat mini|Gemeindeamt Der Gemeinderat hat 15 Mitglieder. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich hatte/hat der Gemeinderat folgende Verteilungen: 1990: 10 ÖVP, 4 SPÖ, und 1 Bürgerliste Franz Kögler. 1995: 9 ÖVP, 5 SPÖ, und 1 Bürgerliste Franz Kögler. 2000: 9 ÖVP, 5 SPÖ, und 1 Bürgerliste Franz Kögler. 2005: 9 ÖVP, 4 SPÖ, und 2 Bürgerliste Franz Kögler. 2010: 11 ÖVP, 3 SPÖ, und 1 Bürgerliste Franz Kögler. 2015: 12 ÖVP, 2 SPÖ, und 1 NEOS. 2020: 11 ÖVP, 2 SPÖ, und 2 NEOS. 2025: 11 ÖVP, 2 SPÖ, 1 FPÖ und 1 Bürgerliste Willendorf.
Bürgermeister bis 2007 Franz Schlager (ÖVP) seit 2007 Hannes Bauer (ÖVP)
Persönlichkeiten Ehrenbürger Albert Urban (* 1930), em. Pfarrer von Maria Kirchbüchl-RothengrubNiederösterreichische Nachrichten (Online), abgerufen am 28. November 2020.
Mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten Werner Schlager, ehemaliger Tischtennisweltmeister
Weblinks
Homepage der Gemeinde Allerlei. Österreich. Eine Drahtseilbahn auf die Hohe Wand und auf den Schneeberg. Badener Zeitung, 2. April 1927, S. 5.
Einzelnachweise