Petzenkirchen ist eine Marktgemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Bezirk Melk in Niederösterreich. mini|Der Kirchenplatz in Petzenkirchen
Geografie Petzenkirchen liegt im Mostviertel in Niederösterreich im Tal der Erlauf. Die Fläche der Marktgemeinde umfasst rund drei Quadratkilometer. Mehr als die Hälfte der Fläche wird landwirtschaftlich genutzt, vierzehn Prozent sind Gärten, sechs Prozent der Fläche sind bewaldet.
Gemeindegliederung Es existieren keine weiteren Katastralgemeinden außer Petzenkirchen. Zwei weitere Ortsteile sind Breiteneich und Fohra.
Das Gemeindegebiet umfasst folgende Ortsteile (in Klammern Einwohnerzahl Stand ): Petzenkirchen () Breiteneich () Fohra (35)
Nachbargemeinden
Geschichte Das Gebiet von Petzenkirchen war schon in der Steinzeit besiedelt. Das zeigen Funde von Steinbeilen. Aus der Kupferzeit stammt ein Flachbeil, ebenso zeugen Gegenstände aus der Römerzeit von einer Besiedlung nach der Jahrtausendwende.
Da Petzo/Pezzo eine Kurzform von Berengar ist, nimmt man an, dass Ort und Pfarre Petzenkirchen vom Bischof Berengar gegründet wurden. Er war Bischof von Passau von 1013 bis 1045. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1159. Hierin werden die Nutzungsrechte der Kirche Pezinchirchen an das Passauer Domkapitel übertragen. Die Pfarre reichte von den Voralpen bis ins südliche Waldviertel. Früh schon wurden Pöchlarn und Steinakirchen, um 1160 St. Oswald und Marbach ausgegliedert. Nachdem auch Gottsdorf, Ybbs und Ferschnitz eigene Pfarren wurden, blieb im 13. Jahrhundert noch das Gebiet von Petzenkirchen mit dem Vikariat Purgstall und dem größten Teil von Wieselburg.
Im Jahr 1285 wird Daniel von Petzenkirchen als Bürge einer Urkunde genannt. Deshalb nimmt man an, dass das Schloss Petzenkirchen bereits um 1200 erbaut wurde. Im Jahr 1367 wird der Ritter Hans Hager zu Petzenkirchen genannt. In den folgenden Jahrhunderten wechselten die Besitzer mehrfach, 1823 kaufte Kaiser Franz I. das Schloss. Als Rechtsnachfolger wurde schließlich die Republik Österreich Eigentümerin und nutzt es heute als Räumlichkeit für das Bundesamt für Wasserwirtschaft.
Ein Platz in der Gemeinde ist heute noch nach einem ehemaligen SS-Offizier und NSDAP-Mitglied (bis in die 1970er-Jahre Gemeindearzt) benannt.
Einwohnerentwicklung 2026 lebten hier sogar schon 1648 Menschen.
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Schloss Petzenkirchen mini|hochkant|Pfarrkirche Petzenkirchen
Schloss Petzenkirchen: Das Schloss war ursprünglich von einem Wassergraben umgeben. Seit 1945 wird das Schloss von einer Dienststelle des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, dem Institut für Kulturtechnik und Bodenwasserhaushalt genutzt. In den Jahren 1953 und 1987 wurde das Schloss durch Zubauten erweitert. Von 1998 bis 2002 wurde der Gebäudekomplex umfassend renoviert. Katholische Pfarrkirche Petzenkirchen hl. Stephanus mini|Haltestelle Petzenkirchen
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaftssektoren Von den neun landwirtschaftlichen Betrieben des Jahres 2010 wurden zwei im Haupt- und sieben im Nebenerwerb geführt. Im Jahr 2011 waren 681 Erwerbstätige im Produktionssektor beschäftigt, davon fast neunzig Prozent im Bereich Herstellung von Waren. Die größten Arbeitgeber im Dienstleistungssektor waren die Bereiche soziale und öffentliche Dienste (70), Beherbergung und Gastronomie (34), Verkehr (26) und freiberufliche Dienstleistungen (24 Erwerbstätige). WirtschaftssektorAnzahl BetriebeErwerbstätige2011200120112001Land- und Forstwirtschaft 1)9989Produktion1813681386Dienstleistung5035180186 1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999
Arbeitsmarkt, Pendeln Im Jahr 2011 lebten 682 Erwerbstätige in Petzenkirchen. Davon arbeiteten 145 in der Gemeinde, mehr als drei Viertel pendelten aus.
Bildung In Petzenkirchen befindet sich ein Kindergarten und eine Volksschule.
Verkehr Bahn: Petzenkirchen liegt an der Erlauftalbahn. Fahrrad: Der Erlauftalradweg und die Römer-Radroute laufen durch den Ort. Straße: Ein kleiner Teil der Umfahrung Wieselburg der Erlauftal Straße B25 verlaufen durch das Gemeindegebiet.
Politik
Gemeinderat Der Gemeinderat hat 19 Mitglieder.
Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 1990 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 13 SPÖ, und 6 ÖVP. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 1995 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 13 SPÖ, und 6 ÖVP. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2000 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 12 SPÖ, und 7 ÖVP. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2005 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 12 SPÖ, und 7 ÖVP. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2010 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 13 SPÖ, 5 ÖVP, und 1 FPÖ. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2015 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 11 SPÖ, 6 ÖVP, und 2 FPÖ. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2020 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 11 Liste KERN–Gemeinsam für Petzenkirchen, 7 offene ÖVP-Liste Petzenkirchen und 1 FPÖ. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2025 hat der Gemeinderat folgende Verteilung: 12 Liste KERN–Gemeinsam für Petzenkirchen, 4 ÖVP-Liste Petzenkirchen und 3 FPÖ.
Bürgermeister
1996–2026 Lisbeth Kern (* 1956, SPÖ)Ehrenring für Bürgermeisterin Kern NÖN, 22. Juni 2016. seit 2026 Günther Sidl (SPÖ)
Partnergemeinde Seit 1983/84 hat Petzenkirchen die niedersächsische Gemeinde Ahlshausen-Sievershausen (Stadt Einbeck) als Partnergemeinde.
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Gemeinde
Andreas Zettel (1886–1957), Amtsleiter der AK, Politiker und Abgeordneter zum Landtag von Niederösterreich Mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten
Martina Kaiser (* 1970), Radio- und Fernsehmoderatorin sowie DJane, Popsängerin und Songwriterin Günther Sidl (* 1975), Politiker (SPÖ), bis 2018 Gemeinderat
Weblinks
http://www.petzenkirchen.at
Topothek Petzenkirchen-Bergland Bildmaterial zur Gemeinde Petzenkirchen, verortet, beschlagwortet und datiert
Einzelnachweise
Kategorie:Katastralgemeinde im Bezirk Melk Kategorie:Eisenwurzen