Senftenberg ist eine Marktgemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Bezirk Krems in Niederösterreich. Die Gemeinde liegt im Weinbaugebiet Kremstal im südlichen Waldviertel. Mit einer Fläche von 34,77 Quadratkilometern zählt Senftenberg flächenmäßig zu den kleineren Gemeinden Niederösterreichs. Durch den Einfluss der Landwirtschaft, insbesondere des Weinbaues ist Senftenberg bis heute ländlich geprägt. Das Wahrzeichen der Gemeinde ist die Burgruine Senftenberg.Sehenswürdigkeiten in Senftenbergregionalsuche.at: (abgerufen am 13. Februar 2009)
Geographie Gemeindegliederung Senftenberg liegt im Weinbaugebiet Kremstal im nördlichen Niederösterreich. Der Hauptort liegt auf , gemessen beim Gemeindeamt im Ortszentrum Senftenberg.
Die Gemeinde besteht aus sechs Katastralgemeinden und gleichnamige Ortschaften (Einwohner Stand ): Imbach (350 ha; EW) samt Gries, Hofstatt, Platzl Meislingeramt (636 ha; EW) Priel (128 ha; EW) Reichaueramt (863 ha; EW) Senftenberg (441 ha; EW) samt Schwarze Wand Senftenbergeramt (1060 ha; EW)
mini|links|Blick von der Burgruine auf den Ortsteil SenftenbergDie Ortsteile Imbach und Senftenberg sind dicht besiedelt und beherbergen die meisten Einwohner. Priel, Senftenbergeramt, Meislingeramt und Reichaueramt sind etwas weiter vom Gemeindezentrum in Senftenberg abgelegen. Die Katastralgemeinden Meislingeramt, Senftenbergeramt, Senftenberg und Imbach liegen an einer Hauptstraße.maps.google.at: Karte von Senftenberg (abgerufen am 12. Februar 2009)
Flächennutzung und Geologie Die Gesamtfläche von Senftenberg beträgt 34,77 Quadratkilometer. Rund 75 % davon sind bewaldetAmt der NÖ Landesregierung, Bezirksforstinspektion Krems: Waldentwicklungsplan, Teilplan über den Bereich des politischen Bezirks und der Staturstadt Krems, 2001, S. 56. Die Landschaft ist von niedrigen Erhebungen, welche teils bewaldet sind, geprägt. Die Ortsteile bestehen bis auf Senftenberg und Imbach nur aus einem Wohnzentrum und sind durch Landstraßen, die neben den großflächigen Weinbaugebieten führen, verbunden. Hierzu werden die Sorten Grüner Veltliner und Riesling bevorzugt angebaut. Die Gesteinsschichten bestehen aus Graniten und Gneisen. Im Boden kann man außerdem reichlich Lehm und Löss finden.schlosshotel-igl.at: Weine und Böden im Waldviertel (abgerufen am 13. Februar 2009)
Nachbargemeinden
Die nächstgelegenen Städte sind: Krems, Dürnstein, Gföhl, Zwettl, Horn und Langenlois.
Klima Senftenberg hat ein leichtes Reizklima mit häufigem Nordwind, welches auch als kontinental geprägt zu bezeichnen ist. Im Sommer ist es während des Tages recht warm, jedoch kommen Hitze- oder Schwüleperioden nur selten vor; die Nächte bringen starke Abkühlung. Das Klima ist sehr sonnig und trocken; der Niederschlag erreicht kaum die 1000-Millimeter-pro-Jahr-Marke. Im Sommer liegt die Durchschnittstemperatur um 25 °C. Im Winter herrschen Temperaturen um 3 °C; Schnee ist aber rar. In allen Jahreszeiten ist Nebel eher selten und dauert meistens nur sehr kurze Zeit an.waldviertel-management.at: , abgerufen am 10. Mai 2015.waldviertel.or.at: (abgerufen am 13. Februar 2009)
Geschichte Der Name Senftenberg ist erstmals 1197 durch Ruedeger de Senftenberc belegt. Ausgangspunkt der Gründung dieser Gemeinde war das Schloss Senftenberg.
Bevölkerung
Bevölkerungsentwicklung
Das Gemeindegebiet ist mit einer Bevölkerungsdichte von 56 Einwohnern je Quadratkilometer vergleichsweise eher dünn besiedelt (zum Vergleich: Niederösterreich hat 90, Österreich 110 Einwohner je Quadratkilometer; Stand 2025). Wie in vielen kleineren Orten in Niederösterreich setzte in den letzten Jahren eine Tendenz zur Abwanderung in die umliegenden Städte und nach Wien ein, auch wenn diese erst später begonnen hat.
Die erste Bevölkerungszählung im Jahr 1869 verzeichnete 1649 Einwohner. Danach setzte eine Verminderung mit anschließendem großem Zuwachs ein und im Jahr 1910 konnten bereits 2015 Einwohner gezählt werden, welche beinahe an das Bevölkerungsmaximum in der Geschichte von Senftenberg reichte. Infolge der beiden Weltkriege verringerte sich die Bevölkerung, bis sie mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges wieder die 2000-Marke auf 2017 Personen überschritt. Wie auch im zugehörigen Bezirk und Bundesland fiel die Bevölkerung binnen zehn Jahren rasant herunter. Bis 1991 setzte wieder ein großer Bevölkerungsanstieg ein und mit 2067 Einwohnern wurde der Höchststand in der Geschichte von Senftenberg verzeichnet. Seitdem geht die Einwohnerzahl zurück und fiel bei der Volkszählung vom 15. Mai 2001 unter 2000 Einwohner. Maßgebend dafür war neben der schwachen Geburtenbilanz (Vergleich 1991 zu 2001: +2) die vor allem negative Wanderungsbilanz (−98). Insbesondere bei der Wanderungsbilanz liegt Senftenberg (−4,7 %) deutlich unter den Werten des Bezirks Krems (+3,5 %) und des Landes Niederösterreich (+5,4 %). In den Jahren 2001 bis 2011 waren sowohl Geburtenbilanz (−47) als auch Wanderungsbilanz (−36) negativ.
Bevölkerungsstruktur Mit Stichtag 1. Jänner 2025 betrug die Einwohnerzahl 1917 (947 männlich / 970 weiblich). Davon waren 244 Personen unter 15 Jahre (129/115), 1030 im Alter von 15 bis 60 Jahren (512/518) und 643 über 60 Jahre alt (306/337). Die meisten Frauen waren im Alter von 55 bis 60 Jahren (insgesamt 92), die meisten Männer im Alter von 55 bis 60 (insgesamt 91).
Religion mini|hochkant=1.0|Pfarrkirche Mariä Geburt in Imbach mini|links|Pfarrkirche St. Andreas in Senftenberg Der Zeitpunkt der Gründung der Pfarre Senftenberg ist nicht genau bekannt. Ein Pfarrer wird erstmals im Jahr 1368 erwähnt. Die Pfarre entstand wahrscheinlich im 12. Jahrhundert als Vikariat der Mutterkirche Krems. Grund dafür ist die bis heute bestehende Kirche St. Andreas, die im 12. Jahrhundert errichtet worden ist. Vor dieser Zeit ist auch ein Bischofsbesuch belegbar, aber lediglich als kurzer Aufenthalt bei einer Reise durch Niederösterreich. Im Laufe der Jahrhunderte entstanden noch mehrere Kirchen in der Gemeinde Senftenberg, welche aber teilweise zerstört oder aufgegeben wurden.utanet.at: (abgerufen am 13. Februar 2009)
Der Großteil der Senftenberger Bevölkerung ist römisch-katholischer Konfession. Bei der Volkszählung 2001 betrug der Anteil der Personen mit römisch-katholischem Bekenntnis 88,5 % (1745 Personen). Dahinter folgten 1,5 % (30) mit evangelischem und 2,1 % (41) mit einer anderen Glaubensrichtung. 7,9 % (155) der Senftenberger waren ohne religiöses Bekenntnis oder ihr Bekenntnis war unbekannt.
In Senftenberg stehen zwei Kirchen und eine Kapelle.
Die Pfarrkirche Mariä Geburt befindet sich in dem Ortsteil Imbach, ehemals als Teil eines Dominikanerinnenklosters. Die Kirche wurde 1759 von einem Brand großteils zerstört. Der Schaden konnte 1782 aber wieder behoben werden. Eine Antiquität innerhalb der Kirche ist die Orgel des Gebäudes, die von 1695 stammt, bis heute voll funktionsfähig ist und keine schwerwiegenden technischen Veränderungen aufweist.
Die Pfarrkirche St. Andreas befindet sich im Ortsgebiet Senftenberg und wurde im 12. Jahrhundert als Wehrkirche mit Wehrmauer errichtet. Sie liegt in der Nähe der Burgruine und wurde zunächst als Holzbauwerk errichtet. Im 18. Jahrhundert wurde der gesamte Innenraum renoviert.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
mini|Das ehemalige Starhemberg’sche Freihaus Burgruine Senftenberg: Die erstmals 1197 erwähnte Burg ist das Wahrzeichen der Marktgemeinde Senftenberg. Sie befindet sich im Südosten des Ortsteiles Senftenberg. Das ehemalige umgebaute Schloss wurde im Jahr 1645 im Zuge des Dreißigjährigen Krieges von schwedischen Truppen eingenommen und ist anschließend dann dem Verfall preisgegeben worden. Seit wenigen Jahren hat der Burgruinenverein Senftenberg die Ruine auf 100 Jahre gepachtet und bemüht sich seitdem um die Renovierung des Kulturdenkmals. Markante Merkmale der Burg sind die Schildungsmauer und der verschiedenförmige Turm. Die frühgotische Pfarrkirche Imbach Mariä Geburt (ehemalige Dominikanerinnenkirche) ist die älteste noch in dieser Form bestehende zweischiffige Hallenkirche Österreichs. Die gotische ehemalige Wehrkirche St. Andreas hat eine gedeckte Bogenbrücke über eine Schlucht, über die sie mit dem Aufweg zur Burg verbunden ist. Das Starhemberg’sche Freihaus („Sgraffitohaus“) war bis zum Jahr 1623 im Besitz einer wohlhabenden Bürgersippe, anschließend kam es in Besitz der Starhemberger, den Inhabern der Schlossherrschaft, die es als Herrenhaus, Herrschaftskanzlei und Verwalterhaus nutzten. Aufgrund der Fresken erschließt sich ein protestantischer Hintergrund der damaligen Auftraggeber. Hiesbergwarte: Auf einem Felsplateau eines Ausläufers des Hiesberges befindet sich die Hiesbergwarte, von der man den Ort gut überblicken kann.
Wirtschaft und Infrastruktur Arbeitsstätten und Beschäftigte Laut Arbeitsstättenzählung 2021 gab es in Senftenberg 148 Arbeitsstätten mit durchschnittl. 2,5 Beschäftigten pro Arbeitsstätte. Wichtigste Branche in der Gemeinde ist demnach die Land- und Forstwirtschaft mit 35 Betrieben. Weiterhin von Bedeutung ist die Branche Gesundheit und Sozialwesen mit neun Arbeitsstätten. Die eher geringen Beschäftigungsmöglichkeiten in der Gemeinde verursachen eine hohe Pendlerrate. Bei 165 Einpendlern waren 2018 834 Einwohner von Senftenberg außerhalb ihrer Heimatgemeinde beschäftigt.
Land- und Forstwirtschaft 2020 bestanden in Senftenberg 81 land- und forstwirtschaftliche Betriebe, die insgesamt rund 630 Hektar Fläche bewirtschafteten. 18 Betriebe wurden im Haupterwerb und 63 im Nebenerwerb geführt. Kein einziger Betrieb war im Eigentum von juristischen Personen.
Weinbau Im Zentrum des Weinbaues in der Region steht die Stadt Krems, die zu den ältesten Weinbaustätten Österreichs zählt. Krems ist auch seit 1875 Standort einer Weinbauschule. Senftenberg liegt im Weinbaugebiet Kremstal Ausschlaggebend dafür war unter anderem das ideale Klima für den Weinbau. Der Weinbau findet aufgrund der hervorragenden Qualität großen Anklang.
In Senftenberg gab es 2020 rund 238 Hektar Weingarten. Davon wurden 203 Hektar (85 %) für Weißwein und 35 Hektar (15 %) für Rotwein ertragsfähig genutzt. Für Rotwein wurde der Zweigelt am flächengrößten angebaut (25 ha), für Weißwein waren es der Grüne Veltliner (116 ha), und der Riesling (40,4 ha).
Tourismus In der Sommersaison 2024 gab es in Senftenberg 19 Nächtigungsbetriebe – von privaten Ferienunterkünften (5), einem Campingplatz bis hin zu einem 4/5-Stern Unternehmen mit einer Gesamtbettenanzahl von 258. Bilanz: 14.679 Übernachtungen in der Sommersaison 2024.
Verkehr und Infrastruktur Durch Senftenberg verläuft die L73. Auf dieser Strecke verkehrt auch eine öffentliche Buslinie in das Waldviertel.
Der nächste Bahnhof (Krems an der Donau) liegt etwa sieben Kilometer von Senftenberg entfernt. Von dort aus verkehren die Züge unter anderem in die Landeshauptstadt St. Pölten und nach Wien.
Im Jahr 1919 wurde zwischen Krems und Senftenberg eine Feldbahn errichtet, die bis Imbach fertiggestellt war. Diese wurde jedoch wieder abgetragen, da sich die Bahn als empfindliches Verkehrshindernis erwies.Franz Fux: Unter Schleier und Krummstab., Verlag: Marktgemeinde Senftenberg, Senftenberg, 1989. S. 375.
Der nächstgelegene internationale Flughafen ist Wien-Schwechat.
Behörden und Einrichtungen Neben dem Gemeindeamt beherbergt Senftenberg für die medizinische Versorgung einen praktischen Arzt mit Hausapotheke, einen Zahnarzt.
Die nächste Polizeiinspektion befindet sich in Gföhl.
In Senftenberg bestehen drei Freiwillige Feuerwehren: je eine in Senftenberg (gegründet 1872), in Imbach (gegründet 1884) und in Priel (gegründet 1898). Diese gehören zum Bezirksfeuerwehrkommando Krems, Abschnittsfeuerwehrkommando Krems-Land.afkdo-kremsland.at: Abschnittsfeuerwehrkommando Krems-Land (abgerufen am 13. Februar 2009)
Bildungseinrichtungen und Bildung