Weinzierl am Walde ist eine Gemeinde im Bezirk Krems in Niederösterreich mit Einwohnern (Stand ). Die Gemeinde liegt am Rand des Weinbaugebietes Kremstal im Waldviertel. Sie weist eine Fläche von 44,59 Quadratkilometern auf und liegt auf , gemessen beim Gemeindeamt. Der Name Weinzierl am Walde wurde 1240 erstmals urkundlich erwähnt und leitet sich von der mittelalterlichen Berufsbezeichnung des Weinbau-Verantwortlichen, dem Weinzierl.wein.plus, Stichwort: Weinzierl, abgefragt 27. Juli 2025. Die Gemeinde liegt nur etwa sechs Kilometer oberhalb des Ortes Weißenkirchen und dem Weinbaugebiet Wachau. Bekannt ist Weinzierl am Walde vor allem für die Gudenushöhle, wo nachweislich vor 70.000 Jahren die ständige Wohnstatt einer größeren Gruppe von Neandertalern war. Sie zählt zu den bedeutendsten steinzeitlichen Stätten Mitteleuropas. Oberhalb dieser Höhle befindet sich die Burg Hartenstein, die vor über 800 Jahren errichtet wurde.
Geografie Geografische Lage Weinzierl am Walde liegt im Waldviertel in Niederösterreich, im Tal der Kleinen Krems nördlich der Wachau, dem touristisch und geologisch interessanten Durchbruchstal der niederösterreichischen Donau.
Klima Weinzierl am Walde hat ein leichtes Reizklima mit häufigem Nordwind, das als kontinental geprägt zu bezeichnen ist. Im Sommer ist es tagsüber recht warm, jedoch kommen Hitze- oder Schwüleperioden nur selten vor; die Nächte bringen starke Abkühlung. Das Klima ist sehr sonnig und trocken; der Niederschlag erreicht kaum die 1000-Millimeter-pro-Jahr Marke. Im Sommer liegt die Durchschnittstemperatur um 25 °C. Im Winter herrschen Temperaturen um 3 °C; Schnee ist aber rar. In allen Jahreszeiten ist Nebel eher selten und dauert meistens nur sehr kurze Zeit an.waldviertel-management.at: (abgerufen am 10. Mai 2015)waldviertel.or.at: (abgerufen am 12. Oktober 2008)
Flächennutzung und Geologie Die Gesamtfläche von Weinzierl beträgt 44,59 Quadratkilometer, wovon 43,35 % bewaldet sind.
Die Landschaft ist hügelig mit bewaldeten, niedrigen Bergen. Die Gesteinsschichten bestehen aus Graniten und Gneisen. Im Boden kann man außerdem reichlich Lehm und Löss finden.schlosshotel-igl.at: Weine und Böden im Waldviertel (abgerufen am 20. September 2008) Der Geologielehrpfad in Weinzierl zeigt die erdgeschichtliche Entwicklung des Waldviertels anhand der geologischen Formationen.meinereise.at: Österreich Info – Weinzierl am Walde (abgerufen am 22. Dezember 2008)
Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet Weinzierl am Walde besteht aus zwölf Katastralgemeinden, die gleichzeitig auch Ortschaften sind (in Klammern Einwohnerzahl Stand ):
Eingemeindungen Zunächst bildeten sich im Jahr 1850 die sieben unabhängigen Gemeinden Weinzierl am Walde, Stixendorf, Nöhagen, Reichau, Lobendorf, Großheinrichschlag (auch Groß-Heinrichschlag, manchmal auch Großheinrichschlag, Groß-Heinrichsschlag) sowie Habruck. Die niederösterreichische Landesregierung führte daraufhin eine Zusammenlegung des Gemeindegebietes durch, wobei sich vor allem die Bewohner von Großheinrichschlag zwecklos gewehrt haben. Dadurch bildeten sich die beiden Großgemeinden Großheinrichschlag mit Lobendorf, Habruck, Himberg, Neusiedl bei Habruck und Wolfenreith bei Habruck sowie Weinzierl am Walde mit Nöhagen, Maigen und Stixendorf. Reichau blieb vorerst eigenständig, bis es sich 1970 Weinzierl am Walde anschloss. 1972 wurden beide Großgemeinden unter dem Namen Weinzierl am Walde zusammengelegt.Website der Gemeinde (abgerufen am 13. Januar 2019). mini|Luftaufnahme von der Ortschaft Weinzierl am Walde mini|Luftaufnahme von der Ortschaft Großheinrichschlag mini|Luftaufnahme von der Ortschaft Wolfenreith mini|Luftaufnahme von der Ortschaft Habruck mini|Luftaufnahme von der Ortschaft Himberg mini|Luftaufnahme der Ortschaft Maigen
Gemeinden 1850 später Gemeinden 1970 1972 Weinzierl am Walde mit Maigen Weinzierl am Walde Weinzierl am Walde Weinzierl am Walde Stixendorf Nöhagen Reichau mit Ostra Reichau mit Ostra Lobendorf Großheinrichschlag Großheinrichschlag Großheinrichschlag Habruck mit Himberg, Wolfenreith und Neusiedl Die Katastralgemeinden bestehen jeweils aus einem eigenen Ortszentrum und sind untereinander eher weit entfernt. Den größten Abstand weist mit circa sechs Kilometern der von Himberg und Ostra auf.maps.google.at: Karte von Weinzierl am Walde (abgerufen am 21. November 2008) Interessant ist auch die Tatsache, dass Nöhagen mehr Einwohner als der Hauptort beherbergt.
Nachbargemeinden
Die nächstgelegenen Städte sind Krems an der Donau, Gföhl, Zwettl, Horn und Langenlois.
Geschichte Urgeschichte Das Gebiet rund um Weinzierl weist eine alte Geschichte auf. Diese lässt sich durch die im Jahr 1883 von Leopold Hacker, einem Benediktiner des Stiftes Göttweig, entdeckte Gudenushöhle aufweisen. Forscher stellten fest, dass diese vor 70.000 Jahren bewohnte Höhle die älteste bewohnte Stätte in Niederösterreich ist. Außerdem wurde an dieser Stelle ein Adlerknochen, auf dem eine Zeichnung eines Rentierkopfes zu sehen ist, gefunden, welche die älteste Tierdarstellung im gesamten Raum ist.
Mittelalter Die ältesten Schriften kommen aus dem 12. Jahrhundert. Der am frühesten urkundlich erwähnte Gemeindeteil von Weinzierl ist Nöhagen (1122), der späteste Himberg (1309). Weinzierl am Walde war im Besitz der Babenberger, des Stifts Göttweig sowie diverser Landfürsten. Die Habsburger übernahmen in weiterer Folge den Besitz von Weinzierl von den Babenbergern.
Bevölkerung
Bevölkerungsentwicklung
Das Gemeindegebiet ist mit einer Bevölkerungsdichte von 29 Einwohnern je Quadratkilometer vergleichsweise dünn besiedelt (zum Vergleich: Niederösterreich hat 90, Österreich 110 Einwohner je Quadratkilometer, Stand 2025). Wie in den meisten kleineren Orten in Niederösterreich, setzte eine Tendenz zur Abwanderung in die umliegenden Städte und nach Wien ein. Das Besondere an Weinzierl ist, dass es seit 1900 eine starke Emigration gegeben hat.Statistik Austria: Daten über Weinzierl am Walde (abgerufen am 7. Jänner 2009)
Die erste Bevölkerungszählung im Jahr 1869 verzeichnete 1850 Einwohner. Danach setzte ein großer Zuwachs ein und bei der Volkszählung im Jahr 1900 konnten bereits 1910 Bürger gezählt werden, gleichzeitig ist das der höchste jemals gemessene Stand. Seitdem geht die Bevölkerung rapide zurück: So hatte Weinzierl am Walde sechs Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges nur noch 1556 Einwohner. Zehn Jahre später fiel die Bevölkerung auf unter 1500 Einwohner, bei der Zählung 2008 sogar auf unter 1300 Einwohner. Maßgebend dafür war trotz der eher guten Geburtenbilanz (Vergleich 1991 zu 2001: +24), die permanent negative Wanderungsbilanz (−30). Weinzierl lag bei der Geburtenbilanz (+1,8 %)zudem über den Werten des Bezirkes Krems (± 0 %) und dem Bundesland Niederösterreich (−0,5 %). Allerdings lag die Gemeinde bei der Wanderungsbilanz (−2,2 %) klar unter den Werten des Bezirkes (+3,5 %) und des Bundeslandes (+ 5,4 %).
Bevölkerungsstruktur Mit Stichtag 31. März 2008 betrug die Einwohnerzahl 1299 (663 männlich/636 weiblich). Davon waren 183 unter 15 Jahren (99/84), 840 im Alter von 15 bis 60 Jahren (447/393) und 276 über 60 Jahre alt (117/159). Die meisten Frauen waren im Alter von 40 bis 44 Jahren (insgesamt 51), die meisten Männer im Alter von 45 bis 49 (insgesamt 45).
Herkunft und Sprache 1352 (99,7 %) der Bewohner von Weinzierl am Walde gaben 2001 Deutsch als Umgangssprache an. Eine weitere Person (0,1 %) sprach hauptsächlich tschechisch und die Sprachen von drei Einwohnern waren unbekannt (0,2 %). Von der Bevölkerung (Stand 1. Januar 2008) waren 1291 (99,4 %) Bürger österreichische Staatsbürger, acht Einwohner (0,6 %) waren es nicht, welche gleichzeitig aber alle EU-Bürger waren. Unter diesen gab es 4 (0,3 %) Deutsche. Insgesamt waren 2008 1,4 % der Bewohner von Weinzierl am Walde in einem anderen Land als in Österreich geboren.
Religion In Weinzierl am Walde sind zwei Pfarren vorhanden. Die Pfarre Weinzierl am Walde schließt bis auf die Katastralgemeinden Reichau und Ostra den gesamten Gemeindebereich ein. Diese beiden gehören zur Pfarre Obermeisling, welche in der Gemeinde Gföhl ihren Sitz hat. Beide Pfarren gehören zur Diözese St. Pölten.
Die Pfarrkirche St. Josef wurde 1788 erbaut. Pfarrpatron der Pfarre Weinzierl am Walde ist der Hl. Josef.kirche.at: (abgerufen am 3. Februar 2009).
Die Pfarrkirche St. Johann in Großheinrichschlag wurde 1338 erbaut.
Die Pfarrkirche Obermeisling wurde 1111 erbaut. Pfarrpatron ist der Hl. Stephanus.kirche.at: (abgerufen am 3. Februar 2009).
Der Großteil der Bevölkerung ist römisch-katholischer Konfession. Bei der Volkszählung 2001 betrug der Anteil der Personen mit römisch-katholischem Bekenntnis 97,1 % (1316 Personen). Dahinter folgten 0,6 % (8) mit evangelischer und 0,1 % (2) mit orthodoxer Glaubensrichtung. 1,0 % (13) Einwohner waren ohne religiöses Bekenntnis.
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Burg Hartenstein mini|Pfarrkirche Weinzierl am Walde mini|Pfarrkirche Großheinrichschlag
Bauwerke Burg Hartenstein: Die Burg wurde um 918 erbaut. Allerdings sind vom damaligen Bau nur noch der Palas mit Anbauten, das Torhaus, das Brunnenhäuschen und die kleine Kemenate vorhanden. Die Burg ist momentan im Besitz der Firma BEKO Informatik. Der 2004 gegründete Verein Burg Hartenstein AG hat sich die Erhaltung der Burg sowie öffentliche Zugänglichkeit als Ziel gesetzt.burg-hartenstein.com: Website der Burg Hartenstein AG (abgerufen am 15. Februar 2009). Katholische Pfarrkirche Weinzierl am Walde St. Josef Katholische Pfarrkirche Großheinrichschlag St. Johannes der Täufer
Naturdenkmäler Gudenushöhle: Die Höhle befindet sich am Burgfelsen unterhalb der Burg Hartenstein und war vor etwa 70.000 Jahren Wohnort einer Gruppe von Neandertalern. Heute zählt sie vermutlich zu den bedeutendsten steinzeitlichen Stätten Mitteleuropas. Die Gudenushöhle ist eine 22 Meter lange Durchgangshöhle, die fünf Meter hoch sowie breit ist. An dieser Stelle wurde unter anderem ein Adlerknochen gefunden, auf dem eine Zeichnung eines Rentierkopfes zu sehen ist, welche die älteste Tierdarstellung im gesamten Raum ist.mamilade.at: (abgerufen am 15. Februar 2009) Der Geologische Lehrpfad, welcher in der Nähe der Gudenushöhle errichtet worden ist, zeigt die Entstehung der Kalk- und Marmorfelsen sowie die Gebirgsbildung und Granite des Waldviertels. In dieser Gegend gibt es auch zahlreiche Wanderwege. Der Wanderweg zur Burg Hartenstein und zur Gudenushöhle beginnt bei der Maigenmühle zwischen Albrechtsberg und Weinzierl am Walde und dauert ungefähr eine Stunde.
Regelmäßige Veranstaltungen Feuerwehrball: Jedes Jahr werden von sämtlichen Freiwilligen Feuerwehren in der Gemeinde Feuerwehrbälle veranstaltet.
Sport Für sportliche Aktivitäten bietet Weinzierl am Walde zwei Sand-Tennisplätze, einen Kunstrasen-Tennisplatz sowie zahlreiche Rad- und Wanderwege, welche größtenteils um die Gudenushöhle und die Burg Hartenstein führen.
Wirtschaft und Infrastruktur Arbeitsstätten und Beschäftigte Laut Arbeitsstättenzählung 2001 gab es in Weinzierl am Walde 43 Arbeitsstätten mit 264 Beschäftigten, wovon 92 unselbständige Beschäftigte waren. Wichtigste Branche in der Gemeinde ist demnach Handel; Reparatur v.Kfz u.Gebrauchsgütern mit zehn Betrieben (21 Beschäftigte) sowie Sachgütererzeugung mit ebenfalls zehn Betrieben (44 Beschäftigte). Weiterhin von Bedeutung ist die Branche Realitätenwesen, Unternehmensdienst. mit damals sechs Arbeitsstätten (14 Beschäftigte) sowie das Beherbergungs- u. Gästestättenwesen mit 21 Beschäftigten und ebenfalls sechs Arbeitsstätten. Die eher geringen Beschäftigungsmöglichkeiten in der Gemeinde verursachen eine hohe Pendlerrate. Bei 59 Einpendlern waren 2001 412 Einwohner von Weinzierl am Walde außerhalb ihrer Heimatgemeinde beschäftigt.
Land- und Forstwirtschaft Viehbestand19992010 Rinder 2584 2258 Hühner 1714 1192 Schweine 846 932 Schafe 324 458 Sonstiges Geflügel 80 106 Ziegen 21 6 Pferde 26 38