mini|hochkant=1.35|Der Ausschnitt aus der bayerischen Gemeindegrenzkarte von 1892 zeigt die am 1. Januar 1935 zusammengelegten Gemeinden Garmisch und Partenkirchen sowie die am 1. Juli 1978 eingegliederte Gemeinde Wamberg noch separat. mini|hochkant=1.2|Luftbild von Garmisch-Partenkirchen, von Norden gesehen; links Partenkirchen, rechts Garmisch und im Vordergrund Burgrain
Garmisch-Partenkirchen ist ein 1935 aus den Marktgemeinden Garmisch und Partenkirchen hervorgegangener Markt und zugleich der Kreishauptort des Landkreises Garmisch-Partenkirchen sowie das Zentrum des Werdenfelser Landes. Aufgrund seiner Größe ist es eine von 13 sogenannten leistungsfähigen kreisangehörigen Gemeinden sowie ein Oberzentrum (PDF), abgerufen am 6. September 2015. in Bayern. Der Ort liegt rund 80 km südwestlich von München und rund 50 Kilometer nordwestlich von Innsbruck.
Geografie Lage Garmisch-Partenkirchen liegt inmitten eines weiten Talkessels am Zusammenfluss der aus Tirol kommenden Loisach und der im Wettersteingebirge entspringenden Partnach, zwischen Ammergebirge im Nordwesten, Estergebirge im Osten und Wettersteingebirge – mit Deutschlands höchstem Berg, der Zugspitze, im Südwesten. Garmisch war während der letzten Eiszeit – der Würmeiszeit – mit einer Eisdecke von ca. überzogen.
Nachbargemeinden Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Das gemeindefreie Gebiet Ettaler Forst, Farchant, Oberau, Eschenlohe, Krün, Mittenwald (alle Landkreis Garmisch-Partenkirchen), Leutasch, Wildermieming (beide Bezirk Innsbruck-Land, Tirol), Mieming (Bezirk Imst, Tirol), Ehrwald (Bezirk Reutte, Tirol), Grainau (Landkreis Garmisch-Partenkirchen), Lermoos und Reutte (beide Bezirk Reutte, Tirol).
Berge in der Nähe Kochelberg ist der Name eines hohen Berges in Garmisch-Partenkirchen. Auf dem Berg befindet sich die im Sommer bewirtschaftete Kochelberg-Alm.
Der hohe Hausberg ist der Hausberg von Garmisch-Partenkirchen. Er ist über recht steile, gut ausgebaute Wege erreichbar. Im Winter kann man mit der Hausbergbahn auf den Gipfel gelangen und dort Ski fahren.
Im Nordosten grenzt der Wank im Estergebirge direkt an Partenkirchen. Der Wank hat eine Höhe von 1780 m und ist über die Wankbahn erschlossen. Diese fährt jedoch nur im Sommer, im Winter wird der Berg jedoch von zahlreichen Winterwanderern begangen. Die alte Wankbahn hatte ihre Talstation mitten im Ortskern von Partenkirchen, die neue Wankbahntalstation liegt weiter nördlich nahe der von München kommenden Bundesstraße B2.
Nordwestlich prägt die Kramerspitze oder kurz der Kramer mit seinen 1985 m den Ort. Im Gegensatz zu Kochelberg, Hausberg und Wank, ist die Kramerspitze für Bergwanderer herausfordernder, da insbesondere auf den letzten Höhenmetern Kletterhilfen zum Einsatz kommen.
Gemeindegliederung
Der einstmalige Markt Partenkirchen liegt östlich der Partnach, während sich der Ortskern des ehemaligen Marktes Garmisch – in dem seit der Zerstörung/Verfall der Burg Werdenfels der Verwaltungssitz der Grafschaft Werdenfels ansässig war – westlich des Flusses befindet. Der Fluss ist auch heute noch im nördlichen Teil (etwa ab der Obermühle) die Grenze zwischen den Gemarkungen Garmisch und Partenkirchen. Im südlichen Teil verläuft die Gemarkungsgrenze 600 bis 1700 Meter westlich des Flusses.
Es werden offiziell keine getrennten Einwohnerzahlen für die Gebiete der ehemaligen Gemeinden Garmisch und Partenkirchen veröffentlicht. Anhand des 100 Meter-Gitters des Zensus zum Stichtag 9. Mai 2011 wurden jedoch 13.256 Einwohner in der Gemarkung Garmisch und 12.220 Einwohner in der Gemarkung Partenkirchen festgestellt, wobei die Summe der beiden Werte geringfügig niedriger ist als die offizielle Zensus-Einwohnerzahl von 25.581 für die Gesamtgemeinde.Ergebnisse des Zensus 2011 zum Download - erweitert, Bevölkerung im 100 Meter-Gitter (aggregiert nach Gemarkungen)
Es gibt 35 Gemeindeteile, davon 6 in der Gemarkung Garmisch und 28 in der Gemarkung Partenkirchen. Von den 28 in der Gemarkung Partenkirchen gelegenen Ortsteile gehörten neun zu der am 1. Mai 1978 eingegliederten Gemeinde Wamberg. Der zusammengewachsene gleichnamige Gemeindehauptort Garmisch-Partenkirchen erstreckt sich auf beide Gemarkungen (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):
Kreuzeckhaus, Aule-Alm, Kreuzecktalstation, Drehmöser, Kreuzalm und Naturfreundehaus, die nach dem Ende des Ersten Weltkriegs entstanden sind, fehlten im Amtlichen Ortsverzeichnis für Bayern 1952, obwohl sie ihrer Lage nach den Charakter selbständiger Siedlungen trugen.Dieter Albrecht (1927–1999): Grafschaft Werdenfels. Komm. für Bayerische Landesgeschichte, 1955, S. 30.
Geschichte mini|hochkant=1.5|rechts|Garmisch 1701 auf einem Gemälde im Fürstengang Freising mini|hochkant=1.5|rechts|Partenkirchen 1701 mini|Ortskarte Garmisch 1815 mini|Ortskarte Partenkirchen 1814 mini|Gebäude der Badgasse in Partenkirchen. Zeichnung durch Kurgästin Electrina von Freyberg, 1839
Bis zum 18. Jahrhundert Partenkirchen geht auf die römische Reisestation „Partanum“ zurück. Diese lag an einem vorrömischen Handelsweg, einem Nebenzweig der am Lech entlangführenden Via Claudia, der nach der Eroberung des nördlichen Alpen- und Voralpenraumes durch Drusus und Tiberius im Jahr 15. v. Chr. ausgebaut wurde. Die Römer nannten die neue Straße „Via Raetia“, sie wurde 200 nach Christus gebaut und führte über den Brennerpass und Seefelder Sattel nach Augsburg.Via Raetia, abgerufen am 2. Oktober 2010 Die älteste erhaltene Urkunde, die Garmisch als Siedlung urkundlich erwähnt, trägt die Jahreszahl 802.
Der Freisinger Bischof Konrad I. von Tölz und Hohenburg erwarb Garmisch 1249 und Bischof Emicho 1294 Partenkirchen. Ab 1294 gehört die Grafschaft Werdenfels zum Hochstift Freising und blieb bis zur Säkularisation 1802/03 in geistlichem Besitz.
Im Hochmittelalter war Partenkirchen für die Fugger und Welser eine wichtige Station auf dem Weg nach Italien. Daraus resultierte ein wirtschaftlicher Aufschwung; der Ort blühte als Reise- und Handelsstation zwischen Augsburg und Venedig auf. Für Garmisch war die Flößerei auf der Loisach die Haupteinnahmequelle. Mit dem Dreißigjährigen Krieg verarmte die Region.
19. und 20. Jahrhundert Im Jahre 1802 kam die Grafschaft Werdenfels zu Bayern. Garmisch und Partenkirchen erhielten 1818 mit dem bayerischen Gemeindeedikt ihre Selbstverwaltungsrechte wieder und blieben bis in das 20. Jahrhundert hinein zwei konkurrierende Marktgemeinden. Bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts war Partenkirchen ein Ort, der Kuraufenthalte anbot. Nach der Fertigstellung der Eisenbahnverbindung nach München im Jahr 1889 setzte eine Steigerung des Fremdenverkehrs ein. Die Bayerische Zugspitzbahn wurde in den Jahren 1928 bis 1930 in drei Abschnitten erbaut. Am 1. Januar 1935 schlossen sich die Marktgemeinden Garmisch und Partenkirchen wegen der im nachfolgenden Jahr stattfindenden IV. Olympischen Winterspiele (1936) unter massivem Druck der NSDAP zum Markt Garmisch-Partenkirchen zusammen. Mit 636 Teilnehmern aus 28 Staaten gab es 1936 bei den Winterspielen in Garmisch-Partenkirchen einen neuen Teilnehmerrekord. Nach Absage von Sapporo und St. Moritz sollten die V. Olympischen Winterspiele (1940) ebenfalls in Garmisch-Partenkirchen stattfinden, fielen aber wegen des Zweiten Weltkriegs aus.
Am 25. September 1935 begann die Zeit als Garnison der Wehrmacht mit dem ersten Spatenstich für die Jägerkaserne und später der Artilleriekaserne. Von 1960 bis 1994 wurde die 1. Gebirgsdivision (Bundeswehr) von Garmisch-Partenkirchen aus geführt. 1963 wurde hier auch das Gebirgsmusikkorps Garmisch-Partenkirchen stationiert.
Am 29. April 1945 wurde das unzerstört gebliebene Garmisch-Partenkirchen kampflos an die US-Armee übergeben. Nach 1945 wurden die Erholungseinrichtungen der US-Armee (später Armed Forces Recreation Center) am Ort von zahlreichen Einheiten genutzt. Darauf wurde u. a. im Herbst 1948 der Anstieg der Zahl der weiblichen Kurgäste um geschätzte 2500 zurückgeführt.Die kleine Meldung – US-Kompanie zugkräftig, WELT am SONNTAG, Ausgabe West vom 1. August 1948, S. 8 1954 wurde Garmisch-Partenkirchen Veranstaltungsort der Arlberg-Kandahar-Rennen.
Im Jahr 1978 fanden erstmals Alpine Skiweltmeisterschaften in Bayern statt; Austragungsort war vom 28. Januar bis 5. Februar 1978 Garmisch-Partenkirchen. Der Ort übernahm auch die Ausrichtung der Alpinen Skiweltmeisterschaften 2011. Zusammen mit München und Schönau am Königssee bewarb sich Garmisch-Partenkirchen erfolglos um die Olympischen Winterspiele 2018.
Durch ein Explosionsunglück infolge einer defekten Flüssiggasleitung am 27. Dezember 1986 im Sporthotel Rießersee starben elf Menschen.Der Tag, der die Region erschütterte, merkur.de, 29. Dezember 2011, abgerufen am 14. September 2015.
Beim Eisenbahnunfall von Garmisch-Partenkirchen am 12. Dezember 1995 kam eine Person ums Leben, 51 wurden verletzt. Mindestens 59 Verletzte waren beim Eisenbahnunfall im Katzenstein-Tunnel am 10. Juni 2000 zu beklagen. Am 3. Juni 2022 kamen beim Eisenbahnunfall von Burgrain fünf Menschen ums Leben.
Eingemeindungen Die ursprünglichen Gemeinden Garmisch und Partenkirchen wurden am 1. Januar 1935 zwangsfusioniert.
Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Mai 1978 die Gemeinde Wamberg eingegliedert.
Einwohnerentwicklung Zwischen 2011 und 2021 wuchs der Markt von 25.581 auf 27.249 um 1.668 Einwohner bzw. um 6,52 %. Jahr 1871 1900 1925 1939 1950 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 20152020 EinwohnerKommunalstatistik von Garmisch-Partenkirchen, abgerufen am 13. November 2025 3.038 4.792 10.326 18.308 25.435 25.261 26.885 25.742 27.094 26.946 26.364 26.261 26.068 26.82127.253
Politik mini|Das anlässlich der Zusammenlegung der Gemeinden Garmisch und Partenkirchen im Jahr 1935 von Oswald Bieber geplante Rathaus im Gemeindeteil Partenkirchen
Garmisch-Partenkirchen gilt als eine der traditionellen Hochburgen der CSU. Dies zeigt sich besonders bei Landtags- und Bundestagswahlen, bei denen sie teilweise über 70 Prozent der Stimmen erreicht. In der Kommunalpolitik war die politische Kräfteverteilung in den ersten Nachkriegsjahrzehnten deutlich ausgeglichener. So stellte die SPD bis 1978 mit Georg Schütte und Philipp Schumpp insgesamt 20 Jahre lang den Ersten Bürgermeister. Auch die Bayernpartei war im Garmisch-Partenkirchner Gemeinderat zunächst stark vertreten und konnte zeitweise den Zweiten Bürgermeister stellen. Nach dem Niedergang der Bayernpartei konnte sich die CSU auch auf lokaler Ebene als bedeutendste Partei durchsetzen. So besaß sie seit 1972 die absolute Mehrheit im Gemeinderat und stellte von 1978 bis 2007 den Ersten Bürgermeister.
Marktgemeinderat Bei der Gemeinderatswahl am 2. März 2008 wurde die absolute Mehrheit der CSU erstmals seit 36 Jahren gebrochen. Stärkste politische Kraft wurde das Christlich Soziale Bündnis (CSB), das sich 2007 von der CSU abgespalten hatte. In der Amtszeit von 2008 bis 2014 stellte das CSB mit den Freien Wählern die Mehrheit im Marktgemeinderat sowie mit Daniela Bittner (CSB) und Hannes Krätz (FW) den 2. und 3. Bürgermeister. Website des Marktes Garmisch-Partenkirchen. Abgerufen am 30. Januar 2013.
Bei der Gemeinderatswahl am 16. März 2014 erreichten das CSB und die Freien Wähler zusammen nur noch zehn von 30 Sitzen und haben so die Mehrheit im Marktgemeinderat verloren. 2. Bürgermeister wurde Wolfgang Bauer (CSU); er übt das Amt hauptberuflich aus und hatte es schon 2002 bis 2008 inne. Das Amt des 3. Bürgermeisters wurde für 2014 bis 2020 nicht besetzt.