Lossewo (, , ) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad. Er besteht aus zwei ursprünglich eigenständigen Ortschaften und gehört zur kommunalen Selbstverwaltungseinheit Munizipalkreis Krasnosnamensk im Rajon Krasnosnamensk.

Geographische Lage Lossewo liegt mit seinen beiden Ortsteilen an der Kommunalstraße 27K-299, die Nikitowka (Uszpiaunen/Kiesdorf) an der Regionalstraße 27A-025 (ex R508) mit Leskowo (Rammonischken/Hagenfließ) an der Regionalstraße 27A-026 (ex R511) verbindet. Die Rajonstadt Krasnosnamensk (Lasdehnen/Haselberg) liegt 10 Kilometer nordwestlich und die einstige Kreisstadt Dobrowolsk (Pillkallen/Schloßberg) befindet sich 15 Kilometer südwestlich. Beide Ortsteile waren vor 1945 jeweils eine Bahnstation an der Bahnstrecke Pillkallen–Lasdehnen der Pillkaller Kleinbahn, und im damaligen Kiauschen zweigte zudem eine Kleinbahnstrecke nach Doristhal (russisch: Rasino, nicht mehr existent) ab.

Geschichte Groß Augstutschen (Rehwalde) mini|Die Gemeinde Rehwalde auf einem Messtischblatt von 1938 Groß Augstutschen war um 1780 ein königliches Bauerndorf.Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I, Königsberg/Leipzig 1785, Volständige Topographie vom Litthauischen Cammer-Departement, S. 6. Etwa seit Mitte des 19. Jahrhunderts gehörte auch das kölmische Gut Klein Augstutschen zu Groß Augstutschen. 1874 wurde die Landgemeinde Groß Augstutschen in den neu gebildeten Amtsbezirk Girrehlischken im Kreis Pillkallen eingegliedert.Rolf Jehke, Amtsbezirk Jägerswalde Am 21. August 1930 wurde Groß Augstutschen in Rehwalde umbenannt. In Folge des Zweiten Weltkriegs kam der Ort 1945 mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion.

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner 1867Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staates und ihre Bevölkerung nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871, Berlin 1874 161 1871 150 1885Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, I. Provinz Ostpreußen, Berlin 1888 147 1905Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Heft 1, Provinz Ostpreußen, Berlin 1907 211 1910 188 1933Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich, Teil I: Altreich und Land Österreich. Herausgegeben vom Statistischen Reichsamt, Vierte Auflage, 1939 179 1939 161

Kiauschen (Wetterau) mini|Die Gemeinde Wetterau auf einem Messtischblatt von 1938 Der 1580 ersterwähnte Ort war um 1780 als Ciauschen ein königliches Bauerndorf, das auch eine Windmühle besaß.Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I, Königsberg/Leipzig 1785, Volständige Topographie vom Litthauischen Cammer-Departement, S. 23. Auch die Landgemeinde Kiauschen gehörte seit 1874 zum Amtsbezirk Girrehlischken. 1901 wurde der Ort Knotenpunkt der Pillkaller Kleinbahn. 1928 wurde der Gutsbezirk Szardehlen nach Kiauschen eingemeindet. 1938 wurde Kiauschen in Wetterau umbenannt. Der Ortsteil Szardehlen hieß nun Scharden. Innerhalb des nördlichen Ostpreußen gelegen, kam der Ort 1945 zur Sowjetunion.

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Bemerkungen 1867 181 1871 170 1885 236 1905 247 davon 40 litauischsprachige 1910 225 1933 282 einschließlich Szardehlen 1939 254

Lossewo Im Jahr 1947 erhielt Rehwalde (ohne das ehemalige Klein Augstutschen, zuletzt zu Rehwalde) den russischen Namen Lossewo und wurde gleichzeitig dem Dorfsowjet Mitschurinski selski Sowet im Rajon Krasnosnamensk zugeordnet.Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 17 ноября 1947 г. «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR "Über die Umbenennung der Orte des Gebiets Kaliningrad" vom 17. November 1947) Später gelangte der Ort in den Prawdinski selski Sowet. In der Folge wurde auch das ehemalige eigentliche Kiauschen/Wetterau (ohne Szardehlen/Scharden) zu Lossewo gezählt.Gemäß dem amtlichen Ortsverzeichnis der Oblast Kaliningrad von 1976 Von 2008 bis 2015 gehörte Lossewo zur Landgemeinde Dobrowolskoje selskoje posselenije, von 2016 bis 2021 zum Stadtkreis Krasnosnamensk und seither zum Munizipalkreis Krasnosnamensk.

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner 1984Sowjetische Topographische Karte 100k--n34-046 ~ 50 2002Allrussische Volkszählung von 2002 37 2010Allrussische Volkszählung von 2010 29 2021Allrussische Volkszählung von 2021 28

Kirche Vor 1945 lebte in Groß Augstutschen resp. Rehwalde und Kiauschen resp. Wetterau eine fast ausnahmslos evangelische Bevölkerung. Die beiden Dörfer waren jedoch unterschiedlichen Kirchspielen zugeordnet: Groß Augstutschen war in die Kirche Schillehnen (der Ort hieß von 1938 bis 1946: Schillfelde, russisch: Pobedino), Kiauschen dagegen in die Kirche Willuhnen (der Ort hieß russisch: Ismailowo, ist nicht mehr existent) eingepfarrt. Beide Pfarreien aber gehörten zu demselben Kirchenkreis Pillkallen (Schloßberg) in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Heute liegt Lossewo im weitflächigen Einzugsbereich der neu entstandenen evangelisch-lutherischen Gemeinde in Babuschkino (Groß Degesen) innerhalb der Propstei Kaliningrad (Königsberg) der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland.

Weblinks Lossewo bei bankgorodov.ru Lossewo bei prussia39.ru Dietrich Lange, Geographische Ortsregister Ostpreußen (2005): Rehwalde Dietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Wetterau

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Rajon Krasnosnamensk