Der Flugplatz Kitzingen ist ein Sonderlandeplatz in Kitzingen in Bayern. Auf dem Gelände des heutigen Flugplatzes fand schon ab 1917 militärischer Flugbetrieb statt. In der Zeit vor und während des Zweiten Weltkrieges nutzte ihn die Luftwaffe und anschließend bis knapp zwei Jahrzehnte nach dem Ende des Kalten Kriegs diente er der U.S. Army. Inzwischen gibt es nur eine zivile Nutzung.

Geschichte Der Fliegerhorst Kitzingen der Luftwaffe der Wehrmacht wurde 1934 angelegt. Im Jahre 1935 nahm die Fliegerhorstkommandantur ihren Dienst auf. Im Norden des Fliegerhorstes befanden sich zwei sehr große, vier große und ein mittlerer Flugzeughangar. In der nordwestlichen Ecke und hinter den Hangars waren Wirtschafts- und Unterkunftsgebäude vorhanden. Ab 1939 war hier die Stukaschule Kitzingen untergebracht. Bis November 1944 wechselten sich verschiedene Flugzeugführerschulen, mit Schwerpunkt Sturzkampfflieger und Nachtjäger, bei der Belegung des Platzes ab. Als erste fliegende aktive Einheit war hier ab 1935 die Fliegergruppe Kitzingen stationiert. Die folgende Tabelle zeigt eine Auflistung ausgesuchter fliegender aktiver Einheiten (ohne Schul- und Ergänzungsverbände) der Luftwaffe, die hier zwischen 1935 und 1945 stationiert waren.Henry L. deZeng IV: Luftwaffe Airfields 1935–45 Germany (1937 Borders), S. 339–341, abgerufen am 19. September 2014.

Von Bis Einheit Ausrüstung1935April 1936Fliegergruppe KitzingenApril 1936April 1939I./Sturzkampfgeschwader 165 Heinkel He 51, Arado Ar 65, Henschel Hs 123Mai 1939Juli 1939III./Sturzkampfgeschwader 51Junkers Ju 87BNovember 1939Februar 1940Stab und I./Kampfgeschwader 2Dornier Do 17ZMärz 1940Mai 1940I./Kampfgeschwader 3Dornier Do 17ZNovember 1941Februar 1942III./Sturzkampfgeschwader 2Junkers Ju 87ROktober 1941März 1942I./Zerstörergeschwader 26Messerschmitt Bf 110Dezember 1941Januar 1942III./Kampfgeschwader 77Junkers Ju 88AApril 1942Mai 1942Stab, III./Kampfgeschwader 76Junkers Ju 88AApril 1943Juli 1943II./Kampfgeschwader 76Junkers Ju 88ADezember 1944Mai 1945Stab/Nachtjagdgeschwader 6Messerschmitt Bf 110Januar 1945März 1945II./Kampfgeschwader (J) 54Messerschmitt Me 262A

Am 11. April 1945 eroberte die US Army den Flugplatz. Schon ab dem 15. April wurde er durch die United States Army Air Forces (USAAF) als Advanced Landing Ground ALG R-6 Kitzingen in Betrieb genommen. Bis zum 8. Mai 1945 wurden von dort aus Jagdbomber des Typs Republic P-47 Thunderbolt eingesetzt, die der 405th Fighter Group der Ninth Air Force angehörten.David C. Johnson: U.S. Army Air Forces Continental Airfields (ETO), D-Day to V-E Day; Research Division, USAF Historical Research Center, Maxwell AFB, Alabama (1988). Danach betrieb die U.S. Army den Flugplatz als Army Air Force Station Kitzingen bis 1981. Im Jahr 1981 wurde der damalige hauptsächliche Nutzer, das 3rd Combat Aviation Battalion nach Giebelstadt verlegt, und der Flugplatz wurde fortan als Kitzingen Army Airfield Heliport bezeichnet. Er diente bis zum Abzug der US-amerikanischen Streitkräfte 2007 als reiner Militärflugplatz. Die Kaserne trug ab 1951 den Namen Harvey Barracks und war Standort der 3rd und später der 1st Infantry Division.

Heutige Nutzung Mittlerweile ist er ein vom örtlichen Luftsportclub zivil betriebener Sonderlandeplatz.

Weblinks

Homepage des LSC Kitzingen e. V.

Einzelnachweise

Kitzingen Kitzingen Kategorie:Erbaut 1934 Kategorie:Bauwerk in Kitzingen Kitzi Kitzingen Kitzingen Kategorie:Erbaut 1917