Holzberndorf (fränkisch: HolzbändorfW. D. Ortmann: Landkreis Scheinfeld, S. 10. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „hǫldsbęndǫrf“.) ist ein Gemeindeteil des Marktes Geiselwind im unterfränkischen Landkreis Kitzingen. Die Gemarkung hat eine Fläche von 2,167 km². Sie ist in 318 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 6814,63 m² haben. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Vogelruh und die Wüstung Schrem.

Geografische Lage Das Dorf liegt am Schweißbach, einem linken Zufluss der Reichen Ebrach, und ist von ebenen Acker- und Grünland umgeben. Im Norden und Osten schließt sich ein bewaldeter Höhenzug des Steigerwaldes an, Geißberg und Hirschenranken genannt. Die Kreisstraße KT 49 führt nach Wasserberndorf zur Staatsstraße 2260 (0,5 km südlich) bzw. nach Burggrub (1,3 km nordwestlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt zu einer Gemeindeverbindungsstraße, die nach Hohn am Berg (0,7 km östlich) bzw. zur St 2260 verläuft (0,8 km südöstlich).

Geschichte Über die Gründungszeit des Ortes ist nichts Genaues bekannt. Erstmals erwähnt wurde Holzberndorf im Jahr 1265, das Dorf wurde an das Kloster Ebrach übergeben. Das Spätmittelalter brachte drei königliche Freigüter im Ort.W. D. Ortmann: Landkreis Scheinfeld, S. 10. Das Hochgericht übte das Castell-Remlinhische Cent Burghaslach vollumfänglich aus, die Dorf- und Gemeindeherrschaft nur teilweise. Im 18. Jahrhundert gab es in Holzberndorf elf Untertansfamilien. Grundherren waren das Spital Kitzingen (5 U.), das Spital Prichsenstadt (4 U.), das Rittergut Burggrub (1 U.) und die Herren von Castell (1 U.).

Im Jahre 1806 kam Holzberndorf zum Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts (frühes 19. Jahrhundert) wurde Holzberndorf dem Steuerdistrikt Münchhof und der Ruralgemeinde Wasserberndorf zugeordnet. Vor 1829 entstand die Gemeinde Holzberndorf. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Markt Bibart zugeordnet war und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Iphofen. Ab 1852 gehörte Holzberndorf zum Landgericht Scheinfeld. Ab 1862 war das Bezirksamt Scheinfeld für die Verwaltung (1939 in Landkreis Scheinfeld umbenannt) und ab 1879 das Rentamt Markt Bibart für die Finanzverwaltung zuständig (1919–1929: Finanzamt Markt Bibart), seit 1929 ist es das Finanzamt Kitzingen. Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Scheinfeld, von 1880 bis 1973 war das Amtsgericht Scheinfeld zuständig, seitdem ist es das Amtsgericht Kitzingen. 1930 wurde ein schon vorher bestehendes Anwesen amtlicherseits zum Gemeindeteil Vogelruh erklärt. 1964 hatte die Gemeinde eine Gebietsfläche von 2,184 km². Am 1. Mai 1978 wurde Holzberndorf im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Geiselwind eingemeindet.

Ehemalige Baudenkmäler Haus Nr. 4: Erdgeschossiges verputztes Wohnstallhaus aus Bruchstein, mit verputztem Fachwerkgiebel zur Straße. Erbaut in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Kleine, quadratische, hausteingerahmte Fenster in drei zu sechs Achsen. Satteldach auf profiliertem hölzernem Traufgesims mit langer Hopfengaupe.G. Hojer: Landkreis Scheinfeld, S. 94. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen. Haus Nr. 14: Erdgeschossiges verputztes Bauernhaus von drei zu vier Achsen. Satteldach mit Fledermausgaupe; an der Giebelsohle und in Höhe des Kehlbalkens Gesims in Zahnschnitt. Im Sturz der Tür an der Hofseite bezeichnet „GKKK / 1811“. Kanten mit verzahnten Quadern. An der Küche hofseitig angebauter Backofen aus Bruchstein.

Einwohnerentwicklung Gemeinde Holzberndorf Jahr 1836 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 Einwohner 87 87 83 82 92 97 92 94 91 86 93 88 75 69 74 78 77 69 65 74 76 71 59 56HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1836 und von 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 14 13 16 14 14 15 14 15 15 Quelle

Ort Holzberndorf Jahr 1818 1836 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 94 87 87 92 92 86 75 77 74 59 56 54Häuser 16 14 13 16 14 15 14 14 15 15Quelle

Bildung Holzberndorf liegt heute im Sprengel der Drei-Franken-Grundschule im Hauptort Geiselwind. Ab der 5. Klasse besuchen die Kinder die Nikolaus-Fey-Mittelschule in Wiesentheid. Weiterführende Schulen können mit der Mädchenrealschule in Volkach und mit der Realschule in Ebrach besucht werden. Gymnasien gibt es in Münsterschwarzach (Egbert-Gymnasium), Volkach-Gaibach (Franken-Landschulheim Schloss Gaibach), Wiesentheid (Steigerwald-Landschulheim) und Kitzingen (Armin-Knab-Gymnasium). Bereits in Mittelfranken liegt das Gymnasium Scheinfeld.

Religion Holzberndorf ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Laurentius (Aschbach) gepfarrt.

Literatur Hans Bauer: Landkreis Kitzingen. Ein Kunst- und Kulturführer. Marktbreit 1993.

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ort im Landkreis Kitzingen Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Kitzingen) Kategorie:Gemeindeteil von Geiselwind Kategorie:Ersterwähnung 1265 Kategorie:Gemeindeauflösung 1978 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Kitzingen