Fewralskoje (, , ) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad. Er gehört zur kommunalen Selbstverwaltungseinheit Munizipalkreis Krasnosnamensk im Rajon Krasnosnamensk.

Geographische Lage Fewralskoje liegt an der Kommunalstraße 27K-187, die Lunino (Lengwethen/Hohensalzburg) über Uslowoje (Rautenberg) mit Wesnowo (Kussen) verbindet. Die Rajonstadt Krasnosnamensk liegt 21 Kilometer nordöstlich, die einstige Kreisstadt Dobrowolsk (Pillkallen/Schloßberg) elf Kilometer westlich. Eine Bahnanbindung besteht nicht.

Geschichte mini|290px|Die Gemeinde Spullen auf vier Messtischblättern von 1933 und 1937 Der Ort wurde 1558 erstmals als Spulkiem erwähnt.Dietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Spullen Im 18. Jahrhundert war Spullen ein meliertes Dorf.Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I, Königsberg/Leipzig 1785, Volständige Topographie vom Litthauischen Cammer-Departement, S. 155. Seit 1856 hatte der Ort über eine durchgehende Chaussee Anschluss nach Ragnit und über Pillkallen nach Schirwindt.Erwin Spehr: Aus der Geschichte des Kreises Schloßberg (Pillkallen), auf wiki.genealogy.net 1874 wurde die Landgemeinde Spullen namensgebend für einen neugebildeten Amtsbezirk im Kreis Pillkallen.Rolf Jehke, Amtsbezirk Spullen Neben großen Höfen gab es in Spullen auch eine Ziegelei, eine Molkerei und ein Sägewerk. 1928 wurde der Gutsbezirk Meschkuppen nach Spullen eingemeindet. 1938 wurde dieser Ortsteil in Bärenhöfen umbenannt.

In Folge des Zweiten Weltkrieges kam der Ort mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion. Im Jahr 1947 erhielt das eigentliche Spullen den russischen Namen Fewralskoje und wurde gleichzeitig dem Dorfsowjet Wesnowski selski Sowet im Rajon Krasnosnamensk zugeordnet.Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 17 ноября 1947 г. «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR "Über die Umbenennung der Orte des Gebiets Kaliningrad" vom 17. November 1947) Von 2008 bis 2015 gehörte Fewralskoje zur Landgemeinde Wesnowskoje selskoje posselenije, von 2016 bis 2021 zum Stadtkreis Krasnosnamensk und seither zum Munizipalkreis Krasnosnamensk.

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Bemerkungen 1867Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staates und ihre Bevölkerung nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871, Berlin 1874 304 1871 272 1885Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, I. Provinz Ostpreußen, Berlin 1888 272 1905Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Heft 1, Provinz Ostpreußen, Berlin 1907 285 1910 309 1933Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich, Teil I: Altreich und Land Österreich. Herausgegeben vom Statistischen Reichsamt, Vierte Auflage, 1939 388 Einschließlich Meschkuppen 1939 355 1984Sowjetische Topographische Karte 100k--n34-045 ~ 210 2002Allrussische Volkszählung von 2002 194 2010Allrussische Volkszählung von 2010 189 2021Allrussische Volkszählung von 2021 161

Amtsbezirk Spullen (1874–1945) Der Amtsbezirk Spullen wurde 1874 im Kreis Pillkallen eingerichtet. Ihm gehörten zunächst 16 Landgemeinden (LG) und zwei Gutsbezirke (GB) an:

Name Änderungsnamevon 1938 Russischer Namenach 1945 Bemerkungen Bednohren (LG) Stahnsdorf (Ostpr.) Bludszen (LG) Vierhöfen (Ostpr.) (Fewralskoje) 1936–1938: Bludschen Dauden (LG) Podlesnoje Draugupöhnen (LG) Deihornswalde Murawjowo Eggleningken (LG) Kiefernberg Murawjowo zunächst Egleningken Eymenischken-Baltadonen (LG) Weizenfelde ab 1909: Baltadonen, 1928 zur LG Heinrichsfelde Heinrichsfelde (GB) seit 1928 LG Jänischken (LG) Hansruh Saosjornoje Kiggen (LG) Steinershöfen Murawjowo Klein Meschkuppen (LG) Bärenbach (Ostpr.) 1922 in den Amtsbezirk Baltruschehlen umgegliedert Kögsten (LG) Michelfelde Nowinki Meschkuppen (GB) Bärenhöfen Kuprino 1928 zur LG Spullen Mingstimmehlen (LG) Mingen (Kuprino) Mingstimmen (LG) Wiesenbrück Medwedkino Pritzkehmen (LG) Mühleck Surowkino Schackeln (LG) Mittenbach Schanino Schwarballen (LG) Grundweiler Drosdowo Spullen (LG) Fewralskoje

Am 1. Januar 1945 gehörten zum Amtsbezirk Spullen die Gemeinden Dauden, Deihornswalde, Grundweiler, Hansruh, Heinrichsfelde, Kiefernberg, Michelfelde, Mingen, Mittenbach, Mühleck, Spullen, Stahnsdorf, Steinershöfen, Vierhöfen und Wiesenbrück.

Kirche Wie fast im gesamten nördlichen Ostpreußen war die Bevölkerung Spullens fast ausnahmslos evangelischer Konfession. Das Dorf war in das Kirchspiel der Kirche in Kussen eingepfarrt und somit Teil des Kirchenkreises Pillkallen (Schloßberg) innerhalb der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Heute liegt Fewralskoje im Einzugsbereich der neu entstandenen evangelisch-lutherischen Gemeinde in Sabrodino (Lesgewangminnen, 1938 bis 1946 Lesgewangen) innerhalb der Propstei Kaliningradpropstei-kaliningrad.info: (Königsberg) der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland.

Weblinks Fewralskoje bei bankgorodov.ru Fewralskoje bei prussia39.ru Dietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Spullen

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Rajon Krasnosnamensk