Das Europäische Zentrum für Arbeitnehmerfragen (EZA) ist ein europäisches Netzwerk von 70 Arbeitnehmerorganisationen aus 30 Ländern. Das Sekretariat befindet sich in Königswinter. Mitglieder von EZA sind Arbeitnehmerorganisationen, sowie Bildungs- und Forschungseinrichtungen, die sich mit Arbeitnehmerfragen befassen und sich auf christlich-soziale Werte berufen. Diese haben ihrerseits insgesamt rund acht Millionen Mitglieder. Darüber hinaus hat EZA weitere Partner in Europa und pflegt Beziehungen zu Arbeitnehmerorganisationen in anderen Regionen.
Die Arbeit von EZA wird durch die Europäische Union gefördert.
Ziele EZA verfolgt mit seiner Arbeit zwei zentrale Ziele: Förderung des Sozialen Dialogs, einem Instrument zur Förderung der Sozialpartnerschaft und der Politikberatung der Europäischen Union, und damit verbunden die Auseinandersetzung mit sozialen Herausforderungen auf europäischer Ebene Förderung der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung der Gesellschaft sowie der Integration Europas im Arbeitnehmerbereich
Vor diesem Hintergrund will EZA zur Lösung von Arbeitnehmer- und sozialen Fragen beitragen, wobei es dabei besonderes Augenmerk auf sozial Benachteiligte legt. Dafür wird insbesondere Bildung als Mittel gesehen, um zu einem besseren sozialen Zusammenhalt in Europa beizutragen. So soll sozialer Ungleichheit entgegengewirkt werden.
Tätigkeit EZA führt zusammen mit seinen Mitgliedzentren und Partnern alljährlich ca. 70 Seminare zu relevanten aktuellen Fragestellungen des Europäischen Sozialdialogs durch, um hierzu Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Die Themen umfassen beispielsweise die Zukunft eines sozialen Europas, die europäische Säule sozialer Rechte, Kapazitätsaufbau, Digitalisierung, neue Arbeitsbeziehungen und Beschäftigungsformen, Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz, strukturelle Herausforderungen des Arbeitsmarkts, die Chancengleichheit für Frauen und Männer, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die Migration von Arbeitnehmern und Flüchtlingen.
Zielgruppe von EZA sind Multiplikatoren und Verantwortliche von Arbeitnehmerorganisationen. Für Führungskräfte und Mitarbeiter von Arbeitnehmerorganisationen führt EZA außerdem Kurse zur Vertiefung und Erweiterung von Kompetenzen und Kenntnissen im europäischen Kontext durch.
Daneben berät es seine Mitglieder und Partner bei der Entwicklung von Projekten zur Durchführung europäischer Bildungsmaßnahmen und fördert themenorientierte Netzwerke und Plattformen unter den Mitgliedern sowie anderen Organisationen.
mini|Länder mit EZA-Mitgliedern
Geschichte EZA wurde am 29. Januar 1985 in Brüssel gegründet. Ziel war es, Arbeitnehmerbildung auf christlich-sozialer Basis europaweit möglich zu machen. Mitglieder waren zunächst zehn Organisationen aus Belgien, Frankreich, Deutschland, Italien, Irland, Luxemburg, Österreich und der Schweiz.
Gremien Die Gremien von EZA sind die Generalversammlung und der Verwaltungsrat.
Die Generalversammlung besteht aus Vollmitgliedern, assoziierten Mitgliedern, Beobachtern und den Verwaltungsratsmitgliedern. Assoziierte Mitglieder und Beobachter nehmen mit beratender Stimme teil. Aufgaben der Generalversammlung sind unter anderem die Wahl des Verwaltungsrats.
Der Verwaltungsrat besteht aus dem Präsidenten, dem Co-Präsidenten, mindestens fünf Vize-Präsidenten, dem Schatzmeister, mindestens sieben Beisitzern, dem Generalsekretär und drei Rechnungsprüfern. Er wird für vier Jahre gewählt. Aufgaben des Verwaltungsrats sind unter anderem die Wahl des Generalsekretärs, die Entgegennahme des jährlichen Tätigkeits- und Finanzberichts sowie die Aufnahme von Mitgliedern.
Der Generalsekretär wird vom Verwaltungsrat für vier Jahre gewählt und führt zusammen mit dem Sekretariat die Geschäfte.
Präsidenten 1985–1988: Wolfgang Vogt, MdB, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung, Deutschland 1988–1995: Miet Smet, Staatssekretärin für Umwelt, soziale Emanzipation, Beschäftigung und Arbeit und ab März 1992 Ministerin für Beschäftigung und Arbeit in Belgien 1995–1998: Arie Hordijk, ehemaliger Generalsekretär des Christelijk Nationaal Vakverbond (CNV) in den Niederlanden 1998–2006: Leo Pauwels, ehemals im ACW (Koepel van Christelijke Werknemersorganisaties) in Belgien 2006–2011: Raf Chanterie, ehemaliges Mitglied des Europäischen Parlaments, Belgien 2011–2018: Bartho Pronk, ehemaliges Mitglied des Europäischen Parlaments, Niederlande seit 2018: Luc Van den Brande, ehemaliger Arbeitsminister von Belgien, ehemaliger Ministerpräsident von Flandern
mini|Piergiorgio Sciacqua, Co-Präsident des Europäischen Zentrums für Arbeitnehmerfragenmini|Bartho Pronk Co-Präsidenten seit 2010: Piergiorgio Sciacqua, Vertreter von MCL (Movimento Cristiano Lavoratori) / EFAL (Ente Nazionale per la Formazione e l’Addestramento dei Lavoratori), Italien
Ehrenpräsidenten seit 2006: Leo Pauwels, ehemals im ACW (Koepel van Christelijke Werknemersorganisaties) in Belgien seit 2018: Bartho Pronk, ehemaliges Mitglied des Europäischen Parlaments, Niederlande
Publikationen Neben Projekt- und Jahresberichten gibt EZA die Schriftenreihe Beiträge zum Sozialen DialogEZA: Beiträge zum Sozialen Dialog sowie das Bildungsprogramm Europäischer Sozialer Dialog heraus. Vierteljährlich erscheint außerdem das EZA-MagazineEZA: EZA-Magazine, das über die Arbeit des EZA berichtet.
Weblinks Europäisches Zentrum für Arbeitnehmerfragen EurActiv.de Arbeitnehmer-Zentrum Königswinter KAB Schweiz
Einzelnachweise
Kategorie:Gewerkschaft (Europa) Kategorie:Katholische Soziallehre Kategorie:Organisation (Königswinter) Kategorie:Verbandsgründung 1985