mini|St. Cosmas und Damian in Titz St. Cosmas und Damian ist eine römisch-katholische Pfarrkirche in Titz im Kreis Düren in Nordrhein-Westfalen. Sie wurde zwischen 1889 und 1893 nach Plänen von Erasmus Schüller und Hans Hubert Dreher erbaut.
Die Kirche ist unter Nummer 30 in die Denkmalliste der Gemeinde Titz eingetragen. Sie ist Pfarrkirche der am 1. Januar 2026 errichteten Pfarre St. Irmundus/Titz im Pastoralen Raum Linnich/Titz im Bistum Aachen.
Geschichte Titz gehörte ursprünglich zur Pfarre St. Gereon Spiel und der Zehnt musste an das Gereonstift in Köln abgeführt werden. Das Stift verlor zwischenzeitlich die Rechte am Zehnt, erwarb sie aber 1166 durch den Kölner Erzbischof zurück. Seit wann in Titz eine Kirche bestanden hat, ist nicht bekannt. Jedoch ist für 1365 ein Seelsorger namens Sibertus belegt, sodass es vermutlich auch bereits eine Kirche in Titz gab. Wann genau Titz von der Pfarre Spiel abgetrennt und eigenständig wurde, ist nicht bekannt. 1804 zumindest war Titz bereits eigenständige Pfarrei.
Im 15. Jahrhundert wurde eine neue Kirche erbaut, die Ende des 19. Jahrhunderts den Ansprüchen der Gemeinde nicht mehr genügte und 1889 bis auf den Turm abgerissen wurde. Bereits ein Jahr zuvor hatte der damalige Pastor Joseph Barth Erzbischof Philipp Krementz um die Genehmigung eines Neubaus gebeten. Der Planung des Neubaus nahm sich der Kölner Architekt Erasmus Schüller an. Die feierliche Grundsteinlegung fand am 20. Mai 1889 statt, die Bauleitung übernahm nicht Schüller selbst, sondern Architekt Wilhelm Langer. Erasmus Schüller erlebte die Vollendung seiner Kirche nicht mehr, er starb unerwartet im Januar 1890. Danach hat der Kölner Architekt Hans Hubert Dreher die Detailplanungen übernommen, so sind die Chöre der Seitenschiffe nach seinen Entwürfen entstanden. Nachdem die neue Pfarrkirche vollendet war, fand am 21. September 1893 die feierliche Kirchweihe statt. 1903 wurde der noch von der alten Kirche stammende Glockenturm um ein Geschoss erhöht, wahrscheinlich nach Plänen des Architekten Dreher.Bischöfliches Generalvikariat (Hrsg.): Handbuch des Bistums Aachen 3. Ausgabe, Aachen 1994, S. 497 f.
Die Pfarre St. Cosmas und Damian wurde zum 1. Januar 2026 aufgehoben und mit weiteren aufgehobenen Pfarreien zur Großpfarre St. Irmundus/Titz fusioniert. Seit der Fusion ist St. Cosmas und Damian die Pfarrkirche dieser neuen Pfarre.
Baubeschreibung St. Cosmas und Damian ist eine dreischiffige und vierjochige Hallenkirche aus Backsteinen im Stil der Neugotik. Der Chor ist dreiseitig geschlossen, links und rechts schließen sich Sakristeianbauten an. Im Westen steht der dreigeschossige und eingezogene Glockenturm. Die Seitenschiffe schließen im Osten und Westen mit einem 4/8-Chorschluss.
Ausstattung In der Kirche befinden sich eine neugotische Ausstattung mit zwei Seitenaltären, Beichtstühlen und Bänken, die nach Plänen von Hans Hubert Dreher in den 1890er Jahren angefertigt wurden. Der Hochaltar wurde aus der alten Kirche übernommen. Es handelt sich dabei um einen Flandrischen Schnitzaltar, der um 1520 entstanden ist und 1890 und 1858 restauriert wurde. Die kleine Orgel mit 7 Registern stammt aus der Kirche St. Lambertus in Kalkum und wurde 1935 nach Titz gebracht.Bischöfliches Generalvikariat (Hrsg.): Handbuch des Bistums Aachen 3. Ausgabe, Aachen 1994, S. 498. Die Fenster der Kirche schuf der Künstler Paul Weigmann in den 1970er und 1980er Jahren.Titz, Kath. Kirche St. Cosmas und Damian (abgerufen am 25. August 2014) Das Tabernakel stammt aus der Aachener Werkstatt Schwerdt&Förster.
Glocken Im Glockenturm befindet sich ein vierstimmiges Bronze-Geläut. Die älteste Glocke wurde 1578 gegossen. Es handelt sich dabei um eine Leihglocke aus der Kirche von Neuwaldau, Landkreis Freystadt i. Niederschles. (heute zu Polen).Norbert Jachtmann: Glocken in der Region Düren, S. 323. Nr. Name Gussjahr Gießer Durchmesser(mm) Gewicht Schlagton(HT-1/16) Inschrift1 – 1958 Karl Otto, Glockengießerei F. Otto, Hemelingen 1352 1500 d′ +7 –2 – 1958 Karl Otto, Glockengießerei F. Otto, Hemelingen 1135 900 f′ +6 –3 – 1578 Unbekannt 1025 670 g′ +7 –4 – 1924 Ernst Karl Otto, Glockengießerei F. Otto, Hemelingen 900 400 a′ +5 –
Pfarrer Folgende Priester wirkten bislang als Pastor an St. Cosmas und Damian bzw. seit 2026 als Pfarrer der Pfarre St. Irmundus/Titz:Bischöfliches Generalvikariat (Hrsg.): Handbuch des Bistums Aachen 3. Ausgabe, Aachen 1994, S. 497. von – bis Name 1917–1946 Robert Paas 1946–1964 Johannes Baumsteiger 1964–1971 Maximilian Goffart 1971–1982 Josef Heyers 1983–1992 Nikolaus Cremer 1992–? Raphaël Claes ?–2020 Wolf-Dieter Telorac 2020–2025 Norbert Glasmacher (Pfarradministrator) Seit 2025/2026 Heinz Philippen (Pfarradministrator)
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Einzelnachweise
Kategorie:Pfarrkirche des Bistums Aachen Kategorie:Kirchengebäude in Titz Kategorie:Erbaut im 15. Jahrhundert Kategorie:Erbaut in den 1890er Jahren Kategorie:Cosmas-und-Damian-Kirche Kategorie:Neugotisches Kirchengebäude Kategorie:Neugotisches Bauwerk in Nordrhein-Westfalen Kategorie:Baudenkmal in Titz Kategorie:Backsteinbauwerk des Historismus Kategorie:Backsteinkirche Cosmas