Der Artikel beinhaltet eine ausführliche Darstellung der portugiesischen Fußballnationalmannschaft bei Fußball-Weltmeisterschaften. Die Portugiesen konnten sich neunmal für eine Weltmeisterschaft qualifizieren. Die beste Platzierung war der dritte Platz bei der ersten Teilnahme 1966. 2030 ist Portugal zusammen mit Marokko und Spanier Hauptausrichter der WM und damit automatisch qualifiziert.
Übersicht
Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … letzte(r) Gegner ErgebnisDie Platzierungen ab Platz 5 wurden von der FIFA festgelegt, ohne dass es dafür Platzierungsspiele gab. Siehe: (PDF; 200 kB) TrainerArtikel Bemerkungen und Besonderheiten1930 nicht teilgenommen – – 1934 nicht qualifiziert – – in der Qualifikation an Spanien gescheitert 1938 nicht qualifiziert – – in der Qualifikation an der Schweiz gescheitert 1950 auf Teilnahme verzichtet – – in der Qualifikation an Spanien gescheitert. Der später angebotene Platz als Ersatz für die zurückgezogene Türkei wurde nicht angenommen. 1954 nicht qualifiziert – – in der Qualifikation an Österreich gescheitert 1958 nicht qualifiziert – – in der Qualifikation an Nordirland gescheitert 1962 nicht qualifiziert – – in der Qualifikation an England gescheitert 1966 Spiel um Platz 3 3. Niederlage im Halbfinale gegen England; Eusébio Torschützenkönig 1970 nicht qualifiziert – – in der Qualifikation an Rumänien gescheitert 1974 nicht qualifiziert – – in der Qualifikation an Bulgarien gescheitert 1978 nicht qualifiziert – – in der Qualifikation an Polen gescheitert 1982 nicht qualifiziert – – in der Qualifikation an Schottland und Nordirland gescheitert 1986 Vorrunde,, 17. 1990 nicht qualifiziert – – in der Qualifikation an Belgien und der ČSSR gescheitert 1994 nicht qualifiziert – – in der Qualifikation an Italien und der Schweiz gescheitert 1998 nicht qualifiziert – – in der Qualifikation an Deutschland und der Ukraine gescheitert 2002 Vorrunde,, 21. 2006 Spiel um Platz 3 4. Niederlage im Halbfinale gegen Frankreich 2010 Achtelfinale 11. Niederlage gegen den späteren Weltmeister 2014 Vorrunde , , 18. Paulo Bento 2018 Achtelfinale 13. Fernando Santos In der Qualifikation waren die Schweiz, Ungarn, die Färöer, Lettland und Andorra die Gegner 2022 Viertelfinale 8. Fernando Santos In der Qualifikation waren Serbien, Irland, Luxemburg und Aserbaidschan die Gegner. Als Gruppenzweite hinter Serbien qualifizierten sich die Portugiesen in den Play-offs durch Siege gegen die Türkei und Nordmazedonien. In der Gruppe wurden sie Gruppenerster vor Südkorea, Uruguay und Ghana. Im Achtelfinale besiegten sie die Schweiz mit 6:1. Im Viertelfinale schieden sie mit 0:1 gegen Marokko aus. 2026 // Achtelfinale 13. In der Qualifikation gegen Irland, Ungarn und Armenien durchgesetzt. Gegner bei der Endrunde sind Kolumbien, WM-Neuling Usbekistan und die DR Kongo in der Gruppenphase. 2030 // qualifiziert Als Co-Gastgeber qualifiziert.
Statistik (Angaben inkl. 2026: 23 Weltmeisterschaften; Prozentangaben sind gerundet) mini|Platzierung der portugiesischen Mannschaft in der ewigen WM-Tabelle Teilnahmeverzicht: 2× (8,7 %; 1930, 1950) Nicht qualifiziert: 12× (52,2 %; 1934, 1938, 1954, 1958, 1962, 1970, 1974, 1978, 1982, 1990, 1994 und 1998) Sportliche Qualifikation: 9× (39,1 % bzw. bei 42,9 % der Versuche) Vorrunde: 3× (13,0 %; 1986, 2002 und 2014) Achtelfinale: 3× (13,0 %; 2010, 2018 und 2026) Viertelfinale: 1× (4,3 %, 2022) Spiel um Platz 3: 2× (8,7 %, 1966 und 2006) Vierter: 1× (4,3 %, 2006) Dritter: 1× (4,3 %; 1966)
WM-Turniere Turniere mit maximal 16 Teilnehmern 1930 in Uruguay Wie die meisten europäischen Mannschaften nahm auch die portugiesische nicht an der ersten WM teil.
1934 in Italien Für die erste WM in Europa musste sich Portugal durch zwei Spiele gegen den Nachbarn Spanien qualifizieren und verlor beide Spiele (0:9 und 1:2).
1938 in Frankreich Für die erste WM in Frankreich musste sich Portugal gegen die Schweiz qualifizieren. Beide einigten sich auf ein Spiel auf neutralem Platz, das die Schweiz in Mailand mit 2:1 gewann.
1950 in Brasilien
Für die erste WM in Brasilien musste Portugal in der Qualifikation wieder gegen Spanien antreten und verlor in Madrid mit 1:5. Im Rückspiel in Lissabon wurde nur ein 2:2 erreicht, womit Portugal ausgeschieden war. Als die qualifizierte türkische Mannschaft auf ihr Startrecht verzichtete, wurde der freie Platz den Portugiesen angeboten, aber sie verzichteten auf die Teilnahme.
1954 in der Schweiz In der Qualifikation für die WM in der Schweiz traf Portugal auf Österreich und verlor das erste Spiel in Wien mit 1:9. Nach einem torlosen Remis in Lissabon war Portugal ausgeschieden.
1958 in Schweden Für die Fußball-Weltmeisterschaft 1958 konnte sich Portugal wieder nicht qualifizieren und musste Nordirland den Vortritt lassen. Immerhin wurde gegen Italien das erste Qualifikationsspiel gewonnen, aber am Ende war auch Italien, das bei dieser WM die Teilnahme verpasste, noch vor Portugal platziert.
1962 in Chile
Für die Fußball-Weltmeisterschaft 1962 konnte sich Portugal wieder nicht qualifizieren. Diesmal war England zu stark und selbst in Luxemburg wurde verloren. Dabei hatte mit Benfica Lissabon 1961 erstmals eine portugiesische Mannschaft den Europapokal der Landesmeister gewonnen und den Erfolg 1962 bestätigt, so dass berechtigte Hoffnungen auf die Qualifikation bestanden.
1966 in England mini|Eusébio – WM-Torschützenkönig 1966
Für die WM in England musste sich Portugal in einer Gruppe mit Vizeweltmeister Tschechoslowakei, Rumänien und der Türkei qualifizieren. Dies gelang souverän. Nur das letzte Spiel in Rumänien wurde verloren, als die Qualifikation bereits feststand.
In England wurde Portugal zur Überraschungsmannschaft. Sie gewann ihr erstes WM-Spiel gegen Ungarn mit 3:1, wobei José Augusto bereits in der ersten Minute das 1:0 gelang und er nach dem zwischenzeitlichen 1:1 die Portugiesen erneut in Führung brachte. Auch gegen Bulgarien wurde im nächsten Spiel mit 3:0 gewonnen, wobei der spätere Torschützenkönig Eusébio mit dem Tor zum 2:0 sein erstes von neun WM-Toren erzielte. Dann traf die Mannschaft auf Titelverteidiger Brasilien und in einem harten Spiel, in dem Pelé von João Morais mehrmals brutal gefoult wurde, wodurch er nur noch bedingt am Spiel teilnehmen konnte, setzte sich Portugal mit 3:1 durch und erreichte das Viertelfinale. Hier war Nordkorea, die zweite Überraschungsmannschaft des Turniers der Gegner, die überraschend Italien ausgeschaltet hatte. Die Nordkoreaner, die in drei Gruppenspielen nur zwei Tore erzielt hatten, gingen bereits in der 1. Minute mit 1:0 in Führung und erhöhten bis zur 24. Minute auf 3:0. Aber drei Minuten später verkürzte Eusébio auf 1:3 und zwei Minuten vor der Pause durch einen Elfmeter auf 2:3. Nach der Pause gelangen ihm zwei weitere Tore, eins davon wieder per Elfmeter und durch das von José Augusto erzielte 5:3 war Portugal für das Halbfinale qualifiziert. Hier trafen die Portugiesen auf Gastgeber England und verloren mit 1:2. Im kleinen Finale gegen die UdSSR wurde dann mit einem 2:1-Sieg der dritte Platz erreicht und mit Eusébio der Torschützenkönig gestellt. Damit verabschiedete sich Portugal aber wieder für 20 Jahre von der WM-Bühne. In die ewige Rangliste stiegen die Portugiesen auf Platz 17 ein.
1970 in Mexiko
Vier Jahre später konnte sich Portugal erneut nicht qualifizieren. In einer Gruppe mit Rumänien, Griechenland und der Schweiz wurde nur der letzte Platz belegt. Dabei hatte die Qualifikation mit einem 3:0 gegen Rumänien gut begonnen, aber dann wurde in Griechenland und daheim gegen die Schweiz verloren und nur noch zwei Punkte gegen Griechenland und die Schweiz geholt.
1974 in der Bundesrepublik Deutschland
Die Qualifikation zur ersten WM in Deutschland verlief zwar besser, immerhin wurde in einer Gruppe mit Bulgarien, Nordirland und Zypern der zweite Platz erreicht, dieser langte aber nicht zur Qualifikation. Entscheidend dabei war, dass Portugal in den Heimspielen gegen die Bulgaren und Nordiren nur remis spielte, während die Bulgaren alle Heimspiele gewannen und sich damit qualifizierten. In Deutschland konnte Bulgarien aber keine große Rolle spielen.
1978 in Argentinien
Die Qualifikation zur WM in Argentinien schloss Portugal wieder nur als Gruppenzweiter ab und musste Polen, dem WM-Dritten von 1974, den Vortritt lassen, gegen das Portugal gleich das erste Heimspiel mit 0:2 verloren hatte. Zwar wurden danach alle Spiele gegen die anderen Gruppengegner Dänemark und Zypern gewonnen, aber in Polen nur ein 1:1 erreicht.
Turniere mit 24 Teilnehmern 1982 in Spanien
Zwar war durch die Aufstockung des Teilnehmerfeldes auf 24 Mannschaften für die WM in Spanien, wodurch sich 13 europäische Mannschaften qualifizieren konnten, die Qualifikation anscheinend leichter, aber Portugal erreichte nur Platz 4 in seiner Gruppe. Schottland und Nordirland konnten sich qualifizieren und auch Schweden lag noch vor Portugal. Lediglich Israel war noch schwächer. Dabei hatte die Qualifikation gut begonnen mit einem 0:0 in Schottland und Siegen gegen Nordirland und Israel. Aber danach wurden alle Spiele verloren. Nur das letzte Spiel gegen Schottland, als bereits alles entschieden war, wurde noch gewonnen. So verpasste Portugal die WM im Nachbarland und fiel in der ewigen Rangliste aus den Top-20.
1986 in Mexiko
20 Jahre nach der ersten WM-Teilnahme konnte sich Portugal dann wieder qualifizieren. Zusammen mit der deutschen Mannschaft, der Portugal die erste WM-Qualifikationsniederlage beibrachte, gelang als Gruppenzweiter die Qualifikation. Schweden und die Tschechoslowakei wurden knapp abgehängt, Malta war nur Punktelieferant, konnte den Tschechoslowaken aber einen Punkt abnehmen, der denen dann am Ende auch fehlte.
In Mexiko gewann Portugal das Auftaktspiel gegen Ex-Weltmeister England mit 1:0, verlor dann aber gegen Polen mit 0:1. Im letzten Spiel gegen Marokko, die zuvor zweimal 0:0 gespielt hatte, hätte den Portugiesen ein Remis zum Einzug ins Achtelfinale gereicht, aber überraschend wurde mit 1:3 verloren. Für Marokko war dies der erste Sieg bei einer WM überhaupt. Portugal verabschiedete sich als Gruppenletzter für 16 Jahre wieder von der WM-Bühne, konnte aber in die Top-20 der ewigen Rangliste zurückkehren.
1990 in Italien Für die zweite WM in Italien musste sich Portugal in einer Gruppe mit Belgien, der ČSSR, der Schweiz und Luxemburg qualifizieren, erreichte aber nur Platz 3 mit zwei Punkten Rückstand auf Belgien und die ČSSR. Damit fiel die Mannschaft wieder aus den Top-20 der ewigen Rangliste.
1994 in den Vereinigten Staaten Die Qualifikation für die WM in den USA musste Portugal gegen Italien, die Schweiz, Schottland, Malta und Estland bestreiten und hatte bis zum letzten Spieltag gute Chancen. Das letzte Spiel in Italien wurde aber mit 0:1 verloren, so dass Portugal als Dritter trotz der wenigsten Gegentore die Teilnahme verpasste.
Turniere mit 32 Teilnehmern 1998 in Frankreich
Für die Qualifikation zur zweiten WM in Frankreich wurde Portugal in eine Gruppe mit Europameister Deutschland, der Ukraine, Armenien, Nordirland und Albanien gelost. Für die Portugiesen begann die Qualifikation schlecht: Mit einem 0:0 in Armenien und einer 1:2-Niederlage in der Ukraine. Danach wurde zwar kein Spiel mehr verloren, aber am Ende fehlte ein Punkt, um die Relegationsspiele der Gruppenzweiten zu erreichen. In der ewigen Rangliste fiel Portugal damit auf Platz 23, ihre bis dato schlechteste Platzierung.
2002 in Japan und Südkorea
Zur Qualifikation zur Fußball-Weltmeisterschaft 2002 in Japan und Südkorea traten die Portugiesen, die zwei Jahre zuvor das Halbfinale der EM erreicht hatten, in einer Gruppe gegen Irland, die Niederlande, Estland, Zypern und Andorra an und qualifizierten sich als Gruppenerster punktgleich mit Irland, das sich in den interkontinentalen Playoffs gegen den Iran ebenfalls qualifizieren konnte.