Bubikon (veraltet BubigheimIm 18. Jh. gelegentlich im Zusammenhang der Johanniter-Kommende. Der Ortsname ist erstmals 811 belegt, als Puapinchova (Schmid 2003).; im Ortsdialekt Buebike [ˈbuə̯bikχə]) ist eine politische Gemeinde im Bezirk Hinwil des Kantons Zürich in der Schweiz.

Geographie mini|Historisches Luftbild von 1922, aufgenommen aus 500 Metern Höhe von Walter Mittelholzer Zur Gemeinde Bubikon (seit 1884) gehören die Dörfer Bubikon und Wolfhausen sowie die Weiler Barenberg (östlich von Wolfhausen), Berlikon (südlich von Wolfhausen), Bürg (nördlich von Wolfhausen), Lanzacher (nordwestlich von Bubikon), Wändhüslen (nördlich von Bubikon) und Widenswil (zwischen Bubikon und Wolfhausen).Jakob Zollinger, "Dörfer, Weiler und Höfe" in Bührer (Hrsg.) Bubikon—Wolfhausen (1981), S. 111–154.

Das Gemeindegebiet liegt als Teil des Zürcher Oberlands an der Wasserscheide zwischen Glatt und Zürichsee. Der höchste Punkt im Gemeindegebiet ist der Hombergchropf (zwischen Bubikon und Bürg) mit 568 m; der tiefste Punkt ist die Schwarz, die das Gemeindegebiet nach Osten (Rüti ZH) verlässt, mit 480 m.

Wappen Blasonierung Geviert: 1 in Rot ein durchgehendes silbernes Kreuz, 2 und 3 in Gold ein schwarzes lateinisches B, 4 in Schwarz ein silbernes Gabelkreuz mini|Wappen von Bubikon in der Grüninger Amtsscheibe von 1587. Im äusseren Ring, drittes Wappen von Oben rechts mini|Wappenscheibe von Bubikon in der reformierten Kirche von Bubikon

Das heute verwendete Gemeindewappen entspricht dem Wappen, das bis 1527 von der Komturei Bubikon verwendet wurde. Als Wappen des Amtes Bubikon ist im 16. Jahrhundert ein einfacher schwarzer Buchstabe B in Gold überliefert. Dieses Wappen erscheint in der Chronik des Johannes Stumpf (1548), der Pfarrer und Prior im Ritterhaus zu Bubikon war, in der Grüninger Ämterscheibe von 1587, und wieder in einer Grüninger Bannerträgerscheibe von 1627. David Herrliberger führt in seiner Helvetischen Topographie (1765) wieder das Komtureiwappen auf. Im Zuge der Bereinigung der Zürcher Gemeindewappen schlug die heraldische Kommission die Übernahme des einfacheren Wappens des Amtes Bubikon vor, der Gemeinderat lehnte aber ab, und das "traditionsreichere" Wappen mit dem Johanniterkreuz wurde am 14. Januar 1926 als offizielles Gemeindewappen eingeführt.Die Bereinigung der zürcher Gemeindewappen (= Mitteilungen der Antiquarischen Gesellschaft in Zürich 49), 1977, S. 37.

Bevölkerung

Religion Am 31. Dezember 2011 gehörten 45 Prozent der Bevölkerung der evangelisch-reformierten Kirche und 26,2 Prozent der römisch-katholischen Kirche an.http://www.statistik.zh.ch/internet/justiz_inneres/statistik/de/aktuell/mitteilungen/2012/bev_2011.html (abgerufen am 27. Februar 2012). In Bubikon gibt es auch eine Freie Evangelische Gemeinde (abgerufen am 27. Februar 2012). und die Martus-Gemeinde.https://www.martus.ch/ (abgerufen am 27. Februar 2012).

Politik Gemeindepräsident ist Hans-Christian Angele, FDP (Stand 2026).

Bei den Nationalratswahlen 2023 betrugen die Wähleranteile in Bubikon (in Klammern Veränderung in % gegenüber 2019): SVP 32,92 % (+1,36), SP 13,72 % (+2,17), glp 12,49 % (−1,39), Mitte 9,76 % (+2,46), FDP 9,51 % (−2,00), Grüne 8,59 % (−3,86), EDU 5,30 % (−0,61), EVP 3,31 % (−1,07).

Verkehr Öffentlicher Verkehr Der Anschluss an die öffentlichen Verkehrsmittel ist hervorragend. So besitzt die Gemeinde einen Bahnhof an der S-Bahn Zürich mit viertelstündigen Verbindungen der Linien und :

Es existieren folgende Buslinien, die durch die Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland (VZO) bedient werden:

Bahnhof Rüti – Bad Kämmoos – Bubikon – Wolfhausen – Hombrechtikon – Stäfa Frohberg Bahnhof Bubikon – Dürnten – Oberdürnten – Breitenmatt Bahnhof Bubikon – Herschmettlen – Hellberg – Bahnhof Wetzikon (nur Montag bis Freitag in den Hauptverkehrszeiten)

Früher war Bubikon ein Eisenbahnknotenpunkt, hier kreuzte sich die Linie der Vereinigten Schweizerbahnen mit der Uerikon-Bauma-Bahn und gewährte in alle vier Himmelsrichtungen Anschluss, so nach Hinwil–Bauma, Rüti ZH–Rapperswil SG, Wolfhausen–Uerikon und Wetzikon–Zürich.

Strassen Bubikon ist gut in das Zürcher Oberländer Strassennetz eingebunden. Von Osten mit Verbindungen von Dürnten und Rüti ZH nach Westen mit Hombrechtikon, wobei die Hauptstrasse 336 vom Kreisel Kämmoos nach Hombrechtikon die Hauptader darstellt. Von (Nord)westen mit Grüningen, Gossau ZH und Wetzikon nach Süden bis an die Seestrasse von Feldbach ZH, Kempraten SG und Rapperswil SG sind verschiedene Verbindungen gegeben. Anschluss an die Oberlandautobahn (A53) Richtung Zürich/Hinwil bzw. Rapperswil SG bieten die Anschlüsse 10 Dürnten nahe dem Bahnhof Bubikon und 11 Rüti ZH im Kämmoos an der Hauptstrasse 336.

Sehenswürdigkeiten

Auf einem Nagelfluhsporn im Südosten der Gemeinde steht das Ritterhaus Bubikon. Es wurde 1192 von Diethelm V. von Toggenburg dem Johanniterorden geschenkt und wurde anschliessend zur Kommende ausgebaut. Als Zürich 1525 die Klöster und Orden aufhob, waren die Johanniterkommenden Wädenswil und Bubikon nicht betroffen; jedoch übernahm Zürich von 1528 bis 1532 in Bubikon die Verwaltung.Boris Bauer: Die Rückgabe der Kommende Bubikon an den Johanniterorden; in: Querblicke, Zürcher Reformationsgeschichten, hrsg. von Peter Niederhäuser und Regula Schmid; Chronos Verlag, Zürich 2019; 203 S., ill. (Mitteilungen der Antiquarischen Gesellschaft in Zürich, Band 86); ISBN 978-3-0340-1498-4, S. 138–143. 1570 wurde das Haus letztmals erweitert und ist heute die besterhaltene Johanniterkomturei Europas. Das Haus ist im Besitz der 1936 gegründeten Ritterhausgesellschaft Bubikon, die es unterhält und ein Museum über die Geschichte der Kreuzzüge und der Ritterorden betreibt.

Galerie

Persönlichkeiten Johann Rudolf Stumpf (1530–1592), Antistes in Zürich und Heimatforscher Johann Kaspar Hug (1821–1884), Lehrer, Mathematiker und Politiker Julius Weber (1838–1906), Kaufmann und Unternehmer Werner Weber (1851–1912), Unternehmer und Politiker Johannes Schmid-Kunz (* 1964), Volksmusiker, Tanzleiter und Kulturmanager Bligg (* 1976), Rapper, wuchs in Wolfhausen und in Zürich-Schwamendingen auf

Bubikon als Drehort 2018 war Bubikon, neben Zürich, Stein am Rhein und Neuhausen ob Eck, einer der Drehorte für den Kinofilm über das Wirken des Reformators Zwingli.

Literatur Max Bührer (Hrsg.): Bubikon—Wolfhausen Zwei Dörfer – eine Gemeinde Band 1, Gemeinde Bubikon (1981) (online, PDF). Max Bührer, Kurt Schmid, Jakob Zollinger: Bubikon-Wolfhausen im Wandel der Zeit. Druckerei Wetzikon AG, 1981–83. ISBN 3-85981-118-5. Hermann Fietz: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich, Band II: Die Bezirke Bülach, Dielsdorf, Hinwil, Horgen und Meilen. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 15). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1943. .

Weblinks

Offizielle Website der Gemeinde Bubikon Statistische Daten Gemeinde Bubikon

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Kanton Zürich Kategorie:Schweizer Gemeinde

Kategorie:Ersterwähnung 811