Saillenard [] (auch oft gehört: []) ist eine französische Gemeinde in der Region Bourgogne-Franche-Comté im Département Saône-et-Loire. Sie gehört zum Arrondissement Louhans, zum Kanton Pierre-de-Bresse und zum Gemeindeverband Bresse Revermont 71. Die Gemeinde hat Einwohner (Stand ), sie werden Saillenardais, resp. Saillenardaises genannt.

Geografie mini|links|Lage der Gemeinde im Arrondissement Louhans

Lage und Struktur Saillenard liegt in der Mitte des Arrondissements auf der Ostseite und liegt 23,2 Kilometer südsüdöstlich des Kantonshauptortes Pierre-de-Bresse und 13,3 Kilometer ostnordöstlich von Louhans-Châteaurenaud.

Im Norden und im Westen grenzt Saillenard an die Gemeinde Frangy-en-Bresse, im Nordosten an die Gemeinde Bletterans, die zum Département Jura gehört. Im Osten liegt Fontainebrux und im Südosten Les Repôts, beides ebenfalls jurassische Gemeinden. Im Süden liegt Beaurepaire-en-Bresse und im Südwesten Le Fay.

Die Gemeinde liegt in der Landschaft der Bresse.

Die Gemeinde wird durch INSEE eingestuft als «Ländliche Ortschaft mit verstreuter Besiedlung». Die Bevölkerung lebt zu etwa drei Vierteln im Bourg, der Rest in Weilern und Einzelsiedlungen.

Die Gemeinde weist 498 Hektar bewaldete Flächen auf, was 28 % der Gemeindefläche entspricht. Die Bewaldung setzt sich zusammen aus 61 % Laubwald und 38 % Eichen- und Buchenwald. Die bewaldeten Flächen liegen vornehmlich entlang der Westgrenze – Bois Derrière, Bois des Équemines – im Südwesten – Bois de la Roche. Im Norden befindet sich Les Ripes, im Südosten der Bois Devant und zentral in der Gemeinde Le Bualet.

In der Gemeinde werden 839,1 Hektar (entsprechend 46,9 % des Gemeindegebiets; Stand 2024) als landwirtschaftlich genutzte Flächen deklariert, wovon 24 Hektar für den Bioanbau zugelassen sind. Rund 59 % des Landwirtschaftslandes wird permanent als Wiese genutzt, auf 8 % werden Ölpflanzen (Soja), auf 1 % Weichweizen und auf rund 17 % Körner- und Silomais angebaut.

Gewässer In der Gemeinde finden sich vier benannte Étangs nebst einer großen Zahl von Weihern und Teichen.

An der Westgrenze der Gemeinde befindet sich der Étang du Moulinet, der aus drei Teilen besteht. Er entwässert in den Ruisseau des Enragés, der in La Boissine mündet.

Der Ruisseau des Enragés beginnt bei Le Coreau, alimentierte einen Étang Gilles, der aufgelassen wurde und liefert sein Wasser zum Étang des Enragés, der aus fünf Becken besteht.

Der Étang de Coran liegt im Südosten an der Grenze zu Beaurepaire-en-Bresse und entwässert in den Bief de l'Étang de Coran. Der Bief alimentiert den Étang Chanceveau, der östlich des Bourg liegt und als kommunaler Fischweiher genutzt wird. Der Bief de l'Étang de Coran mündet in Le Teuil etwas nordwestlich des Bourg.

Bei den fließenden Gewässern ist vor allem Le TeuilLe Teuil, Länge 10,33 km, Zufluss zur Seille, Quelle bei in Beaurepaire-en-Bresse auf ca. 209 m, Mündung bei in Frangy-en-Bresse auf ca. 184 m, Le Teuil auf sandre.eaufrance.fr zu nennen. Er erreicht die Gemeinde am südlichsten Punkt, bildet ein kurzes Stück die Grenze zu Beaurepaire-en-Bresse und fließt dann nach Norden, unmittelbar westlich am Bourg vorbei. Ganz im Norden wendet er sich westlich und verlässt die Gemeinde bei Le Renouillier nach Frangy-en-Bresse. Auf seinem Weg nimmt er nordwestlich des Bourg den Bief de l’Étang de CoranBief de l’Étang de Coran, Länge 4,0 km, Zufluss zu Le Teuil, Quelle bei in Beaurepaire-en-Bresse auf ca. 215 m, Mündung bei in Saillenard auf ca. 194 m, Bief de l’Étang de Coran auf sandre.eaufrance.fr auf.

Ganz im Nordwesten der Gemeinde bildet der Bief du RenouillierBief du Renouillier, Länge 0,88 km, Zufluss zu Le Teuil, Quelle bei in Saillenard auf ca. 191 m, Mündung bei in Frangy-en-Bresse auf ca. 189 m, Bief du Renouillier auf sandre.eaufrance.fr auf seiner ganzen Länge die Gemeindegrenze zu Frangy-en-Bresse, bis er in Le Renouillier in den Teuil mündet.

Im östlichsten Punkt der Gemeinde erreicht der Ruisseau le JeanbonRuisseau le Jeanbon, Länge 7,56 km, Zufluss zu La Seillette Amont, Quelle bei in Courlaoux auf ca. 220 m, Mündung bei in Frangy-en-Bresse auf ca. 191 m, Le Jeanbon auf sandre.eaufrance.fr das Gemeindegebiet von Fontainebrux her und bleibt Grenzfluss bis zum Champ d'Amont, wo er in la Seillette Amont mündet.

Schließlich streift im äußersten Südwesten La Boissine (du Fay)La Boissine (du Fay), Länge 7,64 km, Zufluss zur Seille, Quelle bei in Le Fay auf ca. 205 m, Mündung bei in Frangy-en-Bresse auf ca. 180 m, La Boissine auf sandre.eaufrance.fr die Gemeinde und bildet für 170 Meter die Gemeindegrenze.

Verkehrswege Die Départementsstraße D87 erreicht die Gemeinde von Frangy-en-Bresse her beim Weiler Le Servin und zieht sich südöstlich zum Bourg. Sie durchquert den Bourg in West-Ost-Richtung, um dann wieder in südöstlicher Richtung beim Bois devant die Gemeinde nach Beaurepaire-en-Bresse zu verlassen.

Von Bletterans kommt die Départementsstraße D58 (39) und wird nach der Grenze zur D140. Sie verläuft in südwestlicher Richtung zum Bourg durchquert diesen vereint mit der D87 und wendet sich anschließend nach Südwesten, um die Gemeinde bei Maison Neuve nach Le Fay zu verlassen.

Weiler und Fluren Zur Gemeinde gehören folgende Weiler und Fluren: Les Bardillets, Bellevue, Bois-Clair, Le Bois-Maillot, La Boissine (Gewässer), Les Bordes, Chamottey, Coran, Le Coreau, Les Équemines, La Forêt-de-Saillenard, Les Gouilles, Le Jeanbon (Gewässer), Maison-Neuve, La Mare-Magnin, La Marne, Moroge, La Motte, Moulin-d’Allarme, Quatroy, Rebuans, Le Renouillier, La Ronce, Sauvagette, Le Teuil (Gewässer), La Tuilerie, Villemartin.

Höhenprofil mini|400pxDas Profil beginnt im Westen, nahe bei La Boissine im Weiler Champ de la Vieille. Anschließend zieht sich eine größere Waldfläche bis gegen 210 Metern Höhe, um dann abzufallen zum Étang des Enragés. Erneut steigt das Gelände beim Bois Grimont auf 212 Meter. Dem Hang entlang zieht die Départementsstraße D87, das Gelände fällt ab zum Flüsschen Le Teuil. Nach einer erneuten Anhöhe liegt der Bourg bei etwa 200 Metern und kurz darauf der Étang Chancevau, der als kommunaler Fischteich genutzt wird. Das Profil verläuft durch nahezu unbewohnte Gegenden, auf einer Kuppe, beim höchsten Punkt liegt ein Reitweg. Anschließend fällt das Gelände erneut ab auf die Höhe des Ruisseau Le Jeanbon, der hier die Gemeinde erreicht.

Klima Das Klima in Saillenard ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die Klassifikation des Klimas nach Köppen und Geiger ist Cfb ((Gemäßigtes) Ozeanklima). Die Temperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei 11,8 °C. Der wärmste Monat ist der Juli mit einer Durchschnittstemperatur von 20,9 °C, der kälteste der Januar mit 3,1 °C. Über ein Jahr verteilt summieren sich die Niederschläge auf 1081 mm, dabei ist der November mit 117 mm der niederschlagsreichste, während Juli als trockenster Monat 72 mm aufweist. Über das ganze Jahr werden etwa 2764 Sonnenstunden gezählt.

Toponymie Der Ort wird erstmals erwähnt im Jahr 930 als … et in pago ScodingensiDer pagus Scodingorum war einer der vier Gaue im Siedlungsgebiet der Sequaner, die die Burgunden nach ihrer Eroberung einführten. Es zog sich von der Gegend von Pontarlier dem Jura entlang nördlich bis Salins-les-Bains und in die Bresse. villam unam, Salvamentum nuncupatam, cum ecclesia que est in Appugniaco, in honore Sancti Petri… (… im Gau der Scutinger ein Ort, genannt Salvamentum, mit einer Kirche in Apuniacum, zu Ehren des Heiligen Simon Petrus…). Der spätere Name Saillenard ist eine Verballhornung von Saint-Léonard und taucht um 1270 auf. Dabei handelte es sich um eine Klösterchen oder eher eine Einsiedelei, die sich diesem Heiligen widmete und zum Ortsnamen wurde.

Geschichte Der Ort wird erstmals im 10. Jahrhundert als Appuniacum erwähnt, gleichzeitig mit einer Kirche, die St. Peter geweiht war. Diese Kirche bestand aus einem Schiff in romanischem Stil, das nicht gewölbt war. Vorangestellt war ein Glockenturm und unterbrochen wurde es durch ein Querschiff mit einem Kreuzgewölbe. Um 1830 wurde die Kirche aber zu klein für die über 1500 Einwohner, im Übrigen war immer mehr Unterhalt notwendig und 1855 untersagte der Bischof von Autun die Gottesdienste in der Kirche. Der Gemeinderat entschied sich dafür, im Hof des Gemeindehauses einen Raum aus Brettern zu erstellen und mit Stroh zu decken, damit weiterhin Gottesdienste abgehalten werden konnten. Diese Behelfskirche wurde Strohkirche genannt. Inzwischen hatte aber eine Erweiterung der alten Kirche begonnen, die jedoch umgekehrt stand und den Chor im Westen aufwies. Die Baubehörde begründete diese Maßnahme nicht zuletzt damit, dass das Gebäude eleganter wirke und dass zudem der Eingang auf der Seite stünde, von der drei Viertel der Besucher die Kirche betreten. Mit dem Bau der neuen Kirche wurde 1861 begonnen, 1864 wurde sie fertig gestellt. So bestanden in Saillenard eigentlich drei Kirchen, die erste, die eigentlich mehr eine Kapelle war aber gegen Tausend Jahre bestand. Die Strohkirche, die während rund zehn Jahren ihren Dienst schlecht und recht versah, bis sie letztlich zusammenfiel, und schließlich die neue Kirche, die heute noch besteht und dem Heiligen Leonhard geweiht ist.

Der Ort war eine Niederlassung von Saint-Vincent von Mâcon, später stand es unter dem Patronat des Klosters Château-Chalon. Nach dem Tausch zwischen den Grafen von Savoyen und Rudolf II. von Burgund lag er an der nordöstlichen Grenze der Kastellanei von Sagy und gehörte zum Besitz der De Vienne und später d’Antigny. Diese erließen 1275 einen Freibrief zugunsten der Bevölkerung. Später ging die Baronie als Afterlehen an die de Beaurepaire über. Dem Herzog von Burgund, dessen Schutz die Gegend anvertraut war, mussten pro Feuerstelle jährlich zwei Hühner abgegeben werden und jeder Einwohner hatte ein Pfund Wachs oder einen Cent in Silber abzuliefern.

auf dem Gemeindegebiet bestand noch eine weitere Herrschaft, Montroge (heute: Moroge), das Schloss mit seinen Gräben habe auf dem Weg zwischen Kirche und Friedhof gestanden. Die Herren von Saillenard Der Ort befand sich an der Grenze der Kastellanei von Sagy. Das Lehen war Bestandteil der Baronie von Beaurepaire-en-Bresse.

Nebst dem hauptsächlichen Gebiet der Baronie de Beaurepaire, bestand noch ein weiteres Lehen in Moroge, 1619 war es im Besitz von Joachin de la Tour.

Bevölkerung mini|Kirche Saillenard, geweiht dem Heiligen Leonhard

+ Bevölkerungs- und Wohnstruktur Bevölkerungsstruktur Anzahl Einwohner männlich weiblich davon Ausländer Anteil %810404406172,1

Die Bevölkerungsstruktur zwischen Männern und Frauen ist ausgeglichen. Dabei sind 45 % der Bevölkerung jünger als 45 Jahre. Die Gruppe der unter 15-Jährigen macht 18 % der Bevölkerung aus. Demgegenüber sind 35 % der Einwohner älter als 60 Jahre und damit im Rentenalter. Diese Struktur dürfte auf die Tatsache zurückzuführen sein, dass seit 1999 dank einer regen Bautätigkeit die Wohneinheiten um 29 % zugenommen haben. Dadurch dürfte ein verstärkter Zuzug von jungen Familien mit Kindern erfolgt sein. Wohnstruktur Anzahl Wohneinheiten davon Häuser Wohnungen Sonstige Zu-/Abnahme seit 1999455436182+28,9 % = 102 WE davon Hauptwohnsitz 373Zweit- oder Ferienwohnsitz80vakant2

Wirtschaft und Infrastruktur Unternehmen, Betriebe, Ladengeschäfte und Einrichtungen

In der Gemeinde gibt es nebst Kirche (heute dem Heiligen Leonhard geweiht) und Mairie (Gemeindehaus) folgende Unternehmen nach Branchen: