mini|Attacke am Mont-Saint-Jean bei Waterloo. Die „Lanciers rouges“ greifen an. Die „Grenadiers à cheval“ folgen im Hintergrund. Gemälde von Louis-Jules Dumoulin, Panorama de Waterloo, 1912.

Die Cavalerie de la Garde impériale (Kavallerie der kaiserlichen Garde) waren die Kavallerieverbände in der Garde impériale von Napoleon I. Als Elitekampftruppen bildeten sie die Reserve des Kaisers, mit der er in der Schlacht den entscheidenden Stoß ausführte oder prekäre Situationen bereinigte.

Bei ihrer Errichtung im Jahr 1804 bestand die Gardekavallerie aus den drei von der Garde des consuls übernommenen Truppenteilen: die „Chasseurs à cheval de la Garde impériale“ (Jäger zu Pferde der kaiserlichen Garde) die Grenadiers à cheval de la Garde impériale (Grenadiere zu Pferd der kaiserlichen Garde) und die Mamelouks de la Garde impériale (Mameluken der kaiserlichen Garde)

Danach wurden weitere Kavallerieregiment in die kaiserliche Garde eingestellt: die Dragons de la Garde impériale im Jahre 1806 (Dragoner der kaiserlichen Garde) die Lanciers polonais de la Garde impériale 1807 (Polnische Ulanen der kaiserlichen Garde) die Lanciers rouges de la Garde impériale 1810 (Rote Ulanen der kaiserlichen Garde) die „Lanciers lituaniens de la Garde impériale“ 1812 (Litauischen Ulanen der kaiserlichen Garde) die Éclaireurs de la Garde impériale 1813 (Aufklärer der kaiserlichen Garde) die Tartares lituaniens de la Garde impériale 1812 (Litauische Tataren der kaiserlichen Garde)

Weitere Verbände waren der Garde beigestellt, so die: Gendarmerie d’élite de la Garde impériale (Elite-Gendarmerie der kaiserlichen Garde) Gendarmerie d'ordonnance de la Garde impériale (Ordonnanz-Gendarmerie der kaiserlichen Garde) Chevau-légers du Grand-duché de Berg (Chevaulegers des Großherzogtums Berg) Gardes d’honneur de la Garde impériale (Französische Ehrengarde)

Auf dem Höhepunkt des Ersten Kaiserreichs, im Jahre 1812, bestand die Gardekavallerie aus insgesamt 7.000 Reitern, bei einem Gesamtbestand von 77.000 Reitern der Grande Armée.

Aufstellung Die Garde wurde per kaiserlichem Dekret vom 29. Juli 1804 errichtet und ersetzte die bis dahin bestehende Konsulargarde. Von den drei zuerst existierenden Einheiten war die Kompanie der „Mamelouks de la Garde impériale“ dem Regiment der „Chasseurs à cheval de la Garde impériale“ angegliedert.

Die „Gendarmerie d'élite de la Garde impériale“ gehörte ebenfalls zur Gardekavallerie, hatte jedoch gänzlich andere Aufgaben als die übrigen Einheiten.

Das Regiment der „Lanciers polonais de la Garde impériale“ wurde 1807 aus polnischen Adeligen aufgestellt. Eine Lanze erhielten sie allerdings erst 1809, nach der Schlacht bei Wagram. Ein zweites Ulanenregiment entstand 1810, als aus Teilen der „Hussards de la Garde hollandaise“ (Holländische Gardehusaren) das Regiment der „Lanciers rouges de la Garde impériale“ gebildet wurde. Als letztes wurde 1812 das Regiment der „Lanciers lituaniens de la Garde impériale“ aufgestellt. Dieses Regiment hatte eine Escadron „Tartares lituaniens de la Garde impériale“ (Litauische Tartaren) angegliedert.

1813 wurden drei Regimenter „Éclaireurs de la Garde impériale“ (dem Namen nach eine Aufklärungstruppe) errichtet und mit Lanzen ausgerüstet. Das erste dieser Regimenter war den Grenadieren zu Pferd zugeteilt, das Zweite den Dragonern und das dritte den polnischen Ulanen.

Die Jäger zu Pferde, die Grenadiere zu Pferde, die Dragoner, die Mameluken, die polnischen Ulanen und die 1. Escadron des 1. Éclaireurs Regiments gehörten zur sogenannten Alten Garde.die Alte Garde (Vieille garde) war die am höchsten angesehene der drei Gardeformationen

Chasseurs à cheval mini|Chasseur à cheval im Trans­port­sicherungs­dienst (1805). Zeichnung von Louis-Ferdinand Malespina.

Der Capitaine Bessières des 22e régiment de chasseurs à cheval, wurde Kommandant des neuen Korps. Er hatte das Recht, sich die Angehörigen der Kompanie selbst auszusuchen.

Die „Compagnie des guides“ zeichnete sich in der Schlacht an der Brücke von Arcole und dann erneut im Feldzug nach Ägypten aus, wo sie am Angriff auf den Mont Thabor und 1799 der Belagerung von Saint-Jean-d'Acre teilnahm. Nach der Rückkehr Napoleons nach Frankreich und der Einrichtung des Konsulats wurde die „Compagnie des guides“ zur „Compagnie des chasseurs à cheval de la Garde des consuls“ (Kompanie Jäger zu Pferde in der Konsulargarde). Kommandant wurde Capitaine Eugène de Beauharnais

Im Jahre 1804 wurde Napoleon zum Kaiser und stellte eine kaiserliche Garde auf. Die bisherige Kompanie Jäger zu Pferde wurde zum Regiment aufgestockt und erhielt ihre neue Bezeichnung „Régiment des chasseurs à cheval de la Garde impériale“. Es bestand aus vier Escadrons und war 1018 Mann stark. Außerdem war ihm die Mamelukenkompanie unterstellt.

Die Einheit war unter dem Kommando von Colonel Morland am Feldzug gegen Österreich beteiligt, so in der Schlacht bei Ulm und vor allen Dingen in der Schlacht bei Austerlitz, wo das Regiment, zusammen mit den berittenen Gardegrenadieren und den Mameluken die russische Gardekavallerie zurückschlug. Dabei hatten sie 22 Gefallene – einschließlich ihres Kommandeurs, des Colonel Morland zu beklagen.

Bei den Feldzügen in Preußen und Polen des Jahres 1806 war das Regiment nicht beteiligt, aber im folgenden Jahr attackierte es die russische Infanterie in der Schlacht bei Eylau. Es stand hier unter dem Kommando von Général Dahlmann, der bei dieser Aktion tödlich verwundet wurde.

1808 übernahm Général Lefebvre-Desnouettes das Kommando über das Regiment. Im gleichen Jahr wurde es in den Spanischen Unabhängigkeitskrieg geschickt, wo es an der Unterdrückung des Aufstandes von Dos de Mayo beteiligt war. Nach dem Sieg in der Schlacht bei Benavente kehrten sie nach Frankreich zurück, um dann in der Schlacht bei Wagram eingesetzt zu werden.

Während des Russlandfeldzuges übernahmen die „Chasseurs à cheval de la Garde“ im Gefecht bei Horodnja den Schutz Napoléons und trieben mit Hilfe der anderen Regimenter der Gardekavallerie Angriffe der Kosaken zurück. Am Ende des Feldzuges bestand das Regiment nur noch aus 209 Reitern. Es wurde jedoch bald wieder aufgestockt und kämpfte auf deutschem Boden und in Frankreich in der

Völkerschlacht bei Leipzig, der Schlacht bei Hanau, der Schlacht bei Montmirail und der Schlacht bei Craonne.

Nach der ersten Abdankung Napoleons und der Rückkehr von König Ludwig XVIII. wurde das Regiment in „Corps royal des chasseurs de France“ umbenannt, bis es von Napoleon nach seiner Rückkehr aus Elba wieder seinen alten Namen erhielt. Es kämpfte zum letzten Mal in der Schlacht bei Waterloo und wurde nach der endgültigen Abdankung Napoleons zwischen dem 26. Oktober und dem 6. November 1815 aufgelöst.

Grenadiers à cheval mini|hochkant|Grenadiers à cheval de la Garde impériale. Gravur von Hippolyte Bellangé.

Die Grenadiers à cheval gehen zurück auf den Oktober 1796, als die französische Regierung beschloss, der „Garde du Directoire“ (Garde des Direktoriums) eine Kavallerieeinheit beizugeben. Ein Corps aus zwei Kompanien, zusammen 112 Reiter, wurde aufgestellt. Im folgenden Jahr (nach dem Staatsstreich des 18 brumaire) wurde es zur ersten Kavallerieeinheit der „Garde consulaire“.

Nach der Errichtung des Kaiserreichs durch Napoleon wurde das „Corps des grenadiers à cheval de la Garde des consuls“ (Grenadiere zu Pferd der Konsulargarde) zum „Régiment des grenadiers à cheval de la Garde impériale“. Es bestand aus vier Escadrons mit zusammen 1018 Reitern und Offizieren. Das Regiment nahm am Feldzug in Österreich teil und kämpfte in der Schlacht bei Austerlitz, wo es mit den Gardejägern zu Pferde und den Mameluken die russische Gardekavallerie unter Großfürst Konstantin zurückschlagen konnte. Am Feldzug gegen Preußen und Polen nahm das Regiment nicht teil, war aber wieder in der Schlacht bei Eylau beteiligt. Hier gelang es ihm, unter der Führung von Colonel Lepic, einer Einkesselung zu entkommen und sich zu den französischen Linien durchzuschlagen.

Das Regiment war in Spanien eingesetzt und lag während des Aufstandes am Dos de Mayo in Madrid in Garnison. 1809 kämpften die Grenadiere in der Schlacht bei Essling und zogen mit fünf Escadrons nach Russland. Hier hatte es schwere Verluste zu beklagen und bestand im Februar 1813 nur noch aus vier Escadrons. Danach folgen die Feldzüge in Deutschland und Frankreich, wo die Einheit in der Schlacht bei Vauchamps, der Schlacht bei Craonne und der Schlacht bei Paris kämpfte.

Nach der ersten Rückkehr von König Ludwig XVIII. wurde die Einheit in „Corps royal des cuirassiers de France“ umbenannt, erhielt aber während Napoleons hundert Tage Herrschaft wieder den alten Namen. In der Schlacht bei Waterloo ritt es eine Attacke auf die britischen Infanteriecarrés. Nach der endgültigen Abschaffung des Kaiserreichs wurde das Regiment am 25. November 1815 aufgelöst.

Mamelouks mini|Der Chef d'escadrons Kirmann an der Spitze der Mameluken. Illustration von Henry Ganier.

Während des Feldzuges in Ägypten sah sich der Général Napoléon Bonaparte 1798 den Mameluken gegenüber, die seit mehreren Jahrhunderten im Dienst des Osmanischen Reichs standen. Beeindruckt von deren soldatischen Qualitäten entschied er sich, eine solche Einheit in die französische Armee einzugliedern. Dieses Mamelukenkorps bestand in der Expeditionsarmee bis zur Rückkehr nach Frankreich am 13. Oktober 1801. Per Dekret wurde dann die Aufstellung einer 240 Reiter starken Escadron Mameluken in der Konsulargarde angeordnet. Der Personalbestand wurde dann am 7. Januar 1802 auf 150 Reiter reduziert. Kommandant wurde der Colonel Jean Rapp, Aide de camp von Napoléon. Am 2. April 1802 bestand die Escadron aus 13 Offizieren und 155 Männern. 1804 wurde die Kompanie dem Regiment der Gardejäger zu Pferde unterstellt.

Im Feldzuge gegen Österreich verdienten sie sich Beachtung in der Schlacht bei Austerlitz, wo französische Infanterie auf der Höhe von Pratzen von russischer Gardekavallerie hart bedrängt wurde. Der Kaiser befahl daher dem Maréchal Bessières mit der eigenen, in Reserve gehaltenen Gardekavallerie einzugreifen. Eine erste Attacke der berittenen Jäger und Grenadiere scheiterte, die Mameluken schafften jedoch einen Durchbruch, stießen in ein russisches Carée und überrannten eine Artilleriebatterie. Nach dieser tat billigte Napoleon der Mamelukenkompanie einen Adler zu. Die Mameluken zogen dann mit in den Feldzug nach Preußen und Polen, wo sie an der Schlacht bei Pultusk und der Schlacht bei Eylau teilnahmen.

Während der Teilnahme am spanischen Unabhängigkeitskrieg waren die Mameluken an der Unterdrückung des Aufstandes am Dos de Mayo beteiligt. Hier zogen sie sich den Hass der Spanier zu, da diesen in ihnen die Nachfahren der Mauren sahen. 1812 nahm die Escadron am Russlandfeldzug teil, wo sie ständig an der Seite der Chasseurs à cheval zu finden war und ähnlich schere Verluste erlitt. 1813 erfolgte eine Wiederaufstellung der Escadron, die danach in der Schlacht bei Dresden und bei Hanau kämpfte. Nach dem Rückzug der Franzosen aus Deutschland waren sie noch an den Schlachten bei Montmirail, Saint-Dizier und Paris beteiligt.

Unter der ersten Restauration wurden die Mameluken in das „Corps royal des chasseurs de France“ eingegliedert, erhielten jedoch nach der Rückkehr Napoleons ihren alten Status zurück. Nachdem dieser endgültig verschwunden war, zogen die restlichen Mameluken in das Depot der Heimatlosen (Dépôt des réfugiés) nach Marseille, wo die meisten von der royalistischen Bevölkerung umgebracht wurden.

Dragons mini|Dragoner der kaiserlichen Garde.