mini|Kradepohl Preußische Neuaufnahme 1895 mini|Kradepohl Müfflingkarte 1825 Kradepohl ist ein Ortsteil im Stadtteil Gronau von Bergisch Gladbach.

Geschichte Der Name Kradepohl geht auf einen frühneuzeitlichen Siedlungsnamen zurück, der im Urkataster als „Krahdenpuhls Mühle“ verzeichnet ist und als Flurname erstmals 1590 in der Form „Cradenpoll“ genannt wurde.

Das Bestimmungswort Krade leitet sich ab von dem alt- und mittelhochdeutschen Wort kreta oder krote (=Kröte). Das Grundwort pohl entstammt dem alt- und mittelhochdeutschen phuol bzw. dem lateinischen palus (=Sumpf) und bezeichnet einen Pohl (=Lache, Pfütze, kleiner Weiher). In der bergischen Mundart versteht man unter einem Pohl insbesondere ein Pfütze, die sich nach einem starken Regen gebildet hat oder ein kleines künstlich angelegtes Sammelbecken.Andree Schulte, Bergisch Gladbach, Stadtgeschichte in Straßennamen, Bergisch Gladbach 1995, ISBN 3-9804448-0-5, S. 114f.

Dieser „Krötenpfuhl“ wurde um 1840 bei der Anlage der Straße zerschnitten und um 1948 zugeschüttet.Anton Jux: Das Bergische Botenamt, die Geschichte Bergisch Gladbachs bis in die Preußische Zeit, herausgegeben vom Kulturamt der Stadt Bergisch Gladbach, Bergisch Gladbach 1964

Carl Friedrich von Wiebekings benennt die Hofschaft auf seiner Charte des Herzogthums Berg 1789 als Kraterpohl. Aus ihr geht hervor, dass Kradepohl zu dieser Zeit Teil der Honschaft Gronau im Kirchspiel Gladbach war.Wilhelm Fabricius: Erläuterungen zum Geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz; Zweiter Band: Die Karte von 1789. Einteilung und Entwicklung der Territorien von 1600 bis 1794; Bonn; 1898

Unter der französischen Verwaltung zwischen 1806 und 1813 wurde das Amt Porz aufgelöst, und Kradepohl wurde politisch der Mairie Gladbach im Kanton Bensberg zugeordnet. 1816 wandelten die Preußen die Mairie zur Bürgermeisterei Gladbach im Kreis Mülheim am Rhein. Mit der Rheinischen Städteordnung wurde Gladbach 1856 Stadt, die dann 1863 den Zusatz Bergisch bekam.

Der Ort ist auf der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von 1824 als Kraddenpohl und auf der Preußischen Uraufnahme von 1840 als Kradenpuhl verzeichnet. Ab der Preußischen Neuaufnahme von 1892 ist er auf Messtischblättern regelmäßig als Kradenpohl oder ohne Namen verzeichnet.

+ Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Wohn- gebäude Kategorie 1822 12 Hofstatt 1830 15 Hofstelle 1845 15 1 Hofstelle 1871 21 2 Hofstelle 1885 20 2 Wohnplatz Danach ist Kradepohl nicht mehr eigenständig aufgeführt.

Haus Kradepohl und Fußballplatz Einst war die Gaststätte Haus Kradepohl mit Kahnweiher und Kegelbahn ein Mittelpunkt von Gronau. Seit 2008 gab es Nachrichten darüber, dass es abgebrochen werden solle. abgerufen am 27. Juli 2014 Im Januar 2009 kam die Abrissbirne und räumte alles ab. Heute steht dort eine Autowaschanlage.

Auf der nördlichen Seite der S-Bahn Linie 11 lag ein Fußballplatz, auf dem vor dem Neubau der BELKAW-Arena an der Paffrather Straße der SV Bergisch Gladbach 09 gespielt hat. Seit 2014 sind hier Parkplätze für die Pendler nach Köln.Michael Höller: Rettet den Kradepohl abgerufen am 27. Juli 2014

Gewerbegebiet Mit einer Gesamtfläche von 10 Hektar hat die Stadt Bergisch Gladbach den Bereich Kradepohl als Gewerbegebiet unter 3. Kradepohl ausgewiesen. Die Straßenzuordnung lautet dabei: Mülheimer Straße, Schlodderdicher Weg, Kradepohlsmühlenweg, Am Dännekamp, Gierather Straße, Ferdinandstraße, Refrather Weg (am Bahndamm).Gewerbegebiete der Stadt Bergisch Gladbach abgerufen am 27. Juli 2014

Siehe auch Kradepohlsmühle

Literatur Herbert Stahl (Redaktion) und andere: „Gronau“, Bergisch Gladbach 2007, ISBN 978-3-932326-51-6

Einzelnachweise

Kategorie:Ortsteil von Gronau (Bergisch Gladbach)